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Psychoonkologie: Den Krebs verarbeiten

Den Krebs verarbeiten

Die Diagnose Krebs ist immer ein Schock. Sie zieht den Betroffenen den Boden unter den Füßen weg, bringt die Welt ins Wanken. Psychoonkologen helfen dabei, mit dieser Situation umzugehen.

01.03.2017
01.03.2017
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Nach einer Krebsdiagnose steht oft bereits nach wenigen Tagen der Behandlungsplan fest, doch diese Zeit zwischen Diagnose und Beginn der Behandlung sind für die Patienten häufig zu kurz, um die Krankheit zu begreifen und zu verarbeiten.

Eine Krebserkrankung belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Alle Krebspatienten haben Angst vor Schmerzen, Kontrollverlust und vor allem vor dem Tod. Sie beschäftigt die Frage wie es weitergeht. Diese Ängste zu unterdrücken hilft nicht. Aufgrund der Belastung können die Betroffenen Depressionen entwickeln – unabhängig von der Schwere der Krebserkrankung. Je früher sie Hilfe und Unterstützung erfahren, desto geringer ist die Gefahr, dass aus „normalen“ Ängsten Depressionen werden. Hilfe in dieser Situation bieten Psychoonkologen.

Zuhören und Beraten

Das größte Anliegen der Psychoonkologen ist der Erhalt und die Verbesserung der Lebensqualität der Krebserkrankten und deren Angehörigen. Sie helfen den Patienten und ihrem Umfeld die Krankheit zu verstehen und in den Griff zu bekommen. Psychoonkologen sind neutrale Zuhörer und Ratgeber. Sie gehen auf die jeweilige Gefühlslage der Patienten und deren individuellen Bedürfnisse ein. Deshalb können sich die Inhalte psychoonkologischer Therapien voneinander unterscheiden.

Die aktuelle Lebenssituation des Patienten, seine individuellen Sorgen und Belastungen bestimmen die Ziele der Therapie. Bewältigung der körperlichen Veränderungen, Entgegenwirken von sozialer Isolation, Selbstwertgefühl verbessern, Arzt-Patienten-Beziehung unterstützen und Ängste bewältigen können beispielsweise Ziele einer Therapie sein.

Krebs und Familie

Besonders erschütternd ist es für Betroffene, wenn die Patientenrolle mit der Elternrolle zusammenfällt. Häufig gelten die Gedanken sehr schnell den eigenen Kindern, und was für sie die Krebserkrankung bedeutet. Die Welt der Kinder, die bislang klar und übersichtlich war, ist durch die Erkrankung eines Elternteils plötzlich unsicher geworden. Das verursacht bei den Kindern Angst, die sich unterschiedlich äußern kann.

Wenn die Not des Kindes unerkannt bleibt, bedeutet das auf Dauer enormen Stress. Es können sich ernste seelische Folgen entwickeln. Psychoonkologen helfen den Betroffenen, die richtigen Worte zu finden, um mit den Kindern über Krebs zu sprechen. Denn mit Kindern über die Erkrankung zu sprechen, ist wichtig! Studien belegen, dass das Verschweigen eines so wichtigen Einschnitts im Familienleben die Kinder nachhaltig negativ beeinflussen kann.

Weitere Therapieformen

Neben Gesprächstherapien kennt die Psychoonkologie verschiedene Therapieformen wie Musiktherapie, Entspannungsübungen, Kunst- sowie Ergotherapie und Gruppentherapie, um Betroffenen den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern.

Mehr zum Thema finden Sie auch beim Krebsinformationsdienst.

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