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Haushaltsplan 2017

Die Darstellungen zum Haushaltsplan sind grundsätzlich entsprechend der Ein-Budget-Systematik und Aufbauorganisation des ZDF gegliedert und klassifizieren die Bereiche des ZDF nach den Kategorien Programm-, Gemeinkosten- und Dienstleisterbereiche. Für die einzelnen Bereiche werden alle zuzuordnenden Kostenarten einschließlich der internen Kostenverrechnung ausgewiesen.

Betriebshaushalt

Der Betriebshaushalt 2017 schließt mit einem Defizit von -96,9 Mio. Euro. Darin enthalten sind Rundfunkbeiträge in Höhe von 44,7 Mio. Euro, die über den von der KEF im 20. Bericht für das ZDF anerkannten Finanzbedarf hinausgehen. Diese Erträge stehen dem ZDF im Haushaltsjahr 2017 nicht zur Verfügung und werden einer neuen Sonderrücklage zugeführt. Unter Berücksichtigung dieses Sachverhalts ergibt sich im Haushaltsjahr 2017 ein bereinigtes Betriebsergebnis mit einem Fehlbetrag von -141,6 Mio. Euro.

Die Summe der Erträge im Geschäftsjahr 2017 beträgt 2.221,5 Mio. Euro. Bereinigt um die Beitragsmehrerträge, die der Sonderrücklage zugeführt werden, verbleiben verfügbare Erträge in Höhe von 2.176,8 Mio. Euro. Das sind 84,4 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.

Der Ansatz für die Erträge aus Rundfunkbeiträgen liegt sowohl insgesamt (1.934,1 Mio. Euro) als auch bereinigt (1.889,4 Mio. Euro) über dem Niveau des Vorjahresplanwerts. Der monatliche Rundfunkbeitrag beläuft sich seit dem 1. April 2015 auf 17,50 Euro und verbleibt gemäß Beschluss der Ministerpräsidenten auch über den 1. Januar 2017 hinaus auf dieser Höhe. Die verfügbaren Beitragserträge hingegen wurden auf Grundlage der KEF-Feststellung im 20. Bericht und der damit korrespondierenden Verteilung ermittelt. Die nicht verfügbaren Beitragserträge, die der Sonderrücklage zuzuführen sind, können nicht eingesetzt werden, um laufende Aufgaben zu bestreiten. Der ZDF-Anteil beinhaltet erstmals auch einen Anteil an den zweckgebunden Mitteln zur Schließung der Lücke zwischen Altersversorgungsrückstellung und Deckungsstock, die sich infolge des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes ergeben hat.

Die Werbeerträge sind in Höhe von 137,0 Mio. Euro veranschlagt, das sind 13,0 Mio. Euro weniger als im Vorjahr. Der für den Haushalt 2017 unterstellte Ansatz berücksichtigt die Entwicklung in den zurückliegenden Jahren. Darüber hinaus berücksichtigt er die im Vergleich zum Vorjahr geringere Zahl von Sportgroßereignissen. Für das noch stärker unmittelbar vom Sport abhängige Sponsoring sinkt der Ansatz gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Mio. Euro auf 10,0 Mio. Euro.

Bei den Kostenerstattungen wurden 6,0 Mio. Euro veranschlagt. Damit liegt der Ansatz um 2,6 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf einen niedrigeren Ansatz für die Erstattungen der ARD im Rahmen der produktionstechnischen Zusammenarbeit zurückzuführen, da 2017 voraussichtlich die Federführung der wesentlichen Ereignisse bei der ARD liegen wird. Die Kostenerstattungen gehen mit korrespondierenden Aufwendungen einher.

Der Ansatz der Verwertungserlöse liegt mit 23,7 Mio. Euro um 1,7 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau. Der Mehrertrag ergibt sich bei der Kabelverwertung im Ausland und berücksichtigt eine entsprechende Zuschätzung der KEF im 20. Bericht.

Die Erträge aus Mieten und Pachten liegen mit 1,6 Mio. Euro um 0,1 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau. Die Zinserträge sind mit 7,4 Mio. Euro um 1,6 Mio. Euro geringer als im Vorjahr kalkuliert, hier zeigt sich die weiter rückläufige Marktzinsentwicklung.

