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Deutscher Nachhaltigkeitskodex

ZDF-Entsprechenserklärung 2019

Das ZDF berichtet über sein Engagement nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), der vom Rat für Nachhaltige Entwicklung eingeführt wurde. In 20 Punkten wird darin detailliert dokumentiert, wie das ZDF seiner unternehmerischen Verantwortung und seinem Programmauftrag gerecht wird. Maßstab sind die Prinzipien der Corporate Social Responsibility, die sich an dem Dreiklang von Ökologie, Sozialem und Ökonomie ausrichten.

Zusätzliche Informationen finden Sie unter:
DNK-Deutscher Nachhaltigkeitskodex
und
Rat für Nachhaltige Entwicklung

Allgemeines

Allgemeine Informationen

Beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell (u. a. Unternehmensgegenstand, Produkte/Dienstleistungen)

Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) mit Sitz in Mainz ist als Anstalt des öffentlichen Rechts gesetzlich mit der Veranstaltung der Fernsehprogramme ZDF, ZDFneo und ZDFinfo beauftragt. Dazu kommen gemeinsam mit den ARD-Landesrundfunkanstalten die Programme 3sat, phoenix und KiKA. Das ZDF ist zudem am europäischen Kulturkanal ARTE beteiligt und Mitglied des Deutschlandradio, gemeinnützige Körperschaft des öffentlichen Rechts. Im Bereich der Telemedien bietet das ZDF die ZDFmediathek sowie ein Online-Nachrichtenangebot www.heute.de sowie gemeinsam mit den ARD-Landesrundfunkanstalten die Telemedienangebote www.3sat.de, www.phoenix.de und www.kika.de zum Abruf an. Zudem bieten ARD und ZDF mit funk ein rein webbasiertes Angebot für junge Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren. Das ZDF unterliegt in seiner Geschäftstätigkeit detaillierten rechtlich kodifizierten Zielvorgaben. Eine Reihe von Staatsverträgen bildet den Rahmen für das Handeln des ZDF.

Kriterien 1 - 4 zur Strategie

1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Das ZDF beschäftigt sich seit 2010 systematisch mit dem Thema Nachhaltigkeit. Seitdem veröffentlicht der Sender regelmäßig umfassende Nachhaltigkeitsberichte zu seinem Engagement über das Programm hinaus. Dabei folgt das ZDF einer eigenen entwickelten Berichtsstruktur, gegliedert in die Bereiche Gesellschaft, Branche und Unternehmen. Über die vielfältigen Maßnahmen wird fortlaufend unter nachhaltigkeit.zdf.de informiert. Die vorliegende Entsprechenserklärung des ZDF zum „Deutschen Nachhaltigkeitskodex“ (DNK) schließt im Sinne einer Fortschrittsberichterstattung an die DNK-Erklärung des ZDF aus dem Jahr 2016 an.

Die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF bezieht sich auf die gängigen Dimensionen des unter dem Begriff der „Corporate Social Responsibility“ subsumierten Konzepts der „Triple Bottom Line“, also der Vereinbarkeit ökonomischer, ökologischer sowie gesellschaftlicher und sozialer Ziele im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensführung.

Das ZDF orientiert sich bei der Konkretisierung zum einen an den Reportingvorgaben der 20 Kriterien des DNK. Zum anderen werden online sowohl zahlreiche generelle als auch detailliert aktuelle, strategische sowie operative Nachhaltigkeitsinformationen kommuniziert. Intern folgt das ZDF auch beim Nachhaltigkeitsmanagement den Prinzipien des „Zielorientierten Führens“ im Kontext der Systematik und der Prinzipien der „Balanced Scorecard“.

Die aktuellen Nachhaltigkeitsziele des ZDF (siehe DNK-Kriterium 3 „Ziele“) finden hier ebenso Eingang und bilden somit den Maßstab für das strategische und operative Handeln im Unternehmen.

Organisatorisch ist die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF mit einer Stelle „Nachhaltigkeitskoordination“ unmittelbar beim Intendanten und mit einem direktionsübergreifenden „Nachhaltigkeitsteam“ im Haus verankert (siehe DNK-Kriterium 5 „Verantwortung“). Deren Aufgabe ist es, Nachhaltigkeitsziele zu entwickeln, eine zweckmäßige Erhebung von Daten und deren Analyse zu initiieren und die Fortschritte und Entwicklungen der Unternehmensführung unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit zu bewerten sowie neue Impulse zu geben. Die Nachhaltigkeitskoordinatorin berichtet direkt an den Intendanten.

Die Programme und Inhalte des ZDF sind den publizistischen, ethisch-moralischen und gesellschaftlichen Standards und rechtlichen Vorgaben der Sachlichkeit, Objektivität, Ausgewogenheit, Unabhängigkeit und Fairness verpflichtet. Der Programmauftrag sowie die Programmgrundsätze sind in Form von Staatsverträgen, Richtlinien und Satzungen definiert. Neben nationalem Recht und internen Vorschriften regeln auch europäische und internationale Vorschriften den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland (siehe DNK-Kriterium 6 „Regeln und Prozesse“).

Der Rechnungshof des Landes Rheinland-Pfalz hat die Haushalts- und Wirtschaftsführung des ZDF für die Geschäftsjahre ab 2014, insbesondere unter Aspekten der Nachhaltigkeit geprüft und dem ZDF eine Vorreiterrolle bescheinigt. Der Bericht des Rechnungshofs wurde Ende 2019 veröffentlicht und bietet Anregungen, in welchen Bereichen das ZDF noch nachhaltiger werden kann. Insgesamt stellte der Rechnungshof fest, dass das ZDF seit vielen Jahren die gesamtgesellschaftliche Nachhaltigkeitsaufgabe wahrnimmt und Anregungen aufgreift. Weitere Anstrengungen, so der Rechnungshof, würden erheblich erleichtert, wenn der Rundfunkstaatsvertrag eine entsprechende Ergänzung erhielte. Der Rechnungshof wies darauf hin, dass bei der Verfolgung der Nachhaltigkeitsstrategie stets der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten sei. Mögliche betriebliche Mehrkosten durch die auf Nachhaltigkeit zielenden Maßnahmen sollte das ZDF vorrangig durch Einsparungen oder Umschichtungen im Haushalt erwirtschaften.

Dies beschreibt zugleich die Grenzen der Anstrengungen des ZDF für mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen, der Branche und der Gesellschaft. Obwohl der Einsatz für Nachhaltigkeit nicht automatisch Mehrkosten verursachen muss, sind bisweilen Investitionen notwendig, die der Sender unter der Prämisse des verantwortungsvollen Umgangs mit den Beitragsgeldern nicht oder zumindest noch nicht umsetzen kann. So stellte der Rechnungshof zwar fest, dass das ZDF seit vielen Jahren die gesamtgesellschaftliche Nachhaltigkeitsaufgabe wahrnimmt. Weitere Anstrengungen – so die Prüfstelle – würden jedoch erheblich erleichtert, wenn entsprechende Ziele normativ vorgegeben würden. Dafür würde sich insbesondere eine entsprechende Ergänzung des Rundfunkstaatsvertrags anbieten.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die Medienbranche ist von zahlreichen ökonomischen Besonderheiten geprägt, weist dabei für einen öffentlich-rechtlich verfassten Sender spezifische politische Rahmenbedingungen auf und ist national wie international vor dem Hintergrund der digitalen Transformation disruptiven Wandlungsprozessen unterworfen.

Während in digitalen Mediengeschäftsmodellen zunehmend persönliche Daten die Währung für werbemarktbezogenen ökonomischen Erfolg darstellen, sind es für das ZDF die Inhalte, die eine zentrale Bedeutung für die verantwortungsbewusste Erfüllung seines gesellschaftlichen, öffentlich-rechtlich ausgestalteten Auftrags inne haben.

Wesentlichkeit mit Blick auf Nachhaltigkeit bedeutet für ein Medienunternehmen, sich in erster Linie auf die Dimension der Produktebene zu konzentrieren, ohne die Prozessebene in sozialer und ökologischer Hinsicht zu vernachlässigen. Die Produktebene, also das Programm, reflektiert die Fragmentierung der Gesellschaft. Die Sendungen und Onlineangebote der ZDF-Familie leisten einen Beitrag zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Sowohl informierende als auch unterhaltende Angebote übernehmen gesellschaftlich relevante Funktionen. Insbesondere der Mix unterschiedlicher Genres ist wichtig, um auch weiterhin unterschiedliche Bevölkerungsgruppen mit öffentlich-rechtlichen Inhalten in Kontakt zu bringen. Unterhaltende, fiktionale Formate können dabei über ihre inhaltlich-dramaturgische Ausgestaltung vor allem bei jungen und integrationskritischen Zielgruppen wichtige Identifikations- und Integrationsfunktionen erfüllen (siehe „Das ZDF und der gesellschaftliche Zusammenhalt“).

Im Kern bedeuten Nachhaltigkeit und das Wahrnehmen unternehmerischer Verantwortung für den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ZDF vor allem das Schaffen und Verbreiten von gesellschaftlichem Mehrwert durch publizistische Qualität der Programminhalte. Die Prozessebene reflektiert, wie diese Inhalte gefertigt werden. Ressourcenschonend, fair und sozial. Daneben engagiert sich das ZDF in vielfältiger Weise auf gesellschaftlicher, branchenbezogener und unternehmensinterner Ebene.

Unterschiedliche Anspruchsgruppen äußern naturgemäß unterschiedliche Ansprüche, je nach Interesse, Betroffenheit oder Organisationsgrad auch in unterschiedlicher Intensität und Wirksamkeit. Dabei gilt es permanent abzuwägen, wie sich geschäftspolitische Entscheidungen in den Produkt- und Prozessdimensionen auswirken. Versucht man etwa, in der digitalen Transformation mediale Inhalte zunehmend zeit- und ortsunabhängig, also nonlinear, in der ZDFmediathek oder über die Plattformen Sozialer Netzwerke bereitzustellen, dient das der Teilhabe aller Rezipient*innen. Diese haben als Beitragszahler*innen einen Anspruch darauf, über ihre ihren Nutzungsgewohnheiten entsprechenden Kanäle angesprochen zu werden. Online-, Streaming- oder Cloud-Dienstleistungen sind allerdings ausgesprochen energieintensiv, hier wird erheblich mehr Strom verbraucht als durch klassischen TV-Konsum. Insofern gilt es sorgfältig abzuwägen, wie man etwa unter dem Primat der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit die Erfordernisse der digitalen Teilhabe mit denen nachhaltiger, klimaschonender Ressourcenverwendung in Einklang bringt. Hier verfolgt das ZDF zum Beispiel die Strategie einer Versorgung des Hauses mit „grünem Strom“ aus erneuerbaren Energien in Kombination mit einer zunehmenden Sensibilisierung der Planer*innen und Produzent*innen der Inhalte für das Thema „Green Production“ in Redaktion und Produktion.

Nachhaltigkeitsziele werden vor allem im Dialog mit den Anspruchsgruppen des ZDF diskutiert und erarbeitet, wie etwa mit dem ZDF-Fernsehrat, dessen Mitglieder von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen entsandt werden, und der damit so vielfältig wie die Gesellschaft selbst ist. Ebenso erfolgt ein Austausch mit Produzent*innen, zum Beispiel im Rahmen eines jährlich stattfindenden Produzententages.

Die Methoden zur Analyse der Identifikation wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekte sind dabei in einer Bandbreite unterschiedlichster informeller Kommunikationsprozesse etwa mit Zulieferern im Rahmen von Beschaffungsprozessen (z. B. TV-Produktionen) bis zu institutionell kodifizierten gremienbezogenen Formaten (z. B. Fernsehratssitzungen) angesiedelt. So wie im internen Bereich etwa offene Foren für Beschäftige wie das Intranet neben standardisierten Mitarbeitergesprächen oder Mitarbeiterbefragungen existieren.

Das ZDF sieht sich dynamischen nachhaltigkeitsbezogenen Einflussfaktoren aus der politischen, rechtlichen, ökonomischen, ökologischen, sozialen und technologischen Sphäre gegenüber. Diese verdichten sich auf ökologischer Ebene etwa im Terminus „Klimawandel“, so dass es auf diesem Feld wesentlich für das ZDF ist, diesen Herausforderungen sowohl auf der Ebene des Inhalteangebotes (Stichwort: Public Value) als auch auf der Ebene der Inhalteproduktion (Stichwort: Green Production) zu begegnen. Dies wird konkret in den Managementsystemen und Regelwerken des ZDF, wie etwa in der Balanced Scorecard, der Herstellungs- oder der Haushaltsanordnung konkretisiert sowie auch durch die Beteiligung an der Nachhaltigkeitsinitiative des Arbeitskreises „Green Shooting“ umgesetzt und vorangetrieben.

Generell werden Chancen und Risiken mit detaillierten Bezügen zu spezifischen Nachhaltigkeitsaspekten in Zukunft noch stärker in weniger aggregierter bzw. weniger impliziter Form herauszuarbeiten sein.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Perspektive: Programme und Produktionsprozesse
Das ZDF begegnet seinen Nutzer*innen mit Respekt und bietet ihnen publizistische Qualität, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit. Auf diesen Werten basieren die inhaltlich-programmlichen Ziele, die dem Auftrag des ZDF entsprechend informieren, bilden und unterhalten. Seine programmlichen Ziele legt das ZDF gemäß § 11 Abs. 4 Rundfunkstaatsvertrag im zweijährigen Turnus in Form einer Selbstverpflichtungserklärung dem Fernsehrat vor, der über diese Ziele berät und sie im entsprechenden Rhythmus evaluiert (kurz.zdf.de/SVE/).

Mit ihrem Rundfunkbeitrag gewährleisten die Haushalte in Deutschland, dass das ZDF seinen Programmauftrag erfüllen kann. Das ist ein bedeutendes Privileg und sichert die Unabhängigkeit des ZDF. Gleichzeitig steht der Sender dadurch auch in der Verantwortung, einen klaren gesellschaftlichen und publizistischen Wert zu liefern und selbst glaubwürdig zu handeln. Wenn in den Informationssendungen Politik und Wirtschaft kritisch auf die Finger geschaut wird, etwa beim Umweltschutz oder beim Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Belegschaften, dann muss der Sender die gleichen Maßstäbe auch für sich ansetzen. Neben seiner gesellschaftlichen Kernaufgabe ist es für das ZDF also von wesentlicher Bedeutung, bei der Konzeption, der Produktion und der Distribution seiner Inhalte sowie in seinen Prozessen die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Das bedeutet, dass das ZDF auf einen schonenden Einsatz von Ressourcen achtet und einen fairen Umgang mit den Menschen pflegt, die für das Unternehmen arbeiten. Dabei gilt stets das Prinzip der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit.

Die Umsetzung: Ziele und Maßnahmen
Die Formulierung von Zielen und die Entwicklung von Strategien zur Zielerreichung folgen im ZDF im Kontext der Balanced-Scorecard-Systematik (BSC) grundsätzlich der Logik zielorientierten Führens (Management by Objectives). Dabei setzt sich das ZDF programminhaltliche und erfolgsbezogene Akzeptanzziele ebenso wie Ziele, die die Effizienz und Effektivität des unternehmerischen Handelns betreffen. Mit der Aufnahme der Kernziele zur Nachhaltigkeit in die Balanced Scorecards finden die unternehmerischen Vorgaben in die Zielvereinbarungen der einzelnen Bereiche Eingang.

Um den sozialen Herausforderungen zum fairen Miteinander und den ökologischen Herausforderungen zum Schutz der Umwelt auch weiterhin glaubhaft nachzukommen, konzentriert das ZDF seine Anstrengungen für einen schonenden und effizienten Umgang mit natürlichen Ressourcen und konkretisiert seine Nachhaltigkeitsziele:

1. Das ZDF strebt langfristig und unter der Prämisse dafür notwendiger Rahmenbedingungen Klimaneutralität an.

Klimaneutralität lässt sich kurz- bis mittelfristig nicht ohne den Erwerb von CO2-Zertifikaten erreichen. Die Finanzierung solcher Zertifikate aus dem Rundfunkbeitrag bedürfte dabei einer verfassungskonformen, gesetzlichen Grundlage, da der Rundfunkbeitrag als rundfunkspezifische Vorteilsabgabe einer Zweckbindung unterliegt.

Das ZDF etabliert eine umfassende CO2-Messung im Unternehmen und bestimmt seinen CO2-Fußabdruck.

Die Auswirkungen von Investitionen und Reinvestitionen werden unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und der Wirtschaftlichkeit untersucht, ihre Umsetzung erfolgt unter dem Primat von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit, wobei eventuelle Mehrkosten ausgewiesen werden.

2. Das ZDF steigert den Anteil nachhaltiger Produktionen.

Das ZDF unterstützt das Pilotprogramm „Zertifikat Nachhaltiger Dreh“ des Bundesministeriums für Kultur und Medien. Darüber hinaus etabliert das ZDF als Gründungspartner die Nachhaltigkeitsinitiative des Arbeitskreises „Green Shooting“ als Orientierungsrahmen für nachhaltiges Produzieren. Hierin werden erstmals einheitliche bundesweite Kriterien für umweltfreundliche Film- und TV-Produktionen festgeschrieben.

Diese Nachhaltigkeitsinitiative sieht die drei verpflichtenden Grundkriterien Beratung (fachliche Begleitung), Bilanzierung (Datenerfassung) und Abschlussbericht sowie weitere 14 Kriterien vor, von denen 10 erfüllt sein sollen. Getragen wird der Arbeitskreis neben dem ZDF von ARD, MFG Baden-Württemberg, Filmförderung Schleswig-Holstein, RTL, Sky, Produzentenallianz und VTFF sowie namhaften Produzenten.

Bei ZDF-Tochterunternehmen, die im Jahr 2019 Produktionen im Umfang von knapp 9.000 Minuten für das ZDF-Hauptprogramm im Inland hergestellt haben, wird das Formulieren von Vorgaben gemäß dieser Kriterien geprüft. Das ZDF beteiligt sich in der Nachhaltigkeitsinitiative mit seinen Tochterunternehmen Bavaria, Network Movie und Gruppe 5. So werden etwa die Produktionen Rosenheim Cops sowie alle Auftragsproduktionen der Bavaria für das ZDF, welche in Deutschland hergestellt werden, nachhaltig produziert. Die Kriterien der Nachhaltigkeitsinitiative des Arbeitskreises „Green Shooting“ sollen auch grundsätzlich Orientierung für sämtliche Eigen- und Auftragsproduktionen des ZDF in allen Genres bieten.

3. Das ZDF beschafft nachhaltig im Rahmen der Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.

Nachhaltige Beschaffung im Rahmen von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit wird in der Beschaffungsordnung verankert. 2020 wird ein unternehmensinterner Leitfaden mit Kriterien für nachhaltige Beschaffung entwickelt.

4. Das ZDF ist der Vielfalt im Programm wie beim Personal verpflichtet.

Im Rahmen der geltenden Bestimmungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes sowie sonstiger einschlägiger Vorschriften fördert das ZDF mehr Vielfalt im Unternehmen:

Das ZDF unterstützt mehr Vielfalt im Unternehmen, insbesondere bei der integrativen Gestaltung von Ausschreibungen und Stellenbesetzungen.

Das ZDF führt seine Anstrengungen zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in das Unternehmen weiter und wird deren Integration in Arbeitsprozesse des Hauses aktiv fördern.

Das ZDF baut die Barrierefreiheit seiner Programme und seiner Infrastruktur weiter aus.

Die Einordnung: Standards und Methoden

Das ZDF ist sich der Vielzahl und der Heterogenität von Standards und Methoden im Rahmen des Nachhaltigkeits- bzw. CSR-Management bewusst. Auch die zunehmende Verflechtung und gegenseitige Bezugnahme von Normen und Regelwerken, wie sie etwa im Kontext von SDGs, UN Global Compact und GRI SRS erfolgt und wie sie der DNK dann aufnimmt und abbildet, wird stetig analysiert. Allerdings muss eine rein systematisch getriebene Referenzierung im Rahmen der Verknüpfung von Standards wie sie in den Index-Teilen von Nachhaltigkeitsberichten zu beobachten ist („UNGC (a) siehe GRI (b) siehe SDG (c)) durch eine absichtsvoll inhaltliche Strategie ergänzt werden. Hier bieten etwa die 17 SDGs Potenzial für das ZDF sich mit strategischen Herausforderungen auf Produkt- oder Prozessebene auseinander zu setzen. Ebenso sieht es mit den etablierten Tools der Materialitätsanalyse und dem Stakeholderdialog aus. Neben der Form der Ausgestaltung der Methode oder dem Format an sich (graphische Portfolio-Matrix) spielen etwa bei der Priorisierung der Ziele immer auch Aspekte der Machbarkeit im Sinne der Begrenzung durch regulatorische Bedingungen eine Rolle. Insofern sind die Punkte 1. bis 4. weniger als ordinal skalierte Rangreihe im Sinne einer Priorisierung klassischer Natur zu lesen als vielmehr als (ähnlich wie bei der Triple-Bottom-Line an sich) Zielgeflecht von vier miteinander in Verbindung stehenden Dimensionen. Insofern ist die Nennung dieser vier Ziele als solches eine Priorisierung mit Blick auf zahlreiche mögliche andere Zieldimensionen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfungskette des ZDF weist vergleichsweise wenige Stufen bei der Erstellung der Inhalte auf. Vornehmlich in Deutschland produziert, in erster Linie selbst erstellt oder direkt redaktionell betreut, beim Erwerb von Film- oder Sportrechten durch Drittanbieter beschafft, unterscheidet man bei den Beschaffungsarten zwischen Eigen- und Auftragsproduktionen, Lizenzeinkäufen, Übernahmen sowie kofinanzierten Sendungen. Etwa zwei Drittel der Sendeminuten und Sendungen werden dabei durch Eigenproduktionen bestritten.

Wichtige Akteure der für das ZDF relevanten Wertschöpfungskette mit Blick auf den für Medienproduktion essentiellen Faktor Kreativität sind etwa die Drehbuchautor*innen, mit denen gemeinsam „Grundsätze für eine faire Zusammenarbeit“ entwickelt und verabschiedet wurden. „Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren schaffen mit ihrer Arbeit die wesentliche Grundlage für jeden Film und jede Serie. Die Produktion wiederum entsteht im kreativen Zusammenwirken von Drehbuchautor*in, Regisseur*in, Produzent*in und ZDF-Redaktion mit allen weiteren Gewerken und Beteiligten. Das ZDF als größter Einzelauftraggeber des deutschen TV-Produktionsmarktes versteht sich als verlässlicher Partner auf Augenhöhe und erster Ansprechpartner der Kreativen. Das ZDF fördert Drehbuchautor*innen und bemüht sich um einen kontinuierlichen Dialog zur fortwährenden Modernisierung des fiktionalen Programmangebots und zur gemeinsamen Entwicklung von Innovationen, die den sich verändernden Nutzungsgewohnheiten Rechnung tragen.“

Klare Rahmenbedingungen für die Fernsehproduzenten, die als wichtige Partner in der Wertschöpfungskette des ZDF fungieren, sind explizit formuliert und tragen dabei der Protokollerklärung der Länder zum 19. Rundfunkänderungsstaatsvertrag Rechnung. Darin haben die Länder die Fortschritte hinsichtlich ausgewogener Vertragsbedingungen zwischen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Film- und Fernsehproduktionsunternehmen anerkannt, die in den letzten Jahren durch Vereinbarungen der Partner erreicht wurden, und eine Fortschreibung angemessener Vertragsbedingungen eingefordert. Mit den vorliegenden Rahmenbedingungen verpflichtet sich das ZDF zu fairen und angemessenen Vertragsbedingungen mit Produzenten. Sie berücksichtigen einen intensiven und konstruktiven Dialog mit deutschen Produzentenverbänden, insbesondere der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e. V.

Die in DNK-Kriterium 2 beschriebenen Managementansätze, Regelwerke und Branchenplattformen, wie sie etwa durch das Formulieren von Nachhaltigkeitsgrundsätzen in der Balanced Scorecard, der Finanz-, Herstellungs- oder Haushaltsanordnung beschrieben werden oder in der Beteiligung des ZDF an der Nachhaltigkeitsinitiative des Arbeitskreises „Green Shooting“ zum Ausdruck kommen, sind darüber hinaus Ausdruck der konkreten Auseinandersetzung mit relevanten ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsaspekten in der Wertschöpfungskette.

