Savchenko: "Es war Magie"

Aljona Savchenko und Bruno Massot im sportstudio-Talk

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"Es war Magie, das gleiche Programm nochmal zu zeigen", sagt Olympiasiegerin und Weltmeisterin Aljona Savchenko. Ob es weitermacht, lässt das Paar offen. "Erst Urlaub, dann die Sache überdenken", sagt Massot.

Beitragslänge:
13 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.08.2018, 02:25

Die Bilder gingen um die Welt: Die Traumkür von Aljona Savchenko und Bruno Massot im Paarlauf bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang bewegte viele Menschen. Mit einer Rekordpunktzahl sicherten sich die Deutsch-Ukrainerin und der Deutsch-Franzose Gold. "Wir sind wie zwei Löwen auf das Eis und wollten die Goldmedaille", jubelte Massot im Anschluss. Es war das erste olympische Paarlauf-Gold für Deutschland seit 66 Jahren. Am Donnerstag setzte das Paar noch einen drauf und gewann in Mailand den Weltmeistertitel.

Seit 2002 bei Olympia dabei

Schon früh entdeckte Aljona Savchenko ihre Leidenschaft fürs Eislaufen. Im Alter von drei Jahren übte sie erstmals mit ihrem Vater auf einem zugefrorenen See in der kleinen, ukrainischen Gemeinde Obuchiw. Savchenko entwickelte sich zu einem großen Talent. Ihre Olympia-Karriere begann 2002. Als 18-Jährige reiste sie zu den Winterspielen nach Salt Lake City. Mit ihrem Partner Stanislaw Morosow trat sie für die Ukraine im Paarlauf an. Am Ende landeten die beiden auf Platz 15 – Savchenko wollte aber mehr.

Sie siedelte ein Jahr später nach Deutschland über, ins sächsische Chemnitz. Denn dort waren die Bedingungen nahezu perfekt: Ihr neuer Trainer hieß Ingo Steuer, der in seiner aktiven Zeit im Paarlauf Weltmeister wurde. Auch mit ihrem neuen Partner, Robin Szolkowy, harmonierte die Deutsch-Ukrainerin. Savchenko und der gebürtige Greifswalder gewannen 2004 auf Anhieb die deutsche Meisterschaft. Es folgten sehr erfolgreiche Jahre. Vier Mal wurde das Duo Europameister, fünf Mal sicherten sie sich den Weltmeistertitel.

Der Olympia-Fluch

Doch den großen Traum vom Olympia-Gold konnten sich Savchenko und Szolkowy nicht erfüllen. 2006 in Turin erreichten die beiden den sechsten Platz. Vier Jahre später gewann Savchenko ihre erste olympische Medaille: In Vancouver waren nur zwei chinesische Paare besser - Bronze ging an Deutschland. Trotz hoher Erwartungen reichte es auch 2014 in Sotschi nur für eine Bronzemedaille. Savchenko liefen damals Tränen der Enttäuschung über die Wangen. Ihr Partner Szolkowy brachte die Stimmungslage auf den Punkt: "Auch wenn wir Bronze haben, fühlen wir uns wie die extremsten Verlierer."

Während Szolkowy wenig später seine aktive Karriere beendete, wollte die ehrgeizige Savchenko ihren großen Traum noch nicht aufgeben. Dafür war aber ein kompletter Neustart notwendig. Denn neben ihrem Partner fiel auch ihr Trainer Ingo Steuer weg. Dieser hatte aufgrund von Stasi-Enthüllungen schon länger keine Fördergelder mehr erhalten. Da Savchenko ihn nicht mehr bezahlen wollte, gingen die beiden getrennte Wege. Für die Deutsch-Ukrainerin folgte ein kompletter Neuanfang - mit Bruno Massot.

Bruno Massot, ein Ex-Steuer-Schützling

Bruno Massot, geboren 1989 im französischen Caen, begann im Alter von sieben Jahren mit dem Eislaufen. In seinen Anfängen trat er noch als Einzelläufer an, ehe er 2007 zum Paarlauf wechselte. 2012 feierte er seinen bis dato größten Erfolg, als er mit seiner Partnerin Darja Popowa französischer Meister wurde.

In ihrer ersten Saison trainierten die beiden teilweise auch in Deutschland - in Chemnitz, bei Ingo Steuer. Die Olympischen Winterspiele 2014 sollten das große sportliche Highlight für Massot werden. Doch Partnerin Popowa, eine gebürtige Russin, erhielt ihren französischen Pass nicht rechtzeitig. So verpasste Massot seine ersten Olympischen Spiele. Wenig später gingen der Franzose und Popowa getrennte Wege.

Die gemeinsame Zeit

Im April 2014 begannen Savchenko und Massot gemeinsam zu trainieren. Nach einigen Monaten besiegelte Massot im September 2014 seinen Wechsel zur Deutschen Eislauf-Union - und damit zu Savchenko. Die beiden zogen nach Oberstdorf, wo sie unter ihrem neuen Trainer Alexander König übten. Die offizielle Freigabe für Massot durch den französischen Eissportverband erfolgte im November 2015 - gegen eine Zahlung in Höhe von 30.000 Euro.

Nun konnte das Duo endlich an Wettbewerben teilnehmen. Bei den Europameisterschaften in Bratislava gewannen sie direkt Silber. Es folgten je eine Silber- und Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften und eine weiteres Mal Silber bei der EM. Der bisherige Höhepunkt ihrer Karrieren ist nun das Double aus Olympiasieg und Weltmeistertitel.

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