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Raus aus den Schulden

Schulden sind schnell gemacht, aber sie zu tilgen ist mühsam und langwierig, nicht selten führt der Weg über einen Schuldenberater. Einige der Hilfeversprechen sind aber nicht seriös, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.08.2020

Vor allem die Fälle von hoher Überschuldung nehmen in Deutschland zu. Ein häufiger Grund für Überschuldung ist Arbeitslosigkeit – sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Menschen. Bei Älteren spielen außerdem zu niedrige Renten eine Rolle. Bei Jüngeren liegt der Grund für eine Überschuldung häufig in Lebensereignissen oder Entwicklungen, die sie finanziell überfordern – etwa der eigene Haushalt, eine Trennung oder ein Kind.

Überblick verschaffen

Menschen, die ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können, sollten vor der Situation nicht die Augen verschließen, sondern sich zunächst einen genauen Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben verschaffen. Dazu gehört auch, alle eingehenden Rechnungen zu archivieren. Dies ist nicht nur für den Schuldner selbst, sondern auch für eine eventuelle Beratung wichtig.

Der nächste Schritt besteht darin, sämtliche Ausgaben kritisch zu prüfen: Kann ich das Auto verkaufen und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen? Wie sieht es aus mit der Finanzierung des teuren Smartphones? Kann ich Versicherungen eventuell kündigen? Sparen kann man darüber hinaus nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen, indem man zum Beispiel auf den teuren Coffee to go verzichtet.

Zunächst sollte man versuchen, sich mit den Gläubigern auf eine schrittweise Tilgung der Schulden in Form von Ratenzahlungen zu einigen. Dabei ist aber stets zu bedenken, dass die Schulden dadurch nicht geringer, sondern lediglich gestreckt werden. Verschlechtern sich zum Beispiel die Einkommensverhältnisse, können auf lange Zeiträume angelegte Ratenzahlungen problematisch werden.

Letzter Ausweg Verbraucherinsolvenz

Sind die Schulden so hoch, dass eine Tilgung aussichtslos erscheint, ist die Privat- beziehungsweise Verbraucherinsolvenz eine Option – die letzte Möglichkeit, wenn eine außergerichtliche Einigung nicht funktioniert. Sie dient der gleichmäßigen Befriedigung der Gläubiger in einem befristeten Zeitrahmen. Nach Ablauf dieser üblicherweise drei- bis sechsjährigen Wohlverhaltensperiode, in der der Schuldner seinen Gläubigern so viel wie möglich zurückgezahlt hat, werden ihm die restlichen Schulden erlassen. Deren Höhe spielt dabei keine Rolle.

Während dieser Phase bleibt dem Schuldner lediglich das Existenzminimum, also jener Teil des Einkommens, der pfändungsfrei ist. Von diesem Anteil muss von Miete über Strom bis hin zu Lebensmitteln alles bezahlt werden. Allerdings kann eine Verbraucherinsolvenz sowohl für den Schuldner als auch für die Gläubiger von Vorteil sein: Der Schuldner ist verpflichtet, den Gläubigern innerhalb einer bestimmten Zeit einen zumutbaren Teil zurückzuzahlen. Er muss alles tun, um die Schulden zu begleichen. Dafür muss er keine Angst haben, dass es zu einer Zwangsvollstreckung kommt.

Vorsicht vor schwarzen Schafen

Bei den gewerblichen Schuldenregulierern tummeln sich einige schwarze Schafe, die aus der Misere der Schuldner Profit schlagen wollen. So hat die Verbraucherzentrale bei drei Vereinen erwirkt, dass sie ihre haltlosen Versprechen künftig unterlassen und Betroffene in Angelegenheiten der Schuldner- und Verbraucherinsolvenz nicht mehr beraten oder vertreten.

Es seien keine Einzelfälle, dass vermeintliche Schuldenregulierer Verbrauchern Rechtsdienstleistungen in diesen Beriechen anbieten, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in einer Pressemitteilung. Sie offerierten dabei ganz unterschiedliche Dienste, jedoch nur selten auf den Einzelfall zugeschnittene, wirtschaftlich und rechtlich fundierte Beratung. Statt dauerhafter Entschuldung fielen häufig horrende Entgelte für überflüssige oder schlechte Leistungen an, so die Verbraucherschützer. Sie bieten eine Checkliste an, die Betroffenen dabei helfen soll, seriöse Anbieter ausfindig zu machen.

Mit Material von ZDF, VZNRW

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