Kriterien 5 - 10 zu Prozessmanagement

5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt bei der Intendanz des ZDF. Die Nachhaltigkeitsziele werden von der Geschäftsleitung mitgetragen und über die unternehmensinternen Managementsysteme in das Unternehmen implementiert. Der Intendant hat 2019 eine neue Stelle für die Nachhaltigkeitskoordination eingerichtet, deren Aufgabe es ist, Nachhaltigkeitsziele zu entwickeln, eine zweckmäßige Erhebung von Daten und deren Analyse zu initiieren und die Fortschritte und Entwicklungen der Unternehmensführung unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit zu bewerten sowie neue Impulse zu geben. Der Nachhaltigkeitskoordination obliegt zudem die bereichsübergreifende Abstimmung von Vorhaben im Haus sowie der Austausch mit externen Ansprechpartner*innen und Expert*innen. Die Nachhaltigkeitskoordinatorin berichtet direkt an den Intendanten.

Bereits 2010 hat das ZDF ein direktionsübergreifendes Nachhaltigkeitsteam eingesetzt. Die Mitglieder sind Multiplikator*innen und Botschafter*innen für das Thema Nachhaltigkeit in ihren Redaktionen und Bereichen. Gemeinsam mit der Nachhaltigkeitskoordinatorin werden Projekte und Direktiven erarbeitet und mit den betreffenden Bereichen im Unternehmen abgestimmt und der Geschäftsleitung vorgelegt.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Das ZDF orientiert sich als öffentlichrechtliche Anstalt in besonderem Maße an rechtlichen Vorgaben.

Neben staatsvertraglichen Regeln wie

  • dem Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien,
  • den Programmkonzepten für digitale Zusatzangebote,
  • dem ZDF-Staatsvertrag,
  • dem Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag und
  • dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

sind auch interne Vorschriften wie

  • die Satzung des ZDF,
  • Richtlinien für Sendungen und Telemedienangebote,
  • Richtlinien für Werbung, Sponsoring, Gewinnspiele und Produktionshilfe,
  • Richtlinien für den Jugendschutz,
  • Richtlinien für die Genehmigung von Telemedienangeboten,
  • die Geschäftsordnungen von Fernseh- und Verwaltungsrat,
  • die Finanzordnung des ZDF sowie
  • die Leitordnung

maßgeblich.

Dazu kommen die Selbstverpflichtungserklärung des ZDF, seine Grundsätze zu transparenten Sportübertragungsrechten, Compliance-Regeln und die Revisionsordnung, die Beschaffungs- und Reisekostenverordnung sowie der ZDF-Mitarbeiterkodex.

Das ZDF trägt Verantwortung für einen sparsamen und wirtschaftlichen Umgang mit den vom Beitragszahler bereitgestellten Finanzmitteln. Hierzu wird das ZDF intern durch seine Gremien, insbesondere vom Verwaltungsrat, aber auch durch externe Stellen kontrolliert. In diesem Sinne finden regelmäßig Prüfungen durch den Rechnungshof des Landes Rheinland-Pfalz statt. Auch die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) prüft wiederkehrend, ob den Grundsätzen von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entsprochen wird. Das ZDF ist nach § 30 a des ZDF-Staatsvertrags auch verpflichtet, einen Jahresabschluss nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften sowie einen Lagebericht aufzustellen und nach §§ 316 ff. HGB prüfen zu lassen.

Neben nationalem Recht und internen Vorschriften regeln auch europäische und internationale Vorschriften den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. Dazu gehören etwa die AVMD-Richtlinie, das Amsterdamer Protokoll zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder die UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt. Transparenz in Hinsicht auf den größten Teil dieser Regeln und die damit verbundenen Prozesse wird auf der Website des ZDF hergestellt.

Das ZDF integriert im Rahmen einer nachhaltigen Haushalts- und Finanzwirtschaft neben finanziellen auch ökologische und soziale Aspekte in seine Regelwerke und Instrumente. Beispielsweise hat das ZDF in seinen Haushaltsplänen und Jahresabschlüssen Informationen über in den Budgetansätzen enthaltene nachhaltige Maßnahmen ergänzt. In den Grundsätzen zur Budgetbewirtschaftung ist der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit um Nachhaltigkeit derart erweitert, dass im Rahmen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit Aspekte der Nachhaltigkeit mit Blick auf gesellschaftliche, soziale und ökologische Belange zu berücksichtigen sind. Auch das Risikomanagement bezieht nachhaltige Risiken mit ein, wobei Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit des ZDF verknüpft sind und schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt, auf Arbeitnehmer*innen und Sozialbelange, auf die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung haben, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk weniger bedeutend als in vielen anderen Branchen sind. Nachhaltigkeit findet auch im Beteiligungscontrolling Berücksichtigung. Die ZDF Werbefernsehen GmbH hat einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht erarbeitet, und ein Bericht über das Beteiligungscontrolling informiert über erste Ansätze der Nachhaltigkeit der wesentlichen Beteiligungsunternehmen des ZDF.

In den Herstellungsprozessen von Programmvorhaben gilt es im Rahmen des Primats der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit, auch Nachhaltigkeitsaspekte sozialer und ökologischer Art vermehrt zu berücksichtigen. In der Herstellungsordnung mit Verfahren für die Ausführung von Programmvorhaben ist dieser Grundsatz festgelegt. Die Regelungen umfassen alle Formen der Programmbeschaffung, die in Verantwortung oder Mitverantwortung des ZDF im Sinne des Auftrags des geltenden Rundfunkstaatsvertrags beschafft oder hergestellt sowie verbreitet werden. Das ZDF beteiligt sich zudem an der Nachhaltigkeitsinitiative des Arbeitskreises „Green Shooting“, die erstmals bundesweit Kriterien für eine umwelt- und ressourcenschonende Produktion formuliert.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit beziehen sich im ZDF auf die in den DNK-Kriterien 11 bis 13 formulierten und damit auf die im Zusammenhang mit den Umweltzielen stehenden Umweltkennkennzahlen sowie auf die in den DNK-Kriterien 14 bis 20 angesprochenen gesellschaftlichen und sozialen Dimensionen. Effektivität und Effizienz beim Umgang mit natürlichen Ressourcen spielen in diesem Zusammenhang ebenso eine Rolle wie Fairness, Vielfalt und Chancengerechtigkeit im Personalbereich.

Zielorientiertes Führen
Als modernes Medienunternehmen arbeitet das ZDF mit dem Führungsprinzip des „zielorientierten Führens“. Dieses Prinzip beinhaltet eine Führungs- und Verantwortungskultur, die den Herausforderungen strukturiert, nachvollziehbar und überprüfbar begegnet. Die Ziele sind in so genannten „Balanced Scorecards“ dargestellt. Zu diesen Zielen existieren Messgrößen und Maßnahmen für die Zielerreichung auf der Ebene der Direktionen und Bereiche (siehe DNK-Kriterium 3 Ziele).

Transparenz
Wesentliches Merkmal von Evaluation und Kontrolle ist für das ZDF die transparente Offenlegung möglichst umfangreicher und substantieller Informationen auf der Unternehmensseite im Internet. Neben Aspekten des Stakeholder-Dialogs (»Gremien«) oder wesentlicher Vorgänge (ZDF-Jahrbuch) wird über spezifische Nachhaltigkeitsaspekte unter nachhaltigkeit.zdf.de informiert. Auf dem Transparenzportal des ZDF unter transparenz.zdf.de finden sich Informationen rund um staatsvertragliche Vorschriften, Leitlinien für die Programmarbeit, Compliance-Regeln, Finanzpläne oder Angaben zu Geschäftsleitungsgehältern. Entsprechend einer Vereinbarung zwischen dem ZDF und der Produzentenallianz sind außerdem Profile zu Programminhalten und ihren Kosten zu finden. So können sich Branchenvertreter*innen, Beitragszahlende und andere Anspruchsgruppen einen Überblick über den finanziellen Aufwand für Spielfilme, Serien, Nachrichtensendungen oder Dokumentationen verschaffen. Als größter Auftraggeber im deutschen TV-Produktionsmarkt hat das ZDF zudem Grundsätze und Rahmenbedingungen für eine faire Zusammenarbeit mit Produzent*innen, Drehbuchautor*innen und der Kreativwirtschaft festgelegt und im Internet veröffentlicht (siehe auch DNK-Kriterium 14).

Aufsichtsgremien
Beratungsthemen und Entscheidungen der Organe Fernsehrat und Verwaltungsrat des ZDF sind im Internet ersichtlich und nachvollziehbar. Interessierte finden unter fernsehrat.zdf.de Tagesordnungen, Sitzungsbeschlüsse, Beschwerdeberichte, den Tätigkeitsbericht des Intendanten und Selbstauskünfte jedes einzelnen Gremienmitglieds. Zudem stellen alle Ausschüsse des Fernsehrats ihre Tagesordnungen, Anwesenheitslisten und Beschlüsse ins Netz. Das Haushaltsbudget für die Gremien ist ebenso ausgewiesen wie die Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder für die Mitglieder. Analog zum Fernsehrat veröffentlicht der Verwaltungsrat unter verwaltungsrat.zdf.de seine Tagesordnungen und Sitzungsbeschlüsse. Die Mitglieder geben Auskunft über weitere Tätigkeiten; Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder werden ebenfalls dargestellt. Beide Gremien publizieren eine Jahresübersicht über die Anwesenheit ihrer Mitglieder.

Der Fernsehrat überwacht gemäß § 20 Abs. 1 ZDF-Staatsvertrag die Einhaltung bestimmter im Staatsvertrag aufgestellter Grundsätze und vom Fernsehrat erlassener Programmrichtlinien. Dies gilt insbesondere im Fall von Programmbeschwerden, die an ihn gerichtet sind und eine konkrete Verletzung von Richtlinien und Grundsätzen in den Programmen des ZDF rügen. In der Beschwerdeordnung (§ 21 Abs. 2 und 3 ZDF-Satzung) ist der Rahmen für das Verfahren der Programmbeschwerden vor dem Fernsehrat geregelt.

Um das Verfahren zur Behandlung von Programmbeschwerden im Sinne eines effizienten Beschwerdemanagements noch klarer zu fassen und mehr Transparenz für die Beschwerdeführer*innen zu schaffen, hat der Fernsehrat 2014 entsprechende Verfahrensgrundsätze beschlossen. Darin sind formale und inhaltliche Voraussetzungen beschrieben, unter denen das Verfahren der förmlichen Programmbeschwerde gemäß § 21 Abs. 2 der ZDF-Satzung eröffnet ist. Weitere Grundsätze regeln insbesondere die Behandlung von Mehrfach- und Massenbeschwerden, die Ergänzung von Beschlüssen durch abgestufte Zusätze (Tenorierung) und die Benennung von Berichterstatter*innen.

2019 wurde vom Fernsehrat in 64 Fällen das förmliche Beschwerdeverfahren eröffnet (2018: 57). Zwölf Beschwerdevorgänge durchliefen das Verfahren bis zur Entscheidung im Plenum des Fernsehrats (2018: 19), weil die Beschwerdeführer*innen mit der Antwort des Intendanten nicht zufrieden waren. Bei der Geschäftsstelle des Fernsehrats gingen im Jahr 2019 1039 sonstige Beschwerden und Eingaben ein.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen erfolgt über den Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien. Neben dem ZDF-Staatsvertrag und weiteren Staatsverträgen wie dem Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag oder dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, ergänzen zahlreiche interne Vorschriften (Satzung, Richtlinien, Ordnungen, Compliance-Regeln) und internationale Vorschriften sowie eine Selbstverpflichtungserklärung den Kanon der Rechtsgrundlagen für das unternehmerische Handeln des ZDF (www.zdf.de/zdfunternehmen/zdfrechtsgrundlagenundvorschriften100. html).

Der Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien vom 31. August 1991, in der Fassung des Zweiundzwanzigsten Staatsvertrages zur Änderung rundfunkrechtlicher Staatsverträge (22. Rundfunkänderungsstaatsvertrag) in Kraft seit dem 1. Mai 2019 formuliert den Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wie folgt:

§ 11 Auftrag

(1) Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist, durch die Herstellung und Verbreitung ihrer Angebote als Medium und Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben in ihren Angeboten einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sie sollen hierdurch die internationale Verständigung, die europäische Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bund und Ländern fördern. Ihre Angebote haben der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen. Sie haben Beiträge insbesondere zur Kultur anzubieten. Auch Unterhaltung soll einem öffentlich-rechtlichen Angebotsprofil entsprechen.

(2) Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.

(3) Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten arbeiten zur Erfüllung ihres Auftrages zusammen; die Zusammenarbeit regeln sie in öffentlich-rechtlichen Verträgen.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Das ZDF veröffentlicht auf der ZDF Unternehmenswebseite die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährten Bezüge des Intendanten und der Direktoren*innen unter Namensnennung im Geschäftsbericht sowie die Tarifstrukturen und eine strukturierte Darstellung der außer- und übertariflichen Vereinbarungen (https://www.zdf.de/zdfunternehmen/2019-jahrbuch-finanzen-bezuege-100.html). Die Angaben erfolgen nach Maßgabe von § 30 a Abs. 5 und 6 ZDF-Staatsvertrag. In Ergänzung zu der Veröffentlichung von Bezügen und Tarifstrukturen wird auf Grundlage des § 21 Entgelttransparenzgesetz zudem zur Entgeltgleichheit im ZDF berichtet. Die Konditionen außertariflicher Verträge sind laut § 25 Abs. 6 Satz 2 ZDF-Staatsvertrag zu veröffentlichen. Verhältniskennzahlen wie die der Vergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum Median der Gesamtvergütung aller Beschäftigten werden nicht ermittelt.

Vergütungen von Führungskräften und Mitarbeiter*innen im ZDF orientieren sich nicht am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen. Das im Unternehmen verankerte Managementsystem zielorientierter Führung über Balanced Scorecards mit ihren Dimensionen Kunden, Finanzen, Prozesse und Potenziale ist nicht als System mit leistungsorientierter Vergütung strukturiert.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Das ZDF veröffentlicht die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährten Bezüge des Intendanten und der Direktoren*innen im Geschäftsbericht (§ 30 a Abs. 5 ZDF-Staatsvertrag), ebenso die Tarifstrukturen und eine strukturierte Darstellung der außer-und übertariflichen Vereinbarungen https://www.zdf.de/zdfunternehmen/2019-jahrbuch-finanzen-bezuege-100.html. Die Konditionen außertariflicher Verträge sind laut § 25 Abs. 6 Satz 2 ZDF-Staatsvertrag zu veröffentlichen. Die Mitglieder des Fernsehrats und des Verwaltungsrats haben Anspruch auf eine Aufwandsentschädigung, Sitzungsgelder und Ersatz von Reisekosten. Das Nähere regelt die Satzung (§ 19 a Abs. 6 ZDF-Staatsvertrag). Aufwandsentschädigung und Sitzungsgelder werden der Höhe nach auf https://www.zdf.de/zdfunternehmen veröffentlicht.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Verhältniskennzahlen wie die der Vergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum Median der Gesamtvergütung aller Beschäftigten werden nicht ermittelt. Dieser Indikator ist in einem öffentlich-rechtlich verfassten Unternehmen mit seinen regulatorischen Anforderungen in Hinsicht auf die bereits bestehende Transparenz von Vergütung und Vergütungsstrukturen nach außen und mit Blick auf die vergütungsorientierten Steuerungsmechanismen nach innen bislang nicht ermittelt worden.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Der Wert von Fernsehprogrammen stellt sich für jeden Einzelnen unterschiedlich dar. Ziel der unterhaltenden, informativen und Wissen vermittelnden Programme des ZDF ist es, das Leben aller in Deutschland lebender Menschen zu bereichern, ohne jede Einschränkung auf Alter, Einkommen, Geschlecht, Fähigkeiten, kulturelle oder religiöse Zugehörigkeit. Die Interessen einzelner Zuschauer*innen müssen sich nicht mit den aktuellen Vorlieben der breiten Öffentlichkeit decken. Minderheiten finden sich deshalb oft in Massenmedien nicht repräsentiert. Das ZDF berücksichtigt in seinem Programm alle gesellschaftlich relevanten sozialen und kulturellen Gruppierungen Deutschlands.

Das ZDF als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt führt intern wie extern einen breit gefächerten Dialog mit seinen Anspruchsgruppen. Mit Zuschauer*innen, Mitarbeiter*innen, Partner*innen bei Beschaffung, Produktion und Distribution oder sonstigen Interessenvertreter*innen wird sich in unterschiedlichen Formaten (Zuschauerredaktion, Mitarbeitervertretung, bilateralen Geschäftskontakten oder verbandsbezogenen Plattformen, Gremien) ausgetauscht.

2019 gingen knapp 282.000 Zuschauerreaktionen beim ZDF-Zuschauerservice ein (Zuschriften und Anrufe). Die Zahl der Anfragen war im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig, insbesondere bei den Telefonanrufen. Ein weiteres Element der Kommunikation mit den Zuschauer*innen und Nutzer*innen stellen Drittplattformen und Soziale Netzwerke dar. Dieses wurde 2019 kontinuierlich ausgebaut.

Ein bedeutsamer institutionalisierter Stakeholder-Dialog findet regelmäßig und intensiv mit dem ZDF-Fernsehrat statt. Umfassende Informationen zu den Gremien des ZDF finden sich unter fernsehrat.zdf.de. Der ZDF-Fernsehrat vertritt die Interessen der Allgemeinheit gegenüber dem ZDF. Deshalb ist er kein Expertengremium, sondern so vielfältig wie die Gesellschaft selbst. Seine Mitglieder werden von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen entsandt. Der Fernsehrat tagt öffentlich. Sowohl die Tagesordnung als auch die Zusammenfassungen der wesentlichen Ergebnisse der Sitzungen werden im Internet veröffentlicht.

Der Fernsehrat kontrolliert das ZDF-Programm und berät den Intendanten in Programmfragen. Zentrale Aufgabe ist es, die Programme und Online-Angebote zu beaufsichtigen. Grundlage hierfür sind staatsvertragliche Bestimmungen sowie vom Fernsehrat erlassene Richtlinien. Dabei versteht sich der Fernsehrat als Anwalt der Zuschauer*innen. Diese können sich mit Programmbeschwerden direkt an den Fernsehrat wenden. Die Kontrolle des ZDF durch den Fernsehrat gewährleistet, dass das Publikum durch Mitglieder der Gesellschaft gegenüber dem Sender vertreten wird.

Der Fernsehrat setzt sich seit dem 8. Juli 2016 aus 60 Mitgliedern gesellschaftlicher Gruppen zusammen. Dabei vertreten sie in dem Gremium die Interessen der Allgemeinheit. Die genaue Zusammensetzung haben die Länder im ZDF-Staatsvertrag geregelt. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Länder 2014 aufgefordert, diese zu überarbeiten. Im Kern forderte das Gericht, die „staatsnahen“ Mitglieder auf maximal ein Drittel des Fernsehrates zu beschränken. Mit Beginn der XV. Amtsperiode hat sich der Fernsehrat erstmals nach den neuen Regelungen des zum 1. Januar 2016 in Kraft getretenen ZDF-Staatsvertrags zusammengesetzt. Die neue, XVI. Amtsperiode beginnt im Juli 2020.

Mit Partnern aus der Medienbranche wird sich ebenso ausgetauscht wie mit branchenspezifischen Plattformen und Verbänden wie der Europäischen Rundfunkunion (EBU) oder der AGF Videoforschung GmbH. Im Rahmen des jährlichen Produzententages werden den Produzent*innen Programmstrategien vorgestellt, um Transparenz bei der Auftragsvergabe durch das ZDF zu schaffen. Neben der Geschäftsleitung sind auch die verantwortlichen Mitarbeiter*innen der einzelnen Genres vor Ort. Ungefähr 600 Millionen Euro fließen jedes Jahr an externe Produzent*innen. Das ZDF ist hier somit der größte Einzelauftraggeber in Deutschland.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Über wichtige Themen und Anliegen im Berichtszeitraum wird auf https://unternehmen.zdf.de berichtet. Im Bereich der Informationen über das Unternehmen finden sich hier umfassende Inhalte zu relevanten Themen des Jahres, Jahresabschlüsse und Haushaltspläne, detaillierte Dokumentationen zu Rechtsgrundlagen, Zuschauerresonanz, Gremien und Nachhaltigkeit sowie Programmchroniken im Jahrbuch des ZDF.

Interessierte Anspruchsgruppen können sich über das Transparenzportal des ZDF https://transparenz.zdf.de detailliert über die Bereiche Programmprofile und Programmkosten, über die Grundsätze einer fairen Zusammenarbeit mit Produktionsunternehmen und Partnern aus der Kreativwirtschaft, über die Beschwerdestelle, das Transparenzabkommen sowie über Compliance-Regeln, über Programmstatistiken, über Leitlinien, Ausschreibungen und über ihre Ansprechpartner*innen im ZDF informieren.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Das ZDF sieht in raschen und komplexen Veränderungen seiner Makroumwelt (globale digitale Transformation) und seiner Mikroumwelt (nationaler Medienmarkt) Herausforderungen, denen nur durch innovative Inhalte und Programme, innovative Verbreitungswege und innovative Produktionsprozesse begegnet werden kann, wenn es darum geht, seinen gesetzlich vorgegebenen Auftrag und die Bedürfnisse der Rezipienten optimal zu erfüllen.

Green Production
Das Kerngeschäft des ZDF ist die Herstellung von Programmen. Hierbei achtet der Sender auf einen schonenden Einsatz von Ressourcen bei Eigen- wie bei Auftragsproduktionen. Bereits 2015 wurde die Produktion der ZDF-Show „Der Quiz-Champion“ von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein mit dem Grünen Drehpass ausgezeichnet. Diese Sendung war damit die erste TV-Show überhaupt, die dieses Gütesiegel für nachhaltige Dreharbeiten erhalten hat. Seitdem wurde das Thema Grünes Produzieren kontinuierlich weiterentwickelt.

Das ZDF hat sich über den Arbeitskreis „Green Shooting“ maßgeblich an der Entwicklung der Kriterien für die Zertifizierung „Nachhaltiges Produzieren“ beteiligt. Diese Nachhaltigkeitsinitiative sieht die drei verpflichtenden Grundkriterien Beratung (fachliche Begleitung), Bilanzierung (Datenerfassung) und Abschlussbericht sowie weitere 14 Kriterien vor, von denen 10 erfüllt sein sollen. Getragen wird der Arbeitskreis neben dem ZDF von ARD, MFG Baden-Württemberg, Filmförderung Schleswig-Holstein, RTL, Sky, Produzentenallianz und VTFF sowie namhaften Produzenten.

Durch interne Fortbildungsreihen und Kompetenzaufbau im Produktionsmanagement zum Thema Green Production sowie stetig zunehmender Erfahrungen in einzelnen Produktionen und Marktbeobachtungen wachsen die Möglichkeiten, umwelt- und ressourcenschonender zu produzieren. In den Herstellungsprozessen von Programmvorhaben gilt es neben dem Primat der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit auch Nachhaltigkeitsaspekte sozialer und ökologischer Art vermehrt zu berücksichtigen. Der Grundsatz der Nachhaltigkeit wurde 2019 in der Herstellungsordnung verankert. Gleichzeitig verstärken immer mehr Produzent*innen, mit denen das ZDF zusammenarbeitet, ihre Aktivitäten hinsichtlich grüner Produktionen, an deren Erfahrungen partizipiert werden kann.

Green Production bedeutet beispielhaft:

  • Programme umweltschonend herzustellen
  • aktives nachhaltiges Handeln in der gesamten Prozesskette von Produktionen
  • bewusste ökologische Reise- und Mobilitätsplanung sowie Logistik
  • Reduzierung stark energieverbrauchender Geräte, Scheinwerfer und Leuchtmittel
  • Einhaltung von Tarifverträgen und sozialen Standards
  • umweltbewusstes und ressourcenschonendes Verhalten an Drehorten
  • Herstellung repertoirefähiger Programme
  • Abwägung digitaler Gestaltungsmöglichkeiten vs. realer Deko- und Szenenbauten
  • Verwendung umweltfreundlicher Materialien und Techniken bei Deko- und Szenenbau

Konkret umsetzbare Maßnahmen werden je Produktion individuell im Gesamtkontext von Programminhalt, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit eruiert.

Ökostrom
Das ZDF bezieht in den Jahren 2019 bis 2021 Ökostrom am Standort Mainz und allen Inlandstudios. Das ZDF hat sich für die kommenden Jahre aufgrund des geringfügigen Aufschlags für erneuerbare Energien als auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten für den Bezug von Ökostrom entschieden. Der zukünftige Energieträgermix setzt sich aus 53,5 Prozent Solar- und Windenergie und 46,5 Prozent Wasserkraft zusammen. Hierdurch werden am Standort in Mainz (Sendezentrum 1) jährlich über 5.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Dieser Wert entspricht den jährlichen Emissionen eines Dorfes mit knapp 600 Einwohner*innen.

