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Versichert gegen Elementarschäden

Verbraucher | Volle Kanne - Versichert gegen Elementarschäden

Unwetter mit Sturm oder Starkregen hinterlassen oft eine Spur der Verwüstung. Für welche Schäden kommt die Versicherung auf und was gilt es zu beachten?

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 05.03.2020, 09:05

Hausrat-, Gebäude- oder Kaskoversicherung haften zwar für viele Schäden, die infolge von Unwettern entstehen - aber längst nicht für alle. Bei Sturm zahlen die Versicherer zum Beispiel erst ab Windstärke acht, also bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 61 Kilometern pro Stunde.

Problemfall Elementarschäden

Sturmschäden am eigenen Gebäude, etwa durch umgestürzte Bäume, Schornsteine oder Masten, übernimmt die Wohngebäudeversicherung – allerdings nur, wenn der Hauseigentümer das Sturmrisiko in seinen Vertrag mit aufgenommen hat. Die „gebundene Wohngebäudeversicherung", die heute in der Regel abgeschlossen wird, deckt dieses Risiko ab. Auch Folgeschäden sind versichert, zum Beispiel wenn es durch das abgedeckte Dach hereinregnet.

Unter Umständen bereiten die Sturmfolgen im Keller oder Garten größere Probleme. Verwüstungen durch Oberflächenwasser gelten zum Beispiel als Elementarschäden und werden ähnlich denen, die ein Hochwasser verursacht, eingeordnet. Hier zahlen Hausrat- oder Gebäudeversicherung nur, wenn sie durch eine zusätzliche Elementarschadenversicherung ergänzt werden. In typischen Hochwassergebieten werden Elementarschadenversicherungen oftmals erst gar nicht angeboten. Mit einer solchen Versicherung werden Naturgewalten wie Erdbeben und Überschwemmungen abgesichert. Eine gesonderte Hochwasserpolice gibt es nicht.

Fenster und Türen schließen

Sturmschäden an der Wohnungseinrichtung sind durch die Hausratversicherung abgedeckt. Wer allerdings Fenster oder Türen offen gelassen hat, geht leer aus. In diesen Fällen haften Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen nicht. Richtet ein umgestürzter Baum Schaden am nachbarlichen Gebäude an, gilt folgende Regelung: Wenn der Baum morsch war, muss der Baumbesitzer oder dessen Haftpflichtversicherung dafür aufkommen. Fällt ein gesunder Baum um, gilt dies als höhere Gewalt und der Eigentümer haftet nicht für den Schaden.

Auch Schäden durch Blitzschlag werden von der Hausrat- oder der Gebäudeversicherung ersetzt. Dabei ist jedoch nachzuweisen, dass der Blitz direkt in das Haus oder die Wohnung eingeschlagen ist. Zudem empfiehlt es sich, den Hausrat regelmäßig neu schätzen zu lassen, vor allem, wenn man sich teure Geräte angeschafft hat. Eine andere Möglichkeit ist der „Unterversicherungsverzicht": Dabei wird der Wert pro Quadratmeter festgelegt. Häufig kommt es vor, dass bei einem Blitzeinschlag elektrische Geräte im Haushalt durch Überspannung außer Betrieb gesetzt werden. Für diesen Fall benötigt man aber eine Zusatzversicherung, die genau dies abdeckt.

Schäden am Auto

Generell haftet nur die Vollkaskoversicherung für einen Blechschaden, wenn beispielsweise ein Baum auf das Auto stürzt. Wird ein parkendes Auto aber durch Äste, Bäume oder Hagel beschädigt und betrug die Windstärke des Sturms mehr als acht Beaufort, muss die Teilkaskoversicherung des Autohalters zahlen.

Versichert ist allerdings nicht der Wiederbeschaffungswert, also der Neupreis des Fahrzeugs, sondern in der Regel nur der Wert, den es zum Zeitpunkt der Schadensmeldung noch hat – man erhält also nur den Zeitwert. Bei der Kfz-Teilkaskoversicherung sind auch Schäden durch Überschwemmungen mitversichert. Da es bei dieser Police keine Schadensfreiheitsrabatte gibt, brauchen Fahrzeughalter keine Rückstufung zu befürchten. Bei einer Selbstbeteiligung wird der vereinbarte Betrag von der Entschädigungssumme abgezogen.

Schäden sofort melden

Melden Sie Schäden umgehend Ihrer Versicherung. Machen Sie Fotos, bevor Sie mit den Aufräumarbeiten beginnen. Verändern Sie nach Möglichkeit nichts, was die Feststellung des Schadens erschweren könnte. Lediglich Gefahrenquellen sollten beseitigt werden. Bewahren Sie kaputte Gegenstände auf jeden Fall auf. Bei Beschädigungen am Gebäude empfiehlt es sich, einen Gutachter hinzuzuziehen.

Schnee muss geräumt werden

Bei Schnee gilt, dass er geräumt werden muss, sonst haftet bei Unfällen der Streupflichtige. Die Verkehrssicherungspflicht liegt eigentlich bei den Gemeinden. Diese übertragen ihre Winterdienstpflicht für die Bürgersteige in der Regel aber per Gemeindesatzung auf die Eigentümer von Grundstücken, die an die Straßen der Gemeinde angrenzen. Die Eigentümer wiederum wälzen ihre Verpflichtungen gerne auf Mieter ab, wenn sie nicht selbst im Haus wohnen. Diese Übertragung der Winterdienstpflicht muss schriftlich im Mietvertrag geregelt werden. Mieter, die ihrer Pflicht nicht nachkommen, müssen im Zweifel mit haften. Der Eigentümer ist aber verpflichtet, zu kontrollieren, ob die Mieter ihrem Winterdienst nachkommen. Um diesen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, schalten Eigentümer von Mehrfamilienhäusern oder Wohnungsanlagen häufig einen professionellen Winterdienst ein oder vergeben die Arbeiten an einen Hausmeister.

Gibt es in der Gemeinde keine gesonderte Regelung, beginnen Räum- und Streupflichten gegen sieben Uhr und enden abends gegen 20 Uhr. Das heißt: Wer vor sieben Uhr oder nach 20 Uhr unterwegs ist, darf nicht damit rechnen, dass ein Weg geräumt ist. An Sonn- und Feiertagen beginnt die Räum- und Streupflicht circa ein bis zwei Stunden später. Der genaue Zeitrahmen für Beginn und Ende der Streupflichten kann je nach Gemeinde abweichen. Schneit es anhaltend oder ist es dauerhaft glatt, muss regelmäßig nachgestreut werden. Diese Nachstreupflicht entfällt, wenn die Wetterverhältnisse so extrem sind, dass wiederholtes Räumen und Streuen zwecklos ist. Das ist zum Beispiel bei Blitzeis oder Dauereisregen der Fall.

Bei Unfall droht Strafverfahren

Kommt es zum Unfall, kann das für den Streupflichtigen schwerwiegende Folgen haben. Wer nicht ordentlich geräumt hat, muss für die entstandenen Schäden aufkommen. Dazu gehören auch Kosten für den Verdienstausfall, Schmerzensgeld sowie Arzt- und Krankenhauskosten. Bei Mietern springt bei einem Unfall in der Regel die private Haftpflichtversicherung ein, beim Hauseigentümer die Haus- und Gebäudeversicherung. Im schlimmsten Fall, etwa nach einem schweren Unfall mit Folgeschäden, muss man sogar mit einem Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung rechnen.

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