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Strategie und Prozessmanagement

ZDF-Engagement im Unternehmen

Strategie

Strategische Analyse und Maßnahmen (DNK-Kriterium 1)

Das Unternehmen legt offen, wie es für seine wesentlichen Aktivitäten die Chancen und Risiken im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung analysiert. Das Unternehmen erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Dynamik der ökonomischen, gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen, die Veränderungen der technologischen und ökologischen Bedingungen sowie der jeweils aktuelle politische und rechtliche Rahmen sind relevante Umweltfaktoren für die Geschäftstätigkeit des ZDF und damit für die Erfüllung seines übergeordneten gesetzlichen Auftrags. Nachhaltigkeit spielt dabei in all diesen Bereichen eine wichtige Rolle als Bezugs- und Orientierungsdimension für Medienproduktion und Medienprodukte (Inhalte). Auf der Ebene der Leistungserstellung setzt das ZDF auf den Einklang wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Ziele und Strategien. Auf der publizistischen Ebene der Inhalte ist das ZDF den Ansprüchen seiner Stakeholder (Anspruchsgruppen) verpflichtet.

Das ZDF begreift den Wandel seiner Rahmenbedingungen und den Wandel der Ansprüche seiner Rezipienten eher als Chance denn als Risiko. In einem digitalen Medien-Ökosystem sichert ein facettenreiches und weithin akzeptiertes Programm auf relevanten, offenen Plattformen in Verbindung mit entsprechenden Anpassungen des Unternehmens seine Zukunft. Ausgehend von seinen übergeordneten Nachhaltigkeitszielen findet eine Übersetzung in konkretes unternehmerisches Handeln in Form der im ZDF etablierten Systematik des zielorientierten Führens statt. Wesentliche Ziele des ZDF sind hier vor dem Hintergrund der rechtlich bindenden Vorgaben neben quantitativen Akzeptanzzielen vor allem programmqualitative Differenzierungsziele sowie Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen in Management und Produktionsprozessen.

Eine konkrete Maßnahme, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten CSR-Standards zu analysieren und zu berichten, besteht darin, die seit 2009 regelmäßig publizierten Reports zum gesellschaftlichen Engagement und zur unternehmerischen Verantwortung des ZDF, deren Systematik sich auf die Aggregationsebenen Gesellschaft, Branche und Unternehmen bezieht, ab 2016 durch die für den DNK-Standard erforderlichen Dimensionen und Schlüsselkennzahlen zu ergänzen. Insbesondere im Bereich Ökologie bedeutet dies eine wesentliche Erweiterung mit Blick auf Umfang und Inhalt der berichteten Kriterien und Indikatoren.

Wesentlichkeit (DNK-Kriterium 2)

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der Nachhaltigkeit einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben und wie es diese in der Strategie berücksichtigt und systematisch adressiert.

Wesentlichkeit definiert sich für das ZDF im Spannungsfeld der Bedeutung von Zielen, Strategien und Maßnahmen für seine Anspruchsgruppen und der Bedeutung für das Unternehmen selbst. Die Beteiligung von Anspruchsgruppen wird innerhalb des Abschnitts zu Kriterium 9 genauer spezifiziert.

Über Wesentliches im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit zu berichten bedeutet für das ZDF dabei, sich auf die Ansprüche seiner Partner und Zuschauer zu konzentrieren. Eine publizistisch klare Kontur und Inhalte mit qualitativer wie auch quantitativer Akzeptanz sind hier wichtige Grundbedingungen. Dazu kommt das, was das ZDF über das der Gesellschaft verpflichtete Programm hinaus prägt. Hier geben die Anspruchsgruppen wesentliche Impulse. So etwa durch die vielfältigen Anregungen aus dem Fernsehrat bei gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Themen oder auch durch die "European Broadcasting Union (EBU)" in Sachen »Green Production« bzw. »Sustainable Technology in Broadcasting«. Auch mit den wesentlichen Partnern der Wertschöpfungskette, den Produktionsunternehmen, steht das ZDF in einem intensiven Austausch. So löst das ZDF etwa im Rahmen des jährlichen Produzententags seit 2015 einen wichtigen Teil seiner mit der "Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen" (Produzentenallianz) geschlossenen Transparenzvereinbarung ein.