Photovoltaikanlage
Im Rahmen der Komplettsanierung des Parkhauses auf dem Gelände des Sendezentrums 1 in Mainz wurde das Gebäude in den Jahren 2016/2017 überdacht. Mit Planung der Überdachung wurde zeitgleich eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, ob im Rahmen dieser Sanierungsmaßnahme auch die Errichtung einer alternativen Stromerzeugungsanlage ermöglicht werden kann. Die Studie ergab, dass eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) profitabel realisierbar ist. Das Dach ist im Aufbau zweigeteilt mit einem niedrigeren Teil nach Norden und mit einem höheren Teil nach Süden. Auf der südlichen Dachfläche wurde die PV-Anlage mit einer Anlagenkapazität von knapp 100 kWp installiert.

Die PV-Anlage wurde im Mai 2017 in Betrieb genommen. Der Jahresenergieertrag der PV-Anlage lag 2019 bei 116.180 kWh (2018 bei 121.950 kWh). Durch die Erzeugung von Solarstrom spart das ZDF 93 Tonnen CO2-Emissionen für den o. g. Energieertrag ein. Der selbsterzeugte Solarstrom wird nicht vermarktet. Das ZDF nutzt den Solarstrom zur Betankung des ZDF-Elektrofuhrparks über die eigene Ladeinfrastruktur, zur Deckung des Stromverbrauchs im Parkdeck und Einspeisung in das lokale Stromnetz im ZDF. Die Photovoltaikanlage ist damit auch ein sichtbares Zeichen für das nachhaltige Engagement des Hauses.

Ladeinfrastruktur
Die Ladeinfrastruktur für die E-Fahrzeuge befindet sich auf der ersten Ebene des Parkhauses. Hier wurden zehn Stellplätze mit Wallboxen ausgerüstet, entsprechend als Stromtankstelle markiert und sind somit für die Nutzung durch E-Dienstwagen reserviert. An diesen zehn Ladepunkten können täglich bis zu 25 Elektrofahrzeuge betankt werden. Das Stromladen kann allerdings problematisch werden, wenn zu viele Elektrofahrzeuge gleichzeitig tanken und eine Diskrepanz zwischen Einspeiseleistung und benötigter Ladeenergie entsteht. Das Lastmanagement der Ladeinfrastruktur soll deshalb sicherstellen, dass

  • die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge optimal an die lokale Netzauslastung angepasst ist und eine Überlastung der Elektroinstallation verhindert wird,
  • der zur Verfügung stehende Solarstrom möglichst umfassend genutzt wird und
  • kostenintensive Lastspitzen durch Zukauf von Strom vermieden werden.

Ein weiterer Pluspunkt ist das Betanken von E-Fahrzeuge nach Priorität oder das gezielte Einteilen von Kapazitäten an einzelnen Ladestationen. Im ZDF kommt die gängigste Ladebetriebsart Mode 3 in Verbindung mit dem Typ-2-Stecker zum Einsatz. Die Ladedauer liegt bei vier bis sechs Stunden, kann aber bei E-Fahrzeugen mit größeren Anschlussleistungen oder schnellladefähigen Batterien deutlich reduziert werden.

Elektro-Fuhrpark
Die Effizienzvorteile von heutigen Elektroautos kommen vor allem im Kurzstrecken- und Lieferverkehr zur Geltung, wo viele Brems- und Anfahrvorgänge die Regel sind und die mangelnde Reichweite der Fahrzeuge keine hohe Relevanz hat. Folglich wurden die ersten E-Fahrzeuge im innerbetrieblichen Transport und dem Personentransport zwischen den zwei Sendezentren des ZDF am Standort Mainz eingesetzt. Die Flottenumstellung ist hier seit 2018 erfolgreich mit unterschiedlichen (Klein-) Transportern für die Logistik und weitere Dienstleisterbereiche umgesetzt. Hierdurch verringert dieser Geschäftsbereich seine CO2-Emissionen – bei gleichbleibend durchschnittlicher Fahrleistung – im Vergleich zu den ersetzten Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor um etwa 23 Tonnen pro Jahr.

Die Elektromobilität soll im ZDF sukzessive ausgeweitet werden. Hierfür werden künftig beim Fahrzeugaustausch oder einer notwendigen Fahrzeugneubeschaffung von Dienstwagen auch automatisch E-Fahrzeuge berücksichtigt. Im zuständigen Fachbereich wird dann eine entsprechende Einzelfallprüfung gemeinsam mit dem Nutzerkreis stattfinden, ob ein geeignetes E-Modell den vielfältigen Nutzungsanforderungen gerecht wird.

Im Jahr 2019 bestand die E-Flotte des ZDF aus:

  • 14 E-Fahrzeugen
  • 4 Plug-in-Hybriden
  • 6 Golfcars
  • 1 Pedelec.

Das ZDF hat bereits vor Jahren begonnen, der Nachhaltigkeit und dem Umweltschutz eine hohe Priorität zuzuweisen. Im Ergebnis wurden viele Investitionen getätigt und Maßnahmen für die Zukunft geplant, die zu einem geringeren Energieverbrauch und zur Schonung der Umwelt führen:

Nachhaltigkeitsaspekte

  • Energiemanagement inkl. Energieaudit
  • Umweltmanagement
  • Teilnahme am Ökoprofit Klub der Stadt Mainz
  • Motivation und Sensibilisierung der Mitarbeitenden für umweltbewusstes Verhalten durch interne Kommunikationsmaßnahmen (u. a. Intranet, Mitarbeiterzeitschrift „kontakt“)
  • Einsatz innovativer, moderner Technologien (z. B. LED-Lichttechnik)
  • Erzeugung von Solarstrom
  • Mobilitätskonzept mit umweltverträglichen, sparsamen Kraftfahrzeugen und Ausbau der ZDF-Elektroflotte

Versorgungstechnische Neuerungen

  • Hocheffiziente Technik der Kälteerzeugung
  • Optimierung der Kälteversorgung
  • Optimierung der Warmwasserversorgung
  • Einsatz hocheffizienter Technik z. B. bei Pumpen, Motoren und Ventilatoren

Reinvestitionsprojekte

  • Effiziente Kälte- und Wärmegewinnung im Sendebetriebsgebäude
  • Ausbau adiabater Befeuchtung in Klimaanlagen/Ersatz von Klimaanlagen
  • Umrüstung auf energieeffiziente Beleuchtungstechnik (LED-Beleuchtung)

Lichttechnik Nachrichtenstudios N1 und N2
Mit der 2019 vom Verwaltungsrat beschlossenen produktionstechnischen Investition in den Austausch der Lichttechnik in den Nachrichtenstudios ergeben sich diverse Verbesserungen in Bezug auf die Nachhaltigkeit. So sind im Gegensatz zum Komplettaustausch der Leuchtstoffröhren in den Flächenleuchten der Nachrichtenstudios, der zuvor im Zyklus von zwei Jahren erfolgen musste, die LED-Scheinwerfer nahezu wartungsfrei und vermeiden einen entsprechenden Ressourcenverbrauch. Zudem ergeben sich nach Abstimmung mit dem virtuellen Set Besonderheiten der nun qualitativ erheblich verbesserten LED-Flächenleuchten: Größere Beleuchtungsstärke, höherer Farbwiedergabeindex (CRI-Wert) und eine homogene Flächenausleuchtung zeichnen die neueste Generation von LED-Flächenleuchten aus. Insgesamt wird eine verbesserte Lichtqualität angestrebt, die sich in der optischen Wahrnehmung durch eine spürbar intensivere Präsenz von Moderierenden und virtuellem Set ausdrückt. Darüber hinaus sind die elektrische Leistungsaufnahme und die damit verbundene Wärmeentwicklung um ca. 70 Prozent geringer als bei den veralteten Flächenleuchten mit Leuchtstoffröhren. Daraus resultiert eine längere Betriebsdauer der LED-Scheinwerfer. Außerdem reduziert sich auch der Bedarf an klimatechnischer Versorgung in den Studios erheblich. Diese betrieblichen Aspekte unterstreichen in besonderer Weise den Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit.

LED-Medienwände im Hauptstadtstudio
2019 wurde in Berlin die in die Jahre gekommene Medienwand im Studio 1 des ZDF-Hauptstadtstudios durch vier LED-Medienwände ersetzt, die in unterschiedlichen Konstellationen nutzbar und in kürzester Zeit auf- und abbaubar sind. Nur so können alle Sendungen wie das „Morgenmagazin“, „Frontal 21“, „dunja hayali“,„maybrit illner“, „aspekte“, „Berlin direkt“ und „unter den linden“ inklusive der notwendigen täglichen Auf- und Abbauten der Studiodekorationen in den vorhandenen Bühnenbildern produziert werden. Neben den Anforderungen an eine robuste Technik und ausgefeilte sowie sehr zuverlässige Mechanik sollte ein LED-System zum Einsatz kommen, das nachhaltig ist und wenig Energie verbraucht. Erfahrungen mit den LED-Wänden des „Mittagsmagazins“ zeigen, dass für die Darstellung eines Bildpunktes (Pixel) eine einzelne Standard-LED bei durchschnittlicher Helligkeit eine Leistung von 0,73 mW verbraucht. Beim Einsatz von vier LED-Medienwänden mit einer Gesamtfläche von 41,2 m² leuchten insgesamt 8.448 x 1.944, also 16.422.912 Pixel und somit käme eine Leistung von 11,9 kW zusammen. Nach Durchführung eines EU-weiten Ausschreibungsverfahrens, in dem die verschiedenen Anforderungskriterien für die neuen Medienwände Berücksichtigung fanden, ist die Entscheidung für die sogenannte Cold-LED-Technologie gefallen. Diese neuartige Technologie senkt den Energieverbrauch um etwa 35 Prozent. Im Beispiel zur Sendung „maybrit illner“ ergibt sich mit dem Cold-LED-System pro Pixel ein Verbrauch von 0,46 mW und in Summe anstatt 11,9 kW nur eine Leistung von 7,6 kW. Trotzdem ist die Lichtstärke der LED-Wände so groß, dass die Medienwände sowohl im Studio als auch im Innenhof bei Tageslicht einsetzbar sind. Nach knapp einem halben Jahr Betrieb zieht die Produktion im Hauptstadtstudio eine positive Bilanz. Die Systeme arbeiten stabil und der Energieverbrauch ist deutlich geringer als bei der Standard-LED-Technologie. Dadurch konnte auch die Kühlleistung der Klimaanlage nachhaltig reduziert werden, da nicht so viel Wärmeleistung abgeführt werden muss.

Maßnahmen zur Betriebseffizienz

  • Betriebszeitenoptimierung nach Nutzungsanforderungen oder -anpassungen
  • Stromverbrauch: Reduzierung der Grundlast
  • Stromverbrauch: Erkennung und Vermeidung von Lastspitzen
  • Prüfung der Umweltverträglichkeit von bestehenden Hauptanlagen

Geplante Maßnahme

  • Aufbau einer eigenen Klimabilanz – Einrichtung einer unternehmensweiten CO2-Messmethodik
  • Energetische Sanierungen
  • effizientere Nutzung der vorhandenen Gebäude und vorbereitende Aktivitäten zur Neubauplanung unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit
  • Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei der Erstellung von Neubauten unter Berücksichtigung von „Green Building“Aspekten.

Darüber hinaus trägt das Unternehmen durch ein betrieblich institutionalisiertes Vorschlagswesen dazu bei, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessert (siehe hierzu DNK 16, Teilhabe).

Leistungsindikatoren zum Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link (Seite 38)

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Das ZDF leistet bei der Kapitalanlage für den Versorgungsstock einen Beitrag als nachhaltig engagierter öffentlich-rechtlicher Rundfunkveranstalter. Die Anlagegrundsätze des ZDF begrenzen den Anlagehorizont im eigenverwalteten Vermögen grundsätzlich auf Anlagen erstklassiger Wertpapiere des Bundes und der Länder Deutschlands sowie übergeordneter staatlicher Emittenten Europas wie EFSF oder Anleihen der EU. Damit sind die Emittenten des ZDF per se solche, die weder gegen internationale Normen verstoßen, zum Beispiel gegen Menschenrechtskonventionen, noch deren Geschäftsaktivitäten und Branchen fragwürdig sind, zum Beispiel Pornografie, oder die auch ethisch fragwürdig handeln, Stichwort Kinderarbeit, Korruption oder Raubbau an natürlichen Ressourcen. Insofern ist das Anlageuniversum des ZDF nachhaltig im Rahmen der norm- und wertbasierten Ausschlusskriterien. Für das wachsende Portfolio des ZDF-Versorgungsstocks ist der weitere Erwerb von Green Bonds, wie sie zum Beispiel von der Weltbank emittiert werden, geplant. Auch im fremd mandatierten ZDF-Vermögen sind per se Anlagen von Emittenten enthalten, deren Nachhaltigkeitsstrategie Leitlinie wirtschaftlichen Handelns darstellt. Der Anlagehorizont dieser Sondervermögen des ZDF beschränkt sich auf europäische Staatsanleihen, supranationale Schuldner sowie Pfandbriefe und Unternehmensanleihen innerhalb Europas. Aktienseitig richtet sich das Portfolio nach dem EURO STOXX 50, bei dem gegenwärtig vor allem Aktiengesellschaften aus Frankreich und Deutschland vertreten sind. Investitionen in Rüstungsgüterindustrien oder in Staaten, in denen die Todesstrafe angewandt wird, schließt das ZDF grundsätzlich aus.

Über die Festlegung von Ausschlusskriterien hinaus wird das Thema Nachhaltigkeit in den Kapitalanlagen ausgehend von den Sustainable Development Goals (SDGs) der UNO sukzessive weiterentwickelt werden. So wurde z. B. der Carbon-Footprint, d. h. die Analyse der CO2-Profile der in den Fonds gehaltenen Assets gegenüber Werten der Vergleichsbenchmark herausgearbeitet. Die Spezifizierung der Nachhaltigkeitsziele in Umsetzungsverfahren z. B. durch Best-in-Class, Stimmrechtsausübung und Engagement wird weiter vertieft. Weiterführende Formulierungen und Priorisierungen konkreter Nachhaltigkeitsziele und dazugehöriger Selektionskriterien in Bezug auf verschiedene Anlageklassen, Branchen, Einzelunternehmen und Themen werden in Abhängigkeit davon angestrebt. Dabei orientiert sich die nachhaltige Strategie an internationalen GRI-Standards.

Eine Quantifizierung Nachhaltiger Finanzanlagen in einem Prozentsatz wird für den Folgebericht erwogen.

Kriterien 11 - 20: Nachhaltigkeitsaspekte

Kriterien 11 - 13 zu Umweltbelangen

11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Dienstreisen
Bei den Dienstreisen ist der Handlungsspielraum des ZDF durch die Vorgaben der ZDF-Reiserichtlinien reglementiert. Diese werden in enger Anlehnung an die Regelungen des Bundesreisekostengesetzes und der dazugehörigen Verwaltungsvorschrift umgesetzt. In den ZDF-Vorschriften zu Dienstreisen wird festgelegt, dass vor der Anordnung und Genehmigung einer Dienstreise zunächst geprüft werden muss, ob das Dienstgeschäft nicht auf eine andere (auch kostengünstigere und umweltschonendere) Weise durchgeführt werden kann, beispielsweise telefonisch oder per Videokonferenz. Die Wahl des Beförderungsmittels ist im ZDF prinzipiell – unter Beachtung des Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit – freigestellt.

Seit 2013 bucht das ZDF alle Bahnfahrten im Fernverkehr klimaneutral mit Ökostrom. Für die Nutzung der Bahn und der öffentlichen Verkehrsmittel besteht nach den derzeitigen Regelungen keine Notwendigkeit einer gesonderten dienstlichen Begründung. Die Nutzung des Flugzeuges oder der Einsatz eines privaten Fahrzeuges hingegen muss dienstlich und wirtschaftlich begründet werden. Der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit kann dabei zur Buchung des Flugzeuges statt der Bahn und damit zu einer höheren CO2-Emission (und weiterer Emissionen wie Feinstaub) bei der Dienstreise führen. Ausnahmen bilden bestimmte Flugstrecken, für die das ZDF eine Flugzeugnutzung ausgeschlossen hat. Dazu gehören Frankfurt – Hannover, Frankfurt – Stuttgart und Frankfurt – Köln/Bonn/Düsseldorf.

Beschaffung
Nachhaltigkeitsziele werden durch den Einkauf des ZDF gemeinsam mit den Fachbereichen im Rahmen von Beschaffungsvorhaben und Ausschreibungen proaktiv verfolgt. Ziel ist es u. a., die Einhaltung von ökologischen und sozialen (Mindest-) Standards zu gewährleisten. Dies geschieht durch eine gezielte Planung, Umsetzung und Überwachung der notwendigen Instrumente und Abläufe zur Durchsetzung von Nachhaltigkeitsstandards bei den Lieferanten im Rahmen von Beauftragungen. Dabei können teilweise auch Einsparpotentiale durch eine effizientere Ressourcennutzung realisiert werden. Die Nachweise, ob und inwieweit Anbieter nachhaltig wirtschaften und deren angebotene Dienstleistungen oder Produkte den ausgeschriebenen Anforderungskriterien unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten entsprechen, werden unter anderem durch Eigenerklärungen, Zertifikate und andere Bescheinigungen unabhängiger Institutionen erbracht.

Einkauf und Reisemanagement haben 2019 Schulungsveranstaltungen zur Nachhaltigkeit mit der Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung des Beschaffungsamtes des Bundesministeriums des Inneren (BMI) durchgeführt. Hierdurch wird die Rolle des Einkaufs und des Reisemanagements als Berater und Multiplikator für die Fachbereiche bei der Erreichung nachhaltiger Beschaffungsziele weiter gestärkt. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen auch in die ZDF-internen Schulungen und insbesondere die ausschreibungsspezifischen Beratungen der Fachbereiche durch den Einkauf und in die Beschaffungspolitik ein. Die Beschaffungsprozesse werden von der Bedarfsanforderung bis zur Dokumentation im Zentraleinkauf weitgehend digital und ressourcenschonend durchgeführt.

Ökostrom
Das ZDF hat sich nach europaweiter Ausschreibung für den Bezug von Ökostrom entschieden. Der Energieträgermix setzt sich aus 53,5 Prozent erneuerbaren Energien – finanziert aus EEG-Umlage – (in erster Linie Photovoltaik- und Windenergie) und zu 46,5 Prozent aus sonstigen erneuerbaren Energien (hauptsächlich Wasserkraft) zusammen. Zulieferer ist die Energievertrieb Deutschland GmbH, Tochtergesellschaft von Energi Danmark. Der Anbieter ist nach ISO 14001 und nach ISO 9001 zertifiziert. Durch die Umstellung auf Ökostrom zu Beginn des Jahres 2019 spart das ZDF im Sendezentrum 1 in Mainz jährlich ca. 5.000 t CO2 ein.

Elektro-Fuhrpark
Das ZDF hat zwischenzeitlich mehrere Elektro-Dienstfahrzeuge im Rahmen des Geschäftsfahrzeug-Leasing beschafft. Derzeit sind 11 Elektrofahrzeuge, 3 Plug-in-Hybridfahrzeuge sowie diverse Caddies in der Zentrale im Einsatz. Weiterhin gibt es 3 Elektrofahrzeuge und 1 Plug-in-Hybridfahrzeug in verschiedenen Inlandstudios.

Büromöbel und Büromaterial
Die Lieferanten müssen neben den Vorgaben im Leistungsverzeichnis (ISO 9001, ISO 14001, EMAS III Umweltmanagementsystem) Nachweise zu umweltfreundlichen Materialien erbringen. Neben den Standardprodukten wird alternativ ein Portfolio nachhaltiger und ökologischer Büromaterialprodukte im Büromaterialkatalog angeboten. Aktuell werden von 1.228 Artikeln 581 Umweltartikel zur Verfügung gestellt.

Biodiversität
Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens übt keine signifikanten Einflüsse bzw. Auswirkungen auf Gebiete mit hohem Biodiversitätswert und auf die Artenvielfalt aus. Kein Standort des ZDF befindet sich in einem Schutzgebiet, grenzt an ein Schutzgebiet oder befindet sich in einem Gebiet mit hohem Biodiversitätswert. Somit gehören keine unter Schutz gestellten oder wiederhergestellten Habitate zum Unternehmen. Habitatsveränderungen durch erneuten Flächenbedarf für Immobilien, Straßen und Parkplätze ergaben sich im Berichtszeitraum nicht.

Die Gesamtfläche des Sendezentrums 1 in Mainz beträgt ca. 554.000 qm, dies entspricht einer Fläche von 77 Fußballfeldern. Davon sind ca. 174.000 qm versiegelte Fläche, die sich in 62.000 qm Gebäudegrundflächen und 112.000 qm für Straßen, Gehwege, Plätze und Parkplätze aufteilt. Somit sind ca. zwei Drittel der Fläche unversiegelte Grünfläche.

Folgende umweltrelevante Aspekte finden bei der Pflege der Außenanlagen und der Landschaft Anwendung:

  • naturnahe Pflege der Vegetation
  • Erhalt der Biodiversität
  • Vermeidung von Pestiziden und Düngemitteln
  • Einsatz von umweltverträglicherem und gesundheitsunschädlicherem Geräte-Spezialkraftstoff
  • Einsatz von modernen Geräten und Maschinen zur Energieeinsparung und Minderung von Emissionen.

Bienen & Bienenpatenschaften
In den letzten Jahren erfolgte eine Ansiedlung von zehn Bienenvölkern auf dem ZDF-Gelände. ZDF-Mitarbeiter*innen haben die Möglichkeit, eine Bienenpatenschaft zu übernehmen und sich unter Anleitung eines Imkers um das Wohl der Bienenvölker zu kümmern. 2019 haben ca. 50 ZDF-Mitarbeiter*innen eine solche Patenschaft übernommen. Die Paten begleiten ein Bienenjahr von März/April bis September/Oktober (ca. vier bis fünf Monate Winterruhe) und werden dafür mit Honig belohnt. Ökologisches Imkern ist ein Beitrag zum Natur- und Bienenschutz und fördert die Gesundheit der Bienen. Ökologisch arbeitende Imker können den Flug der Bienen zwar nicht steuern, aber sie setzen auf natürliche Bienenhaltung und ausgewählte Standorte wie z. B. Streuobstwiesen. Die Bienen bauen ihre Waben selbst, vermehren sich auf natürliche Weise und dürfen auch mal ausschwärmen. Der Imker greift nur dort regulierend ein, wo es nötig ist.

Durch die ökologisch ausgerichtete Pflege der Bienen und die Erzeugung von regionalem Bio-Honig stärkt das ZDF eine artenreiche, giftfreie und insektenfreundliche Landschaft. In diesem Zusammenhang werden auf dem ZDF-Campus und bei der Pflege der Außenanlagen in bestimmten Zonen Blühstreifen angelegt, der Mähzyklus reduziert und der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln komplett vermieden. Zudem gibt es natürliche Ein- oder Umfriedungen, die mit verholzenden Pflanzen bewachsen sind. Diese Flächen bieten heimischen Insekten, Tier-, Vogel- und Pflanzenarten natürliche Schutzzonen. Das Unternehmen verfügt über ein Baumkataster für das Sendezentrum 1. Eine vollständige Dokumentation zur Artenvielfalt auf dem gesamten Betriebsgelände Lerchenberg liegt zurzeit nicht vor.

In welchem Umfang die für die Geschäftstätigkeit wesentlichen natürlichen Ressourcen genutzt werden, ist nachfolgend in GRI SRS-301-1 hinsichtlich der eingesetzten Materialien nach Gewicht oder Volumen in den jeweils geeigneten Maßeinheiten beschrieben. Eine weitere Ausdifferenzierung und ggf. Sortierung in einer Rangliste der wichtigsten Ressourcen wird nach Durchführung des anstehenden Energie-Audits für den Folgebericht geprüft.

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Konkreten Zielsetzungen im Umweltbereich hat das ZDF seine Planung mit Blick auf die Ermittlung klimarelevanter Emissionen (CO2-Rechner) vorangestellt. Den bislang erzielten positiven Entwicklungen in den Bereichen des Ressourcenverbrauchs mit ihren spezifischen Kennziffern soll eine CO2-orientierte Gesamtperspektive voran gestellt werden, die dann auf dieser Ebene zur Analyse und Steuerung dient. Auswirkungen auf das Ressourcenmanagement haben auch die konkreten Ziele zur Steigerung nachhaltiger Produktionen und zur nachhaltigen Beschaffung (s. DNK-Kriterium 3 Ziele). Die folgenden Angaben entsprechen den zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts nach Rechnungslegung Dritter vorliegenden Daten. Sobald weitere Angaben möglich sind, werden diese unter www.nachhaltigkeit.zdf.de ergänzt. Angaben zum Energieverbrauch Strom/Wärme werden in Leistungsindikator GRI SRS-302-1 beschrieben.

