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Geburt per Kaiserschnitt

Verbraucher | Volle Kanne - Geburt per Kaiserschnitt

In medizinischen Notfällen ist er ein Segen, allerdings unterziehen sich auch immer mehr Frauen freiwillig einem geplanten Eingriff. In Deutschland kommt mittlerweile jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.04.2020, 09:05

Der geplante Kaiserschnitt ist ein umstrittenes Thema. Viele gehen den Schritt bewusst, manchmal ist er eine medizinische Notwendigkeit. Der Trend geht jedenfalls zu vermehrten Kaiserschnitten. Weltweit wird jedes fünfte, in Deutschland jedes dritte Kind per Kaiserschnitt geboren.

Kaiserschnitt auf Wunsch oder medizinisch notwendig?

Grundsätzlich unterscheiden Ärzte zwischen einem Kaiserschnitt, der medizinisch notwendig ist und einem Kaiserschnitt, der nicht medizinisch notwendig ist, aber gewünscht wird. Es gibt ganz unterschiedliche Gründe für Frauen, sich bewusst für die sogenannte Sectio caesarea zu entscheiden: Der häufigste Grund sind große Ängste vor dem natürlichen Geburtsvorgang. Häufig sind die Frauen bereits zu Beginn der Schwangerschaft gehemmt, tragen Sorgen mit sich und sehen den Wunschkaiserschnitt als einzige Lösung.

Auch der Aspekt der Planbarkeit spielt heutzutage eine große Rolle bei der Entscheidungsfindung. Besonders Frauen, die schon Kinder haben, profitieren in Sachen Planbarkeit von der Geburt im OP, weil sie so eine gezielte Betreuungslösung organisieren können. Ein medizinisch notwendiger Kaiserschnitt kann geplant werden oder spontan unter Einfluss des Geburtsverlaufs beschlossen werden. Gründe sind neben einer Fehllage der Plazenta, einer Sauerstoffunterversorgung des Kindes oder eines Geburtsstillstandes auch eine Dehiszenz der Uterusnarbe, also ein Riss in der Gebärmutter.

Risiken eines Kaiserschnitts

Wie jede Operation birgt auch ein Kaiserschnitt Risiken, über die die Schwangeren aufgeklärt werden müssen. Unter anderem besteht für die Mutter ein erhöhtes Risiko einer Blutgerinnselbildung in den Beinen, also einer Thrombose. Möglich sind auch Verletzungen der Bauchorgane oder Infektionen. Zu den größten Risiken eines Kaiserschnitts zählen langfristige Folgen für spätere Schwangerschaften. Zum Beispiel könnte sich der Mutterkuchen an einer falschen Stelle in der Gebärmutter einnisten und dort zu tief einwachsen. Auch das Risiko einer Fehl- oder Totgeburt des Kindes steigt.

Da Kaiserschnitte häufig vor dem errechneten Geburtstermin stattfinden, können auch Anpassungsstörungen bezüglich der Atmung des Kindes auftreten. Auch das Risiko von Asthma und Adipositas ist für Kinder bis zu 12 Jahre laut aktueller Studienlage später erhöht.

Grundsätzlich bedarf es nach einem Kaiserschnitt auch einer längeren Erholungszeit für die Mutter als nach einer natürlichen Geburt. Die Gebärmutter muss sich nach einem Kaiserschnitt über mehrere Tage zurückbilden und die durch die OP entstandene Narbe muss verheilen. Da bei einem Kaiserschnitt das Hormon Oxytocin nicht so hoch ausgeschüttet wird wie bei einer normalen Geburt, können sich in Folge dessen Probleme beim Stillen des Babys einstellen.

Begründungen für Wunschkaiserschnitte

Von einem Kaiserschnitt können grundsätzlich Mütter, aber auch Kliniken profitieren. Zum Beispiel ist auch für das Klinik-Personal eine bessere Organisation möglich. Eine spontane Geburt kann sich über viele Stunden hinziehen. Das bedeutet, dass sich wechselndes Klinikpersonal mit dem Geburtsvorgang beschäftigt, bis das Baby schließlich auf der Welt ist. Bei einem geplanten Kaiserschnitt können die Ressourcen gezielt genutzt und eingesetzt werden. Der Einsatz eines OP-Teams und der entsprechenden Narkosemedikamente bringt im Großen und Ganzen auch mehr Geld für die Kliniken.

Auch gesundheitliche Aspekte können für die Schwangeren eine Rolle spielen. Denn häufig treten bei einer verlängerten Geburtsdauer spätere Beckenboden- und Inkontinenzprobleme auf. Durch den Kaiserschnitt werden diese verhindert. Ein Kaiserschnitt ist ebenso eine Option für Frauen mit sogenannten traumatischen Geburtserlebnissen. Das kann zum Beispiel eine vorherige, sehr lange und intensive Geburt gewesen sein. Auch wenn es zu Komplikationen bei einer früheren, spontanen Entbindung gekommen ist, können Frauen davon traumatisiert sein.

Wird der Kaiserschnitt zum Trend unter Müttern?

Weltweit sind die Kaiserschnitt-Raten in den letzten Jahren angestiegen. So ergab eine langjährige Untersuchung der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet", die 2018 veröffentlich wurde, dass 29,7 Millionen Geburten auf der ganzen Welt im Jahr 2015 per Kaiserschnitt durchgeführt wurden. Insgesamt wurden dazu die Raten in 169 Ländern untersucht. Im Jahr 2000 wurden 12 Prozent der Kinder weltweit per Kaiserschnitt entbunden, 2015 waren es mit 21 Prozent fast doppelt so viele. Dieser Anstieg lässt sich vor allem durch die verbesserte medizinische Versorgung erklären. Das bedeutet, wenn man früher eine natürliche Geburt mit möglichen Schäden eher in Kauf genommen hat, tendiert man heute im Fall der Fälle zu einem medizinisch notwendigen Kaiserschnitt.

Grundsätzlich sind Frauen aber nicht gefährdet, einem medizinischen Trend zum Opfer zu fallen. Denn bei unkomplizierter Schwangerschaft wird zu einer natürlichen Geburt geraten. Frauen sollten sich immer intensiv und von verschiedenen medizinischen Fachkräften zu den Geburtsformen beraten lassen, um alle Vor- und Nachteile abwägen zu können. 

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