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Haushaltsplan 2020

Vorbemerkungen

Die Darstellungen zum Haushaltsplan 2020 weisen insbesondere gegenüber den Darstellungen des Jahresabschlusses 2018 strukturelle Veränderungen auf. Die Darstellung des Haushaltsplans ist wie im Vorjahr an die Systematik der Finanzvorschau angelehnt, die die Grundlage der KEF-Anmeldung ist und den finanziellen Rahmen für die Haushaltsplanung setzt. Dabei werden insbesondere die Fremdkosten in den Vordergrund gestellt, Personalkosten nur an zentraler Stelle ausgewiesen und andere Kostenelemente wie interne Leistungen und Umlagen nicht explizit geplant und ausgewiesen. Die mit dem Haushaltsplan 2019 erfolgte Umbenennung des bisherigen Betriebshaushaltes in „Ertrags- und Aufwandsplan“ und des bisherigen Investitionshaushaltes in „Finanzplan“ wird ebenso fortgeführt wie der Ergebnisübertrag des Ertrags- und Aufwandsplans in den Finanzplan zum Zwecke der Ermittlung des finanzwirtschaftlichen Ergebnisses. Weitere Umgliederungen, die im Haushaltsplan 2020 erfolgt sind (wie beispielsweise die Berücksichtigung des Zinsaufwandes für Versorgungsleistungen im Personalaufwand), sind in den Werten für das Jahr 2019 zur besseren Vergleichbarkeit ebenfalls nachvollzogen worden und somit in der neuen Struktur aufgeführt.

Ertrags- und Aufwandsplan

Der Ertrags- und Aufwandsplan 2020 schließt mit einem Defizit von 194,3 Mio. Euro. Darin enthalten sind Rundfunkbeiträge in Höhe von 33,4 Mio. Euro, die dem ZDF im Haushaltsjahr 2020 nicht zur Verfügung stehen und der Sonderrücklage II zugeführt werden. Diese Erträge sind auf den Anteil des ZDF an dem Beitragsaufkommen aus den 30 Cent zurückzuführen, um den der Monatsbeitrag von 17,50 Euro je Teilnehmer/in über der Empfehlung im 20. KEF-Bericht liegt. Unter Berücksichtigung dieses Sachverhalts ergibt sich im Haushaltsjahr 2020 als bereinigtes Betriebsergebnis ein Fehlbetrag in Höhe von 227,8 Mio. Euro.

Die Summe der Erträge im Geschäftsjahr 2020 beträgt 2.208,2 Mio. Euro. Bereinigt um die Beitragsmehrerträge, die der Sonderrücklage zugeführt werden, verbleiben verfügbare Erträge in Höhe von 2.174,7 Mio. Euro. Das sind 9,6 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.

Der Ansatz für die Erträge aus Rundfunkbeiträgen liegt sowohl insgesamt (1.884,1 Mio. Euro) als auch bereinigt (1.850,7 Mio. Euro) unter dem Niveau des Vorjahresplanwertes. Der Planwert basiert auf der gemeinsamen Prognose von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Zentralem Beitragsservice vom März 2019. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Bestand an beitragspflichtigen Wohnungen weitgehend auf dem Niveau gehalten werden kann, das mit dem erneuten Abgleich der Datenbestände des Zentralen Beitragsservice mit den Einwohnermeldeamtsdaten erreicht wurde. Daneben wurde die Auswirkung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Beitragsfreistellung von Nebenwohnungen mit einem pauschalen Abschlag berücksichtigt. In den Rundfunkbeiträgen des ZDF ist seit dem 01. Januar 2017 auch ein Anteil an den zweckgebunden Mitteln zur Schließung der Lücke zwischen Altersversorgungsrückstellung und Deckungsstock beinhaltet, die sich infolge des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes ergeben hat.