Das ZDF verfolgt seine Nachhaltigkeitsziele (siehe DNK-Kriterium 3 Ziele) ganzheitlich in den verschiedenen Bereichen des Unternehmens. Ein wichtiger Schritt war Anfang 2019 die Umstellung des Stromliefervertrages auf 100 Prozent Ökostrom. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Parkdeck hat im Mai 2017 ihren Betrieb aufgenommen und versorgt die Elektro-Nutzfahrzeuge für den innerbetrieblichen Transport auf dem ZDF-Gelände mit Energie. Durch den Bezug von Fernwärme aus einem modernisierten Blockheizkraftwerk sowie die Absenkung der Wasser-Vorlauftemperatur konnten die CO2-Emissionen deutlich reduziert werden. In den Studios sowie Bürogebäuden werden Lichtquellen sukzessive durch sparsamere LED-Leuchten ersetzt. Ein wichtiges Signal war, dass die ZDF-Kantine seit Oktober 2019 ausschließlich Mehrweggeschirr verwendet und weder Plastikbecher noch Einweggeschirr herausgegeben werden. Das ZDF hat sich über den Arbeitskreis „Green Shooting“ maßgeblich an der Entwicklung der Kriterien für die Zertifizierung „Nachhaltiges Produzieren“ beteiligt, die erstmals einheitliche bundesweite Kriterien für umweltfreundliche Film- und TV-Produktionen festschreibt.

Steigerung der Energieeffizienz durch LED-Technik
Seit 2018 wird im Zusammenhang mit der mehrjährigen Brandschutzsanierung des Hochhauses im Sendezentrum in Mainz die Flurbeleuchtung schrittweise gegen eine energiesparende LED-Technik ausgetauscht. Nach Abschluss der Sanierung werden in den mehr als 100 Meter langen Fluren der 14 Büroetagen sowie 2 Kelleretagen dann etwa 800 Leuchten mit energiesparender LED-Technologie zum Einsatz kommen. Auch in den ZDF-Produktionsstudios kommt bei der Lichttechnik zunehmend LED-Technologie zum Einsatz (siehe DNK-Kriterium 10 Innovations- und Produktmanagement).

Neubau nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)
Der ZDF-Verwaltungsrat hat Ende 2019 dem Neubau eines Bürogebäudes zugestimmt. Eine Bestandsbewertung der Gebäude auf dem ZDF-Gelände hatte zuvor ergeben, dass einige der bestehenden Bauten als nicht mehr sanierungsfähig eingestuft wurden und durch Neubauten ersetzt werden müssen. Für den nun geplanten Büroneubau wurde Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil dieses Bauvorhabens festgelegt. Dies soll durch eine Zertifizierung nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) gewährleistet werden.

National Broadcast Center - Nachhaltigkeit durch „Centralized Production“
2020 entsteht am Mainzer Lerchenberg im Sendezentrum 2 des ZDF ein National Broadcast Center, von dem aus die Berichterstattung der drei großen Sportereignisse des Jahres - Fußball-Europameisterschaft der Herren, Olympische Spiele und Paralympics - realisiert wird. Installiert wird ein redaktionelles, produktionelles und technisches Zentrum für die Sportübertragungen, die wie auch schon in den vergangenen Jahren zum größten Teil nicht mehr von vor Ort, sondern aus einem zentralen Produktionszentrum in Deutschland umgesetzt werden. Das spart Gerät und Personal am Austragungsort. Neben wirtschaftlichen Vorteilen und einem Gewinn an Effizienz bedeutet dies auch die Reduktion der CO2-Belastung durch weniger Flugreisen und der Unterbringung der ZDF-Kolleg*innen am Heimatort. Die Fortführung des Nationalen Broadcast Centers am Lerchenberg wird nach den Veranstaltungen gemeinsam mit der ARD evaluiert.

Reduktion der CO2-Belastung bei Dienstreisen
Dienstreisen haben einen erheblichen Anteil an den indirekten Treibhausgas-Emissionen des ZDF (siehe DNK-Kriterium 13 Klimarelevante Emissionen). Ziel ist es daher neben Gründen der Sparsamkeit auch aus Umweltgesichtspunkten, Dienstreisen zu reduzieren. In den ZDF-Reiserichtlinien ist entsprechend festgelegt, dass vor der Genehmigung einer Dienstreise zunächst nachzuweisen ist, dass die Notwendigkeit einer Dienstreise gegeben ist. Bei der Wahl des Transportmittels muss die Nutzung des Flugzeuges dienstlich und wirtschaftlich begründet werden. Kurzstrecken wie von Frankfurt nach Köln/Bonn oder Stuttgart sind für eine Flugzeugnutzung ausgeschlossen. Für die Nutzung der Bahn und der öffentlichen Verkehrsmittel besteht keine Notwendigkeit einer gesonderten Begründung. Seit 2013 bucht das ZDF alle Bahnfahrten im Fernverkehr klimaneutral mit Ökostrom. Die Möglichkeiten von Video- und Telefonkonferenzen können zudem zu einer Reduktion von Dienstreisen führen. Im Rahmen der Einführung von MS Office 365 und dem Ausbau der notwendigen technischen Infrastruktur kommt dies gezielt im ZDF zum Einsatz.

Um die Sensibilisierung der Mitarbeiter*innen für nachhaltiges Reisen weiter zu erhöhen, weist die Abteilung Reisemanagement im Rahmen ihrer Kommunikationsmaßnahmen zudem regelmäßig im Intranet, mittels E-Mail-Newsletter und in der Mitarbeiterzeitschrift auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter*innen für eine nachhaltigere Durchführung von Dienstreisen hin. Zudem wird auf dem Reiseplan die CO2-Belastung der gebuchten Flüge explizit ausgewiesen.

Entwicklung des Reiseaufkommens im ZDF 2016-2019

Flugreisen
Jahr Anzahl Coupons* km
2016 22.819 27.177.494
2017 22.125 20.869.271
2018 20.320 22.682.080
2019 19.163 20.448.664

*Ein Coupon entspricht einer Teilstrecke. Flugtickets können aus einem oder mehreren Coupons bestehen. Beispielsweise handelt es sich bei einer Buchung Frankfurt – London – Frankfurt um ein Ticket mit zwei Coupons.

Bahnreisen
Jahr Anzahl Fahrscheine*
2016 11.829
2017 18.192
2018 20.254
2019 16.820

* Ein Fahrschein entsprach bis zur Einführung von Mein COSMO im März 2019 einer Teilstrecke (analog Coupon Flug). Über Mein COSMO können nun Hin- und Rückfahrt in einem Fahrschein gebucht werden oder auch wie vorher separat. Daher ist hier reell kein Rückgang zu verzeichnen.

Mietwagen
Jahr Anzahl Miettage Anzahl Buchungen
2016 5.368 1.369
2017 5.993 1.309
2018 2.864 864
2019 4.587 1.203
Hotel
Jahr Anzahl Übernachtungen
2016 72.758
2017 66.631
2018 73.418
2019 74.604

Förderung nachhaltiger Mobilität zum Arbeitsplatz
Das ZDF setzt sich für eine nachhaltige Mitarbeitermobilität ein. Neben der Steigerung der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs soll auch die Fahrt zur Arbeit mit dem Rad noch attraktiver werden. Letzteres ist auch unter dem Aspekt des Gesundheitsmanagements sinnvoll. Bereits heute stellt das ZDF seinen Mitarbeiter*innen Fahrradstellplätze und Duschen zur Verfügung. Maßnahmen zur weiteren Förderung der nachhaltigen Mitarbeitermobilität werden fortlaufend auf ihre Umsetzbarkeit hin geprüft.

Fahrräder und E-Bikes
Um die Fahrt zum Arbeitsplatz mit Fahrrad oder E-Bike zu fördern, verbessert das ZDF im Sendezentrum 2 in Mainz die Qualität der Fahrrad-Abstellanlagen im Jahr 2020. Die bestehenden Spiral-Anlagen werden durch vom Allgemeinen Deutsche Fahrrad Club e. V. (ADFC) empfohlene Anlehnbügel ausgetauscht. Für E-Bikes wird zudem die Möglichkeit der Einrichtung von Ladestationen geprüft. Dabei sollen sowohl Ladeboxen für Räder mit herausnehmbaren Akkus als auch überdachte Ladestationen für E-Bikes, bei denen der Akku im Rahmen fest verbaut ist, errichtet werden.

Ladeinfrastruktur E-Fahrzeuge
Bezüglich der Lademöglichkeit für private E-Fahrzeuge fanden beratende Gespräche mit einem externen Experten statt. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die vorhandene Strominfrastruktur auf dem Außengelände und den Parkplätzen nicht für die geforderten Leistungen ausgelegt ist und erhebliche Investitionen erforderlich machen würde. Diese sind derzeit unter den Prämissen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit nicht darstellbar. Auch öffentlich geförderte Lösungsansätze z. B. über die Stadtwerke Mainz sind auf dem ZDF-Gelände nicht ohne weiteres umsetzbar, da die geförderten E-Ladesäulen öffentlich zugänglich sein müssen. Derzeit wird die Einrichtung von E-Ladestationen außerhalb des Geländes geprüft. Mit Blick auf die Mitarbeitermobilität und die damit verbundenen CO2-Emissionen (siehe DNK-Kriterium 13 Klimarelevante Emissionen) ist die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge ein wichtiger Baustein.

Wesentliche Risiken der Geschäftstätigkeit
Betrachtet werden im Risikobericht des ZDF im Hinblick auf Nachhaltigkeit auch Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit des ZDF verknüpft sind und schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung haben können. Nach der bisherigen Einschätzung liegen einzelne Risiken aus der Geschäftstätigkeit des ZDF auf Umwelt und Soziales unterhalb der berichtsrelevanten Wertgrenze (potentielle Schadenshöhe von über 5 Millionen Euro pro Jahr).

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator GRI SRS-301-1: Eingesetzte Materialien
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht oder -volumen der Materialien, die zur Herstellung und Verpackung der wichtigsten Produkte und Dienstleistungen der Organisation während des Berichtszeitraums verwendet wurden, nach:
i. eingesetzten nicht erneuerbaren Materialien;
ii. eingesetzten erneuerbaren Materialien.

Das ZDF setzt ein hochwertiges Universal-Recyclingpapier für die Kopier-, Laser- und Inkjet-Anwendungen in den Büros ein. Es wird zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt und verfügt über eine Preprint-Garantie.

Folgende Umweltschutzlabel und Normen werden erfüllt:
Blauer Engel, FSC, EU-Ecolabel, Umweltmanagement nach ISO 14001 und Garantien wie Kopierfähigkeit und optimale Laufeigenschaften nach EN 12281, Alterungsbeständigkeit nach DIN 6738, Qualitätsmanagement nach ISO 9001.

Verbrauch von Druck/ Kopierpapier in den Sendezentren 1 & 2 im Jahr 2016: 21.000.000 Blätter DIN A4 Recyclingpapier (100 Prozent).
Verbrauch von Druck/ Kopierpapier in den Sendezentren 1 & 2 im Jahr 2017: 20.000.000 Blätter DIN A4 Recyclingpapier (100 Prozent).
Verbrauch von Druck/ Kopierpapier in den Sendezentren 1 & 2 im Jahr 2018: 19.000.000 Blätter DIN A4 Recyclingpapier (100 Prozent).
Verbrauch von Druck/ Kopierpapier in den Sendezentren 1 & 2 im Jahr 2019: 16.500.000 Blätter DIN A4 Recyclingpapier (100 Prozent).

Vergleich 2019
Recyclingpapier Frischfaserpapier
Altpapier (in kg) 92.207,8 Holz (in kg) 246.655,9
Wasserverbrauch (in l) 1.687.732,2 Wasserverbrauch (in l) 4.297.542,5
Gesamt-Energieverbrauch (in kWh) 345.351,2 Gesamt-Energieverbrauch (in kWh) 882.815,7
CO2-Emissionen (in kg CO2) 72.942,1 CO2-Emisionen (in kg CO2) 87.268,1
Einsparungen 2019
Holz (in kg) 246.655,9
Wasserverbrauch (in l) 2.609.810,3
Gesamt-Energieverbrauch (in kWh) 537.464,5
CO2-Emissionen (in kg CO2) 14.326

Berechnungsgrundlage ist die ganzheitliche Betrachtung des gesamten Produktionsprozesses inklusive der Transportwege für 100 Prozent Recyclingpapier und Frischfaserpapier im direkten Vergleich. Quelle Nachhaltigkeitsrechner: http://www.papiernetz.de/info/nachhaltigkeitsrechner/

Leistungsindikator GRI SRS-302-1: Energieverbrauch
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus nicht erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

b. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

c. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen den gesamten:
i. Stromverbrauch
ii. Heizenergieverbrauch
iii. Kühlenergieverbrauch
iv. Dampfverbrauch

d. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen die/den gesamte(n):
i. verkauften Strom
ii. verkaufte Heizungsenergie
iii. verkaufte Kühlenergie
iv. verkauften Dampf

e. Gesamten Energieverbrauch innerhalb der Organisation in Joule oder deren Vielfachen.

f. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

g. Quelle für die verwendeten Umrechnungsfaktoren.

Energieverbräuche

Einsatz zugekaufter (indirekter) Energie Sendezentrum 1 für 2016:

  • Zugekaufter Strom gesamt 38.932.600 kWh
  • Fernwärme 52.680.620 kWh.

Einsatz zugekaufter (indirekter) Energie Sendezentrum 1 für 2017:

  • Zugekaufter Strom gesamt 38.139.330 kWh
  • Fernwärme 34.435.190 kWh.

Einsatz zugekaufter (indirekter) Energie Sendezentrum 1 für 2018:

  • Zugekaufter Strom gesamt 38.436.713 kWh
  • Fernwärme 32.408.510 kWh.

Einsatz zugekaufter (indirekter) Energie Sendezentrum 1 für 2019:

  • Zugekaufter Strom gesamt 39.018.880 kWh
  • Fernwärme 30.830.780 kWh.

Die zur Erzeugung der eingekauften Elektrizität eingesetzte Primärenergie setzte sich für das Jahr 2019 folgendermaßen zusammen (Stromkennzeichnung gemäß § 42 Energiewirtschaftsgesetz):

  • 53,5 Prozent erneuerbare Energien – finanziert aus EEG-Umlage; Photovoltaik- und Windenergie
  • 46,5 Prozent aus sonstigen erneuerbaren Energien; Wasserkraft.

Dieser Strom verursacht 0 g CO2 pro kWh.

Die zur Erzeugung der eingekauften Elektrizität eingesetzte Primärenergie setzte sich für die Jahre 2016-2018 folgendermaßen zusammen (Stromkennzeichnung gemäß § 42 Energiewirtschaftsgesetz):

  • 52,9 Prozent Erneuerbare Energien (finanziert aus EEG-Umlage)
  • 31,7 Prozent Sonstige erneuerbare Energien
  • 13,4 Prozent Kohle
  • 1,4 Prozent Erdgas
  • 0,6 Prozent Sonstige fossile Energieträger

Dieser Strom-Mix verursacht 128 g CO2 pro kWh.

Fernwärme ist eine umweltfreundliche Art zu heizen, denn sie verwertet Abwärmeenergie, die sonst ungenutzt an die Umwelt abgegeben würde. Das verringert den Brennstoffverbrauch und erzeugt weniger klimaschädliches CO2 und Abgas. Die im Kraftwerk bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird mittels intelligenter KWK*-Technologie zur Erhitzung von Heizwasser genutzt, welches über wärmeisolierte Rohre zur Übergabestation in die Kundenimmobilie geleitet wird. Auf Grund des Thermoskannenprinzips der Rohrleitung verliert das mit rund 120 Grad eingespeiste Heizwasser extrem wenig an Wärme. Die Umweltfreundlichkeit eines Energieträgers lässt sich nach dem gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV) ermittelten Primärenergiefaktor beurteilen, der das Verhältnis der eingesetzten Primärenergie zur tatsächlich nutzbaren Endenergie angibt. Der nach DIN 4701-10 zertifizierte Primärenergiefaktor der Fernwärme Mainz beträgt 0,32, was einen sehr günstigen Wert darstellt, denn je niedriger der Primärenergiefaktor ist, umso effizienter wird die Primärenergie genutzt.

Die Fernwärmeenergie Mainz weist einen CO2-Emissionsfaktor 92 g pro kWh aus.

Quelle: https://www.mainzerfernwaerme. de/ * KWK – Kraft-Wärme-Kopplung

Leistungsindikator GRI SRS-302-4: Verringerung des Energieverbrauchs
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Verringerung des Energieverbrauchs, die als direkte Folge von Initiativen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz erreicht wurde, in Joule oder deren Vielfachen.

b. Die in die Verringerung einbezogenen Energiearten: Kraftstoff, elektrischer Strom, Heizung, Kühlung, Dampf oder alle.

c. Die Grundlage für die Berechnung der Verringerung des Energieverbrauchs wie Basisjahr oder Basis/Referenz, sowie die Gründe für diese Wahl.

d. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Energieaudits und Energiemanagement
Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) schreibt in den §§ 8-8 d vor, dass alle Unternehmen (Ausnahmen sind kleinere bis mittlere Unternehmen) verpflichtet sind, ab Dezember 2015 ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchzuführen und dies im Vier-Jahres-Rhythmus zu wiederholen. Ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 ist die systematische Erfassung und Analyse des Energieeinsatzes und Energieverbrauchs in einem Unternehmen. Ziel ist, Energieflüsse und Potenziale für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren. In einem weiteren Schritt werden die verschiedenen Maßnahmen durch Investitions- bzw. Wirtschaftlichkeitsberechnungen monetär bewertet, so dass Unternehmen im Ergebnis auf einen Blick erfassen können, welche Investitionen sich in welchem Zeitraum amortisieren. Abschließend werden die wesentlichen Einsparpotenziale und Einsparmaßnahmen in einem Energiebericht zusammengefasst.

Das ZDF hat in diesem Zusammenhang den ersten Energieaudit im Dezember 2015 durchgeführt. Gemeinsam mit einem zugelassenen externen Auditor, welcher durch entsprechendes internes Fachpersonal (Energiemanager) betreut wird, wurden die durch die DIN vorgegebenen Schritte durchgeführt. Als Ergebnis stehen nach Abschluss des Audits Vorschläge für Energieeffizienzmaßnahmen mit Einschätzungen zu Einsparpotentialen und deren Wirtschaftlichkeit zur Verfügung. Der nächste Audit erfolgt 2020.

Um Umweltschutz und Energieeffizienz noch stärker im ZDF zu verankern, wurde im Rahmen der Realisierung eines Energiemanagementsystems in den letzten Jahren sukzessive ein ZDF-eigenes Energieerfassungssystem am Hauptstandort des ZDF Sendezentrum 1 aufgebaut. Dieses System zur automatischen Erfassung und Auslese der Energieverbräuche liefert auch die (Zahlen-) Basis für den Energieaudit. Zur systematischen Erfassung und späteren Analyse werden an definierten Messpunkten dauerhaft Energieverbräuche gezählt, protokolliert und gespeichert. Eine Software bietet vielseitige Funktionen um die Verbrauchswerte nach unterschiedlichen Anforderungen zu analysieren und auszuwerten. Es lassen sich so Schwachstellen sowie Auffälligkeiten im Energieverbrauch erkennen und Einsparpotentiale und Energiesparmaßnahmen ableiten. In Energieberichten lassen sich die Auswirkungen der Verbesserungen verfolgen und Verbrauchswerte witterungsbereinigt gegenüberstellen. Ebenso bietet das System die Möglichkeit zeitraum- und verbrauchsbezogen die CO2-Belastungen zu errechnen, um so eine Klimabilanz zu erstellen.

Kraftstoffverbräuche der Fahrzeugflotte ZDF (Inland):

2016
ZDF-Tankstelle Externe Tankstellen Summen
Benzin (in l) 5.581 18.060 23.641
Diesel (in l) 111.046 259.243 370.289
2017
ZDF-Tankstelle Externe Tankstellen Summen
Benzin (in l) 5.668 35.258 40.926
Diesel (in l) 98.877 262.950 361.827
2018
ZDF-Tankstelle* Externe Tankstellen Summen
Benzin (in l) 7.931 42.379 50.310
Diesel (in l) 63.768 249.728 313.496

*Die ZDF-Betriebstankstelle wurde zum 31.10.2018 geschlossen. Der nachhaltige Rückbau der Komplettanlage (fünf Tanks mit einem Gesamtvolumen von 225.000 Litern inkl. der Rohrleitungen) ist für das Jahr 2020 geplant.

2019
ZDF-Tankstelle Externe Tankstellen Summen
Benzin (in l) 0 49.708 49.708
Diesel (in l) 0 318.330 318.330

Die Entwicklung bzw. die Verringerung des Energieverbrauchs bei Strom und Wärme wird in Leistungsindikator GRI SRS-302-1 ausgeführt. Für den zugekauften Strom zeigt sich für das Sendezentrum 1 des ZDF für den Zeitraum 2016 bis 2018 eine Reduktion von 1,27 Prozent, für die Fernwärme weist die Reduktion einen Wert von 38,48 Prozent auf.

Leistungsindikator GRI SRS-303-3: Wasserentnahme
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamte Wasserentnahme aus allen Bereichen in Megalitern sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten.

b. Gesamte Wasserentnahme in Megalitern aus allen Bereichen mit Wasserstress sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten sowie eine Aufschlüsselung des Gesamtvolumens nach den in i-iv aufgeführten Entnahmequellen.

c. Eine Aufschlüsselung der gesamten Wasserentnahme aus jeder der in den Angaben 303-3-a und 303-3-b aufgeführten Quellen in Megalitern nach den folgenden Kategorien:
i. Süßwasser (≤1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (Total Dissolved Solids (TDS)));
ii. anderes Wasser (>1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS)).

d. Gegebenenfalls erforderlicher Kontext dazu, wie die Daten zusammengestellt wurden, z. B. Standards, Methoden und Annahmen.

Gesamtwasserentnahme
Die Wasserentnahme des Unternehmens setzt sich aus der Stadtwassereinspeisung und der Brunnenwassernutzung zusammen. Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens erfordert keine Wasserrückgewinnung oder -wiederverwendung.

Wassermengen 2016 Einheit 2016
Stadtwasser cbm 27.369
Brunnenwasser cbm 83.367
Summe Wasserfraktionen cbm 110.736
Abwasser cbm 78.904
Wassermengen 2017 Einheit 2017
Stadtwasser cbm 24.029
Brunnenwasser cbm 79.094
Summe Wasserfraktionen cbm 103.123
Abwasser cbm 73.214
Wassermengen 2018 Einheit 2018
Stadtwasser cbm 25.676
Brunnenwasser cbm 79.552
Summe Wasserfraktionen cbm 105.228
Abwasser cbm 74.847
Wassermengen 2019 Einheit 2019
Stadtwasser cbm 28.001
Brunnenwasser cbm 69.815
Summe Wasserfraktionen cbm 97.816
Abwasser cbm 74.316

Das ZDF reduziert weiterhin den Trinkwasserverbrauch durch technische Maßnahmen und Verbesserungen. Dazu beigetragen sollen Maßnahmen, wie z. B. die Nutzung von Brunnenwasser als Spülwasser für die Toiletten im Verwaltungsgebäude Hochhaus und der sukzessive Einbau von Wasserstopp-Armaturen in allen Sanitärbereichen. Zudem wird das Brunnenwasser zur Bewässerung der Außenanlagen genutzt und kommt im Brandfall als Löschwasser zum Einsatz, um den Frischwasseranteil zu reduzieren.

