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Tabuthema Scheidentrockenheit

Nackte Frau

Es ist ein intimes Thema: vaginale Trockenheit. „Volle Kanne“ verrät, warum sie auftritt – und wie sie zu behandeln ist.

28.03.2017
28.03.2017
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Vaginale Trockenheit trifft aufgrund der Hormonumstellung oftmals Frauen in den Wechseljahren - doch nicht nur sie. Auch die Pille, Stress oder Probleme in der Partnerschaft kommen als Ursache in Frage. Effektive Behandlungsmethoden helfen, damit Scheidentrockenheit kein belastendes Tabuthema bleibt.

Bekannte Ursachen

Vaginale Trockenheit tritt dann auf, wenn die natürliche Scheidenflora gestört ist. Die Flüssigkeit in der Scheide wird von dort angesiedelten Milchsäurebakterien gebildet. Sinkt in den Wechseljahren der Östrogenspiegel, verringert sich die Anzahl der feuchtigkeitsbildenden Säurekeime. Die Folge: vaginale Trockenheit.

Auch eine Schwangerschaft sowie die Stillzeit verändern die Hormonspiegel und können zu vergleichbaren Beschwerden führen. Verhütungsmittel wie die Pille, die in den natürlichen Hormonhaushalt eingreifen, können Scheidentrockenheit als Nebenwirkung haben. Ebenso kann dies während und nach einer Chemotherapie vorkommen, da diese auf schnell wachsendes Gewebe, wie es auch die Schleimhautzellen sind, hemmend wirkt.

Weitere mögliche Auslöser

Häufig steckt hinter einem gestörten Scheidenmilieu und damit verbundener vaginaler Trockenheit aber auch eine falsche Intimpflege mit zu vielen Produkten. Diese können die Scheidenflora negativ beeinflussen und den Säurehaushalt durcheinander bringen.

Eine weitere Ursache für Scheidentrockenheit ist die mangelnde Bildung von Scheidensekret während des Geschlechtsverkehrs. Diese Problematik bezieht sich eher auf den Eingang der Scheide und tritt auf, wenn die Lust nicht so ist, wie sie sein könnte, wenn die sexuelle Erregung fehlt oder nicht ausreichend vorhanden ist. Dies kann auch vorkommen, wenn die Scheide an sich eigentlich eine normale, gesunde Flora aufweist.

Folgen

Beschwerden zeigen sich vor allem beim Geschlechtsverkehr, denn wenn der Scheideneingang oder die Scheide selbst nicht ausreichend durchfeuchtet ist, treten schneller Schmerzen auf. Weitere Beschwerden sind Brennen und Jucken – diese entstehen, wenn sich durch die fehlenden Milchsäurebakterien eine Infektion der Scheide entwickelt hat.

Ist die natürliche Scheidenflora gestört, also nicht ausreichend sauer, wird die Scheide empfindlicher gegenüber Infektionen. Pilze und schädliche Bakterien können sich leichter vermehren, da sie nicht mehr durch die Milchsäurebakterien in Schach gehalten werden. In solchen Fällen kommt zu den Juckbeschwerden auch verstärkter Ausfluss hinzu.

Was tun?

Bei den Behandlungsmöglichkeiten gilt es zunächst die Ursache abzuklären. Liegt ein Hormonmangel in den Wechseljahren zugrunde, helfen östrogenhaltige Cremes. Diese werden mit einem Applikator in die Scheide eingebracht und wirken dort lokal begrenzt. Hormonhaltige Cremes sind verschreibungspflichtig.

Anders sieht dies bei hormonfreien Cremes aus. Auch hier gibt es diverse Produkte in Drogeriemärkten und Apotheken. Sie können die Haut geschmeidiger machen und damit auch hilfreich beim Geschlechtsverkehr sein. Das gleiche gilt für Gleitgele auf Feuchtigkeitsbasis. Allerdings: Eine dauerhafte Anwendung der Vaginalcremes kann zu einer überpflegten Haut führen, die aus dem Gleichgewicht gerät und sich nicht mehr auf einen eigenen gesunden Stoffwechsel einstellen kann. Die Haut kann durch eine ständige Anwendung dann noch empfindlicher werden. Gleitgele können auf Dauer aufgrund ihres hohen Wasseranteils noch mehr Feuchtigkeit entziehen.

Kopfsache?

Kurzfristig angewendet können Hilfsmittel wie Cremes und Gele hilfreich sein. Jedoch sollte insbesondere bei der Anwendung für einen unbeschwerteren Geschlechtsverkehr auch im Blick bleiben, dass die mangelnde Feuchtigkeitsbildung mit mangelnder Erregung und Partnerschaftsproblemen zu tun haben kann. Cremes und Gele sind in solchen Fällen dann Symptombehandlung, gehen aber nicht an die Ursache. In manchen Fällen ist therapeutische Hilfe notwendig, auch Gespräche mit dem Partner und ein offener Umgang mit der eigenen Sexualität und den eigenen Bedürfnissen sind hilfreich.

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