Ziele (DNK-Kriterium 3)

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Formulierung von Zielen und die Entwicklung von Strategien zur Zielerreichung folgen im ZDF grundsätzlich der Logik zielorientierten Führens (Management by Objectives) im Kontext der Balanced-Scorecard-Systematik (BSC). Dabei setzt sich das ZDF programminhaltliche und erfolgsbezogene Akzeptanzziele ebenso wie Ziele, die die Effizienz und Effektivität des unternehmerischen Handelns betreffen.

Direkt ist das mit ökologischen Zielen, etwa im Zusammenhang mit Ressourcen- und Energieeffizienz bei Neu- und Ersatzinvestitionen, und sozialen Aspekten, etwa mit Blick auf die Potenziale und die Motivation der Belegschaft, verbunden. Hier verfolgt das ZDF das Ziel, in seinen wegen sich wandelnder Rahmenbedingungen erforderlichen Veränderungsprozessen die Leistungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft seines Personals durch Qualifizierung und die Weiterentwicklung der Wertschätzung von Vielfalt zu steigern.

Programminhaltlich werden im Kontext des zunehmend komplexen und rascheren gesellschaftlichen Wandels nachhaltigkeitsrelevante Themen wie internationale Konflikte, Flucht und Vertreibung, Klimawandel, Globalisierung und demografische Entwicklung schneller und intensiver zu reflektieren sein, um möglichst objektiv zur gesellschaftlichen Orientierung und nachvollziehbar zum Gemeinwesen beizutragen.

Tiefe der Wertschöpfungskette (DNK-Kriterium 4)

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Im Vergleich zu materielle Güter produzierenden oder weiterverarbeitenden Industrieunternehmen weisen Fernsehsender einen vergleichsweise wenig komplexen Wertschöpfungsprozess auf. Schlüsselressource ist hier etwa der eher immaterielle Produktionsfaktor Kreativität. Das ZDF produziert seine Programme je nach Genre selbst, gibt sie inhaltlich gesteuert und redaktionell betreut in Auftrag oder beschafft sie beispielsweise über den Erwerb von Film-oder Sportrechten über Drittanbieter. Bei den Beschaffungsarten unterscheidet man zwischen Eigen- und Auftragsproduktionen, Lizenzeinkäufen, Übernahmen sowie kofinanzierten Sendungen. Etwa zwei Drittel der Sendeminuten und Sendungen werden dabei durch Eigenproduktionen bestritten. Hier und auch bei den anderen Beschaffungsarten werden die Wertschöpfungselemente von der Idee oder der inhaltlichen Kreativleistung über die redaktionelle Steuerung und die technische Produktionsleistung (eigene oder fremde) bis zur Distribution über zahlreiche Ausspielkanäle und Plattformen vom ZDF zieladäquat, regelkonform und auch mit Blick auf die in Kriterium 2 und Kriterium 3 formulierten Nachhaltigkeitsaspekte operationalisiert.

Produktionsunternehmen, Lieferanten und Geschäftspartner des ZDF werden im Rahmen der Beschaffungsprozesse über nachhaltigkeitsrelevante Anforderungen informiert. Sie stehen insbesondere bei größeren Produktions- und Beschaffungsvolumina in einem intensiven, häufig persönlichen Kontakt mit Ansprechpartnern der verantwortlichen Bereiche im ZDF. Generelle Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung des ZDF werden ihnen auch über die Nachhaltigkeitsberichterstattung des ZDF zugänglich gemacht.

Prozessmanagement

Verantwortung (DNK-Kriterium 5)

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt bei der Intendanz des ZDF. Ein mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Direktionen und den hier relevanten Bereichen zusammengesetztes interdisziplinäres Nachhaltigkeitsteam kümmert sich um Einzelthemen, deren inhaltliche Bearbeitung und um Aspekte der Kommunikation innerhalb des ZDF. Es finden regelmäßig Treffen zum Informationsaustausch, zur Planung und Koordination statt.