Leistungsindikator GRI SRS-306-2: Abfall
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht des gefährlichen Abfalls, gegebenenfalls mit einer Aufschlüsselung nach folgenden Entsorgungsverfahren:
i. Wiederverwendung
ii. Recycling
iii. Kompostierung
iv. Rückgewinnung, einschließlich Energierückgewinnung
v. Müllverbrennung (Massenverbrennung)
vi. Salzabwasserversenkung
vii. Mülldeponie
viii. Lagerung am Standort
ix. Sonstige (von der Organisation anzugeben)

b. Gesamtgewicht ungefährlicher Abfälle, gegebenenfalls mit einer Aufschlüsselung nach folgenden Entsorgungsverfahren:
i. Wiederverwendung
ii. Recycling
iii. Kompostierung
iv. Rückgewinnung, einschließlich Energierückgewinnung
v. Müllverbrennung (Massenverbrennung)
vi. Salzabwasserversenkung
vii. Mülldeponie
viii. Lagerung am Standort
ix. Sonstige (von der Organisation anzugeben)

c. Wie die Abfallentsorgungsmethode bestimmt wurde:
i. Direkt von der Organisation entsorgt oder anderweitig direkt bestätigt
ii. Vom Entsorgungsdienstleister zur Verfügung gestellte Informationen
iii. Organisatorische Standardmethoden des Entsorgungsdienstleisters

Gesamtgewicht des Abfalls nach Art und Entsorgungsmethode

Abfall 2016 am Standort Mainz
Abfallart Menge 2016 Einheit
Nicht gefährlicher Abfall zur Verwertung 604,8 t
Nicht gefährlicher Abfall zur Verwertung 20,1 cbm
Nicht gefährlicher Abfall zur Verwertung 2 St.
Nicht gefährlicher Abfall zur Beseitigung 227,3 t
Gefährlicher Abfall zur Verwertung 44,1 t
Gefährlicher Abfall zur Verwertung (Altöl) 1,0 cbm
Gefährlicher Abfall zur Verwertung (99
% Leuchtstoffröhren)
5.825 St.
Gefährlicher Abfall zur Beseitigung
(asbesthaltige
Baustoffe/Dämmmaterialien)
3,7 t
Summe 879,9 t
Summe 21,1 cbm
Summe 5.827 St.
Abfall 2017 am Standort Mainz
Abfallart Menge 2017 Einheit
Nicht gefährlicher Abfall zur Verwertung 612,0 t
Nicht gefährlicher Abfall zur Verwertung 17,0 cbm
Nicht gefährlicher Abfall zur Beseitigung 262,8 t
Gefährlicher Abfall zur Verwertung 57,2 t
Gefährlicher Abfall zur Verwertung 1,1 cbm
Gefährlicher Abfall zur Verwertung (96
% Leuchtstoffröhren)
8.394 St.
Gefährlicher Abfall zur Beseitigung
(asbesthaltige
Baustoffe/Dämmmaterialien)
3,4 t
Summe 935,4 t
Summe 18,1 cbm
Summe 8.394 St.
Abfall 2018 am Standort Mainz
Abfallart Menge 2018 Einheit
Nicht gefährlicher Abfall zur Verwertung 645,0 t
Nicht gefährlicher Abfall zur Verwertung 39,0 cbm
Nicht gefährlicher Abfall zur Beseitigung 260,2 t
Gefährlicher Abfall zur Verwertung 60,9 t
Gefährlicher Abfall zur Verwertung (95
% Leuchtstoffröhren)
7.299 St.
Gefährlicher Abfall zur Beseitigung
(asbesthaltige
Baustoffe/Dämmmaterialien)
7,6 t
Summe 973,7 t
Summe 39,0 cbm
Summe 7.299 St.
Abfall 2019 am Standort Mainz
Abfallart Menge 2019 Einheit
Nicht gefährlicher Abfall zur Verwertung 695,8 t
Nicht gefährlicher Abfall zur Verwertung 57,0 cbm
Nicht gefährlicher Abfall zur Beseitigung 241,9 t
Gefährlicher Abfall zur Verwertung 71,6 t
Gefährlicher Abfall zur Verwertung (94
% Leuchtstoffröhren)
5.155 St.
Gefährlicher Abfall zur Beseitigung
(asbesthaltige
Baustoffe/Dämmmaterialien)
2,9 t
Summe 1.012,2 t
Summe 57,0 cbm
Summe 5.155 St.

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Im Vergleich zum letzten DNK-Berichtszeitraum 2014/2015 wurden die indirekten energiebezogenen CO2-Emissionen um 78 Prozent gesenkt; von 17.200 Tonnen im Jahr 2014 und auf 3.800 Tonnen im Jahr 2019. Hauptgründe hierfür sind umwelteffiziente, technische Neuerungen im Fernheizwerk und die Absenkung der Vorlauftemperatur im ZDF von 120 auf 80 Grad bei der Wassereinspeisung sowie der Bezug von Ökostrom seit dem Jahr 2019 mit einer jährlichen Einsparung von ca. 5.000 Tonnen CO2.

Ökostrom
Das ZDF hat sich nach europaweiter Ausschreibung für den Bezug von Ökostrom entschieden. Der Energieträgermix setzt sich aus 53,5 Prozent erneuerbare Energien – finanziert aus EEG-Umlage – (in erster Linie Photovoltaik- und Windenergie) und zu 46,5 Prozent aus sonstigen erneuerbaren Energien (hauptsächlich Wasserkraft) zusammen. Zulieferer ist die Energievertrieb Deutschland GmbH, Tochtergesellschaft von Energi Danmark. Der Anbieter ist nach ISO 14001 und nach ISO 9001 zertifiziert. Durch die Umstellung auf Ökostrom zu Beginn des Jahres 2019 spart das ZDF jährlich 5.000 Tonnen CO2 ein.

Der Bezug von Ökostrom dient dem Produktions- und Sendebetrieb in fernsehtechnischer Hinsicht sowie der Koordination und Administration in organisationsbezogener Hinsicht für die Erstellung der medialen, nicht physischen Dienstleistung „Fernsehen“ und ist insofern nicht mit Blick auf unterschiedliche Emissionsquellen im Sinne einer klassischen industriebezogenen produktionellen Aktivität differenziert zuzuordnen.

Zielsetzungen sowie Horizonte und Strategien der Zielerreichung mit Blick auf klimarelevante Emissionen und die Nutzung erneuerbarer Energien sind dem DNK-Punkt 3 „Ziele“ zu entnehmen. Das ZDF strebt langfristig und unter der Prämisse dafür notwendiger Rahmenbedingungen Klimaneutralität an.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator GRI SRS-305-1 (siehe GH-EN15): Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der direkten THG-Emissionen (Scope 1) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Für ein Medienunternehmen wie das ZDF mit seiner Planung und Produktion immaterieller Güter und digitaler Inhalte entstehen in den Produktionsprozessen keine signifikanten Emissionen von Treibhausgasen nach Scope 1.

Leistungsindikator GRI SRS-305-2: Indirekte energiebezogenen THG-Emissionen (Scope 2)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. Gegebenenfalls das Bruttovolumen der marktbasierten indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

c. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

CO2-Emissionen 2016 nach Energieart
Benzin 55 t CO2-Emissionen
Diesel 977 t CO2-Emissionen
Strom 4.983 t CO2-Emissionen
Fernwärme 4.847 t CO2-Emissionen
Summe 10.862 t CO2-Emissionen
CO2-Emissionen 2017 nach Energieart
Benzin 95 t CO2-Emissionen
Diesel 955 t CO2-Emissionen
Strom 4.882 t CO2-Emissionen
Fernwärme 3.168 t CO2-Emissionen
Summe 9.100 t CO2-Emissionen
CO2-Emissionen 2018 nach Energieart
Benzin 117 t CO2-Emissionen
Diesel 828 t CO2-Emissionen
Strom 4.920 t CO2-Emissionen
Fernwärme 2.982 t CO2-Emissionen
Summe 8.847 t CO2-Emissionen
CO2-Emissionen 2019 nach Energieart
Benzin 116 t CO2-Emissionen
Diesel 840 t CO2-Emissionen
Strom 0 t CO2-Emissionen
Fernwärme 2.836 t CO2-Emissionen
Summe 3.792 t CO2-Emissionen

Die CO2-Emissionen für die Kraftstoffverbräuche sind mit folgendem Tool errechnet;
Quelle: https://www.spritmonitor.de/de/berechnung_co2_ausstoss.html
Die CO2-Emissionen für Strom und Fernwärme wurden auf der Basis der Lieferantenangaben (CO2-Emissionsfaktor) errechnet; Strom 128 g CO2 pro kWh und Fernwärme 92 g CO2 pro kWh.

Leistungsindikator GRI SRS-305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3) in Tonnen CO2-Äquivalenten.

b. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Kategorien und Aktivitäten bezüglich sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3), die in die Berechnung einbezogen wurden.

e. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

f. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

CO2-Belastung durch ZDF-Flugreisen 2016 - 2019
Jahr Anzahl Coupons km CO2 gesamt in kg*
2016 22.819 27.177.494 10.028.495
2017 22.125 20.869.271 7.700.761
2018 20.320 22.682.080 8.369.687
2019 19.163 20.448.664 7.545.557

*Co2-Ausstoß p.P./km in kg: 0,369 kg

Bahnreisen
Die Deutsche Bahn bescheinigt dem ZDF, dass im Jahr 2018 8.104.255 Personenkilometer und im Jahr 2019 9.033.721 Personenkilometer im Fernverkehr mit 100 Prozent Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen zurückgelegt wurden. Diese Geschäftsreisen waren somit CO2-frei.

Kfz-Fuhrpark
Im März 2019 wurde der ZDF-eigene Fahrzeugpool um die marktgängigen Dienstwagen (Pkw Limousine) verkleinert. Dieser Fahrzeugtyp kann nun für ein- oder mehrtägige Dienstreisen angemietet werden.

Der ZDF-eigene Kraftfahrzeug-Fuhrpark verursachte 2018 folgende CO2-Emissionen:

50 Dispo-Fahrzeuge
der Zentrale*
165 t
48 festzugeordnete Fahrzeuge** 57 t
103 Fahrzeuge der Inland/
Auslandstudios
192 t
Summe 414 t

Der ZDF-eigene Kraftfahrzeug-Fuhrpark verursachte 2019 folgende CO2-Emissionen:

45 Dispo-Fahrzeuge
der Zentrale*
113 t
42 festzugeordnete Fahrzeuge** 60 t
104 Fahrzeuge der Inland/
Auslandstudios
215 t
Summe 388 t

* ohne die Fahrzeuge der ZDF-Töchter
** ohne Sonderzeuge wie AÜ-Flotte, Anhänger, Schlepper, elektrische Golfcars

Mitarbeiter*innen-Pendelverkehr zwischen Wohn- und Arbeitsort
Zu den Scope 3-Emissionen zählen auch Emissionen, die die Mitarbeiter*innen aufgrund ihres Weges zum Arbeitsort erzeugen. Diese Werte werden vom ZDF noch nicht erhoben. Im Zuge der geplanten umfassenden CO2-Ermittlung sollen diese jedoch künftig erhoben werden. Zur Förderung nachhaltiger Mitarbeitermobilität werden derzeit verschiedene Maßnahmen auf ihre Umsetzbarkeit geprüft (siehe auch DNK-Kriterium 12). Seit 2009 bietet das ZDF den Mitarbeiter*innen am Standort Mainz ein attraktives Angebot für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Gebiet Mainz/Wiesbaden und für die Region Rheinhessen-Nahe im Rahmen eines Jobtickets an. Im Jahr 2019 nutzten etwa 400 Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, ihren Arbeitsweg auf diese Art kostengünstig und umweltschonend zurückzulegen. Die zum 1.1.2019 in Kraft getretene Steuerbefreiung führte zu einem Anstieg der Nutzung.

Leistungsindikator GRI SRS-305-5: Senkung der THG-Emissionen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Senkung der THG-Emissionen, die direkte Folge von Initiativen zur Emissionssenkung ist, in Tonnen CO2-Äquivalenten.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Basisjahr oder Basis/Referenz, einschließlich der Begründung für diese Wahl.

d. Kategorien (Scopes), in denen die Senkung erfolgt ist; ob bei direkten (Scope 1), indirekten energiebedingten (Scope 2) und/oder sonstigen indirekten (Scope 3) THG-Emissionen.

e. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Maßnahmen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz Ökologischer Beitrag
Bezug Ökostrom Zeitraum 2019 bis 2021 Einsparung im
Sendezentrum 1
jährlich: 5.000 t
CO2-Emissionen
Energierückgewinnung der Aufzüge
im Hochhaus (8 Aufzüge) und im
Sendebetriebsgebäude (7 Aufzüge)
Aufzügen wird bei der
Abwärtsfahrt über eine
nachgerüstete Elektronik
ins Versorgungsnetz
rückgespeist; Senkung der
Energiekosten, geschätzte
Amortisationszeit bei
steigenden Energiepreisen:
ca. 5-8 Jahre Energieeinsparung ca. 30 Prozent
Einsparung jährlich
9,5 t CO2-Emissionen
Energiemanagement und
Energiemonitoring/Energiecontrolling
(inkl. Analysen, Studien und
Umsetzung zur zukunftsfähigen
Energieversorgung)
Profit ist nur schwer
bezifferbar, ca. 10 Prozent
der Energiekosten;
erwarteter Profit nach
Implementierung der
Zählerstruktur und Überwachung nach ca. 5-6
Jahren für das gesamte SZ 1
Einsparung jährlich
78 t CO2-Emissionen
Energieeinsparung durch
Reduzierung
Heißwasserrücklauftemperatur im
Heizwerk
Energieeinsparung Einsparung jährlich
49 t CO2-Emissionen
Absenkung/Ausschaltung der
Dampferzeuger in den
Sommermonaten
Energieeinsparung aktuell nicht
bezifferbar
Umbau Kältemaschinen Energieeinsparung;
technische Innovation der
Anlage
aktuell nicht
bezifferbar
Photovoltaikanlage Erzeugung erneuerbare
Energie (Solarstrom) durch
Photovoltaikanlage
(Stromerzeugung von 121.950 kWh)
Einsparung 76 t CO2-Emissionen
Einsatz Elektrofahrzeug Nutzung Elektrofahrzeuge
vor Ort mit selbsterzeugtem Solarstrom
Einsparung 23 t CO2-Emissionen
Rückgang der Kraftstoffverbräuche schonender Ressourcenumgang Einsparung 289 t CO2-Emissionen
Rückgang der Energieverbräuche Strom und Fernwärme Einsparungen Strom 973 t CO2-Emissionen
Wärme 6.696 t CO2-Emissionen
Zentralisierung von Kühlschränken in den Teeküchen im
Verwaltungsgebäude Hochhaus
Einsparung von 100
Kühlschränken; jährliche
Stromeinsparung 11.000 kWh
Einsparung 1,41 t CO2-Emissionen
Einsatz Recyclingpapiersorten an zentralen Kopierern/Druckern Einsparung von Holz,
Energie, Wasser, Abfall und
CO2 (bei leicht sinkendem
Papierverbrauch)
Einsparungen:
618.900 kWh Strom
17 t CO2-Emissionen
3.005.000 l Wasser
284.000 kg Holz
Energiespartage/Energieworkshop 2012 (24.-26.
Januar 2012)
Mitarbeitersensibilisierung
ZDF & Energieeinsparung
Hochhaus
(78.887 kWh Strom)
Einsparung einmalig
32 t CO2-Emissionen
Energiespartage 2010
(24.28.
Januar 2010)
Energieeinsparung in den
Sendezentren 1/2:
Senkung des
Energieverbrauchs um
durchschnittlich 6,5 Prozent
bzw. 114.700 kWh an den 3
Aktionstagen
Einsparung einmalig 46 t CO2-Emissionen
Netztrennung von Klima- und Gestellkühlung im Sendezentrum 1 Erweiterung der Kälteversorgung
Sendezentrum 1:
- Aufbau eines neuen
Kaltwassernetzes nur für
Gestellkühlung
- Betrieb der
Komfortklimaversorgung
bleibt unverändert bestehen
aktuell nicht bezifferbar
Energieoptimierung Zu-/Abluftstraße SB-Gebäude Energieoptimierung
Sendebetriebsgebäude:
Einsparung durch
Wärmerückgewinnung
aktuell nicht bezifferbar
Dämmung der Decken Erdgeschoss (Garage/1.OG) nach EnEV 2009 in den Werkswohnungen 1 und 2 Energetische Verbesserung
Werkswohnungen:
9 Prozent Einsparung der
Energiekosten
Einsparung jährlich 14 t CO2-Emissionen
Dämmung aller warmwasserführenden Rohrleitungen
nach EnEV 2009 in den Werkswohnungen 1 und 2
Energetische Verbesserung
Werkswohnungen:
2 Prozent Einsparung der
Energiekosten
Einsparung jährlich 1 t CO2-Emissionen
Fassadenisolierung in den Werkswohnungen 1 und 2 Energetische Verbesserung
Werkswohnungen:
10 Prozent Einsparung
Energiekosten
Einsparung jährlich 16 t CO2-Emissionen
Ertüchtigung der zentralen Heiztechnik, Warmwasserbereitung, Regelstrecke Trinkwassereinführung in den Werkswohnungen 1 und 2 Energetische Verbesserung
Werkswohnungen:
10 Prozent Einsparung
Energiekosten
Einsparung jährlich 4 t CO2-Emissionen
Sensibilisierung von Großverbrauchern Energieeinsparung &
Kostensenkung durch
Verbrauchsmessungen &
Sensibilisierungsgespräche
mit folgenden
Großverbrauchern
(Motivation zur
Verhaltensänderung &
Disziplinappell):
- GF
Beitragsprüfung + Abnahme:
Abschaltung der MAZen
nach Dienstschluss
- Fernsehgarten:
Beleuchtungsdauer an
Freitagproben wurden nach
Rücksprache eingeschränkt;
dadurch Stromersparnis
von ca. 1.000 €
pa/Brennstunden reduziert
(10.000 kWh Strom)
Einsparung jährlich 4 t CO2-Emissionen
LED-Beleuchtung in den Flurbereichen Hochhaus Energieeinsparung im Hochhaus:
Umsetzung der Maßnahmen
im Rahmen der
Brandschutzsanierung im
Gebäude
Einsparung 10 t CO2-Emissionen
Geothermie Studio München Beitrag zum Klimaschutz
und zur Energiewende,
nachhaltige Energiequelle
Einsparung 350 t CO2-Emissionen
CO2-neutraler Versand von Büromaterial Der Bürobedarfslieferant
des ZDF beliefert ab sofort
sämtliche Kunden in
Deutschland, Österreich,
der Schweiz und Benelux
CO2-neutral. Der Lieferant
unterstützt dazu zwei
Klimaschutzprojekte des
Projektpartners First
Climate (www.firstclimate.de) und kompensiert so die bei der
Auslieferung seiner Ware
entstehenden Treibhausgase
CO2-Neutralität
CO2-neutrale Dienstreisen im Bahnfernverkehr 100 Prozent Ökostrom CO2-Neutralität
Anpassung des Anlagenbetriebes an die Nutzungsbedingungen des Hochhauses (Betriebszeitenoptimierung) Optimierung Betriebsführung
Sendezentrum 1:
Energieeinsparungen
Nicht bezifferbar
Temperatur- und feuchteoptimierte Fahrweise der DDC-Anlagen Optimierung Betriebsführung
Sendezentrum 1:
Energieeinsparungen
Nicht bezifferbar
Minderung der Grundlast Optimierung Betriebsführung
Sendezentrum 1:
Energieeinsparungen
Nicht bezifferbar
Vermeidung von Lastspitzen durch ständige Anpassung des Programms für Höchstlastoptimierung an die
Betriebsgegebenheiten
Optimierung Betriebsführung
Sendezentrum 1:
Energieeinsparungen
Nicht bezifferbar

Kriterien 14 - 20 zu Gesellschaft

Kriterien 14 - 16 zu Arbeitnehmerbelangen

14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Das ZDF hält alle Gesetze zu den Arbeitnehmerrechten ein. Tarifpartner sind die Gewerkschaften DJV, ver.di und VRFF. Es existieren auch außertarifliche und übertarifliche Verträge. Das Vergütungssystem ist transparent. Mit den Arbeitnehmervertretungen sind darüber hinaus spezielle Tarif- und Dienstvereinbarungen getroffen worden, die über gesetzliche Standards hinausgehen.

Alle Anforderungen in Sachen Mitbestimmung gemäß dem Landespersonalvertretungsgesetz werden über entsprechende Personalratsstrukturen erfüllt und durch den Personalbereich als Schnittstelle zum Personalrat sichergestellt. Personalversammlungen, Leitordnungsgespräche, spezielle Informationsveranstaltungen der Direktionen, Mitarbeiter- und Gruppengespräche, eine Mitarbeiterzeitschrift, das ZDF-Intranet und vielfältige Foren sowie spezielle Veranstaltungen fördern die innerbetriebliche Kommunikation und die Einbindung der Mitarbeiter*innen in die Unternehmensprozesse. Hier werden auch zahlreiche Nachhaltigkeitsthemen (etwa Work-Life-Balance, Diversity, Gesundheit, Ökologie) integriert. Die Nachhaltigkeitskoordination und das bereichsübergreifende Nachhaltigkeitsteam des ZDF tragen entsprechende Themen in die unterschiedlichen Direktionen, Abteilungen und Geschäftsfelder und kommunizieren entsprechendes Feedback auch über Informationsprozesse im Rahmen der unternehmerischen Nachhaltigkeitsberichterstattung. Mitarbeitende werden in ihren freiwilligen Engagements für soziale und gesellschaftliche Belange unterstützt (Corporate Volunteering).

Vereinbarungen mit Verbänden der Filmschaffenden
Das ZDF befindet sich darüber hinaus in einem regen und kontinuierlichen Austausch mit zahlreichen Verbänden der Filmschaffenden, der eine unverzichtbare Basis für eine positive Gestaltung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit darstellt. Darunter sind zum einen die Verbände von Urhebern wie die Autorenverbände VDD (Verband deutscher Drehbuchautoren) und VDB (Verband deutscher Bühnen- und Medienverlage) und der Bundesverband Regie (BVR). Mit diesen Verbänden bestehen „Gemeinsame Vergütungsregelungen“, die durch die Festlegung von Vergütungsmodellen und -sätzen eine angemessene Bezahlung sicherstellen und in regelmäßigen Verhandlungsrunden evaluiert und angepasst werden. Derzeit befindet sich das ZDF u. a. mit dem VDD in Verhandlungen zur Vergütungsregelung. Zum anderen führt das ZDF auch Gespräche mit dem Bundesverband Schauspiel (BFFS), der Allianz unabhängiger Filmdienstleister (AUF), dem Verband der Filmverleiher (VDF) und anderen Institutionen, um Themen der Branche zu diskutieren. Durch diese Vernetzung mit verschiedenen Stakeholdern im Markt können Themen wie die Altersversorgung von Filmschaffenden („Limburger Lösung“), Initiativen für Nachhaltigkeit im Produktionsprozess („Green Production“) oder Maßnahmen als Reaktion auf die „#MeToo“-Debatte erarbeitet werden.

„Limburger Lösung“
Die Einführung der sogenannten „Limburger Lösung“ im Jahr 2016 ist ein wichtiger Bestandteil bei der Absicherung der Altersversorgung für freie Film- und Fernsehschaffende. Die Vereinbarung zwischen ZDF, ARD, der Allianz Deutscher Produzenten Film- und Fernsehen e. V., Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, der Bundesverband Schauspiel e. V. und die Pensionskasse Rundfunk VVaG sieht vor, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten denjenigen Produzenten, die Beiträge an die Pensionskasse Rundfunk abführen, bei voll- und teilfinanzierten Auftragsproduktionen die PKR-Beiträge zu 100 Prozent auf Nachweis erstatten. Bei Fernseh-Koproduktionen teilen sich Sender und Produzent*innen die Anstaltsbeiträge je nach Höhe ihres Finanzierungsanteils. Rückwirkend zum 1. Januar 2018 erstatten ARD und ZDF den Produzent*innen auch bei geförderten Koproduktionen die Pensionskassen-Beiträge in Höhe ihres jeweiligen Finanzierungsanteils. Mit dieser Klarstellung konnten die Befürchtungen der Produzent*innen zerstreut werden, eventuell die Kosten der Beitragszahlungen an die Pensionskasse Rundfunk tragen, bzw. sie vom Herstellungsbudget begleichen zu müssen. Auch Produzenten ohne Mitgliedschaft in der Pensionskasse Rundfunk können sich auf die Limburger Lösung berufen.

Für den Bereich Arbeitnehmerrechte gilt es selbstverständlich als Zielsetzung des ZDF auch weiterhin alle national und international anerkannten Standards einzuhalten und die schon bislang in vielerlei Hinsicht darüber hinaus gehenden Tarif- und Dienstvereinbarungen möglichst konsensual mit den Mitarbeiter*innen und den entsprechenden Vertretungen an sich wandelnde Umfelder und Herausforderungen anzupassen.

Das ZDF ist abgesehen von seiner durch die internationale Berichterstattung erforderlichen Aktivität außerhalb Deutschlands (Studios und Korrespondenten) ein vornehmlich national tätiges Unternehmen und sieht sich in Hinsicht auf das Thema „Arbeitnehmerrechte“ keinen spezifischen Risiken ausgesetzt.

15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Chancengleichheit
Das ZDF ist Unterzeichner der Charta der Vielfalt und setzt sich im Unternehmen für Chancengleichheit ein. Das heißt, alle Mitarbeitenden können ihre Talente einbringen. Deshalb möchte das ZDF Menschen aus allen Gruppen der Gesellschaft und mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen gewinnen.

Vielfalt beim Personal
Ziel des ZDF ist es, dass gesellschaftliche Teilhabe nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera gelebt wird. Dadurch wird die Qualität im Programm unterstützt und befördert. Es gilt der Grundsatz: Was Maßstab für die Programme ist, muss auch für das Unternehmen selbst gelten. Ein vielfältiges Miteinander und ein respektvoller Umgang gehören zum Selbstverständnis des ZDF und tragen zu seiner Zukunftsfähigkeit bei. Das ZDF setzt auf eine diskriminierungsfreie Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen, ebenso wie auf die Erfahrungen und Talente von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Weltanschauung und Identität. Dazu gehört auch, dass das ZDF Parität bei Frauen und Männern in der Belegschaft und in den Führungsfunktionen aller Ebenen anstrebt. Auf die Unterrepräsentanz von Frauen wird im gegebenen Fall besonders hingewiesen. Den Stellenausschreibungen des ZDF ist das Bekenntnis zu Vielfalt vorangestellt.