Die Werbeerträge sind in Höhe von 169,0 Mio. Euro veranschlagt, das sind 19,0 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Der für den Haushalt 2020 unterstellte Ansatz berücksichtigt die Entwicklung in den zurückliegenden Jahren sowie die höhere Anzahl an hochkarätigen Sportgroßereignissen im Planjahr. Für das noch stärker unmittelbar vom Sport abhängige Sponsoring steigt der Ansatz gegenüber dem Vorjahr um 4,0 Mio. Euro auf 13,0 Mio. Euro an.

Bei den Kostenerstattungen werden 7,0 Mio. Euro erwartet. Damit liegt der Ansatz um 3,5 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Dieser Anstieg ist auf einen höheren Ansatz für die Erstattungen der ARD im Rahmen der produktionstechnischen Zusammenarbeit zurückzuführen und steht ebenfalls in Verbindung mit den zahlreichen Sportgroßereignissen. Die Kostenerstattungen gehen mit korrespondierenden Aufwendungen einher.

Der Ansatz der Verwertungserlöse liegt mit 24,4 Mio. Euro vor allem aufgrund höher erwarteter Kabelerlöse um 1,9 Mio. Euro über dem Planwert des Vorjahres.

Die Erträge aus Mieten und Pachten können insbesondere aufgrund abgeschlossener Sanierungsarbeiten im Landesstudio Bayern um 0,2 Mio. Euro auf 1,6 Mio. Euro angehoben werden.

Die Zinserträge sind mit 5,9 Mio. Euro um 1,4 Mio. Euro niedriger als im Vorjahr kalkuliert. Der Ansatz berücksichtigt kurz- und langfristige Zinserträge. Die Anderen Erträge sind in Höhe von 96,2 Mio. Euro eingeplant, das sind 1,3 Mio. Euro weniger als im Vorjahr.

Die Erträge aus der Aktivierung von Eigenleistungen sind mit 7,0 Mio. Euro um 1,3 Mio. Euro geringer als im Vorjahr eingeplant. Diese Erträge haben ihre Gegenposition bei den Sachinvestitionen im Finanzplan und verhalten sich somit gesamtergebnisneutral.

Den Erträgen stehen im Jahr 2020 geplante Aufwendungen in Höhe von 2.402,5 Mio. Euro gegenüber. Davon entfallen 510,5 Mio. Euro auf die Personalaufwendungen, 1.307,0 Mio. Euro auf die Programmaufwendungen, 68,0 Mio. Euro auf die Programmverteilung, 252,1 Mio. Euro auf die Geschäftsaufwendungen und 264,8 Mio. Euro auf die Anderen Aufwendungen.

Die Personalaufwendungen insgesamt sind mit 510,5 Mio. Euro geplant. Das ist ein Rückgang von 62,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Ohne die Aufwendungen für Versorgung, die 168,5 Mio. Euro betragen, beläuft sich der Anteil der Personalaufwendungen an den Gesamtaufwendungen im Jahr 2020 auf 14,2 Prozent.

Die Programmaufwendungen steigen gegenüber dem Vorjahr um 74,9 Mio. Euro auf 1.307,0 Mio. Euro an. Der darin enthaltene Sendeaufwand, der die unmittelbar den zu sendenden Programmen zuordenbaren Kosten umfasst, beträgt 1.157,7 Mio. Euro und liegt um 74,2 Mio. Euro über dem Vorjahreswert.

Der Ansatz für den Sendeaufwand des ZDF-Hauptprogramms beträgt 1.008,2 Mio. Euro und liegt um 71,6 Mio. Euro über dem Vorjahresansatz. Der Anstieg ist insbesondere auf die höhere Anzahl an herausragenden Sportgroßereignissen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Die geplante Sendeleistung des ZDF-Hauptprogramms erhöht sich bedingt durch das Schaltjahr auf 523.468 Minuten.

