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Vettel mit furioser Aufholjagd

Verstappen siegt in Sepang

Sebastian Vettel hat nach dem Debakel im Qualifying im Rennen richtig Gas gegeben. Der vom letzten Platz gestartete Ferrari-Pilot kämpfte sich beim GP von Malaysia auf Rang vier vor. Es siegte der Niederländer Max Verstappen.

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel Quelle: reuters

Ein wie entfesselt fahrender Sebastian Vettel hat die vielleicht größte Aufholjagd seiner Karriere hingelegt und damit seiner Pechsträhne getrotzt - am Ende aber dennoch Boden auf seinen WM-Rivalen Lewis Hamilton verloren. Der deutsche Ferrari-Pilot raste beim Großen Preis von Malaysia vom 20. auf den vierten Rang. Beim zweiten Karriere-Sieg von Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) wurde WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (Großbritannien) Zweiter vor Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo (Australien).

34 Zähler Rückstand

Vettel, im Qualifying durch Motorenprobleme zurückgeworfen, war vor allem in der zweiten Rennhälfte lange Zeit mit Abstand schnellster Mann im Feld. Die Silberpfeile kämpften auf der vermeintlichen Mercedes-Strecke in Sepang dagegen über das gesamte Wochenende mit ihren Reifen - diese wiederkehrende Schwäche lässt Ferrari und Vettel für die restliche Saison hoffen. Der Rückstand des Heppenheimers auf Hamilton beträgt fünf Rennen vor Schluss allerdings 34 Zähler, erst vor zwei Wochen hatte ihn ja sein Startunfall in Singapur zurückgeworfen.

Vettel muss weiterhin auf einen großen Ausrutscher des Briten hoffen. Die Leistung von Malaysia gibt aber Anlass dazu: Nur in Abu Dhabi 2012 (Startplatz 24 auf 3) und in Singapur 2016 (22 auf 5) legte Vettel ähnliche Aufholjagden hin - anders als nun am Sonntag halfen dabei aber auch äußere Einflüsse wie Safety-Car-Phasen. Kurios wurde es in der Ehrenrunde: Williams-Pilot Lance Stroll (Kanada) und Vettels Ferrari kollidierten, der Ferrari wurde durch den Crash zu einem Dreirad umfunktioniert und musste abgeschleppt werden. Vettel fluchte im Boxenfunk: "Das ist nicht möglich. Stroll schaut gar nicht, wo es hingeht."

Hamilton im Red-Bull-Sandwich

Nico Hülkenberg beendete im Renault ein enttäuschendes Rennen auf Platz 16, Pascal Wehrlein belegte im Sauber den 17. Platz. Minuten vor dem Start hatte der Ferrari-Alptraum von Sepang zunächst seine Fortsetzung gefunden. Räikkönens Ferrari stand schon auf Startplatz zwei, doch bei den Mechanikern in Rot brach Hektik aus. Der Finne hatte, wie Vettel am Samstag, ebenfalls ein Problem mit seinem Antrieb und musste letztlich auf den Start verzichten - Vettel war vom Ende des Feldes aus auf sich allein gestellt. Die Aussichten wurden eigentlich immer besser für Mercedes, es schien mit Blick auf den WM-Kampf kaum etwas schiefgehen zu können für Silber - solange Hamilton ins Ziel kommen würde. Die "Ansage an Lewis" sei daher klar, sagte Teamaufsichtsrat Niki Lauda vor dem Rennen: "Kein Risiko eingehen."

Am Start hatte Hamilton dann zunächst auch kaum Sorgen, schließlich war der zweite Rang hinter ihm frei geblieben. Doch nur wenig später zeigte sich, was Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff befürchtet hatte: "Wenn es heiß ist, überhitzen unsere Reifen, das könnte auch im Rennen ein Problem sein." Zunächst ging Verstappen an Hamilton vorbei, dahinter kassierte Ricciardo wenig später auch Bottas - Hamilton fuhr damit nun zwischen den beiden Red Bulls, beide waren schneller als er. Und das galt auch für Vettel. Der Hesse hatte sich schon in einer aggressiv geführten ersten Runde um sieben Ränge verbessert. Für das Überholen seines alten Rivalen Fernando Alonso im McLaren benötigte er etwas länger, doch schon nach etwa einem Viertel des Rennens lag Vettel auf Rang sechs - und fuhr auf den eigentlich langsameren, härteren Reifen schneller als Hamilton auf den weicheren.

Reifen verhindern noch besseres Resultat

In dieser Phase erinnerte die Mercedes-Box den Engländer daran, dass "Vettel gegen Ende des Rennens gefährlich werden" könne. Zunächst musste allerdings der zweite Silberpfeil-Pilot in den Rückspiegel schauen: Zur Rennhalbzeit hatte Vettel den fünften Platz erobert und griff Valtteri Bottas an. Doch der Finne war vor allem auf den Geraden eine andere Kategorie und nicht zu bewältigen. Es folgten die Stopps der Spitzenfahrer: Verstappen blieb vor Hamilton und Ricciardo, doch Vettel ging endlich an Bottas vorbei - und begann mit frischen weichen Reifen den eindrucksvollen Endspurt. In der Schlussphase war er an Ricciardo dran, kam immer näher, doch dann ließen die Reifen am Ferrari nach. Vettel wurde immer langsamer, in den letzten fünf Runden war kein Angriff mehr möglich.

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