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Was ist das Chronische Fatigue Syndrom?

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Wenn morgens die Kraft zum Aufstehen fehlt, wenn keine Energie für den Gang ins Bad oder vor die Tür vorhanden ist, dann könnte eine ernste Erkrankung die Ursache sein: das Chronische Fatigue Syndrom.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.05.2020, 09:05

Eine unerklärliche totale Erschöpfung bringt das Leben der Betroffenen abrupt zum Stehen: dahinter steckt oftmals das Chronische Fatigue Syndrom, kurz CFS. Experten schätzen, dass alleine in Deutschland etwa 240.000 Menschen an CFS erkrankt sind, doch nur zehn bis 20 Prozent wissen überhaupt, dass sie es haben. Betroffen sind Männer und Frauen jeden Alters, auch Kinder. Am häufigsten erkranken jedoch Frauen im mittleren Lebensalter an CFS.

Das Chronische Fatigue Syndrom, kurz CFS, ist eine chronische Erkrankung, die verschiedenste Bereiche des Körpers betrifft. CFS ist auch bekannt unter dem Namen Myalgische Enzephalomyelitis (Myalgic Encephalomyelitis, ME). Charakteristisch für das Krankheitsbild CFS/ME ist eine Kombination aus Erschöpfungs-, Krankheits- und Schmerzsymptomen, die über einen längeren Zeitraum andauern und das Leben der Betroffenen gravierend beeinträchtigen – bis hin zur Bettlägerigkeit.

Warum fehlt plötzlich die Kraft?

Die Ursachen sind bisher ungeklärt. Einige Mediziner gehen von einer sogenannten Immunologischen Systemerkrankung aus, die häufig nach einer schweren Infektion auftritt. Oft liegen zwischen der Infektion und dem Ausbruch von CFS Monate oder sogar Jahre. Als Ursachen kommen demnach häufig Infektionen wie Meningitis oder Eppstein-Barr-Virus aber auch Diabetes Mellitus, Krebsleiden und andere Erkrankungen in Frage.

Andere Experten vermuten in erster Linie eine psychische Störung als Ursache und somit eine Beteiligung des Nerven- und Hormonsystems. Stress und Umwelteinflüsse stehen ebenfalls im Verdacht, die Entstehung von CFS zu begünstigen. CFS selbst ist jedoch keine psychische Erkrankung.

Symptome: So zeigt sich CFS

Symptome und Krankheitsverläufe bei CFS sind sehr unterschiedlich. Einige Anzeichen ähneln sich jedoch. Hierzu gehört insbesondere eine anhaltende, schwere Erschöpfung. Betroffene haben nur noch einen Bruchteil der Energie wie vor der Erkrankung - und das über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten. Hinzu kommen, je nach Verlauf, Schmerzzustände, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Fiebergefühl und Störungen der Verdauung. Durch Sport oder schon geringfügige Belastungen verschlechtern sich die Symptome anhaltend.

Die Krankheit beginnt meist ganz plötzlich und gleicht einem Infekt, als habe man eine starke Grippe, die einfach nicht abklingen will. Bei anderen Betroffenen tritt die Krankheit schleichend auf, ohne erkennbaren Anlass und verschlechtert sich stetig. Viele Erkrankte erholen sich zunächst, manchmal nach einer Therapie, erleben dann aber Zeiten mit Rückfällen. Andere Patienten sprechen auf keine Therapie an, bleiben schwer erkrankt und sind nicht in der Lage ein selbstständiges Leben zu führen. Schwersterkrankte sind auf einen Rollstuhl angewiesen oder bettlägerig und bleiben ein Leben lang von Hilfe abhängig.

Komplexe Diagnose – schwierige Behandlung

Bisher gibt es keinen anerkannten medizinischen Test, um eine CFS-Erkrankung eindeutig festzustellen. Ähnliche Beschwerden können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Ärzte arbeiten daher meist nach der sogenannten „Ausschlussdiagnostik“ um zunächst andere psychische und körperliche Erkrankungen auszuschließen. Erhöhte Entzündungswerte im Körper, bei sonst unauffälligen Befunden, können dann auf eine CFS-Erkrankung hinweisen. Das macht eine Reihe von umfangreichen medizinischen und Laboruntersuchungen notwendig.

CFS selbst ist nicht heilbar, die Auswirkungen können jedoch behandelt werden, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Eine allgemein wirksame Therapie, die allen Betroffenen gleichermaßen hilft, gibt es bisher nicht. Manche Betroffene sprechen auf keine Therapieform an. In der Regel besteht eine CFS-Therapie aber aus einer Kombination verschiedener medikamentöser und nicht-medikamentöser Bausteine. Hierzu zählen beispielsweise eine Therapie mit Antioxidantien oder niedrig dosiertem Naltrexon (Low-Dose-Naltrexon, LDN). Naltrexon wird normalerweise in der Suchttherapie eingesetzt. Stark verdünnt soll es sich aber positiv auf CFS-Beschwerden auswirken können. Auch eine Verhaltens- oder Psychotherapie kann Betroffenen helfen, mit den Auswirkungen von CFS besser zurechtzukommen.

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