Kernelemente des ZDF-Programms bleiben auch im Jahr 2020 Informationen aus Deutschland, Europa und der Welt. Sowohl in Regelsendungen als auch in vielfältigen Sonderanstrengungen werden mit großer Kompetenz Zusammenhänge erläutert und Hintergründe politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen aufgezeigt. Mit der Weiterentwicklung des Informationsangebotes für die mobile Nutzung soll die Reichweite der ZDF-Nachrichten online gesteigert werden. Darüber hinaus wird das Programm weiterhin durch die Darstellung der Vielfältigkeit von Kultur und Natur sowie Angebote zur Orientierung in Alltags- wie auch Daseinsfragen geprägt sein. Historische und zeitgeschichtliche Dokumentationen, Wissenschafts- und Kulturmagazine, Natur- und Tiersendungen werden den Fokus auf Fragen und Probleme des täglichen Lebens richten. Als Antwort auf die zunehmend als komplex wahrgenommenen Lebenswelten bietet das ZDF Orientierung und Lebensnähe. Hier bleibt es Kernaufgabe, Zusammenhänge aufzuzeigen, Hintergründe zu erhellen und den kritischen Blick der Zuschauerinnen und Zuschauer zu schärfen.

Im Bereich Sport wird das Jahr 2020 von der Fußball-Europameisterschaft der Männer, den Olympischen und Paralympischen Sommerspielen in Tokio sowie der Leichtathletik-Europameisterschaft in Paris geprägt sein. Weitere sportliche Highlights im ZDF-Programm werden beim Wintersport die Vierschanzentournee im Skispringen und die Biathlon-Weltmeisterschaft sein. Aber auch weitere sportliche Highlights wie die Handball-Europameisterschaft und die Gruppenspiele der UEFA Nations-League werden im ZDF zu sehen sein.

Auch fiktionale Programme und unterhaltende Shows erreichen nach wie vor regelmäßig ein Millionenpublikum. Das ZDF wird 2020 seine abwechslungsreiche Mischung aus Krimis, Komödien, melodramatischen und sozialen Filmstoffen fortführen und dabei zeitgemäß, lebendig und relevant von individuellen und gesamtgesellschaftlichen Themen erzählen. Die anhaltende Entwicklung, Alltagsanregungen und nützliche Informationen auch in unterhaltenden Sendungen zu suchen, greift das ZDF auch 2020 wieder mit einem Mix aus etablierten sowie neuen Showformaten auf. Ein zusätzliches Attraktionspotenzial insbesondere für das junge Publikum bieten die internationalen Spielfilme.

Die geplante Sendeleistung des Gemeinschaftsprogramms 3sat liegt mit 527.400 Minuten aufgrund des Schaltjahres über dem Vorjahresansatz. Der Sendeaufwand erhöht sich um 0,9 Mio. Euro auf 25,6 Mio. Euro. Die Sendeleistung von ARTE bleibt in 2020 mit 90.000 Minuten unverändert gegenüber dem Vorjahr. Der geplante Sendeaufwand beträgt 42,2 Mio. Euro und liegt um 0,8 Mio. Euro über dem Vorjahresansatz. Dem Sendeaufwand stehen entsprechende Erträge gegenüber, die dem ZDF von ARTE Deutschland für die bereitgestellten Programmbeiträge zufließen. Der Sendeaufwand für den Kinderkanal beim ZDF beträgt 22,1 Mio. Euro und liegt bei vereinbarungsgemäß gleichbleibender Sendeleistung um 0,4 Mio. Euro unter dem Vorjahresansatz. Sowohl bei ZDFinfo als auch bei ZDFneo erhöht sich die Sendeleistung aufgrund des Schaltjahres. Die Aufwendungen für ZDFinfo steigen gegenüber dem Ansatz des Vorjahres um 0,5 Mio. Euro auf 18,4 Mio. Euro. Der Ansatz für ZDFneo liegt mit 41,2 Mio. Euro um 0,8 Mio. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Die Sonstigen Programmaufwendungen steigen um 1,2 Mio. Euro auf 49,8 Mio. Euro an. Das Plus ergibt sich als Saldo aus einem Mehrbedarf im Bereich der Neuen Medien hauptsächlich zur Finanzierung des digitalen Kulturraums ZDFkultur sowie einem Rückgang der sonstigen Programmaufwendungen von PHOENIX.

