Schaffelhuber: "Druck war extrem"

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Je zwei Goldmedaillen haben Anna-Lena Forster und Anna Schaffelhuber von den Paralympics mitgebracht. "Der Druck war extrem", sagte Schaffelhuber im sportstudio. Und Forster ist nun froh, wenn es nach dem Trubel "jetzt ein bisschen ruhiger wird".

Beitragslänge:
9 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.03.2019, 23:05

Vor vier Jahren in Sotschi war Schaffelhuber noch alleinige Gold-Sammlerin, damals gelang ihr der ganz große Coup: Fünf Rennen, fünf Siege. Forster stand mit ihren zwei Silbermedaillen und der einen bronzenen ganz im Schatten der zweieinhalb Jahre älteren Kollegin. "In den letzten Jahren hat Anna-Lena dann sehr stark von Anna profitiert", sagt Alpin-Trainer Justus Wolf. "Sie hatte im Training die Referenz immer dabei." Schaffelhuber hat sich ihre ärgste Widersacherin quasi selbst herangezogen.

Beide Athletinnen sind im Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen, Schaffelhuber ist von Geburt an querschnittsgelähmt, Forster hat von Geburt an kein rechtes und ein verkürztes linkes Bein. In ihren Skibobs rasen sie die Berge hinunter als wäre das ein Kinderspiel. In Pyeongchang sind sie nur im Riesenslalom leer ausgegangen. Der Hang sei relativ einfach gewesen, sagt Wolf. "Damit sind die beiden nicht so gut klar gekommen."

Das Gute an der Niederlage

Der Trainer kann dieser einen Niederlage aber auch etwas Gutes abgewinnen: "Das erhöht die Glaubwürdigkeit des Sports, man sieht, dass Medaillen eben keine Selbstverständlichkeit sind." Bei aller Professionalisierung und Zunahme des öffentlichen Interesses ist ein Vorwurf, dem sich der Behindertensport noch regelmäßig ausgesetzt sieht, der der mangelnden Konkurrenz. Nach dem Motto: Wer mit einer Körperbehinderung ein bisschen ernsthaft Sport treibt, der schafft es auch zu den Paralympics.

"Sie können vielleicht teilnehmen, aber Sieger werden sie so schnell nicht“, sagt dazu der ehemalige Para-Skirennläufer Alexander Spitz. Er nahm bis 1998 in der stehenden Klasse auf einem Bein an fünf Paralympischen Spielen teil und war in Pyeongchang als TV-Experte dabei. Er sagt: "Die, die ganz oben stehen, gehen das identische Tempo und haben den identischen Trainingsaufwand wie nichtbehinderte Spitzensportler." Bei Schaffelhuber und Forster habe man im Riesenslalom ja gesehen, dass mitmachen allein keine Garantie mehr für eine Medaille sei. Auch wenn sie in ihren Rennen nur rund sechs weitere Konkurrentinnen hatten.

Kollegen statt Konkurrenten

Ein Problem sei die interne Konkurrenz für die beiden deutschen Alpin-Heldinnen nicht, betont Justus Wolf. Sie seien Freundinnen, die 100 bis 150 Tage im Jahr zusammen unterwegs sind. "Sie wissen die jeweils andere als Trainingspartnerin und als Antrieb zu Höchstleistungen zu schätzen."

Wie es nun weitergeht mit dem deutschen Traum-Duo, dazu wagt Wolf so kurz nach den Spielen keine Prognose. Bei der Psychologie-Studentin Anna-Lena Forster gehe er davon aus, dass sie noch bis Peking 2022 weitermache. Schaffelhuber hingegen steht kurz vor dem Abschluss ihres Lehramt-Studiums. Und sie hat zuletzt durchblicken lassen, dass es nicht so einfach ist, sich immer wieder und wieder zu motivieren. Im nächsten Jahr steht im schweizerischen Graubünden allerdings noch eine Fast-Heim-WM auf dem Programm. "Das ist ein Leckerbissen, den sie bestimmt noch mitnimmt", sagt Wolf.

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