Regeln und Prozesse (DNK-Kriterium 6)

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Die besondere Rechtsstellung des ZDF als öffentlichrechtliche Anstalt verweist auf die Verpflichtung auf das Recht als eigentliche Hauptpflicht. Neben staatsvertraglichen Regeln wie

Dazu kommen die Selbstverpflichtungserklärung des ZDF, seine Grundsätze zu transparenten Sportrechten, Compliance-Regeln und die Revisionsordnung, die Beschaffungs- und Reisekostenverordnung sowie der ZDF-Mitarbeiterkodex. Das ZDF trägt Verantwortung für einen sparsamen und wirtschaftlichen Umgang mit den vom Beitragszahler bereitgestellten Finanzmitteln. In diesem Sinne finden regelmäßig Prüfungen durch den Rechnungshof des Landes Rheinland-Pfalz statt. Auch die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) prüft wiederkehrend, ob den Grundsätzen von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entsprochen wird. Das ZDF ist nach § 30a des ZDF-Staatsvertrags auch verpflichtet, einen Jahresabschluss nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften sowie einen Lagebericht aufzustellen und nach §§ 316 ff. HGB prüfen zu lassen.

Neben nationalem Recht und internen Vorschriften regeln auch europäische und internationale Vorschriften den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. Dazu gehören etwa die "EU-Fernsehrichtlinie", das "Amsterdamer Protokoll" oder die "UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt". Transparenz in Hinsicht auf den größten Teil dieser Regeln und damit verbundenen Prozesse wird auf der Website des ZDF hergestellt.

Kontrolle (DNK-Kriterium 7)

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit beziehen sich im ZDF auf die in den DNK-Kriterien 11 bis 13 formulierten und damit auf die im Zusammenhang mit den Umweltzielen stehenden Umweltkennkennzahlen sowie auf die in den DNK-Kriterien 14 bis 20 angesprochenen gesellschaftlichen und sozialen Dimensionen. Effektivität und Effizienz beim Umgang mit natürlichen Ressourcen spielen dabei ebenso eine Rolle wie Fairness, Vielfalt und Chancengerechtigkeit im Personalbereich.

Wesentliches Merkmal von Kontrolle ist für das ZDF die transparente Offenlegung möglichst umfangreicher Informationen auf der Unternehmensseite im Internet. Neben Aspekten des Stakeholder-Dialogs (»Gremien«) oder wesentlicher Vorgänge (Jahrbuch) wird über spezifische Nachhaltigkeitsaspekte unter engagement.zdf.de informiert. So finden sich im Netz Informationen rund um staatsvertragliche Vorschriften, Leitlinien für die Programmarbeit, Compliance-Regeln, Finanzpläne oder Angaben zu Geschäftsleitungsgehältern. Seit dem letzten Bericht sind dort – entsprechend einer Vereinbarung zwischen dem ZDF und der Produzentenallianz – außerdem Profile zu Programminhalten und ihren Kosten zu finden. So können sich Branchenteilnehmer und Beitragszahler einen Überblick über den finanziellen Aufwand für Spielfilme, Serien, Nachrichtensendungen oder Dokumentationen verschaffen.

Als Resultat einer Transparenzoffensive der ZDF-Gremien Fernsehrat und Verwaltungsrat sind Entscheidungen dieser beiden Organe des ZDF unter fernsehrat.zdf.de jetzt leichter nachvollziehbar. Interessierte finden dort Tagesordnungen, Sitzungsbeschlüsse, Beschwerdeberichte, den Tätigkeitsbericht des Intendanten und Selbstauskünfte jedes einzelnen Gremienmitglieds. Zudem stellen alle Ausschüsse des Fernsehrats ihre Tagesordnungen, Anwesenheitslisten und Beschlüsse ins Netz. Das Haushaltsbudget für die Gremien ist ebenso ausgewiesen wie die Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder für die Mitglieder.

Analog zum Fernsehrat veröffentlicht der Verwaltungsrat unter verwaltungsrat.zdf.de seine Tagesordnungen und Sitzungsbeschlüsse. Die Mitglieder geben Auskunft über ihre anderen Tätigkeiten; Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder werden ebenfalls dargestellt. Beide Gremien publizieren eine Jahresübersicht über die Anwesenheit ihrer Mitglieder.