Der leichte Rückgang bei den Anderen Programmaufwendungen in Höhe von 0,4 Mio. Euro auf 99,5 Mio. Euro ergibt sich im Wesentlichen bei den produktionsbezogenen Fremdleistungen, die in den internen Dienstleisterbereichen des ZDF betreut werden, aber der Programmerstellung dienen (z. B. Anmietung von Produktionsausrüstungen).

Unter der Programmverteilung werden die Aufwendungen subsumiert, die entstehen, um den Nutzerinnen und Nutzern die Angebote des ZDF zugänglich zu machen. Der Ansatz für das Jahr 2020 liegt mit 68,0 Mio. Euro im Wesentlichen aufgrund höherer Aufwendungen im Bereich der IP-Verbreitung leicht (+1,6 Mio. Euro) über dem Vorjahr.

Unter die Geschäftsaufwendungen fallen die Sachkosten, die nicht unmittelbar den Produktionen zugeordnet werden können. Ausgenommen sind die Fremdkosten, die nach dem Grundsatz der Verursachung einzelnen Kostenstellen nicht direkt zugerechnet werden können; diese sind unter den „Anderen Aufwendungen“ erfasst. Fremdkosten, die nur Kostenträgergruppen zugeordnet werden können, werden unter den „Sonstigen Programmaufwendungen“ oder den „Anderen Programmaufwendungen“ veranschlagt.

Für die Geschäftsaufwendungen sind 252,1 Mio. Euro im Haushalt 2020 angesetzt. Dies sind 20,1 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Ein Großteil des Anstiegs (+11,5 Mio. Euro) ist auf Mehrbedarfe im Bereich der Informationstechnologie zurückzuführen. Hier sind unter anderem neben den Kosten für die Vorbereitungen zur Auslagerung des Rechenzentrums auch Mehraufwendungen im Zusammenhang mit der Softwareumstellung auf Office365 eingeplant. Letztere umfassen neben den notwendigen Lizenzen auch die Kosten für den Rollout und die Betreuung dieses Softwarepakets. Ferner ergeben sich Mehraufwendungen im Zusammenhang mit Gemeinschaftsproduktionen mit der ARD, die auf die zahlreichen Sportgroßereignisse im Planjahr zurückzuführen sind. Darüber hinaus werden Aufwendungen für eine Filmstiftung, die im Vorjahr noch im Programmaufwand eingeplant waren, in der Planung des Jahres 2020 bei den Geschäftsaufwendungen berücksichtigt.

Die Anderen Aufwendungen belaufen sich auf 264,8 Mio. Euro (-0,9 Mio. Euro). Hierzu zählen im Wesentlichen der betriebliche Steueraufwand, die Kosten für den Beitragseinzug sowie die Abschreibungen auf Sachanlagen und das Programmvermögen. Der Rückgang der Anderen Aufwendungen ist insbesondere auf einen geringeren Ansatz beim Beitragseinzug zurückzuführen.

Finanzplan

Im Finanzplan stehen den Einnahmen in Höhe von 186,2 Mio. Euro Ausgaben in Höhe von 323,5 Mio. Euro gegenüber. Daraus resultiert in 2020 ein gegenüber dem Vorjahr um 23,0 Mio. Euro gestiegener Haushaltsfehlbetrag in Höhe von 137,3 Mio. Euro.