Das ZDF richtet seine Personalarbeit u. a. mit folgenden Maßnahmen auf Vielfalt aus:

  • Um Praktika und Hospitationen nicht von privaten finanziellen Rahmenbedingungen der Bewerber*innen abhängig zu machen, werden seit 2018 Praktika und Hospitationen mit einer Dauer von länger als 3 Monaten vergütet.
  • Das ZDF strebt altersgemischte Teams mit Personen unterschiedlicher Herkunft an.
  • Es gibt vielfältige Angebote zur Vereinbarkeit von Familie bzw. Privatleben und Beruf wie z. B. sehr flexible Teilzeitmodelle, Gleitzeit- und Langzeitarbeitskonten, Betriebskindertagesstätte, Kinderferienbetreuung, ein „Eltern-Kind-Büro“ sowie ein Gesundheitsmanagement mit zahlreichen Angeboten auf dem ZDF-Gelände.
  • Zusätzlich unterstützt das ZDF seine Mitarbeiter*‘innen durch bezahlte Freistellung bei akut auftretenden Pflegesituationen.
  • Das ZDF achtet auf ergonomische und barrierefreie Arbeitsplätze. Bei Baumaßnahmen wird dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit besondere Beachtung geschenkt.

Diese Maßnahmen sollen in den nächsten Jahren beständig weiterentwickelt und ergänzt werden. Das ZDF möchte dadurch noch bessere Bedingungen für die Entfaltung von Talenten und Leistungen, eine weitere Steigerung der Kreativität und Innovationsfähigkeit, eine bessere Zusammenarbeit und nicht zuletzt eine Stärkung des Unternehmens insgesamt schaffen.

Gleichstellung und Diversity
Seit 2012 existiert im ZDF die Arbeitsgruppe „Diversity“. Diese berät den Intendanten und die Geschäftsleitung in Fragen der Chancengerechtigkeit und Vielfalt. Ein jährlich stattfindender Diversity-Tag im ZDF informiert jeweils zu einem Aspekt von Vielfalt. Weiterhin laden Aktionen zum Mitmachen ein. Die Veranstaltung setzt darauf, dass Mitarbeitende sich informieren und eigene Erfahrungen machen. 2018 stand der Diversity-Tag unter dem Motto „Der blinde Fleck – was wir nicht sehen: Von der Macht des Schubladendenkens“. 2019 fand der Tag unter dem Fokus „Sexuelle Orientierung und Identität" statt. Das Thema „Diversität“ ist zudem fester Bestandteil des Fortbildungsmoduls „Personal“ des Führungskräfteprogramms, um Führungskräfte in Bezug auf die Vorteile und Herausforderungen einer vielfältigen Beschäftigungsstruktur zu sensibilisieren.

Unterstützung bei Beschwerden wegen Diskriminierung oder Belästigung
Das ZDF verfügt über verschiedene Anlaufstellen, an die sich Mitarbeiter*innen, aber auch Beschäftigte von Produktionsunternehmen, die im Auftrag des ZDF an Programmen arbeiten (unter anderem Autor*innen, Regisseur*innen, Schauspieler*innen, Produktionsbeschäftigte), bei Fällen von Diskriminierung oder Belästigung wenden können. Als Reaktion auf die „#MeToo“-Debatte über Machtmissbrauch und persönliches Fehlverhalten in der Film- und Fernsehbranche wurden im Februar 2018 im ZDF zwei Vertrauenspersonen benannt. Persönliches Fehlverhalten wird durch das ZDF oder das vom ZDF beauftragte Unternehmen arbeitsrechtlich geahndet. Bei Fällen von Diskriminierung oder Belästigung können sich betroffene Beschäftigte des ZDF an ihre Vorgesetzten, an die Personalvertretung oder die Personalabteilung wenden. Beschäftigte von ZDF Enterprises sowie der Tochter- und Beteiligungsunternehmen, können sich an den Betriebsrat oder an den Personalbereich bei ZDF Enterprises wenden.

Festangestellte und freie Mitarbeiter*innen von Produktionsunternehmen, die im Auftrag des ZDF an Programmen arbeiten, können sich an die verantwortlichen Redaktionen des Hauses wenden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Vertrauenspersonen zu kontaktieren. Das ZDF ist zudem Gründungsmitglied der Themis-Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt e. V. (https://themis-vertrauensstelle. de), die im Oktober 2018 ihre Arbeit aufnahm. Die Vertrauensstelle Themis ist ein gemeinsames Anliegen der Branchenverbände, der Arbeitgeber*innen- und Arbeitnehmer*innen-Vertretungen aus der Kultur- und Medienbranche und der Sendeanstalten. Sie wird von 17 Brancheneinrichtungen der Film-, Fernseh- und Theaterbranche getragen und unterstützt.

Die Gleichstellungsbeauftragte des ZDF wird jeweils für drei Jahre vom Intendanten im Einvernehmen mit den Personalräten berufen. Sie soll die Realisierung der Gleichstellungsziele im ZDF mit gewährleisten, berät die Fachbereiche, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, entwickelt Initiativen oder ist beteiligt an Konzepten, z. B. zur internen Personalentwicklung. Einmal jährlich berichtet die Gleichstellungsbeauftragte dem Intendanten, den Personalräten und den Gremien des ZDF über die aktuelle Entwicklung.

LGBTIQ+ Netzwerk
Anfang 2019 hat sich ZDF|queer, ein Mitarbeiter*innen-Netzwerk für alle mit LGBTIQ+-Hintergrund sowie Interessierte gegründet. Die Abkürzung LGBTQ+ steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, queere, intersexuelle und asexuelle Menschen. Ziele von ZDF|queer sind, die Sichtbarkeit von LGBTIQ+-Menschen und -Themen im ZDF und seinen TV-Programmen zu erhöhen sowie die Gleichberechtigung und Wertschätzung der LGBTIQ+-Mitarbeiter* innen im Unternehmen zu fördern.

Vielfalt im Programm
Das ZDF hat den Auftrag, ein umfassendes Bild der Wirklichkeit in Deutschland zu vermitteln, das Geschehen in den Bundesländern und die kulturelle Vielfalt Deutschlands sichtbar zu machen und dabei die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland zu fördern. Mit seinen Programmen und Angeboten soll der Sender ausdrücklich auch der gesamtgesellschaftlichen Integration dienen und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken (§ 5 ZDF-Staatsvertrag).

Gendergerechtigkeit vor und hinter der Kamera
Eine ausgewogene Berücksichtigung aller Geschlechter vor und hinter der Kamera sowie eine zeitgemäß gendergerechte Darstellung im Programm ist wichtiges Anliegen des ZDF.

Um einen besseren Überblick über die verschiedenen Gewerke bei den Auftragsproduktionen des ZDF zu bekommen, wird seit 2016 die Geschlechterverteilung für TV-Produktionen der besonders prägenden Gewerke (Regie, Buch, Schnitt, Kamera, Szenographie, Ton, Kostüm, Musik und Produktion) erfasst. Das Gendermonitoring hat zum Ziel, die ZDF-Mitarbeiter* innen einerseits für eine paritätische Verteilung der Beauftragung von Gewerken zu sensibilisieren und andererseits, um gegebenenfalls nachsteuern zu können. Erste Ergebnisse zeigen sich bereits auf einzelnen Sendeplätzen und in einzelnen Gewerken, wie z. B. auf der 19:25 Uhr-Serienleiste oder den Freitagskrimis.

2017 wurde im Auftrag von ARD und ZDF die Studie Gender und Fernsehfilm von der Universität Rostock und dem Fraunhofer Institut durchgeführt. In der Studie wurde deutlich, dass es seit Ende der 1990er Jahre ein Potential für weibliche Beschäftigte gibt, das sich im Markt nicht widerspiegelt. Das heißt, Frauen sind in den meisten der genannten Schlüsselpositionen, insbesondere im Feld Regie, unterrepräsentiert. Auch kommen die Frauen nach ihrer Ausbildung zu wenig in den angestrebten Berufen an.

Das ZDF fördert die Gleichstellung von Frauen in der TV-Produktion aktiv. Dies betrifft in kreativen Schlüsselpositionen vor allem den Bereich Regie. Hierzu wurde ein Acht-Punkte-Plan vereinbart, in dem u. a. ein frauenspezifisches Förderprogramm, Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein Gender-Monitoring etabliert wurden. Außerdem führen die programmbildenden Direktionen Zielvereinbarungsgespräche mit allen Redaktionen und Abteilungen. Es gilt hier etwa genrespezifische Vielfaltszielsetzungen zu erreichen, wie die Förderung in kreativen Schlüsselpositionen vor und hinter der Kamera. Die Zielerreichung wird regelmäßig überprüft.

Expertinnen und Experten in den ZDF-Sendungen
In den Informations- und Nachrichtensendungen des ZDF und auf dem Nachrichtenportal heute.de wird im Laufe eines Jahres eine Vielzahl von Expert*innen zu den unterschiedlichsten Themen interviewt oder zitiert. Bei der Auswahl der Fachleute achten die Redaktionen neben dem eigentlichen Fachwissen immer auch darauf, dass Vertreter*innen unterschiedlicher Denkrichtungen zu Wort kommen. Angestrebt wird ausdrücklich, auf dem Bildschirm unterschiedliche Expert*innen zu Wort kommen zu lassen. Eine Expert*innen-Datenbank im ZDF wird mit der Maßgabe der Erreichung einer möglichst großen Ausgewogenheit fortlaufend erweitert. Dort sind die Namen für alle Bereiche zu Recherchezwecken abrufbar. Außerdem finden die Namen auch Eingang in die sogenannte Expert*innenliste auf der Unternehmensseite des ZDF (https://www.zdf.de/nachrichten/heute/experten-in-den-zdf-informationssendungen-100.html).

Gendergerechtes Erzählen
2019 hat das ZDF das Fortbildungsprogramm „Beyond Stereotypes“ der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, des Erich Pommer Instituts und der MaLisa-Stiftung unterstützt. Das Programm legt den Fokus nicht auf die Genderverteilung hinter der Kamera, sondern auf tradierte, aber überholte Erzählmechanismen mit stereotypen Figurenzeichnungen in Fernsehproduktionen. In erster Linie soll das Programm für eine zeitgemäße Darstellung von Geschlechterrollen sensibilisieren und die Teilnehmer*innen dazu befähigen, diese in ihrem Arbeitsalltag (ihren Serien- und Fernsehfilmproduktionen) zu durchbrechen.

Barrierefreie Programmangebote
Das ZDF widmet sich seit Jahren dem kontinuierlichen Ausbau seiner barrierefreien Angebote, um insbesondere Menschen mit Behinderungen und anderen funktionellen Einschränkungen eine aktive und integrative Medien-Teilnahme zu ermöglichen (https://barrierefreiheit.zdf.de). Im Bereich der Untertitel stieg der Anteil am Programm von 75,8 Prozent (2016) auf knapp 82 Prozent (2018). Im Bereich der Audiodeskription baute das ZDF seinen Anteil von 11,7 Prozent auf 16 Prozent aus. In der Zeit, in der die meisten Menschen fernsehen – zwischen 15:00 Uhr und 22:15 Uhr – bietet das ZDF ein zu 100 Prozent untertiteltes Programm an. Für Blinde und sehbehinderte Menschen konnten 2018 alle großen Sportereignisse mit Audiodeskription versehen werden.

Seit Juni 2018 bietet das ZDF ausgewählte Informationssendungen in Deutscher Gebärdensprache im Livestream an. Im 1. Quartal 2020 sind diese auch als Videos zum Abruf in der ZDFmediathek verfügbar.

Durch neue technologische Möglichkeiten sollen die barrierefreien Inhalte in der ZDFmediathek noch besser strukturiert und leichter auffindbar werden.

Im regelmäßigen Austausch mit Expert*innen und Interessensvertreter*innen der verschiedenen Zielgruppen sowie mit den Arbeitsgruppen der anderen deutschsprachigen Sendeanstalten arbeitet das ZDF weiter daran, dass seine barrierefreien Angebote zeitgemäß und zielgruppenorientiert bleiben.

Gesundheitsschutz
Neben ganzjährigen Angeboten zur Gesundheitsförderung der Mitarbeiter*innen, einer vielseitig engagierten Betriebssportgruppe oder Angeboten von ZDFmove, einem Rücken- und Herz/Kreislauf-Präventionstrainingszentrum, sorgen regelmäßig stattfindende Gesundheitstage zu ausgewählten Schwerpunktthemen für aktive Motivation. Die betriebsärztliche Station des ZDF kümmert sich über die gesetzlich verankerte arbeitsmedizinische Betreuung hinaus um die medizinische Versorgung und Beratung im Einzelfall, aber auch etwa um Angebote für Grippeschutz, Beratung in gesundheitlich prekären Lebenslagen und Suchtprävention.

Menschen mit Behinderungen finden im ZDF Unterstützung durch eine Schwerbehindertenvertretung. Im Mittelpunkt der Hilfe steht die Beratung Betroffener durch die gewählte Vertrauensperson der Schwerbehinderten und ihrer drei Stellvertreter*innen. Sie hat eine Lotsenfunktion und kann im günstigsten Fall als Schnittstelle zum Arbeitgeber, der Arbeitsagentur, verschiedenen Ämtern und der Krankenkasse wirken. Innerbetrieblich arbeitet die Vertrauensperson eng mit der Inklusionsbeauftragten des ZDF, der betriebsärztlichen Station, der Personalabteilung, dem Sicherheitsingenieur, dem Gebäudemanagement und dem Personalrat zusammen. Dank vielfältiger Maßnahmen in den vergangenen Jahren ist das ZDF-Gelände in großen Teilen barrierefrei.

Zielerreichung
Die aufgeführten Strategien und Maßnahmen in Sachen „Chancengerechtigkeit“ reflektieren eine grundsätzlich implizite Motivation des ZDF in dieser für das Unternehmen sehr wichtigen Dimension eines fairen und respektvollen Miteinanders ohne bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Entsprechenserklärung dieses Globalziel und seine Teilziele explizit und ausdifferenziert mit kleinteiligen Zielerreichungskennzahlen im Detail zu messen. Die Zielerreichung erfolgt durch die Umsetzung der Maßnahmen.

16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Ausbildung/Fortbildung/Weiterbildung/Personalentwicklung
Das ZDF hat im Jahr 2019 rund 1.180 (2018: 1.270) Ausbildungsplätze in den verschiedensten Formen von Auszubildenden, Praktikant*innen bis hin zu Volontär*innen betreut, um damit den kompetenten Nachwuchs zu sichern.

Die Personalentwicklung des ZDF unterstützt die erforderliche Entwicklung aller Mitarbeiter*innen im Laufe des Berufslebens mit der Absicht einer Optimierung der Aufgabenerfüllung. Ziel ist die Etablierung eines an den Unternehmenszielen und -leitlinien ausgerichteten Personalentwicklungssystems für Mitarbeiter*innen, (Nachwuchs-) Führungskräfte, junge Talente und fachliche Expert*innen. Erarbeitet wurden in den vergangenen Jahren bedarfsgerechte Konzepte und Instrumente (z. B. Neuauflage des Mitarbeitergesprächs, Kompetenz- und Potenzialanalysen) und Strategien, die eine systematisierte Fort- und Weiterbildung sicherstellen. Das Spektrum der Personalentwicklung reicht von fachspezifischen Trainings über fachübergreifende Angebote bis zu Maßnahmen wie z. B. Formatentwicklung, Prozessbegleitungen im Veränderungsmanagement und Seminare zur Unterstützung der Organisationsentwicklung.

Eine besondere Herausforderung liegt im demografischen Wandel und dem bevorstehenden Generationenwechsel im ZDF. Das ZDF beschäftigt sich derzeit intensiv mit dem Thema Nachfolgeplanung. In diesem Zusammenhang wurde auf Basis einer Altersstrukturanalyse im Bereich der Abgänge bei den Führungskräften ab 2020 und auf Grundlage von spezifischen Anforderungsanalysen im Bereich Führung ein Nachwuchsführungskräfteprogramm entwickelt. Um ggf. extern gezielt gut qualifiziertes Personal rekrutieren zu können, liegt der Fokus zudem auf einem adäquaten Personal- und Ausbildungsmarketingkonzept. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherung relevanten Wissens. Zur Unterstützung der Erfüllung der Einsparvorgaben wurden im Rahmen der Auslagerung von Aufgaben zur strukturierten Vorbereitung von Arbeitsplatzwechseln und sich neu formierender Teams Pilotprojekte zur bedarfsgerechten Personalentwicklung gestartet. Dabei gilt es zu gewährleisten, dass gut qualifizierte Mitarbeiter*innen in den Bereichen eingesetzt werden können, in denen eine Entlastung benötigt wird. Darüber hinaus werden im Rahmen eines umfangreichen Umschichtungsprozesses auch in den kommenden Jahren Stellen freier Mitarbeiter*innen in feste Stellen umgewandelt.

Die Hauptabteilung Personal beschäftigt sich außerdem mit den Auswirkungen der Digitalisierung und den damit verbunden neuen Anforderungen und Möglichkeiten, Lernoptionen orts- und zeitunabhängig auch am Arbeitsplatz zu ermöglichen. Neben den betrieblich angebotenen Aktivitäten unterstützt die gemeinsam von ARD und ZDF getragene ARD/ZDF-Medienakademie GmbH einen wesentlichen Teil der Qualifizierungsstrukturen.

Auch das Thema Nachhaltigkeit findet seinen Niederschlag in der Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter*innen. So finden seit September 2018 Seminare zum Thema Green Production statt.

Das Ziel des ZDF im Bereich „Qualifizierung“ ist es, allen Mitarbeiter*innen Möglichkeiten einer individuell adäquaten und unternehmensbezogen sinnvollen Weiterentwicklung von Talenten und Kompetenzen zu eröffnen und gleichzeitig vor dem Hintergrund des demografischen Wandels im Sinne eines erfolgreichen Recruiting sein „Employer Branding“ systematisch zu entwickeln. Das Ziel sich hier entsprechend stärker zu sensibilisieren und intensiver in die Diskussion einzusteigen, kann als erreicht angesehen werden. Risiken, die sich aus der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen und aus den medialen Dienstleistungen des ZDF ergeben und die eventuell negative Auswirkungen auf die Qualifizierung haben könnten, sieht das ZDF nicht unternehmensspezifisch für sich sondern eher generell im Kontext der digitalen Transformation von Ökonomie, Technik und Gesellschaft für alle Unternehmen.

Teilhabe
Das betriebliche Vorschlagswesen innerhalb des ZDF bietet allen Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, ihre kreativen Ideen zum Wohle und Nutzen des ZDF mit Erfindungen und Verbesserungsvorschlägen einzubringen, sich aktiv am Unternehmensgeschehen zu beteiligen und so ihren Teil zur Zukunftssicherung des ZDF beizutragen. Mit dem Vorschlagswesen werden klassische Unternehmensziele verfolgt wie Kostensenkung, Arbeitserleichterung, Qualitätsverbesserung, Produktivitätssteigerung, Erhöhung der Arbeitssicherheit und Förderung des Umweltschutzes. Zu den vorrangigen Zielen gehört gleichermaßen, das innovative Potenzial sowie die Kenntnisse und Erfahrungen der Mitarbeiter*innen über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus zu nutzen, sie zu kritischem und verantwortungsbewusstem Mitdenken anzuregen und ihre Identifikation mit dem ZDF zu stärken. Aufgabe aller Führungskräfte ist es, das Vorschlagswesen zu fördern.

Verbesserungsvorschläge und Erfindungen werden beim Ausschuss für Erfindungen und Verbesserungsvorschläge eingereicht, der sich paritätisch aus Beauftragten der Betriebsleitung und der Personalräte zusammensetzt. Ein vom Intendanten bestellter Erfinderberater berät das ZDF und alle Mitarbeiter*innen in Fragen, die sich auf Erfindungen und Verbesserungsvorschläge beziehen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16

Leistungsindikator GRI SRS-403-9: Arbeitsbedingte Verletzungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

Die Punkte c-g des Indikators SRS 403-9 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.

Leistungsindikator GRI SRS-403-10: Arbeitsbedingte Erkrankungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen;

b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen.

Die Punkte c-e des Indikators SRS 403-10 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.

Arbeits- und Wegeunfälle kommen immer wieder vor und werden in der Abteilung Grundsatz, Soziales, Arbeitszeit und Ausland des Personalbereichs des ZDF und beim Sicherheitsingenieur ausgewertet. Es bestehen keine anerkannten Berufskrankheiten. Arbeitsbedingte Todesfälle sind ebenfalls nicht aufgetreten.

Gemeinsam mit dem Betriebsarzt haben die Sicherheitsingenieure des ZDF in den letzten Jahren Beurteilungsprinzipen für journalistische Einsätze (sogenannte EB-Teams) erstellt und ein innovatives Verfahren zur Beurteilung von Mischbeanspruchungen bei der Lasthandhabung entwickelt. Für diese neuartige Beurteilungsmöglichkeit wurde das ZDF mit den VBG-Arbeitsschutzpreis 2016 in Bronze ausgezeichnet. Sie bietet allen Betrieben die Möglichkeit, Schutzmaßnahmen bei der Lasthandhabung wirtschaftlich und effizient auszuwählen.

Bei der Betreuung von Journalisten in Krisengebieten und ihrer Versorgung im Anschluss an ihre Einsätze ist das Ziel, ein möglichst hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten. Es existiert ein Katalog von Maßnahmen, die je nach Einsatzgebiet, Struktur des Teams und Persönlichkeiten variieren. Mitarbeiter werden speziell für den Einsatz in Krisengebieten ausgebildet und eingespielt. Dazu gehören auch ein Krisentraining der Bundeswehr für Journalisten oder vergleichbare Trainings. Grundsätzlich gibt es für alle Teams das Angebot einer psychologischen Nachbetreuung bei besonderen Einsätzen. Hierfür arbeitet das ZDF seit Jahren mit Psychotherapeuten und Traumatologen zusammen.

Nicht nur dem Publikum, auch seinen Arbeitnehmern gegenüber hat das ZDF eine besondere Verantwortung, insbesondere wenn es über Katastrophen und bewaffnete Konflikte berichtet. Nicht jedes Bild, das den Sender durch den Einsatz seiner Reporter oder über Agenturen erreicht, ist dem Zuschauer zuzumuten – gerade deshalb muss es jemanden geben, der hier eine Auswahl trifft. So stehen neben den Berichterstatter*innen aus Krisengebieten auch die bildbearbeitenden Kolleg*innen aus der Zentrale in der Gefahr, sich bewusst oder unbewusst traumatisierenden Situationen auszusetzen. Daher gibt es bei Bedarf Angebote zu Früherkennung und Umgang mit belastenden Erfahrungen.

Leistungsindikator GRI SRS-403-4: Mitarbeiterbeteiligung zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Die berichtende Organisation muss für Angestellte und Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden, folgende Informationen offenlegen:

a. Eine Beschreibung der Verfahren zur Mitarbeiterbeteiligung und Konsultation bei der Entwicklung, Umsetzung und Leistungsbewertung des Managementsystems für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und zur Bereitstellung des Zugriffs auf sowie zur Kommunikation von relevanten Informationen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gegenüber den Mitarbeitern.

b. Wenn es formelle Arbeitgeber-Mitarbeiter-Ausschüsse für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gibt, eine Beschreibung ihrer Zuständigkeiten, der Häufigkeit der Treffen, der Entscheidungsgewalt und, ob und gegebenenfalls warum Mitarbeiter in diesen Ausschüssen nicht vertreten sind.

Gesundheits- und Sicherheitsthemen wurden und werden mit dem Personalrat und den Gewerkschaften behandelt. Als Teil eines umfassenden Betrieblichen Gesundheitsmanagements wurde Ende 2018 eine Dienstvereinbarung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement abgeschlossen. Ziel dieser Dienstvereinbarung ist es, die Gesundheit der Mitarbeiter*innen am Arbeitsplatz zu erhalten und zu fördern. Krankheitsbedingte Fehlzeiten sollen verringert und nach Möglichkeit vermieden werden. Krank machende Ursachen sollen ermittelt sowie durch geeignete Maßnahmen beseitigt werden. Regelmäßig finden Besprechungen und Begehungen im Rahmen von Neu- und Umbauten statt.

