Organspende kann Leben retten

Verbraucher | Volle Kanne - Organspende kann Leben retten

In Deutschland hoffen mehr als 10.000 schwerstkranke Menschen auf ein Spenderorgan – für sie häufig die letzte und einzige Chance, um zu überleben. Doch es gibt insgesamt zu wenig Organspender.

Beitragslänge:
5 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.11.2018, 09:05

Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen fällt vielen schwer – es bedeutet sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen. Doch eine Entscheidung für oder gegen eine Spende ist wichtig, da sonst die Angehörigen entscheiden müssen. Ab 16 Jahren können Jugendliche einen Organspendeausweis beantragen. Eine obere Altersgrenze für Organspender gibt es nicht. Entscheidend ist nicht das biologische Alter des Spenders, sondern sein Gesundheitszustand. Auch im höheren Alter können Organe gespendet werden. Neben der Organspende können sich Spender für eine Gewebespende aussprechen. Ob sich Gewebe und Organe für eine Transplantation eignen, wird immer im Einzelfall medizinisch beurteilt und entschieden. Organe können nur von Menschen entnommen werden, bei denen der Hirntod festgestellt wurde. Formal müssen dies zwei Ärzte unabhängig voneinander bestätigen. Diese Ärzte dürfen wiederum nicht bei der Entnahme der Organe beteiligt sein.

Lunge, Herz, Leber, Dünndarm, Nieren und Bauchspeicheldrüse können gespendet werden. Neben diesen Organen können Verstorbene auch noch weitere Teile des Körpers spenden wie Haut, Hornhaut oder Knochen, was in dem Organspendeausweis unter die Rubrik „Gewebe“ fällt. Die Organe des Spenders müssen von der Blutgruppe her passen sowie von Größe und Gewicht. Das Hauptproblem bei einer Transplantation ist die Immunabwehr des Empfängers gegen das fremde Organ. Dabei unterscheidet man im Wesentlichen zwei Abstoßungsreaktionen: Die akute Abstoßungsreaktion, die in unterschiedlich starker Ausprägung kurz nach der Transplantation auftritt und die chronische Abstoßung, bei der das Transplantat nach und nach versagt.


Medikamente bei der Organspende

Um die Abstoßung der fremden Organe zu unterdrücken gibt es Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva. Organempfänger müssen diese Medikamente ein Leben lang einnehmen. Auf Dauer sollen die Medikamente in möglichst geringer Dosis gegeben werden, aber dennoch im wirksamen Bereich. Deshalb erfolgen regelmäßige Blutuntersuchungen. Aufgrund der Medikamente sind Organempfänger empfindlicher gegenüber Infektionen. Daher sollten sie im Alltag besonders sorgfältig Hygienemaßnahmen beachten: Regelmäßiges Händewaschen und Zähneputzen.

Beim Essen sollten Organtransplantierte auf keimarme Nahrung achten – das heißt kein rohes Fleisch oder Fisch wie Sushi. Immunsuppressiva können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Schwindel hervorrufen. Diese negativen Eigenschaften sind in jüngerer Zeit dank verbesserter Medikamente weniger geworden. Die Abstoßungsreaktion ist nicht bei allen Organen gleich. Bei einer Herz- oder Lungentransplantation liegt das Risiko einer Abstoßungsreaktion höher als bei Leber oder Nieren.

Sonderfall Multiorgantransplantation

Werden nicht nur ein sondern gleich mehrere Organe übertragen, etwa Herz und Lunge, oder Leber und Bauchspeicheldrüse, sprechen die Mediziner von einer Multiorgantransplantation. Genauer wird unterschieden zwischen der kombinierten Transplantation (zwei Organe) und der Mehrfachtransplantation (drei oder mehr Organe).
Beispiele mit historischen Daten: Pankreas-Nieren-Transplantation (erstmals 1966 in Minneapolis, USA), Herz-Lunge (1968 in Houston, USA), Leber-Darm (1989 in Toronto, Kanada). Handelt es sich ausschließlich um Bauchorgane, so ist von „multiviszeraler Transplantation“ die Rede.

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