Der Rückgang auf der Einnahmenseite ist zunächst auf eine geringere Zuführung zu den Versorgungsrückstellungen zurückzuführen, die den Planwert des Vorjahres um 49,6 Mio. Euro unterschreiten. Die Planung basiert auf versicherungsmathematischen Hochrechnungen und enthält auch einen pauschalen Zuschlag für das zu erwartende weitere Absinken des Rechnungszinses. Auch die Zuführung zu den anderen langfristigen Rückstellungen geht deutlich zurück und beläuft sich nur noch auf 2,9 Mio. Euro. Grund hierfür ist die geplante Entwicklung der Beihilferückstellung. Auf Basis der im Haushaltsplan 2020 erstmalig erfolgten versicherungsmathematischen Berechnung der Beihilferückstellung ist im Jahr 2020 eine leichte Reduzierung der Rückstellung möglich, die sich auch in einem Anstieg der Sonstigen Ausgaben niederschlägt. Abschreibungen und Anlagenabgänge sind in 2020 mit einem Betrag von 57,8 Mio. Euro und somit um 0,8 Mio. Euro höher als im Vorjahr eingeplant. Die geplante Verminderung des Programmvermögens um 20,7 Mio. Euro wirkt den genannten Einnahmerückgängen ebenfalls entgegen.

Die Ausgaben gehen gegenüber dem Vorjahr um 20,4 Mio. Euro zurück. Die größte Ausgabenposition sind – nach dem Ausweis des Fehlbetrages des Ertrags- und Aufwandsplans – die Sachinvestitionen. Einschließlich der aktivierten Eigenleistungen liegt ihr Planwert bei rund 60,8 Mio. Euro und damit um 2,5 Mio. Euro über dem Vorjahresansatz. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit findet sich erneut – wie voraussichtlich auch in den kommenden Jahren – in den Bereichen Informations- und Systemtechnologie (22,0 Mio. Euro) sowie Produktions- und Sendebetrieb (16,7 Mio. Euro). Das ZDF sieht sich weiterhin mit zunehmenden Herausforderungen konfrontiert. Das Mediennutzungsverhalten insbesondere der jüngeren Generationen ändert sich massiv. Hinzu kommt der Markteintritt extrem finanzstarker, international tätiger Unternehmen, welche erfolgreiche Cloud TV - Plattformen betreiben und immer stärker auch als Inhalteproduzenten auftreten. An dieser Situation der permanenten Veränderung wird sich aller Voraussicht nach auch in Zukunft nichts ändern, im Gegenteil ist davon auszugehen, dass sich die Veränderungsgeschwindigkeit in Zukunft noch weiter erhöhen wird. Um in diesem schnelllebigen Umfeld konkurrenzfähig zu bleiben, ist es notwendig, die technischen Einrichtungen und Applikationen des ZDF entsprechend auszurichten. Während in den vergangenen Jahren die Vernetzung der Applikationen und IT-Systeme einen Schwerpunkt der Investitionsstrategie bildete, stehen in den kommenden Jahren Maßnahmen zur Flexibilisierung, Automatisierung und Prozessoptimierung im Vordergrund. Für das Jahr 2020 sind eine Reihe an Maßnahmen geplant, welche diese strategischen Ziele verfolgen. So sollen im Bereich der filebasierten Produktion die in 2019 gestarteten Projekte zur Etablierung eines zentralen Nutzerportals zur Vereinheitlichung des Zugriffs auf die digitalen Materialverwaltungssysteme fortgeführt und abgeschlossen werden. Die mobile Produktionseinheit (MPE) soll als erste Produktionsinfrastruktur im ZDF auf IP-basierte Liveproduktionstechnologie umgestellt und somit flexibler und skalierbarer werden. Im Umfeld der filebasierten Produktion und der Mediathek sollen weitere cloudbasierte Infrastrukturen und Dienste integriert werden und im Bereich der Enterprise-Applikationen mit der Migration auf SAP S4 begonnen werden.

Weitere wesentliche Ausgabeposten sind die Zuweisungen zum Versorgungsstock (in Höhe von 23,4 Mio. Euro) bzw. zum Beihilfe-Deckungsstock (in Höhe von 8,5 Mio. Euro) und der Forderungsaufbau gegen die Rückdeckungsversicherung (in Höhe von 33,6 Mio. Euro). Bei den Programminvestitionen ist für das Jahr 2020 der bei den Einnahmen bereits erwähnte Entnahmesaldo vorgesehen.