Der Fernsehrat überwacht gemäß § 20 Abs.1 ZDF-Staatsvertrag die Einhaltung bestimmter im Staatsvertrag aufgestellter Grundsätze und von Programmrichtlinien. Dies gilt insbesondere im Fall von Programmbeschwerden, die an ihn gerichtet sind und eine konkrete Verletzung von Richtlinien und Grundsätzen in den Programmen des ZDF rügen. In der Beschwerdeordnung (§ 21 Abs. 2 und 3 ZDF-Satzung) ist der Rahmen für das Verfahren der Programmbeschwerden vor dem Fernsehrat geregelt.

Im Jahr 2015 wurde vom Fernsehrat in 117 Fällen das förmliche Beschwerdeverfahren eröffnet (2014: 126). 24 Beschwerdevorgänge durchliefen das Verfahren bis zur Entscheidung im Plenum des Fernsehrats (2014: 22). Bei der Geschäftsstelle des Fernsehrats gingen 775 sonstige Beschwerden und Eingaben ein (2014: 558).

Um das Verfahren zur Behandlung von Programmbeschwerden im Sinne eines effizienten Beschwerdemanagements noch klarer zu fassen und mehr Transparenz für die Beschwerdeführer zu schaffen, hat der Fernsehrat in seiner Sitzung am 7. März 2014 entsprechende Verfahrensgrundsätze beschlossen. Darin sind formale und inhaltliche Voraussetzungen beschrieben, unter denen das Verfahren der förmlichen Programmbeschwerde gemäß § 21 Abs. 2 der ZDF-Satzung eröffnet ist. Weitere Grundsätze regeln die Behandlung von Mehrfach- und Massenbeschwerden, die Ergänzung von Beschlüssen durch abgestufte Zusätze (Tenorierung) und die Benennung von Berichterstattern.

Leistungsindikatoren (5–7): Verantwortung, Regeln und Prozesse, Kontrolle

Leistungsindikator G4-56: Beschreiben Sie die Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen (Verhaltens- und Ethikkodizes) der Organisation.

Leistungsindikator Media G4-56: Zusätzliche Offenlegung von Werten und Grundsätzen in Hinsicht auf Inhalteerstellung und Inhalteverbreitung.

Der Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien in seiner Fassung als 17. Rundfunkänderungsstaatsvertrag (in Kraft seit dem 1. Januar 2016) beschreibt grundsätzlich den Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

§ 11 bezieht sich dabei auf »… die Herstellung und Verbreitung ihrer Angebote als Medium und Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung …«. Es geht hier um die Erfüllung der demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft und um »… einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen …«. Auch programminhaltliche Dimensionen spielen eine Rolle: »Ihre Angebote haben der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen.« All das unterliegt den Grundsätzen der Objektivität und der Unparteilichkeit der Berichterstattung. Dazu sind die Aspekte der Meinungsvielfalt und der Ausgewogenheit der Angebote zu berücksichtigen. Der ZDF-Staatsvertrag formuliert Rahmenbedingungen und Vorschriften für die Programm- und Telemedienangebote des ZDF. Dazu kommen Bestimmungen zu Organisation, Finanzierung und Haushalt.

Neben weiteren Staatsverträgen wie dem Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag oder dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ergänzen zahlreiche interne Vorschriften (Satzung, Richtlinien, Ordnungen, Compliance-Regeln) und internationale Vorschriften sowie eine Selbstverpflichtungserklärung den Kanon der Rechtsgrundlagen für das unternehmerische Handeln des ZDF (siehe im Detail auf www.zdf.de in der Rubrik »Das ZDF«).

Anreizsysteme (DNK-Kriterium 8)

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/ Beirat) ist.

Vergütungen von Führungskräften und Mitarbeitern im ZDF orientieren sich nicht am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen. Das auf die Wertschöpfung des Unternehmens bezogene System zielorientierter Führung über Balanced Scorecards mit ihren Dimensionen Kunden, Finanzen, Prozesse und Potenziale funktioniert auf unterschiedlichen Aggregationsebenen und ist auch mit Blick auf die nachhaltigkeitsrelevanten Ziele als System ohne leistungsorientierte Vergütung strukturiert.

Leistungsindikator G4-51a: Vergütungspolitik: Berichten Sie über die Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und die leitenden Führungskräfte.

Leistungsindikator G4-54: Nennen Sie das Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters in jedem Land mit signifikanten geschäftlichen Aktivitäten zum mittleren Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten (ohne den höchstbezahlten Mitarbeiter) im selben Land.