Beim Thema Arbeitsschutz setzt das ZDF auf ein umfassendes und hochprofessionelles Arbeitsschutzmanagement. Dies ist ausführlich im Intranet des ZDF dokumentiert. Gemeinsam mit seinen Führungskräften und mit Spezialisten setzt es sich für Arbeitsbedingungen ein, in denen Beschäftigte sicher, gesund und erfolgreich arbeiten können. Dazu gehören sichere und ergonomische Arbeitsmittel, Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe. Die Beschäftigten werden zu sicherem und gesundem Verhalten befähigt und motiviert. Arbeitsschutz ist Chefsache. Das im ZDF etablierte Arbeitsschutzmanagement unterstützt die Führungskräfte in ihrer Verantwortung und verteilt die Aufgaben im Arbeitsschutz auf die entsprechenden Fachabteilungen. Durch eine zentrale Erfassung von Gefährdungsbeurteilungen, die gemeinsam mit dem Betriebsarzt durchgeführt werden, und Unterweisungskonzepten konnten Effektivität und Arbeitsbedingungen verbessert werden. Besondere szenische Vorgänge vor der Kamera und neuste Technik hinter der Kamera erfordern ein kontinuierliches Hinterfragen der Arbeitsabläufe und der Sicherheitsanforderungen. Auch die Art und Weise, wie Belastungen und Gefährdungen beurteilt werden, muss weiterentwickelt werden. Die Sicherheitsingenieure des ZDF engagieren sich über den Arbeitskreis der Sicherheitsingenieure ARD/ZDF für einen Informationsaustausch über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus und sind ein fester Bestandteil innerhalb der Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft.

Die Systematisierung der Gefährdungsbeurteilung (im physischen wie psychischen Bereich) wird gemeinsam mit den Personalräten weiterentwickelt. Die verantwortlichen Vorgesetzten werden bei diesen Beurteilungen unterstützt. Es werden Seminare zur Arbeit an Bildschirmarbeitsplätzen, zur Nacht- und Schichtarbeit, zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen und zum Umgang mit psychisch erkrankten Personen abgehalten. Diese und andere Maßnahmen mehr werden in den regelmäßig stattfindenden Arbeitsausschusssitzungen besprochen und geplant.

Leistungsindikator GRI SRS-404-1 (siehe G4-LA9): Stundenzahl der Aus- und Weiterbildungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. durchschnittliche Stundenzahl, die die Angestellten einer Organisation während des Berichtszeitraums für die Aus- und Weiterbildung aufgewendet haben, aufgeschlüsselt nach:
i. Geschlecht;
ii. Angestelltenkategorie.

Fortbildungstage pro Jahr und Teilnehmer (Stand 31.12.2018):

TN-Tage Teilnahmen MA männlich/weiblich
Feste 7.727 4.698 2.089 1.015 M / 1.074 W
Freie 3.065 1.985 986 436 M / 550 W
Gesamt 10.792 6.683 3.075

Fortbildungstage pro Jahr und Teilnehmer (Stand 31.12.2019):

TN-Tage Teilnahmen MA
Feste 8.151 5.127 2.023
Freie 2.218 1.862 871
Gesamt 10.369 6.989 2.894

Leistungsindikator GRI SRS-405-1: Diversität
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der Personen in den Kontrollorganen einer Organisation in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

b. Prozentsatz der Angestellten pro Angestelltenkategorie in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

Die Repräsentativität der Kontrollorgane
Der Fernsehrat vertritt die Interessen der Allgemeinheit gegenüber dem ZDF. Deshalb ist er kein Expertengremium, sondern so vielfältig wie die Gesellschaft selbst. Seine Mitglieder werden von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen entsandt. Der Fernsehrat setzt sich seit dem 8. Juli 2016 aus 60 Mitgliedern gesellschaftlicher Gruppen zusammen. Dabei vertreten sie in dem Gremium die Interessen der Allgemeinheit. Die genaue Zusammensetzung haben die Länder im ZDF-Staatsvertrag (§ 21) geregelt. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Länder 2014 aufgefordert, diese zu überarbeiten. Im Kern forderte das Gericht, die „staatsnahen“ Mitglieder auf maximal ein Drittel des Fernsehrates zu beschränken. Mit Beginn der XV. Amtsperiode hat sich der Fernsehrat erstmals nach den neuen Regelungen des zum 1. Januar 2016 in Kraft getretenen ZDF-Staatsvertrags zusammengesetzt.

2016 wurde im ZDF-Staatsvertrag ein Abwechslungsgebot verankert, wonach einem ausscheidenden Mann eine Frau bzw. einer ausscheidenden Frau ein Mann folgen muss. Aktuell liegt das Verhältnis der 59 benannten Mitglieder bei 35 Männern und 24 Frauen, (2016: bei 57 Mitgliedern 34 Männer und 23 Frauen). Das Durchschnittsalter der Mitglieder des Fernsehrates ist 58 Jahre. Zum Zeitpunkt der Neukonstituierung am 8. Juli 2016 lag das Durchschnittsalter bei 54 Jahren.

Der Verwaltungsrat, der die Tätigkeit des Intendanten vor allem in Haushaltsfragen überwacht, setzt sich aus 12 Mitgliedern zusammen (2019: 5 Frauen und 7 Männer). Diese werden für eine Amtszeit von fünf Jahren entsendet. Die Zusammensetzung ist in § 24 des ZDF-Staatsvertrages geregelt. Die XII. Amtsperiode begann am 1. Juli 2017 und endet im Sommer 2022.

Diversität bei Angestellten
Vielfalt in seinen Programmen und beim Personaleinsatz zu praktizieren ist dem ZDF mit dem staatsvertraglichen Vielfaltsgebot eine besondere Verpflichtung. Es hat nicht nur den Auftrag, ein umfassendes Bild der Wirklichkeit in Deutschland zu vermitteln, das Geschehen in den Ländern und die kulturelle Vielfalt Deutschlands sichtbar zu machen und dabei die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland zu fördern. Das ZDF soll mit seinen Programmen und Angeboten ausdrücklich auch der gesamtgesellschaftlichen Integration dienen und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken (§ 5 ZDF-Staatsvertrag). Das ZDF war 2007 einer der ersten Unterzeichner der Charta für Vielfalt, einer Arbeitgeberinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen. Die Umsetzung des Diversitätsauftrags sowie die Implementierung von Vielfaltskonzepten erfolgen auf Basis gesetzlicher Vorgaben. Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität werden im Unternehmen nicht geduldet.

Das ZDF präsentiert sich mit den vielfältigen Persönlichkeiten seiner Moderatoren*innen als Teil einer diversen Gesellschaft. Neben fachlicher Qualifikation spielen deshalb auch Diversity-Erwägungen seit Langem eine Rolle bei der Auswahl der Moderatoren*innen für Nachrichten- und Magazinformate. Unterschiedliche Präsentator*innen liefern nicht nur wichtige Informationen und Erklärungen, sondern stehen in ihrer Vielfalt auch stellvertretend für die Gesellschaft in Deutschland. Die Durchführung des nächsten Redaktionsvolontariats startet im Herbst 2020. Auch hier gilt, dass Bewerber*innen mit interkulturellen biografischen Hintergründen bei gleicher fachlicher Qualifikation und Eignung besonders berücksichtigt werden.

Im Unternehmen hat sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen in den letzten zehn Jahren von 29,5 Prozent auf 39 Prozent erhöht. Das ZDF erfüllt seit vielen Jahren die gesetzliche Quote (5 Prozent) zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen. Zuletzt betrug deren Anteil 5,2 Prozent.

Im Einzelnen zu Vielfalt im Programm und beim Personal siehe DNK-Kriterium 15 Chancengerechtigkeit.

Zahlen zum Stichtag 31.12.2019:

Fest angestellte Mitarbeiter*innen

Alter FTE
bis 29 90.38
30-39 410,67
40-49 819,49
50-59 1639,32
60 und älter 494,25
Gesamt 3454,11

Freie Mitarbeiter*innen

Alter FTE
bis 29 0
30-39 13,05
40-49 280,22
50-59 354,72
60 und älter 59,62
Gesamt 707,61

* Mitarbeiter*innen im "zweiten Kreis"

Zusammensetzung der Mitarbeiter*innen nach Geschlecht:

Fest angestellte Mitarbeiter*innen

Geschlecht FTE Anteil
M 1805,59 52,27 Prozent
W 1648,52 47,73 Prozent
Gesamt 3454,11

Freie Mitarbeiter*innen

Geschlecht FTE Anteil
M 370,1 52,30 Prozent
W 337,51 47,70 Prozent
Gesamt 707,61

Anteil weiblicher FTE in Führungspositionen im Verhältnis zu gesamten FTE in Führungspositionen:

Fest angestellte Mitarbeiter*innen

Geschlecht FTE Anteil
M 129,16 60,09 Prozent
W 85,79 39,91 Prozent
Gesamt 214,95

Leistungsindikator GRI SRS-406-1: Diskriminierungsvorfälle
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle während des Berichtszeitraums.

b. Status der Vorfälle und ergriffene Maßnahmen mit Bezug auf die folgenden Punkte:
i. Von der Organisation geprüfter Vorfall;
ii. Umgesetzte Abhilfepläne;
iii. Abhilfepläne, die umgesetzt wurden und deren Ergebnisse im Rahmen eines routinemäßigen internen Managementprüfverfahrens bewertet wurden;
iv. Vorfall ist nicht mehr Gegenstand einer Maßnahme oder Klage.

Das ZDF setzt auf eine diskriminierungsfreie Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen, ebenso wie auf die Erfahrungen und Talente von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Weltanschauung und Identität. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass das ZDF Parität bei Frauen und Männern in der Belegschaft, aber auch in den Führungsfunktionen aller Ebenen anstrebt. Ziel muss es darüber hinaus sein, dass gesellschaftliche Teilhabe nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera stattfindet. Für die Qualität im Programm ist das gut. Das Thema „Diversität ist fester Bestandteil des Fortbildungsmoduls „Personal“. Schulungen der Vorgesetzten zum sensiblen und korrekten Umgang mit Fällen sexueller Belästigung, aber auch sonstigen Fällen von Diskriminierung sind in Vorbereitung. Derzeit nutzen die Vertrauenspersonen das aktuelle Führungskräfteprogramm zu Informationszwecken. Für die Programmmitarbeitenden gibt es außerdem ein Seminarangebot zusammen mit der ARD/ZDF-Medienakademie zum Thema „Berichterstattung über Migration – Stereotypen in Bildsprache und Text vermeiden“.

Das ZDF hat Anlaufstellen, an die sich Mitarbeiter*innen, aber auch Beschäftigte von Produktionsunternehmen, die im Auftrag des ZDF an Programmen arbeiten (unter anderem Autor*innen, Regisseur*innen, Schauspieler*innen, Produktionsbeschäftigte), bei Fällen von Diskriminierung oder Belästigung wenden können. Der Intendant richtete sich in einem Aufruf im Zusammenhang mit der „#MeToo“Debatte an alle Beschäftigten. Er appellierte an alle Beschäftigen, Fehlverhalten nicht zu ignorieren, sondern zu benennen. Bei Fällen von Diskriminierung oder Belästigung können sich betroffene Beschäftigte des ZDF schon immer an ihre Vorgesetzten, an die Personalvertretung oder die Personalabteilung wenden. Für Beschäftigte von Produktionsunternehmen, die im Auftrag des ZDF arbeiten, wurden Vertrauenspersonen des ZDF als Anlaufstellen benannt. Beschäftigte von ZDF Enterprises sowie der Tochter- und Beteiligungsunternehmen, können sich an den Betriebsrat oder an den Personalbereich bei ZDF Enterprises wenden. Festangestellte und freie Mitarbeiter*innen von Produktionsunternehmen, die im Auftrag des ZDF an Programmen arbeiten (u. a. Autor*innen, Regisseur*innen, Schauspieler*innen, Produktionsbeschäftigte), können sich an die verantwortlichen Redaktionen des Hauses wenden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Vertrauenspersonen zu kontaktieren. Eine Dienstvereinbarung zum Schutz vor sexueller Belästigung, Diskriminierung und Mobbing am Arbeitsplatz befindet sich derzeit in Abstimmung. Damit kommt das ZDF verstärkt seiner Verpflichtung aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nach. Das ZDF behandelt Vorwürfe von sexueller Belästigung konsequent, diskret und professionell.

Kriterium 17 zu Menschenrechten

17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Die Lieferkette des ZDF umfasst in ihren wesentlichsten Dimensionen und Elementen Inputs, die der strengen deutschen und europäischen Regulierung mit Blick auf die Achtung der Menschenrechte unterliegen. Der Bezug dessen, was die Wertschöpfungskette des ZDF mit ihrer vergleichsweise geringen Komplexität in der Beschaffung prägt, unterliegt zudem dem anspruchsvollen rechtlichen Rahmen, innerhalb dessen das ZDF als öffentlich-rechtliches Unternehmen agiert.

Wesentliche Risiken, die sich aus der Geschäftstätigkeit, aus den Geschäftsbeziehungen und aus den medialen Dienstleistungen des ZDF ergeben und die wahrscheinlich negative Auswirkungen auf Menschenrechte haben, sind nicht ersichtlich.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17

Leistungsindikator GRI SRS-412-3: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Investitionsvereinbarungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der erheblichen Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder auf Menschenrechtsaspekte geprüft wurden.

b. Die verwendete Definition für „erhebliche Investitionsvereinbarungen“.

Es existiert kein beim ZDF explizit erhobener Indikator, da alle signifikanten Investitionsvereinbarungen und -verträge den strengen rechtlichen Anforderungen an öffentlich-rechtliche Unternehmen unterliegen.

Leistungsindikator GRI SRS-412-1: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde, aufgeschlüsselt nach Ländern.

Es existiert kein beim ZDF explizit erhobener Indikator, da alle geschäftlichen Aktivitäten an allen Betriebsstätten den strengen rechtlichen Anforderungen an öffentlich-rechtliche Unternehmen unterliegen.

Leistungsindikator GRI SRS-414-1: Auf soziale Aspekte geprüfte, neue Lieferanten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der neuen Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien bewertet wurden.

Es existiert kein beim ZDF explizit erhobener Indikator, da alle Lieferbeziehungen den strengen rechtlichen Anforderungen an öffentlich-rechtliche Unternehmen unterliegen. Beschaffungsordnung und Herstellungsordnung wurden 2019 ergänzt um zu berücksichtigende Aspekte der Nachhaltigkeit.

Leistungsindikator GRI SRS-414-2: Soziale Auswirkungen in der Lieferkette
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Zahl der Lieferanten, die auf soziale Auswirkungen überprüft wurden.

b. Zahl der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen ermittelt wurden.

c. Erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen, die in der Lieferkette ermittelt wurden.

d. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt und infolge der Bewertung Verbesserungen vereinbart wurden.

e. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt wurden und infolgedessen die Geschäftsbeziehung beendet wurde, sowie Gründe für diese Entscheidung.

Keine.

Kriterium 18 zu Soziales/Gemeinwesen

18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Der finanzielle Gesamtaufwand des ZDF beträgt für den Berichtszeitraum circa 2,4 Milliarden Euro p.a. Das ZDF veröffentlicht unter https://www.zdf.de/zdfunternehmen/2019-jahrbuch-finanzen-jahresabschluss-100.html detaillierte Informationen zum Jahresabschluss, der die systematisch miteinander verknüpften Einzelrechnungen Betriebsrechnung (Abrechnung des Betriebshaushalts), Investitionsrechnung (Abrechnung des Investitionshaushalts), Bilanz (Vermögensrechnung) und Gewinn- und Verlustrechnung umfasst.

Als Arbeitgeber beschäftigt das ZDF etwa 3.400 feste Mitarbeiter*innen an den Standorten Sendezentrum Mainz, Hauptstadtstudio Berlin sowie in 16 Inland- und 18 Auslandstudios für das Programm. Hinzu kommen rund 1.700 Vollzeit-Äquivalente, die sich auf circa 3.700 freie Mitarbeiter*innen aufteilen.

Wie das ZDF zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, bemisst sich aber nicht nur nach ökonomischen Kennzahlen und Kriterien. So wie das Medienunternehmen ZDF seine öffentlich-rechtliche Funktion erfüllt und in Deutschland die kommunikative, kulturelle und gesellschaftliche Infrastruktur befördert, trägt es damit auch seinen Standort in die Welt. Und schafft umgekehrt zahlreiche ökonomische, kulturelle und kreative Impulse für seinen Hauptsitz in Mainz sowie die Studios in den Ländern und im Ausland.

Das ZDF ist Mitglied, Kooperationspartner oder Förderer zahlreicher regionaler, nationaler und internationaler Verbände, Institutionen und Initiativen und trägt so zur gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und technologischen Entwicklung des Gemeinwesens bei.

Branchenförderung
Das ZDF engagiert sich auf vielfältige Weise für den Erhalt und die Weiterentwicklung einer leistungsstarken deutschen Kreativwirtschaft. Wichtige Brancheninstitutionen vom Deutschen Theaterpreis über die Berlinale bis zum Goldenen Spatz werden durch das ZDF unterstützt. So ist das ZDF als einziger deutscher Bewegtbildanbieter Förderer aller relevanten Preisverleihungen, Branchenfestivals sowie Filmfördereinrichtungen des Bundes und der Länder (siehe DNK-Kriterium 19 Politische Einflussnahme).

Nachwuchsförderung
Die Förderung des Nachwuchses besteht aus drei Säulen und umfasst Studierende in journalistischen, dramaturgischen und medienwirtschaftlichen Bereichen. Hierzu verfügt das ZDF bundesweit über Partnerschaften mit Hochschulen und Bildungsinstitutionen.

„Das kleine Fernsehspiel" ist die Nachwuchsredaktion im ZDF. Zusammen mit ihr realisieren Film- und Fernsehmacher von morgen – Autor*innen, Regisseur*innen, Produzent*innen und Schauspieler*innen – ihre ersten Filme. Ob dokumentarisch, fiktional oder crossmedial – die Produktionen verbindet ein junger, frischer Blick auf die Welt.

Gesellschaftliche Verankerung
Kulturelle Vermittlung ist eine zentrale Aufgabe des ZDF (§ 11 RStV; § 5 (3) ZDF-Staatsvertrag): Es soll Kultur zugänglich machen, Verständnis für Kultur erzeugen sowie selbst als Kulturproduzent tätig sein. Dieser Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks muss im Zusammenhang mit der Digitalisierung und zunehmenden Fragmentierung unserer Gesellschaft neu ausgefüllt werden. Den Herausforderungen und Chancen der dabei entstehenden Möglichkeiten sowie den veränderten Nutzerbedürfnissen begegnet das ZDF seit Februar 2019 mit dem digitalen Kulturraum ZDFkultur (www.zdf.de/kultur).

Nach dem Vorbild des Kulturangebots ZDFkultur entsteht 2020 ein Wissensangebot gemeinsam mit Wissenschaftsinstitutionen sowie Schulen und Bildungseinrichtungen.

Aktion Mensch – Engagement für die Gesellschaft
Das ZDF ist wesentlicher Initiator und Mitbegründer der „Aktion Mensch“. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 stehen die „Aktion Mensch“ und das ZDF gemeinsam für eine Gesellschaft ein, in der das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zum Alltag wird. Beide tragen dazu bei, Inklusion stärker in die Gesellschaft zu bringen und dort als selbstverständlichen Bestandteil des täglichen Lebens zu verankern.

Das ZDF nutzt seine Breitenwirkung, um gesellschaftlichen Ungleichheiten engagiert entgegenzutreten. Mit seinen journalistischen Beiträgen und ganzen Sendeformaten zum Thema Inklusion erreicht der Sender dabei Millionen Nutzer*innen – und baut Barrieren in den Köpfen der Menschen ab, die sich dem Thema Inklusion bisher kaum genähert haben. Denn es wollen zwar 93 Prozent aller Deutschen in einer inklusiven Gesellschaft leben. Doch nur ein Drittel der Bevölkerung ohne Behinderung hat häufig Kontakt zu Menschen mit Behinderung. Nichtbegegnung statt Begegnung ist die Realität. Dabei können Begegnungen die persönliche Einstellung ändern und so ein positives Klima für eine inklusive Gesellschaft schaffen. Wie Begegnungen auf Augenhöhe das Leben verändern – das zeigt jeden Samstag die Sendung „Menschen – das Magazin“. Die Reportagen über Menschen mit Behinderung machen Hindernisse im Alltag deutlich und zeigen, wie es besser geht. Schon heute gibt es gelungene Beispiele, wie Inklusion in vielen Bereichen des Lebens – sei es am ersten Arbeitsmarkt oder in der Freizeitgestaltung – Realität sein kann. Seit nun mehr als 50 Jahren hat das ZDF das Wachstum der Soziallotterie zu der inzwischen größten privaten deutschen Förderorganisation im sozialen Bereich vorangetrieben. Als Mitglied und Medienpartner steht das ZDF auch weiterhin an der Seite der „Aktion Mensch“.

Schau hin! – Kinder und Medienkompetenz
Fernsehen, Handy, Computerspiele und Internet sind allgegenwärtig, auch im Alltag unserer Kinder. Eltern können viel dazu beitragen, dass ihre Kinder lernen, richtig und gefahrlos mit diesen Geräten umzugehen. Neben einer breiten Berichterstattung zu diesem Thema im Programm stellt sich das ZDF auch als Partner von SCHAU HIN! dieser gesellschaftlichen Verantwortung. Die Initiative hält ein umfassendes Beratungsangebot zum Thema Medienkompetenz für Kinder zwischen drei und 13 Jahren bereit. Praktische Tipps helfen Eltern und Erziehenden, ihre Kinder beim maßvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit Medien zu unterstützen. Der Medienratgeber ist inzwischen bei Journalisten und Organisationen ein anerkannter und gefragter Experte mit wachsendem Renommee. Im Internetangebot finden sich aktuelle Ratschläge zum Umgang mit Internet, Fernsehen und sozialen Netzwerken, wie auch mit mobilen Geräten und Computerspielen. Broschüren und Flyer stehen, auf Deutsch und Türkisch, zum kostenlosen Download zur Verfügung und können auch als Printversion angefordert werden. Die Experten des SCHAU HIN!-Beirats bilden den fachlichen Hintergrund des Medienratgebers.

KinderHilfe Philippinen – Corporate Volunteering im ZDF
Was mit dem Besuch des ZDF-Mitarbeiters Jürgen Schneidt bei seinem Patenkind auf den Philippinen begann, wurde zu einer erfolgreichen Hilfsmission. 1985 gründete er die „KinderHilfe Philippinen e. V.“, nachdem er feststellen musste, dass seine Spendengelder über eine andere Kinderhilfsorganisation nicht oder nur in geringem Maße effektiv bei seinem Patenkind angekommen waren. Er beschloss, nach effektiveren Wegen der Hilfe zu suchen.

Das Kinderdorf Padre Burgos ist das umfassendste Projekt der „KinderHilfe Philippinen e. V.“ Inzwischen gewährleistet die KinderHilfe Philippinen permanent hier 100 Kindern – darunter Waisen, behinderte, misshandelte, missbrauchte und bedürftige Kinder – einen sicheren Rahmen. Im Kinderdorf Padre Burgos werden den Kindern unter anderem tägliche Mahlzeiten, medizinische Grundversorgung, Betreuung und Schulbesuche ermöglicht. Aber auch das Umfeld der Kinder wird gefördert: der Ausbau der Infrastruktur durch einheimische Arbeitskräfte bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Nicht nur die Kinder, sondern auch die Menschen der unmittelbaren Region partizipieren von der geschaffenen Arbeit.

Die KinderHilfe organisiert auch die medizinischer Behandlung bedürftiger Kinder, die nicht im Kinderdorf wohnen und deren Eltern mittellos sind. Außerdem wird die bedürftige Bevölkerung auch außerhalb des Krankenhauses durch die Rural-Health-Center regelmäßig mit notwendigen Medikamenten versorgt, die zum größten Teil von der KinderHilfe finanziert werden. Die KinderHilfe unterstützt auch die Verbesserung der ländlichen Infrastruktur rund um das Kinderdorf. So zum Beispiel durch den Bau von Spielplätzen, Kindergärten, Schulen, Hauswirtschaftsschulen, ein Krankenhaus in Padre Burgos und auf der Insel Limasawa. Für das neue Krankenhaus in Maasin ermöglichte die KinderHilfe die Komplettausstattung eines Raumes für Rehabilitationsmaßnahmen. Die KinderHilfe unterstützt auch immer wieder die Renovierung von Schulen und anderen Einrichtungen für Kinder.

Die European Web Video Academy – Talentförderung und Social Media
Das ZDF verstärkt seine Förderung von Talenten und Künstlern aus der Webvideo- und Social-Media-Branche – mit der European Web Video Academy (EWVA) als strategischem Partner. Im Rahmen der "Webvideotage" wurde ein Digital Lab für Webvideo-Produktionen veranstaltet und die Verleihung des Webvideopreises im Herbst 2018 gemeinsam gestaltet.

