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Hantavirus auf dem Vormarsch

Das Hantavirus

Es könnte ein Negativrekordjahr werden: Mehr als 200 Fälle von Hantainfektionen wurden bislang in Baden-Württemberg registriert, allein in Stuttgart schon 42. Schuld sind die Rötelmäuse.

02.08.2019
02.08.2019
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Das Hantavirus wird über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen, in Deutschland vorwiegend über die der Rötelmäuse. Die Viren bleiben darin lange infektiös, auch wenn Kot oder Urin schon eingetrocknet sind. Die Ansteckung erfolgt meistens über das Einatmen der Erreger, z.B. wenn Staub mit den Ausscheidungen aufgewirbelt wird. Die Viren können aber auch durch Tierbisse oder verunreinigte Lebensmittel in den menschlichen Organismus gelangen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es dagegen nicht und auch Haustiere stecken sich nicht an.

Die Krankheit

Viele Infektionen mit dem Hantavirus verursachen keinerlei Beschwerden und verlaufen völlig unbemerkt. In allen anderen Fällen macht sich die Infektion etwa zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung mit hohem Fieber und grippeähnlichen Symptomen wie Kopf- und Muskelschmerzen bemerkbar. Sehr häufig werden dann die Nieren in Mitleidenschaft gezogen, es kommt zu einer Entzündung, die deren Funktion einschränkt.

Die Betroffenen merken das teilweise daran, dass sie weniger Urin produzieren und/oder Schmerzen in den Flanken auftreten. Die Diagnose lässt sich durch eine Blutabnahme sichern. Im Blut finden sich bei einer Infektion Antikörper gegen das Virus. Im Labor lässt sich anhand der Nierenwerte auch das Ausmaß einer möglichen Funktionsstörung der Nieren erkennen.

Die Therapie

Eine gezielte Therapie gegen das Hantavirus gibt es nicht, man kann nur die Symptome bekämpfen. Neben fiebersenkenden und schmerzlindernden Maßnahmen hat die Entlastung der angegriffenen Nieren große Bedeutung. Das heißt, der Wasserhaushalt des Körpers (Zufuhr und Ausscheidung) muss genau überwacht und gesteuert werden.

Reicht eine Bilanzierung über Infusionen und Urinmessungen dafür nicht aus, muss vorübergehend dialysiert werden. In der Regel erholen sich die Nieren recht schnell und folgenlos wieder von der Infektion. Die Erkrankung hinterlässt eine Immunität gegen das Virus, allerdings weiß man heute noch nicht, wie lange sie anhält.

Vorbeugung

Eine Impfung gegen das Virus gibt es nicht, aber mit einigen Maßnahmen kann man sich vor einer Infektion schützen:

  • Lebensmittel verschlossen und für Mäuse unzugänglich aufbewahren
  • Keine Essensreste oder tierische Lebensmittel in den Kompost geben
  • Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten für Nager entfernen (z.B. Sperrmüll, Abfallhaufen).
  • Nach dem Aufenthalt in Kellern, Dachböden oder Schuppen gründlich die Hände waschen
  • Abfall in verschließbaren Eimern und Tonnen entsorgen

Haben sich die Mäuse bereits Zutritt in Haus oder Garten verschafft, helfen diese Tipps:   

  • Vor der Beseitigung von Kadavern oder Kot für mindestens 30 Minuten lüften, keine Besen oder Staubsauger verwenden, um den eventuell infizierten Staub nicht aufzuwirbeln, Einmalhandschuhe tragen
  • Lassen sich Staubwirbel nicht völlig vermeiden, evtl. eine Atemschutzmaske tragen
  • Kot bzw. Kadaver befeuchten (z.B. mit Wasser und Reinigungsmittel), um die Staubentwicklung zu mindern
  • Tierkadaver in eine Plastiktüte packen, sorgfältig verschließen und im Hausmüll entsorgen
  • Im Anschluss die betroffenen Flächen gründlich mit einem Haushaltsreiniger putzen und die verwendeten Lappen oder Schwämme wegwerfen.

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Videolänge:
5 min
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