Das ZDF veröffentlicht die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährten Bezüge des Intendanten und der Direktoren im Geschäftsbericht (§ 30 a Abs. 5 ZDF-StV.). Über die Jahresbezüge des Intendanten und die der ZDF-Geschäftsleitung wird zudem jährlich aktualisiert auf www.zdf.de in der Rubrik »Das ZDF« informiert. Außertarifliche Verträge sind laut ZDF-Staatsvertrag zu veröffentlichen. Verhältniskennzahlen wie die der Vergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum Median der Gesamtvergütung aller Beschäftigten werden nicht ermittelt.

Die Mitglieder des Fernsehrats und des Verwaltungsrats haben Anspruch auf eine Aufwandsentschädigung, Sitzungsgelder und Ersatz von Reisekosten. Das Nähere regelt die Satzung (§ 19 Abs. 6 ZDF-StV). Aufwandsentschädigung und Sitzungsgelder werden der Höhe nach auf www.zdf.de in der Rubrik »Das ZDF« unter dem Stichwort »Gremien« veröffentlicht.

Beteiligung von Anspruchsgruppen (DNK-Kriterium 9)

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Durch seine Organisationsstruktur als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt findet neben dem internen Austausch mit Mitarbeitern und Mitarbeitervertretungen (zum Beispiel dem Personalrat) ein institutionalisierter Stakeholder-Dialog mit seinen die Gesellschaft vertretenden Gremien statt. Wesentliche Informationen werden auch auf www.zdf.de in der Rubrik »Das ZDF« unter dem Stichwort »Gremien« dargestellt.

Der Fernsehrat vertritt die Interessen der Allgemeinheit gegenüber dem ZDF. Er ist kein Expertengremium, sondern so vielfältig wie die Gesellschaft selbst. Seine Mitglieder werden von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen entsandt. Die Zusammensetzung des Fernsehrats wird in § 21 ZDF-StV. geregelt.

Dazu kommt der intensive Dialog mit externen Partnern aus der Medienbranche oder der Austausch in zahlreichen branchenspezifischen Foren, Kooperationen und Verbänden wie der "European Broadcasting Association (EBU)" oder der "Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung" (AGF). Seit 2015 findet jährlich der Produzententag statt. Hierzu lädt das ZDF Bewegtbildproduzenten aus ganz Deutschland nach Berlin ein. Ziel der Veranstaltung ist es, Produzenten die Programmstrategien für das kommende Jahr zu erläutern, um die Transparenz der Auftragsvergabe durch das ZDF weiter zu erhöhen. Neben der Geschäftsleitung sind auch die verantwortlichen Mitarbeiter der einzelnen Genres vor Ort. Der Sender ist mit einem Volumen von deutlich über 500 Millionen Euro im Jahr der größte Einzelauftraggeber in Deutschland. Grundlage ist die Transparenzvereinbarung zwischen dem ZDF und der Produzentenallianz.

Leistungsindikator G4-27: Nennen Sie die wichtigsten Themen und Anliegen, die durch die Einbindung der Stakeholder aufgekommen sind, und wie die Organisation auf jene wichtigen Themen und Anliegen reagiert hat, einschließlich durch ihre Berichterstattung. Nennen Sie die Stakeholdergruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen jeweils angesprochen haben.

Das Thema Nachhaltigkeit wird im ZDF vornehmlich über ein alle Bereiche und Organisationseinheiten umfassendes Nachhaltigkeitsteam bearbeitet und über die Intendanz zentral koordiniert. Über die Mitglieder des Nachhaltigkeitsteams werden Informations- und Austauschprozesse mit den Mitarbeitern gesteuert, aus der Intendanz wird regelmäßig im Rahmen der internen Kommunikation des Hauses über alle wesentlichen oder neuen Entwicklungen mit Blick auf Nachhaltigkeit im ZDF informiert.

Über wichtige Themen und Anliegen im Berichtszeitraum wird auf www.zdf.de in der Rubrik »Das ZDF« berichtet. Im Bereich der Informationen über das Unternehmen finden sich hier auch relevante Themen des Jahres, Jahresabschlüsse und Haushaltspläne, facettenreiche Dokumentationen (Rechtsgrundlagen, Zuschauerresonanz, Gremien u.v.m.) und Programmchroniken im jeweils aktuellen Jahrbuch des ZDF.