Andere Erträge sind in Höhe von 101,7 Mio. Euro eingeplant, das sind 3,5 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Der Anstieg resultiert als Saldo aus einer Vielzahl von Veränderungen. Höhere Erträge werden beispielsweise bei den Erstattungen von ARTE, den Auflösungen von Rückstellungen und der Gewinnausschüttung der ZDF-Enterprises GmbH erwartet. Mindererträge zeichnen sich aufgrund der derzeitigen Erwartungen unter anderem beim Treibstoffverkauf ab.

Den Erträgen stehen im Jahr 2017 geplante Aufwendungen in Höhe von 2.318,4 Mio. Euro gegenüber. Davon entfallen gemäß der Ein-Budget-Systematik 1.641,4 Mio. Euro auf die Programmbereiche und rund 240,9 Mio. Euro auf die Gemeinkostenbereiche. Die Gemeinkostenbereiche werden wiederum durch eine Umlage an die Dienstleisterbereiche in Höhe von -17,5 Mio. Euro entlastet. Für die Übrigen Gemeinkosten und die Haushaltsstelle Gemeinkosten ausgewählte DLP sind insgesamt Aufwendungen in Höhe von 269,4 Mio. Euro veranschlagt. Bei den Dienstleisterbereichen wurde als Verrechnungssaldo von Kosten und Erlösen ein Zusatzaufwand von rund 37,3 Mio. Euro kalkuliert. Zudem sind zentral budgetierte Personalaufwendungen mit 147,0 Mio. Euro vorgesehen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Personalaufwendungen, die nicht einzelnen Fachbereichen zugeordnet werden können bzw. bei denen eine dezentrale Zuordnung nicht zweckmäßig wäre, beispielsweise Ausbildungsvergütungen, Aufwendungen für unvorhersehbare Aushilfsbeschäftigungen und ein Teil der Aufwendungen für die Altersversorgung der ZDF-Mitarbeiter.

Für die Personalaufwendungen insgesamt, also unter Berücksichtigung der dezentral verursachungsgerecht veranschlagten Personalkosten, sind 483,8 Mio. Euro eingeplant. Ohne die Aufwendungen für Versorgung beläuft sich der Anteil der Personalaufwendungen an den Gesamtaufwendungen im Jahr 2017 auf 13,9 Prozent, einschließlich der Versorgung ergibt sich eine Quote von 20,9 Prozent.

Die Aufwendungen der Programmbereiche steigen gegenüber dem Vorjahr um rund 17,3 Mio. Euro (1,1 Prozent) auf 1.641,4 Mio. Euro. Der darin enthaltene Sendeaufwand, der die Kosten umfasst, die unmittelbar den zu sendenden Programmen zugeordnet werden können, beträgt 1.261,7 Mio. Euro und liegt um 33,6 Mio. Euro (2,6 Prozent) unter dem Vorjahreswert. Typisch für den Wechsel zu einem Nicht-Sportjahr wäre ein Rückgang der gesamten Programmaufwendungen. Jedoch schlagen sich im Haushaltsplan 2017 Mehraufwendungen aufgrund der verbesserten Vertragsbedingungen für Urheber und Produzenten sowie für das neue junge Angebot »funk« nieder.

Der Ansatz für das ZDF-Hauptprogramm beträgt 1.265,4 Mio. Euro und liegt somit um 27,5 Mio. Euro unter dem Vorjahresansatz. Davon entfallen auf den Sendeaufwand allein 1.109,7 Mio. Euro. Der gegenüber dem Vorjahresansatz um 40,3 Mio. Euro niedrigere Sendeaufwand ist im Wesentlichen auf die niedrigere Zahl von herausragenden Sportgroßereignissen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Dem daraus resultierenden Minderbedarf stehen Mehraufwendungen durch wieder einzusetzendes Regelprogramm mit einem Volumen von per Saldo 16,8 Mio. Euro gegenüber. Die geplante Sendeleistung des ZDF-Hauptprogramms liegt mit 522.028 Minuten um 1.440 Minuten unter dem Ansatz für 2016, da das Vorjahr ein Schaltjahr war.