Die EWVA veranstaltet seit 2011 mit dem Webvideopreis den mittlerweile größten Preis für Webvideo und Social Media in Europa. Das ZDF möchte mit der Format- und Talententwicklung in verschiedenen Genres Zuschauer*innen und Nutzer*innen ansprechen, die mit sozialen Netzwerken aufgewachsen sind. Der Zusammenschluss ist für beide Partner ein Schritt, um Qualität im Netz gezielt und nachhaltig voranzutreiben.

Die bereits 2017 gestartete ZDFInitiative „ZDI talents“ für Kreative aus der Webvideo-Szene wird durch die neue Partnerschaft weiterentwickelt. In der ZDFmediathek unter talents.zdf.de und auf dem YouTube-Kanal „ZDI talents“ ("Zweites Deutsches Internet") können sich Video-Creator bisher mit dem ZDF vernetzen, über Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten im ZDF informieren an Wettbewerben teilnehmen.

Nationale und internationale Kooperationen – Engagement in der Branche
Das ZDF sieht im kontinuierlichen Austausch mit Wissenschaft und Praxis einen wichtigen Baustein für die Ausbildung qualifizierten Nachwuchses und die Fortbildung seiner Mitarbeiter*innen. Neben der Ausbildung und Personalentwicklung dient der Austausch auch dazu, bei den zentralen Entwicklungen etwa in den Bereichen Medientechnik, Medienforschung, Medienpolitik oder Medienrecht an der Spitze des Geschehens zu sein und die jeweiligen Veränderungen aktiv mitgestalten zu können. Vor diesem Hintergrund hat das ZDF den Austausch mit der Wissenschaft und anderen öffentlich-rechtlichen Sendern auf verschiedenen Ebenen institutionalisiert.

Seit seinem Programmstart 1963 ist das ZDF aktives Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU), des Dachverbands der europäischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mit Mitgliedern aus über 50 Ländern. Die EBU fördert in einer ganzen Reihe von Fachversammlungen den Austausch ihrer Mitglieder, unter anderem zu den Themenfeldern Technik, Fernsehen, Nachrichten oder Medienrecht. Das ZDF ist in allen Gremien und Arbeitsgruppen der EBU vertreten und setzt sich für einen intensiven und nachhaltigen Austausch der verschiedenen öffentlich-rechtlichen Sender ein. Seit den 1960er Jahren ist das ZDF ebenso assoziiertes Mitglied der Asia-Pacific Broadcasting Union (ABU). Die ABU ist das Pendant zur EBU im asiatischpazifischen Raum und stellt für das ZDF die Institution für den Praxisaustausch mit Sendern in dieser Region dar.

Mehr Hintergründe, Informationen und Aktuelles zu den unterschiedlichsten Engagements in der Gesellschaft, in der Branche und im Unternehmen finden sich unter nachhaltigkeit.zdf.de.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator GRI SRS-201-1: Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. den zeitanteilig abgegrenzten, unmittelbar erzeugten und ausgeschütteten wirtschaftlichen Wert, einschließlich der grundlegenden Komponenten der globalen Tätigkeiten der Organisation, wie nachfolgend aufgeführt. Werden Daten als Einnahmen‑Ausgaben‑Rechnung dargestellt, muss zusätzlich zur Offenlegung folgender grundlegender Komponenten auch die Begründung für diese Entscheidung offengelegt werden:
i. unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert: Erlöse;
ii. ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert: Betriebskosten, Löhne und Leistungen für Angestellte, Zahlungen an Kapitalgeber, nach Ländern aufgeschlüsselte Zahlungen an den Staat und Investitionen auf kommunaler Ebene;
iii. beibehaltener wirtschaftlicher Wert: „unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert“ abzüglich des „ausgeschütteten wirtschaftlichen Werts“.

b. Der erzeugte und ausgeschüttete wirtschaftliche Wert muss getrennt auf nationaler, regionaler oder Marktebene angegeben werden, wo dies von Bedeutung ist, und es müssen die Kriterien, die für die Bestimmung der Bedeutsamkeit angewandt wurden, genannt werden.

Der finanzielle Gesamtaufwand des ZDF beträgt für den Berichtszeitraum circa 2,4 Milliarden Euro p.a. Detaillierte Informationen zum Jahresabschluss finden sich unter https://www.zdf.de/zdfunternehmen/2019-jahrbuch-finanzen-100.html.

Kriterien 19-20 zu Compliance

19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

Das ZDF ist im Rahmen von Informationspflichten, Auskunftsersuchen oder Transparenzinitiativen medienpolitisch aktiv. Es wird zu allen für das ZDF relevanten Gesetzgebungsinitiativen auf nationaler und europäischer Ebene Stellung genommen. Das ZDF informiert darüber hinaus die nationalen Institutionen sowie die Institutionen der Europäischen Union und erläutert Auswirkungen spezifischer legislativer Vorschläge und politischer Initiativen auf den Rundfunk und audiovisuelle Medien. Politische Spenden vergibt das ZDF nicht.

Das ZDF ist im Transparenzregister der Europäischen Union eingetragen. Das ZDF beteiligt sich im Jahr 2020 unter anderem bei folgenden Rundfunkorganisationen und Einrichtungen mit Beiträgen bzw. Zuwendungen:

  • Filmförderanstalt Berlin (FFA)
  • Filmstiftung NordrheinWestfalen
  • Film-Fernseh-Fond Bayern
  • Medienboard Berlin-Brandenburg
  • Mitteldeutsche Medienförderung GmbH
  • Filmförderung Hamburg/SchleswigHolstein
  • Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg
  • nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen
  • HessenFilm und Medien GmbH
  • Internationale Filmschule Köln
  • Institut für Rundfunkrecht und Mediendienste, Universität Mainz
  • Stiftung Prix Jeunesse, München
  • Hochschule für Fernsehen und Film, München
  • Deutsch-Französischer Journalistenpreis
  • Prix Europa, Berlin
  • Deutsches Institut für Filmkunde e. V., Frankfurt
  • Internationaler beratender Ausschuss für den Funkdienst, Genf
  • Bayerische Akademie für Fernsehen e. V.
  • Deutsches Kinder-Medien-Festival, Gera
  • Leibniz-Institut für Medienforschung/Hans-Bredow-Institut (HBI)
  • Haus des Dokumentarfilms Europäisches Medienforum
  • Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
  • Deutsche Film- und Fernsehakademie GmbH, Berlin
  • Zuschuss Karl-Holzamer-Stipendium
  • Deutsche Journalistenschule e. V., München
  • Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt (Themis), Berlin
  • Arbeitsgemeinschaft Medientreffpunkt Mitteldeutschland, Leipzig
  • ARD/ZDF-Förderpreis Frauen und Medientechnologie
  • Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (Trägerverein)
  • Deutscher Kamerapreis, Köln
  • Emmy Award
  • Institut für Rundfunktechnik (IRT)
  • European Broadcast Union (EBU)
  • Rundfunk-Betriebstechnik (RBT)
  • Asia Pacific Broadcasting Union (ABU)

Stellungnahme zu Gesetzgebungsverfahren
Das ZDF hat im Berichtsjahr eine Stellungnahme zum Entwurf des Medienstaatsvertrages abgegeben. Diese ist vollumfänglich unter der Rubrik „Positionen und Berichte“ auf den ZDF-Unternehmensseiten nachzulesen (https://www.zdf.de/assets/positionenberichte104~ original). Die Stellungnahme fokussiert sich auf die Vorschläge zur Plattformregulierung, insbesondere auf die Diskussion zur privilegierten Auffindbarkeit sowie auf die Vorschriften die Medienintermediäre. Außerdem nimmt das ZDF Stellung zu den verschärften Vorschriften zum Jugendmedienschutz sowie zur Liberalisierung der Werberegelungen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 19

Leistungsindikator GRI SRS-415-1: Parteispenden
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Monetären Gesamtwert der Parteispenden in Form von finanziellen Beiträgen und Sachzuwendungen, die direkt oder indirekt von der Organisation geleistet wurden, nach Land und Empfänger/Begünstigtem.

b. Gegebenenfalls wie der monetäre Wert von Sachzuwendungen geschätzt wurde.

Das ZDF vergibt keine politischen Spenden.

20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Interne Revision
Die Revision ist die eigene Prüfungseinrichtung des ZDF. Sie untersteht unmittelbar dem Intendanten und ist in der Durchführung ihrer Prüfungen unabhängig und nicht weisungsgebunden. Sie prüft den gesamten Betrieb des ZDF auf Wirtschaftlichkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten ist durch die strengen Regeln der öffentlichrechtlichen Verfasstheit des ZDF gewährleistet. Charakteristisch für die Interne Revision ist ihre Prozessunabhängigkeit: Zur Gewährleistung möglichst objektiver Prüfungsergebnisse erfolgen die Prüfungen durch Personen, die nicht in die betrieblichen Arbeitsabläufe eingebunden und nicht für das Ergebnis der zu überwachenden Prozesse verantwortlich sind.

Für das ZDF sind Funktion und Aufgaben der Internen Revision im Einzelnen in der Revisionsordnung des ZDF niedergelegt.

Überwachungsaufgaben werden auch durch externe Revisionseinrichtungen wahrgenommen: Der Jahresabschluss des ZDF wird gemäß § 30 a ZDF-Staatsvertrag vor seiner Feststellung durch den Abschlussprüfer auf Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften geprüft. Weiterhin unterliegt die Haushalts- und Wirtschaftsführung des ZDF gemäß § 30 ZDF-Staatsvertrag der Prüfung durch den Rechnungshof Rheinland Pfalz.

Compliance
Das unternehmerische Handeln des ZDF unterliegt einem unternehmensspezifischen Compliance-Management-System, das stetig weiterentwickelt wird. Ein externer Vertrauensanwalt steht sowohl Mitarbeiter*innen als auch Außenstehenden als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn sie Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten im Geschäftsverkehr des ZDF erkennen.

Compliance-Regeln und Ziele

Mitarbeiterkodex zur Korruptionsverhütung
Das ZDF als öffentlich-rechtlicher Rundfunksender steht in einer besonderen Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, die pro Haushalt den Rundfunkbeitrag entrichtet. Zudem gehören Unabhängigkeit, Integrität und Glaubwürdigkeit zu den zentralen Werten des ZDF. Zusammen schafft dies die Grundlage für Richtlinien zur Geschäftsethik und sozialen Verantwortung, die einzuhalten sind. Diese sogenannten Compliance-Regeln hat das ZDF im Sommer 2010 neu gefasst, insbesondere der Mitarbeiterkodex wirkt sich seitdem als zusätzliche Präventionsmaßnahme zur Korruptionsvermeidung aus.

In der Präambel des ZDF-Mitarbeiterkodex steht: „Um als größte Fernsehanstalt Europas für die Ethik einer unabhängigen Unternehmenskultur auch öffentlich einzutreten, führt das ZDF die wesentlichen Elemente der Korruptionsverhütung und -bekämpfung in diesem Kodex zusammen. Sie werden präzisiert durch verschiedene Einzelvorschriften, auf die der Kodex im jeweiligen Zusammenhang verweist. Dieser Kodex gilt grundsätzlich für alle unbefristet und befristet angestellten sowie für alle in erheblichem Umfang, insbesondere auf Basis von Honorarzeitverträgen beschäftigten freien Mitarbeitern des ZDF.“

Keine privaten Vorteile
Dass der Status von ZDF-Mitarbeiter* innen nicht dazu genutzt werden darf, sich individuelle private Vorteile zu verschaffen, ist in folgenden Einzelregelungen festgehalten: Geschenke, Einladungen, Rabatte, Reisen. Gerade die „Annahme von Geschenken und sonstigen Vorteilen durch Mitarbeiter*innen des ZDF“ ist zudem in einer gesonderten Verwaltungsanordnung bis ins Detail geregelt.

Geschäftspartner
Doch der Mitarbeiterkodex enthält noch weitere Verhaltensrichtlinien, etwa bei „Interessenkonflikten im Umgang mit Geschäftspartnern“. Der Umgang ist sowohl dienstlich als auch privat so zu gestalten, dass daraus keine Abhängigkeiten erwachsen, die zum Zweck der Korruption genutzt werden können – unter den Punkten „Nebentätigkeiten“, „Rechtsgeschäfte mit Familienangehörigen oder sonst nahestehenden Personen“ sowie „Insiderwissen und Kapitalbeteiligungen“ ist nachzulesen, wie dem Anschein einer privaten Vorteilsnahme offensiv entgegenzutreten ist. Auch das Verhalten bei einem Korruptionsverdacht ist im Mitarbeiterkodex thematisiert. Die Wachsamkeit aller ZDF-Mitarbeiter* innen wird dort ebenso genannt wie der externe Vertrauensanwalt des ZDF, der von dem Verdacht von Korruption oder gar Bestechlichkeit schützen kann.

Dass Korruption kein Kavaliersdelikt ist, macht der Mitarbeiterkodex ebenfalls klar. Und schließt mit dem Hinweis: Eine Verletzung der in dem Mitarbeiterkodex niedergelegten Pflichten kann zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen.

Als eine weitere wesentliche Säule der Unternehmenscompliance und dabei vor allem der Korruptionsprävention ist die strikte Einhaltung der gesetzlichen Regelungen des Kartellvergaberechts durch das ZDF als öffentlicher Auftraggeber zu nennen. Verbunden mit der Einhaltung der Vergabegrundsätze (vgl. § 97 GWB) bei der Beschaffung von Gütern und Leistungen im sog. Oberschwellenbereich sowie der freiwilligen Selbstbindung an die vergleichbaren Regelungen der VOB/A und VOL/A Basisparagrafen (künftig voraussichtlich UVgO) im sog. Unterschwellenbereich und den Regelungen der ZDF-Beschaffungsordnung leistet der ZDF-Zentraleinkauf einen entsprechenden Beitrag. Der Zentraleinkauf nimmt darüber hinaus im Beschaffungsprozess die Rolle eines sog. Internen Kontrollsystems wahr. Er überwacht bzw. stellt insbesondere die Einhaltung des Funktionstrennungs- und Vier-Augen-Prinzips sicher und setzt Vorgaben wie die Einhaltung des Mindestlohnes etc. bei der Vertragsgestaltung um.

Auch für den Rechteerwerb und die Herstellung von Produktionen wird die Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip eingehalten. Bewilligungen und die Verhandlung sowie der Abschluss der Produktionsverträge erfolgen in separaten Bereichen. Vertragsverhandlungen und -abschlüsse erfolgen nur auf der Grundlage ordnungsgemäß bewilligter und genehmigter Vorlagen und durch Personen mit entsprechenden Vollmachten//Zeichnungsbefugnissen.

Datenschutz
Das ZDF passt seine Datenschutzprozesse an die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) an und setzt die neuen gesetzlichen Vorgaben um. Als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen unterliegt es dabei jedoch Besonderheiten. Zur Gewährleistungen der Rundfunkfreiheit und insbesondere einer freien Berichterstattung gelten die datenschutzrechtlichen Regelungen auch unter der DSGVO für die journalistische Datenverarbeitung nur eingeschränkt. Nach dem sog. Medienprivileg sind in Ausführung der Datenschutz-Grundverordnung und nach § 9 c Rundfunkstaatsvertrag im Bereich der journalistischen Arbeit nur die Grundsätze der Regelungen zur Datensicherheit und Vertraulichkeit und sowie eine Zweckbindung umzusetzen.

Auch in organisatorischer Hinsicht bestehen für das ZDF Besonderheiten. Wegen der verfassungsrechtlich garantierten Staatsferne des Rundfunks obliegt gemäß § 16 ZDF-Staatsvertrag in Verbindung mit Art. 51 DSGVO die Aufsicht über den Datenschutz im ZDF nicht den staatlichen Datenschutzbehörden, sondern dem Rundfunkdatenschutzbeauftragten. Er wird vom Fernsehrat mit Zustimmung des Verwaltungsrats bestellt, arbeitet weisungsfrei und ist in der Ausübung seines Amtes nur dem Gesetz unterworfen. Der Rundfunkdatenschutzbeauftragte überwacht gemäß DSGVO die Einhaltung der Datenschutzvorschriften des ZDF-Staatsvertrages, des Rundfunkstaatsvertrages und sämtlicher weiterer das ZDF betreffenden Vorschriften über den Datenschutz bei der gesamten Tätigkeit des ZDF und seiner Beteiligungsunternehmen.

Er erstattet jährlich auch den Organen des ZDF einen schriftlichen Bericht im Sinne des Artikels 59 der Verordnung (EU) 2016/679 über seine Tätigkeit. Der Bericht wird im Online-Angebot des ZDF unter datenschutz.zdf.de veröffentlicht. Jede Person hat das Recht, sich unmittelbar an den Rundfunkdatenschutzbeauftragten zu wenden, wenn sie der Ansicht ist, bei der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten durch das ZDF oder seine Beteiligungsunternehmen in ihren schutzwürdigen Belangen verletzt worden zu sein.

Darüber hinaus hat das ZDF einen Datenschutzbeauftragten nach Art. 37 DSGVO bestellt. Nach dem gesetzlich hierfür vorgesehenen Verfahren hat ihn der Intendant mit Zustimmung des Verwaltungsrats ernannt. Ungeachtet des Beschwerderechts an den Rundfunkdatenschutzbeauftragten kann sich jede Person an den Datenschutzbeauftragten wenden, die Auskunft über die zu ihr beim ZDF gespeicherten Daten wünscht oder sich in schutzwürdigen Belangen bei der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten verletzt fühlt.

Der Datenschutzbericht der Jahre 2016-2018 ist abrufbar unter: https://www.zdf.de/zdfunternehmen/zdf-und-datenschutz-102.html

Jugendmedienschutz
Es ist ein Kernanliegen des ZDF, Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz zu vermitteln und sie vor schädlichen Medieninhalten zu schützen.

Zur Sicherung des Jugendmedienschutzes hat das ZDF eine Jugendschutzbeauftragte berufen. Sie besitzt die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderliche Fachkenntnis und ist auf dem Gebiet des Jugendmedienschutzes weisungsfrei. Zu ihren Hauptaufgaben gehört es, den Intendanten und die Programmmacher*innen des Senders in allen Fragen des Jugendmedienschutzes zu beraten – von der konkreten Programmgestaltung über die Programmplanung bis hin zum Programmeinkauf. Sie steht im ständigen Erfahrungsund Informationsaustausch mit den Programmbereichen, begleitet entweder auf Anfrage der Redaktionen oder aufgrund eigener Initiative einzelne Sendungen und Angebote und bearbeitet externe Anfragen und Beschwerden.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist der präventive Jugendmedienschutz – denn ohne eine konsequente Vermittlung von Medienkompetenz ist ein moderner und effektiver Jugendmedienschutz in Zeiten von Internet, Social Media und Smart-TVs nicht möglich. Hier leistet das ZDF einen wichtigen Beitrag durch gezielte Programmangebote sowie durch seinen Einsatz im Rahmen der Initiative „Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien macht“.

Der gesetzliche Jugendmedienschutz ist im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag geregelt. Der Fernsehrat hat darüber hinaus Richtlinien für den Jugendmedienschutz im ZDF verabschiedet, die über das vom Gesetz vorgegebene Maß hinausgehen und deren Einhaltung er streng überwacht. Allen für das Programm verantwortlichen Mitarbeiter*innen sind diese Richtlinien ebenso Arbeitsgrundlage wie die Kriterien zur Sicherung des Jugendmedienschutzes. Diese Vorschriften und weiterführende Informationen findet man unter jugendschutz.zdf.de im Internet.

Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten ist für das öffentlich-rechtlich verfasste ZDF die entscheidende Conditio sine qua non in Hinblick auf seine rechtliche und gesellschaftliche Existenzberechtigung. Insofern kann es dem ZDF hier nicht um Ziele, Teilziele oder Zielerreichungskennziffern gehen, sondern um das unbedingte Erfüllen der zahlreichen und vielschichtigen Compliance-Dimensionen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 20

Leistungsindikator GRI SRS-205-1: Auf Korruptionsrisiken geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden.

b. Erhebliche Korruptionsrisiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden.

a) Gesamtzahl und Prozentsatz der Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft werden.

Die ZDF-Revision hat im Jahr 2019 neben der Zentrale in Mainz 3 Außenstudios (Inland und Ausland), zwei Beteiligungen und die ZDF-Pensionskasse geprüft. Zudem wurde bei der ZDF Enterprises GmbH als einer weiteren Beteiligung die interne Revision von einem externen Dienstleister durchgeführt.

b) Erhebliche Korruptionsrisiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden.

Erhebliche Korruptionsrisiken wurden im Jahr 2019 nicht festgestellt.

Leistungsindikator GRI SRS-205-3: Korruptionsvorfälle
Die berichtende Organisation muss über folgende Informationen berichten:

a. Gesamtzahl und Art der bestätigten Korruptionsvorfälle.

b. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Angestellte aufgrund von Korruption entlassen oder abgemahnt wurden.

c. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Verträge mit Geschäftspartnern aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Korruption gekündigt oder nicht verlängert wurden.

d. Öffentliche rechtliche Verfahren im Zusammenhang mit Korruption, die im Berichtszeitraum gegen die Organisation oder deren Angestellte eingeleitet wurden, sowie die Ergebnisse dieser Verfahren.

a) Gesamtzahl und Art der bestätigten Korruptionsfälle

Es gab im Berichtszeitraum keine bekannten Korruptionsfälle.

b) Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Angestellte aufgrund von Korruption entlassen oder abgemahnt wurden.

Entsprechend der Ausführungen zu Punkt a. gab es keine Entlassungen oder Abmahnungen aufgrund von Korruption.

Angaben zu Verträgen, die aufgrund von Verstößen in Zusammenhang mit Korruption gekündigt oder nicht verlängert wurden (c.) und öffentliche rechtliche Verfahren in Zusammenhang mit Korruption (d.) sind nicht bekannt.

Leistungsindikator GRI SRS-419-1: Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Erhebliche Bußgelder und nichtmonetäre Sanktionen aufgrund von Nichteinhaltung von Gesetzen und/oder Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, und zwar:
i. Gesamtgeldwert erheblicher Bußgelder;
ii. Gesamtanzahl nichtmonetärer Sanktionen;
iii. Fälle, die im Rahmen von Streitbeilegungsverfahren vorgebracht wurden.

b. Wenn die Organisation keinen Fall von Nichteinhaltung der Gesetze und/oder Vorschriften ermittelt hat, reicht eine kurze Erklärung über diese Tatsache aus.

c. Der Kontext, in dem erhebliche Bußgelder und nichtmonetäre Sanktionen auferlegt wurden.

Es ist kein Fall von Nichteinhaltung der Gesetze und/oder Vorschriften bekannt, in dem erhebliche Bußgelder und nichtmonetäre Sanktionen aufgrund von Nichteinhaltung von Gesetzen und/oder Vorschriften auferlegt wurden.

Übersicht der GRI-Indikatoren in der DNK-Erklärung

In dieser DNK-Erklärung wurde nach dem „comply or explain“ Prinzip zu den nachfolgend aufgeführten GRI-Indikatoren berichtet. Dieses Dokument verweist auf die GRI-Standards 2018 für GRI SRS 303 und 403 und auf die GRI-Standards 2016 für alle anderen angewandten GRI-Standards.

Bereiche DNK-Kriterien GRI SRS Indikatoren
Strategie 1. Strategische Analyse und Maßnahmen
2. Wesentlichkeit
3. Ziele
4. Tiefe der Wertschöpfung
Prozess-Management 5. Verantwortung
6. Regeln und Prozesse
7. Kontrolle
GRI SRS 102-16
8. Anreizsysteme GRI SRS 102-35
GRI SRS 102-38
9. Beteiligung von Anspruchsgruppen GRI SRS 102-44
10. Innovations- und Produktmanagement G4-FS11
Umwelt 11. Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen
12. Ressourcenmanagement
GRI SRS 301-1
GRI SRS 302-1
GRI SRS 302-4
GRI SRS 303-3
GRI SRS 306-2
13. Klimarelevante Emissionen GRI SRS 305-1
GRI SRS 305-2
GRI SRS 305-3
GRI SRS 305-5
Gesellschaft 14. Arbeitnehmerrechte
15. Chancengleichheit
16. Qualifizierung
GRI SRS 403-4
GRI SRS 403-9
GRI SRS 403-10
GRI SRS 404-1
GRI SRS 405-1
GRI SRS 406-1
17. Menschenrechte GRI SRS 412-3
GRI SRS 412-1
GRI SRS 414-1
GRI SRS 414-2
18. Gemeinwesen GRI SRS 201-1
19. Politische Einflussnahme GRI SRS 415-1
20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten GRI SRS 205-1
GRI SRS 205-3
GRI SRS 419-1

Impressum

ZDF Mainz, 2020

Verantwortlich unternehmen.zdf.de: Alexander Stock

Redaktion: Tordis Koch, Prof. Dr. Jens Müller, Meike Painter, Cristina Knieling Couto

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