Produkt- und Innovationsmanagement (DNK-Kriterium 10)

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Themen und Inhalte rund um Nachhaltigkeit werden für Produzenten, Rezipienten, Mitarbeiter oder die Gesellschaft als Ganzes immer wichtiger. Ob Green Production, Medienkompetenz in der digitalen Welt, Vielfalt und Fairness im Unternehmen oder journalistische Glaubwürdigkeit in komplexen Umwelten – all diese Herausforderungen des unternehmerischen Engagements des ZDF sind in den digitalen Transformationsprozessen der Branche nur durch stetes und innovatives Verändern zu bewältigen. Innovative Inhalte und Programme, innovative Verbreitungswege und innovative Produktionsprozesse sind für das ZDF wesentlich, wenn es darum geht, seinen gesetzlich vorgegebenen Auftrag und die Bedürfnisse der Rezipienten optimal zu erfüllen. So wird etwa eine intensive Förderung des filmischen Nachwuchses betrieben oder die Kreativität im ZDF durch eine eigene Organisationseinheit gefördert. Es findet ein regelmäßiger Austausch in internationalen Netzwerken wie der "European Broadcasting Union" (EBU) ebenso statt wie in den wissenschaftlichen, technologischen und inhaltlichen Foren der deutschen und internationalen Medienindustrie.

Leistungsindikator G4-EN6: Verringerung des Energieverbrauchs.

Energieaudit und Energiemanagement
Deutschland hat gemeinsam mit seinen europäischen Partnerländern die Bedeutung der Energieeffizienz hervorgehoben und Ziele wie Einsparungen von 20 Prozent beim Primärenergieverbrauch in der Union bis zum Jahr 2020 beschlossen. Dementsprechend wurden auf europäischer Ebene in den letzten Jahren rechtliche Grundlagen verabschiedet, mit denen Maßnahmen und Regelungen zur Steigerung der Energieeffizienz getroffen wurden. In diesem Zusammenhang ist die neue Energieeffizienz-Richtlinie (20123/27/EU) im Dezember 2012 in Kraft getreten. Zur Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht wurde unter anderem eine Anpassung des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) vorgenommen. Das EDL-G schreibt in den §§ 8–8d vor, dass alle Unternehmen (Ausnahmen sind kleinere bis mittlere Unternehmen) verpflichtet sind, erstmals bis zum 5. Dezember 2015 ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchzuführen und dies im Vierjahresrhythmus zu wiederholen.

Ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 ist die systematische Erfassung und Analyse des Energieeinsatzes und -verbrauchs in einem Unternehmen. Ziel ist, Energieflüsse und Potenziale für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren. In einem weiteren Schritt werden die verschiedenen Maßnahmen durch Investitions- bzw. Wirtschaftlichkeitsberechnungen monetär bewertet, sodass Unternehmen im Ergebnis auf einen Blick erfassen können, welche Investitionen sich in welchem Zeitraum amortisieren. Abschließend werden die wesentlichen Einsparpotenziale und Einsparmaßnahmen in einem Energiebericht zusammengefasst.

Auch das ZDF führt in diesem Zuge ein erstes Energieaudit durch. Gemeinsam mit einem zugelassenen externen Auditor, der durch entsprechendes internes Fachpersonal betreut wird, werden die durch die DIN vorgegebenen Schritte unternommen. Als Ergebnis stehen nach Abschluss des Audits Vorschläge für Energieeffizienzmaßnahmen mit Einschätzungen zu Einsparpotenzialen und ihrer Wirtschaftlichkeit zur Verfügung.

Um Umweltschutz und Energieeffizienz noch stärker im ZDF zu verankern, wurde im Rahmen der Realisierung eines Energiemanagementsystems sukzessive ein ZDF-eigenes Energieerfassungssystem am Hauptstandort des ZDF, dem Sendezentrum 1, aufgebaut. Dieses System zur automatischen Erfassung und Auslese der Energieverbräuche liefert auch die (Zahlen-)Basis für das Energieaudit. Zur systematischen Erfassung und späteren Analyse werden an definierten Messpunkten dauerhaft Energieverbräuche gezählt, protokolliert und gespeichert. Eine Software bietet vielseitige Funktionen, um die Verbrauchswerte nach unterschiedlichen Anforderungen zu analysieren und auszuwerten. Es lassen sich so leicht Schwachstellen und Auffälligkeiten im Energieverbrauch erkennen und daraus Einsparpotenziale und Energiesparmaßnahmen ableiten. In Energieberichten lassen sich dann die Auswirkungen der Verbesserungen verfolgen und Verbrauchswerte witterungsbereinigt gegenüberstellen.