Das ZDF wird im Jahr 2017 erneut mit großer Kompetenz über die reine Nachricht hinaus in Regelsendungen und auch mit vielfältigen Sonderanstrengungen Zusammenhänge erläutern und Hintergründe aufzeigen. Somit bleibt das ZDF ein wichtiges Forum der Darstellung und Diskussion gesellschaftlicher Entwicklungen sowie politischer und wirtschaftlicher Positionen. Darüber hinaus wird das Programm weiterhin durch die Darstellung der Vielfältigkeit von Kultur und Natur sowie Angebote zur Orientierung in Alltags- wie auch Daseinsfragen geprägt sein. Historische und zeitgeschichtliche Dokumentationen, Wissenschafts- und Kulturmagazine, Natur- und Tiersendungen werden den Fokus auf Fragen und Probleme des täglichen Lebens richten und versuchen, sie in einem Gesamtzusammenhang zu sehen und die komplizierten Sachverhalte der Welt und des Weltgeschehens für unterschiedlichste Zuschauergruppen nachvollziehbar darzustellen.

Das Sportjahr 2017 wird nicht wie das Jahr 2016 von herausragenden Großereignissen wie der Fußball-Europameisterschaft der Männer sowie den Olympischen und Paralympischen Sommerspielen geprägt sein. Besondere Ereignisse werden die U21-Fußball-Europameisterschaft in Polen, der FIFA Confederations Cup in Russland, die Schwimm-Weltmeisterschaft in Budapest, die UEFA Women’s EURO in den Niederlanden sowie die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London sein. Zu den weiteren Höhepunkten der Sportberichterstattung 2017 gehören die Übertragung der UEFA-Champions League, die Vierschanzentournee sowie die Weltmeisterschaften Ski-alpin, Biathlon und Ski-nordisch.

Auch fiktionale Programme und unterhaltende Shows erreichen nach wie vor regelmäßig ein Millionenpublikum. Die anhaltende Entwicklung, Alltagsanregungen und nützliche Information auch in unterhaltenden Sendungen zu suchen, greift das ZDF auch 2017 wieder mit einem Mix aus etablierten Formaten, aufmerksamkeitsstarken Einzelevents und neuen großen Showformaten auf. Kreativ, innovativ und zuschauernah sind die Fernsehfilme und Serien des ZDF – ihre Erzählweisen, Bildsprachen und Themen sowie der Einsatz hervorragender Schauspieler, Autoren und Regisseure prägen das Profil des ZDF maßgeblich mit. Ein zusätzliches Attraktionspotenzial insbesondere für das junge Publikum bieten die internationalen Spielfilme.

Die geplante Sendeleistung des Gemeinschaftsprogramms 3sat liegt mit 525.600 Minuten um 1.440 Minuten unter dem Ansatz des Vorjahres (Schaltjahr). Der Sendeaufwand steigt gleichzeitig um 1,9 Mio. Euro auf 38,9 Mio. Euro. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf einmalige Mehrkosten für die Übertragung der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises, die Berücksichtigung einer üblichen jährlichen Kostensteigung und den bereits erwähnten Mehraufwand für Urheber und Produzenten zurückzuführen. Der geplante Sendeaufwand für ARTE beträgt 40,4 Mio. Euro und liegt somit um knapp 1,6 Mio. Euro über dem Vorjahresansatz. Vereinbarungsgemäß bleibt die Sendeleistung mit 80.000 Minuten konstant. Der Ansatz basiert auf der mittelfristigen Finanzplanung von ARTE und enthält ebenfalls die Mehraufwendungen für Urheber und Produzenten. Dem Sendeaufwand stehen entsprechende ARTE-Erträge gegenüber, die dem ZDF von ARTE Deutschland für die bereitgestellten Programmbeiträge zufließen. Für PHOENIX ist 2017 ein Gesamtaufwand von 17,7 Mio. Euro (+1,3 Mio. Euro) vorgesehen, wobei die Etaterhöhung der Stärkung der Ereignisberichterstattung dient. Der Ansatz für den Kinderkanal beim ZDF beträgt 43,7 Mio. Euro und liegt somit bei vereinbarungsgemäß gleichbleibender Sendeleistung um 0,4 Mio. Euro über dem Vorjahresansatz. Er beinhaltet sowohl den Aufwand für vom ZDF zugelieferte Programme als auch die Kostenbeteiligung des ZDF an den in der Zentrale in Erfurt erstellten Programmbeiträgen. Sowohl bei ZDFneo als auch bei ZDFinfo sinkt die geplante Sendeleistung gegenüber dem Vorjahr (Schaltjahr) um 1.440 Minuten. Die Aufwendungen für ZDFneo steigen gegenüber dem Ansatz des Vorjahres um 4,3 Mio. Euro auf 36,4 Mio. Euro. Der Ansatz für ZDFinfo liegt mit 15,6 Mio. Euro um 0,8 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau. In beiden Fällen spielen bei diesem Anstieg die Mehraufwendungen für Urheber und Produzenten eine Rolle, bei ZDFneo sind jedoch in erster Linie Mehraufwendungen für internationale Kaufserien für den Anstieg verantwortlich. ZDFkultur wurde zum 30. September 2016 eingestellt, somit entfällt der Aufwand. Im Vorjahr waren hierfür noch 1,6 Mio. Euro vorgesehen. Der Finanzbedarf für den Bereich Neue Medien steigt um 0,7 Mio. Euro auf 27,5 Mio. Euro, der Mehraufwand resultiert im Wesentlichen aus zusätzlichen Maßnahmen zur Barrierefreiheit. Der Ansatz für das neue junge Angebot »funk« beträgt 14,1 Mio. Euro. Des Weiteren enthält der Haushaltsplan 2017 erstmals einen kanalübergreifenden Sonderetat, der 7 Mio. Euro für die Finanzierung von Programmprojekten auf Initiative des Intendanten vorsieht. Der Ansatz für die Sendestraßen wird im Haushaltsplan 2017 erstmals zentral bei den Programmgemeinkosten und nicht mehr im Sendeaufwand ausgewiesen und beträgt 16,9 Mio. Euro. Der gesonderte Ausweis erfolgte kostenneutral. Für die übrigen Programm-Gemeinkosten, unter die beispielsweise die Aufwendungen für die Programmverteilung, die Sendepauschalverträge und die Sicherung der Programmbestände fallen, sind 107,6 Mio. Euro angesetzt, das sind 6,1 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Eine halbe Million des Ansatzes entfällt auf das junge Angebot »funk«.