Unter Berücksichtigung des Fehlbetrages des Ertrags- und Aufwandsplanes ergeben sich Ausgaben in Höhe von 323,5 Mio. Euro. Der Finanzplan 2020 schließt mit einem Haushaltsfehlbetrag in Höhe von 137,3 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahresplan erhöht sich somit der Haushaltsfehlbetrag um 23,0 Mio. Euro. Bei einer zusätzlichen Bereinigung um die nicht verfügbaren Beitragserträge errechnet sich ein bereinigter Haushaltsfehlbetrag von 170,7 Mio. Euro. Durch eine entsprechende Entnahme aus der in der Vorperiode hierfür gebildeten Sonderrücklage ergibt sich ein ausgeglichener Haushalt.

Ertrags- und Aufwandsplan 2020 1)
Mio. €
2019 2)
Mio. €
Erträge
Anteil an Rundfunkbeitrag 1.884,1 1.899,9
(davon nicht verfügbar gem. KEF) 3) (33,4) (34,2)
Werbeerträge 169,0 150,0
Zinserträge 5,9 7,3
Übrige Erträge 149,2 142,2
Summe Erträge  2.208,2 2.199,3
(davon verfügbar gem. KEF) (2.174,7) (2.165,2)
Aufwendungen
Personalaufwendungen 510,5 573,0
Programmaufwendungen 1.307,0 1.232,1
Programmverteilung 68,0 66,4
Geschäftsaufwendungen 252,1 232,1
Andere Aufwendungen 264,8 265,7
Summe Aufwendungen 2.402,5 2.369,2
Betriebsergebnis -194,3 -169,9
(bereinigtes Betriebsergebnis) (-227,8) (-204,0)
Finanzplan 2020 1)
Mio. €
2019 2)
Mio. €
Einnahmen
Abschreibungen und Anlagenabgänge 57,8 57,0
Zuführung zu langfristigen Rückstellungen 105,8 170,1
Verminderung des Programmvermögens 20,7
Sonstige Einnahmen 1,8 2,4
Summe Einnahmen 186,2 229,5
Ausgaben
Sachinvestitionen 60,8 58,3
Programminvestitionen 37,0
Zuweisung Versorgungsstock 23,4 37,3
Forderung Rückdeckungsversicherung 33,6 31,3
Zuweisung Beihilfe-Deckungsstock 8,5 8,5
Sonstige Ausgaben 2,9 1,6
Fehlbetrag Ertrags- und Aufwandsplan 194,3 169,9
Summe Ausgaben  323,5 343,9
Haushaltsüberschuss/ -fehlbetrag -137,3 -114,3
(bereinigter Haushaltsüberschuss/ -fehlbetrag) (-170,7) (-148,5)
Haushaltsausgleich 2020 1)
Mio. €
2019 2)
Mio. €
bereinigter Haushaltsfehlbetrag -170,7 -148,5
Entnahme aus der Sonderrücklage I
Beitragsmehrerträge (2013 – 2016)
170,7 148,5
Ergebnis nach Ausgleich 0,0 0,0

1) Der Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 2020 ist am 29. November 2019 vom Verwaltungsrat beschlossen und am 13. Dezember 2019 vom Fernsehrat in öffentlicher Sitzung beraten und genehmigt worden.

2) Der Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 2019 ist am 23. November 2018 vom Verwaltungsrat beschlossen und am 07. Dezember 2018 vom Fernsehrat in öffentlicher Sitzung beraten und genehmigt worden.

Die Haushaltsplanzahlen 2019 wurden zur besseren Vergleichbarkeit an die Systematik des Haushaltsplans 2020 angepasst.

3) Die nicht verfügbaren Beitragsmehrerträge aus der Periode 2017 – 2020 werden in eine Sonderrücklage eingestellt.

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