Innerbetrieblich hat das ZDF bereits vor Jahren begonnen, Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine hohe Priorität zuzuweisen. Im Ergebnis wurden viele Investitionen getätigt und Maßnahmen für die Zukunft geplant, die zu einem geringeren Energieverbrauch und zur Schonung der Umwelt führen:

Nachhaltigkeitsaspekte

• Installation eines Energie- und Umweltmanagements
• Teilnahme am Ökoprofit-Projekt der Stadt Mainz
• Mitarbeitermotivation zu umweltbewusstem Verhalten
• Einsatz innovativer, moderner Technologien

Versorgungstechnische Neuerungen

• Optimierung der Kälteversorgung
• Optimierung der Warmwasserversorgung
• Einsatz hocheffizienter Technik, zum Beispiel bei Pumpen und Motoren
• Hocheffiziente Technik für die Kälteerzeugung

Reinvestitionsprojekte

• Effiziente Kälte- und Wärmegewinnung im Sendebetriebsgebäude
• Ausbau adiabater Befeuchtung in Klimaanlagen/Ersatz von Klimaanlagen
• Umrüstung auf energieeffiziente Beleuchtungstechnik

Maßnahmen zur Betriebseffizienz

• Betriebszeitenoptimierung nach Nutzungsanforderungen oder Nutzungsanpassung
• Stromverbrauch: Reduzierung der Grundlast
• Stromverbrauch: Erkennung und Vermeidung von Lastspitzen
• Prüfung der Umweltverträglichkeit von bestehenden Hauptanlagen

Geplante Maßnahmen

• Intensivere Nutzung erneuerbarer Energien
• Mobilitätskonzept mit umweltverträglichen, sparsamen Kraftfahrzeugen und Elektromobilen
• Energetische Sanierungen von Gebäuden

Leistungsindikator G4-FS11: Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

Das ZDF leistet bei der Kapitalanlage für den Versorgungsstock einen Beitrag als nachhaltig engagierter öffentlich-rechtlicher Rundfunkveranstalter. Die Anlagegrundsätze des ZDF begrenzen den Anlagehorizont im eigenverwalteten Vermögen grundsätzlich auf Anlagen erstklassiger Wertpapiere des Bundes und der Länder Deutschlands sowie übergeordneter staatlicher Emittenten Europas wie EFSF oder Anleihen der EU. Damit sind die Emittenten des ZDF per se solche, die weder gegen internationale Normen verstoßen, zum Beispiel gegen Menschenrechtskonventionen, noch deren Geschäftsaktivitäten und Branchen fragwürdig sind, zum Beispiel Pornografie, oder die auch ethisch fragwürdig handeln, Stichwort Kinderarbeit, Korruption oder Raubbau an natürlichen Ressourcen. Insofern ist das Anlageuniversum des ZDF nachhaltig im Rahmen der norm- und wertbasierten Ausschlusskriterien. Für das wachsende Portfolio des ZDF-Versorgungsstocks ist der Erwerb von Green Bonds, wie sie zum Beispiel von der Weltbank emittiert werden, vorgesehen. Auch im fremd mandatierten ZDF-Vermögen sind per se Anlagen von Emittenten enthalten, deren Nachhaltigkeitsstrategie Leitlinie wirtschaftlichen Handelns darstellt. Der Anlagehorizont dieser Sondervermögen des ZDF beschränkt sich auf europäische Staatsanleihen, supranationale Schuldner sowie Pfandbriefe und Unternehmensanleihen innerhalb Europas. Aktienseitig richtet sich das Portfolio nach dem "EURO STOXX 50", bei dem gegenwärtig vor allem Aktiengesellschaften aus Frankreich und Deutschland vertreten sind. Investitionen in Rüstungsgüterindustrien oder in Staaten, in denen die Todesstrafe angewandt wird, schließt das ZDF grundsätzlich aus.

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