Die Aufwendungen der Gemeinkostenbereiche, die für die Gesamtheit des ZDF tätig sind und folglich nicht unmittelbar Produktionen oder dem Programm zugeordnet werden können, wurden im Haushalt 2017 um rund 3,5 Mio. Euro bzw. rund 1,5 Prozent höher angesetzt als im Vorjahr und betragen nunmehr 240,9 Mio. Euro. Der Anstieg resultiert aus mehreren Effekten, beispielsweise wurden die Mittel für Werbeschaltungen und für sonstige Werbe- und PR-Maßnahmen aufgestockt, anhand derer Kampagnen für ZDFneo und ZDFinfo gestartet werden sollen, ohne die werblichen Maßnahmen für das Hauptprogramm reduzieren zu müssen. Die Anhebung des Forschungsetats für Programmauswertungen liegt hauptsächlich in organisatorischen und finanzstrukturellen Änderungen in der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung begründet. Darüber hinaus ist ein Teil des Anstiegs auch auf die dezentral veranschlagten Personalaufwendun­gen zurückzuführen, die im Wesentlichen aufgrund von allgemeinen Effekten wie Tarif- und Stufensteigerungen höher eingeplant wurden. Entlastet werden die Gemeinkostenbereiche durch eine Umlage an die Dienstleister in Höhe von -17,5 Mio. Euro.

Die Aufwendungen der Haushaltsstelle Übrige Gemeinkosten belaufen sich auf 243,9 Mio. Euro (-5,7 Mio. Euro), der Ansatz auf der Haushaltsstelle Gemeinkosten ausgewählte Dienstleisterprodukte beträgt 25,5 Mio. Euro (+8,2 Mio. Euro). In den Übrigen Gemeinkosten sind nicht unmittelbar zu beeinflussende Kostenkomponenten wie der betriebliche Steueraufwand, der Beitragseinzug und die Zinsaufwendungen zentral unter einer Haushaltsstellengruppe veranschlagt. Auf der Haushaltsstelle Gemeinkosten ausgewählte Dienstleisterprodukte werden bestimmte Dienstleisterprodukte verrechnet, bei denen eine leistungsbezogene Planung und Abrechnung mit einzelnen Kunden nicht möglich oder sinnvoll ist, beispielsweise die Kosten für die ZDF-Telekommunikationsanlage, die Archivierung und Verwaltung des ZDF-Schriftguts und die ZDF-internen Logistikleistungen. Im Jahr 2017 betrifft dies auch Erhaltungsaufwendungen im Rahmen des Brandschutzes und versorgungstechnische Instandhaltungen.

