Zyklus-Apps im Test

Was taugen sie wirklich?

Verbraucher | Volle Kanne - Zyklus-Apps im Test

Wann tritt die Blutung ein? Wie lange dauert sie? Wann kommt der Eisprung? Diese Fragen werden auf Tag und Stunde genau von sogenannten Zyklus-Apps berechnet. 23 Versionen hat Stiftung Warentest getestet.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.02.2019, 09:05

Mittlerweile gibt es auf dem Markt viele Apps, mit denen Frauen ihren Zyklus und ihre Periode dokumentieren können. Diese Apps eigenen sich hervorragend, um den eigenen Zyklus kennenzulernen und zu schauen, wie häufig die Periode kommt, wie regelmäßig sie ist und wie stark die Blutung ist. Es gibt aber einen Trend, der unter Gynäkologen teilweise Besorgnis auslöst: Immer mehr junge Frauen setzen die Pille ab und möchten keine Hormone mehr nehmen, weil sie die Nebenwirkungen nicht in Kauf nehmen möchten. Stattdessen „verhüten“ sie mit Zyklus-Apps.

Zyklus-Apps sind keine sichere Verhütungsmethode

Mithilfe einer Zyklus-App zu verhüten ist aus vielerlei Gründen nicht sicher. Gerade bei jungen Frauen schwankt der Zyklus und ist unregelmäßig. Generell kann der Zyklus einer gesunden Frau zwischen 25 und 35 Tagen schwanken. Hinzu kommen Umwelteinflüsse wie Sport, eine Ernährungsumstellung oder starke Gewichtsschwankungen, die sich auf den Zyklus auswirken können.

Die meisten Zyklus-Apps funktionieren rein mathematisch und berechnen die fruchtbaren Tage und den Eisprung ausschließlich aufgrund der Kalenderdaten der letzten Perioden und berücksichtigen diese Umwelteinflüsse nicht.

Natürliche Familienplanung mittels einer App ist trotzdem möglich

Um wirklich sicher verhüten zu können, sollte man eine App benutzen, die auf der Methode der Natürlichen Familienplanung (NFP) basiert. Dabei wird nicht mathematisch zugrunde gelegt, wann die nächste Periode kommt, sondern es werden Informationen zu Temperatur und Zervixschleim ausgewertet. Die Frau muss bei dieser Methode jeden Morgen ihre Temperatur messen, die so genannte Basaltemperatur – am besten oral, rektal oder vaginal. Um den Eisprung herum steigt die Temperatur leicht an. Ein weiteres Indiz für den bevorstehenden Eisprung ist der Zustand des Zervixschleimes. Dieser Schleim wird vom Muttermund abgesondert. An unfruchtbaren Tagen ist er zäh und trüb und versperrt den Spermien den Weg. An fruchtbaren Tagen hingegen ist er klar und dünn und lässt die Spermien passieren. Fruchtbar ist eine Frau etwa vier Tage im Zyklus.

Werden Temperatur und Schleim täglich ausgewertet, genau dokumentiert und alle Richtlinien beachtet, gilt die Natürliche Familienplanung als eine sichere Methode. Die Frauen müssen für eine korrekte Auswertung lernen, ihren Körper richtig zu beobachten. Erlernen lässt sich dies mit Hilfe von Literatur und Schulungen, die deutschlandweit angeboten werden. Bis man alle Komponenten richtig auswerten kann, empfiehlt es sich, zusätzlich zu verhüten, sofern kein Kinderwunsch besteht.

 

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