Rollatoren im Test

Oft abwertend als „Rentnerporsche“ bezeichnet, sind Rollatoren für viele Senioren ein wichtiges Hilfsmittel zur Mobilität. Die Modelle, die es von der Krankenkasse auf Rezept gibt, gehören aber nicht zu den besten, wie Stiftung Warentest nun herausfand.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.02.2020

Viele Senioren können sich anfänglich nur schwer mit dem Gedanken anfreunden, einen Rollator zu benutzen, schließlich ist er ein sichtbares Zeichen für die eigene Gebrechlichkeit. Doch wer sich einmal daran gewöhnt hat, will ihn meist nicht mehr missen.

Wären da nicht die zahlreichen Hürden, die es täglich zu überwinden gilt: Kopfsteinpflaster, Bordsteinkanten und unebene Böden wie Kieswege sind für viele Rollatoren nur schwer zu meistern. Vor allem Standard-Rollatoren, die von der Krankenkasse im Rahmen der Regelversorgung bewilligt werden, stoßen da schnell an ihre Grenzen. 

Nicht zeitgemäße Querfalter

Überhaupt seien die Standard-Rollatoren nicht mehr zeitgemäß, sagt Stiftung Warentest: zu schwer, häufig nur unter Verletzungsgefahr klappbar und nicht gerade platzsparend beim Verstauen. Keines der „Kassenmodelle“ konnte die Tester überzeugen: Unter den vier Modellen wurde dreimal die Gesamtnote „ausreichend“ vergeben, einmal sogar „mangelhaft“. Der „B + B“ von Rotego konnte weder in der Handhabung noch bei der Schadstofffreiheit überzeugen: In seinen Griffen fanden die Tester Krebs erzeugende Schadstoffe und Phthalat-Weichmacher oberhalb der geltenden EU-Grenzwerte.   

Moderne Längsfalter

Im Vergleich zu den Standard-Rollatoren aus Stahl wiegen die Leichtgewicht-Rollatoren aus Aluminium oder Karbon etwa zwei Kilo weniger. Außerdem haben sie einen anderen Klappmechanismus: Die Modelle im Test waren allesamt Längsfalter, sind also an der Längsachse faltbar. Dies bedeutet, dass das Falten leichter von der Hand geht, oftmals genügt schon das Ziehen einer Schlaufe am Sitz; die Klemmgefahr ist dadurch deutlich niedriger als bei einem Querfalter. Außerdem können sie auch im zusammengeklappten Zustand stehen und lassen sich recht platzsparend verstauen. 

Das Testergebnis bei den Längsfaltern ist durchweg erfreulicher als bei den Querfaltern – keines der acht Modelle wurde schlechter als „befriedigend“ bwewertet, allerdings gab es auch kein Modell, das besser als „gut“ war. Das günstigere der beiden besten Modelle, der Rollator „Troja 2G Premium“ von Topro für 410 Euro, überzeugte vor allem in der Handhabung und der Haltbarkeit. Überhaupt zeigte sich, dass das Preisniveau der Leichtgewicht-Rollatoren deutlich über jenem der Standard-Rollatoren liegt: So steht dem teuersten „Schwergewicht“ zum Preis von 99 Euro das günstigste „Leichtgewicht“ für 209 Euro gegenüber. Allerdings fanden die Tester auch in dieser Sparte gesundheitsschädliche Phthalate, nämlich in den Sitzen von fünf Rollatoren.

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