Die Kosten der Dienstleister der Produktionsdirektion steigen gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Mio. Euro auf 321,2 Mio. Euro. Ursache dafür sind im Wesentlichen die höheren Abschreibungen auf Sachanlagen und der aufgrund mehrerer Effekte ansteigende Ansatz für den Unterhalt und die Wartung von technischer Ausrüstung. Die Kosten der Dienstleister der Verwaltungsdirektion liegen mit 118,0 Mio. Euro um 5,4 Mio Euro über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die veranschlagten Kosten für den Unterhalt von Gebäuden und Grundstücken zurückzuführen, wobei vor allem die erforderlichen Maßnahmen zur Brandschutzertüchtigung der Gebäude im Vordergrund stehen. Unter Berücksichtigung der gegenüber dem Vorjahr um rund 5,7 Mio. Euro höheren Erlöse der Dienstleisterbereiche ergibt sich für die Dienstleister per Saldo ein Zusatzaufwand von 37,3 Mio. Euro.

Investitionshaushalt

Der Investitionshaushalt weist Einnahmen in Höhe von 189,3 Mio. Euro und Ausgaben in Höhe von 139,0 Mio. Euro auf, woraus sich ein Finanzierungsergebnis von 50,3 Mio. Euro ergibt. Gegenüber dem Vorjahresplan verschlechtert sich das Finanzierungsergebnis um 61,7 Mio. Euro, da die Einnahmen um 20,5 Mio. Euro ab- und die Ausgaben um 41,2 Mio. Euro zunehmen. Ausschlaggebend für diese charakteristische Verschiebung ist wie in der Vergangenheit die Veränderung des Programmvermögens. Darüber hinaus ist für 2017 bei der Entwicklung des Versorgungsstocks wieder eine Zuweisung vorgesehen, so dass sich auch bei diesem Posten im Jahresvergleich ein Wechsel von den Einnahmen zu den Ausgaben ergibt.

Auf der Einnahmenseite sind hauptsächlich Abschreibungen/Abgänge auf Sachanlagen in Höhe von 65,9 Mio. Euro, Versorgungsrückstellungen in Höhe von 117,0 Mio. Euro und andere langfristige Rückstellungen in Höhe von 4,7 Mio. Euro zu verzeichnen. Während im Vorjahr auf der Einnahmenseite beim Programmvermögen ein Entnahmesaldo vorgesehen und entsprechend eine Verminderung des Programmvermögens eingeplant war, ist im Planjahr 2017 bei den Programminvestitionen ein Zuführungssaldo auf der Ausgabenseite zu verzeichnen. Dies entspricht dem typischen Verlauf des Übergangs zu einem Jahr mit einer geringeren Zahl von herausragenden Sportgroßereignissen.

Von den Ausgaben entfallen 68,7 Mio. Euro auf die Sachinvestitionen. Der Anteil der Sachinvestitionen an den Gesamtausgaben liegt damit bei rund 49,4 Prozent. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit liegt, wie schon in den vergangenen Jahren, bei den Dienstleistern der Produktionsdirektion, hauptsächlich im Bereich Informations- und Systemtechnologie (27,2 Mio. Euro) sowie im Bereich Produktions- und Sendebetrieb (11,4 Mio. Euro). In den letzten Jahren war die Investitionstätigkeit im Wesentlichen geprägt von der Einführung des hochauflösenden Fern­sehens HDTV, der Ablösung von videobandgestützten Produktionsformen durch IT-gestützte Produktionsprozesse und der Weiterentwicklung der ZDF-Online-Angebote. Während die HDTV-Einführung weitgehend abgeschlossen ist, werden die übrigen Themenkomplexe in den kommenden Jahren weiterhin maßgeblich die Investitionsstrategie des ZDF bestimmen. Die Diversifizierung des TV- und Medienmarkts setzt sich mit zunehmender Geschwindigkeit fort. Die Konkurrenz durch Online- und Streaming-Plattformen nimmt stetig zu. Daraus ergibt sich für das ZDF die Notwendigkeit, Inhalte noch schneller produzieren und auf verschiedensten Verbreitungswegen und Plattformen publizieren zu müssen. Der Vernetzung von Planungs-, Produktions- und Informationssystemen kommt hierbei auch weiterhin eine herausragende Bedeutung zu. Hiermit soll es zukünftig möglich sein, Inhalte über ihren gesamten Lebenszyklus – von der Idee über die Produktionsplanung, den Dreh, Schnitt, die Ausstrahlung und Online-Publikation bis hin zur Archivierung – lückenlos zu organisieren. In diesem Zusammenhang wird auch die Möglichkeit, zeit- und ortsunabhängig zu arbeiten, immer wichtiger. Auf diese Herausforderung müssen die IT-Systeme und Applikationen des ZDF vorbereitet werden. Die zunehmende Vernetzung der IT-Systeme, kürzer werdende Innovations- und Technologielebenszyklen sowie die fortschreitende Ablösung von Fernsehproduktionstechnik durch Standard-IT-Komponenten erfordern eine sukzessive Umstellung der ZDF-Produktions- und IT-Landschaft. Die bestehenden technischen Infrastrukturen müssen weiter konsolidiert und auf neue Plattformen und Systeme migriert werden. Darüber hinaus sollen die verbliebenen Großrechneranwendungen und Datenbanken in den nächsten Jahren in moderne Client-Server-Architekturen überführt werden. Anders als im Vorjahr ist bei den Programminvestitionen ein Zuführungssaldo in Höhe von 10,9 Mio. Euro vorgesehen. In den Ansätzen für die anderen Investitionen von rund 59,4 Mio. Euro sind vor allem Mittel für den Aufbau des Versorgungsstocks und den Forderungsaufbau gegen die Rückdeckungsversicherung enthalten.

Haushaltspläne 2017 und 2016
Haushaltspläne 2017 und 2016 2017 1) 2016 2) 2017 1) 2016 2)
Betriebshaushalt Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
Erträge Aufwendungen
Anteil am Rundfunkbeitrag 1.934,1 1.905,2 Personalaufwand/Zentralbudget 147,0 111,9
[davon verfügbar gem. Kef] 3) [1.889,4] [1.787,4] Programmbereiche 1.641,4 1.624,1
Erträge aus dem Werbefernsehen 137,0 150,0 Gemeinkostenbereiche 240,9 237,4
Zinserträge 7,4 9,0 Umlageentlastung Gemeinkostenbereiche -17,5 -17,6
Übrige Erträge 143,0 146,0 Übrige Gemeinkosten 243,9 249,6
Gemeinkosten ausgewählte DLP 25,5 17,3
Dienstleisterbereiche 4) 37,3 32,6
Summe Erträge 2.221,5 2.210,2 Summe Aufwendungen 2.318,4 2.255,2
[davon verfügbar gem. KEF] 3) [2.176,8] [2.092,3]
Betriebsergebnis -96,9 -45,0
[Bereinigt] 3) -[141,6] -[162,9]
Investitionshaushalt
Einnahmen Ausgaben
Abschreibungen und Anlagenabgänge 65,9 74,8 Sachinvestitionen 68,7 69,6
Verminderung Programmvermögen 40,0 Programminvestitionen 10,9
Langfristige Rückstellungen 121,7 82,3 Forderung Rückdeckungsversicherung 26,3 26,1
Verminderung Versorgungsstock 10,7 Zuweisung Versorgungsstock 23,6
Sonstige Einnahmen 1,7 2,0 Finanzinvestitionen 0,6 2,1
Versorgungsausgaben i.Z.m. Umschichtung freier Mitarbeit 0,5
Zuweisung Beihilfe Deckungssstock 8,5
Summe Einnahmen 189,3 209,8 Summe Ausgaben 139,0 97,8
Finanzierungsergebnis 50,3 112,0
Einnahme aus der Rücklage (Bereinigt) 3) 91,3 50,9
Zuführung zum Anstaltskapital
Entnahme aus dem Anstaltskapital 50,3 112,0
Zuführung zur Sonderrücklage 3) 117,8
Zuführung zur Sonderrücklage II 3) 44,7

1) Der Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 2017 ist am 25. November 2016 vom Verwaltungsrat beschlossen und am 9. Dezember 2016 vom Fernsehrat in öffentlicher Sitzung beraten und genehmigt worden.

2) Der Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 2016 ist am 27. November 2015 vom Verwaltungsrat beschlossen und am 11. Dezember 2015 vom Fernsehrat in öffentlicher Sitzung beraten und genehmigt worden.

3) Die nicht verfügbaren Beitragsmehrerträge werden gemäß Empfehlung der KEF in eine Sonderrücklage (Beitragsperiode 2013 - 2016) bzw. Sonderrücklage II (Beitragsperiode 2017 - 2020) eingestellt.

4) Ein negativer Verrechnungssaldo entspricht einem Überschuss des jeweiligen Dienstleisterbereichs; ein positiver Verrechnungssaldo kommt einem Defizit gleich.

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