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Blackout - Angriff auf unser Stromnetz

Die Umstellung auf erneuerbare Energien macht das Stromnetz anfälliger für Hacker. Denn Wind-, Solar- und Wasserkraftanlagen produzieren nicht nur Strom, sondern auch jede Menge Daten.

28 min
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16.06.2019
16.06.2019
UT
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Video verfügbar bis 16.06.2021

Ein Cyberangriff auf das Stromnetz kann großen Schaden anrichten – wirtschaftlich und gesellschaftlich. Hamsterkäufe, Plünderungen, öffentliches Chaos – das wären mögliche Konsequenzen, wenn der Strom über längere Zeit ausfällt. Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario?

2015 und 2016 hatten Hacker in der Ukraine die Stromversorgung lahmgelegt. Mehr als 700.000 Haushalte waren stundenlang ohne Strom. Der Fall zeigt: Mit einem groß angelegten, koordinierten Angriff könnten Hacker den Strom flächendeckend ausschalten, womöglich für Tage oder sogar für Wochen. Ein Blackout ist eine echte Bedrohung. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt immer wieder vor Cyberangriffen auf Energieversorger. "Jeden Tag gibt es tausendfache Anklopfversuche aus dem Internet", bestätigt auch Florian Haacke, Leiter der Konzernsicherheit bei Deutschlands größtem Stromnetzbetreiber Innogy. Mehr als 150 Cyber-Attacken auf kritische Infrastrukturen wurden 2018 in Deutschland gemeldet.

Die größte Schwachstelle ist oft der einzelne Mitarbeiter. Veraltete Systeme erhalten kein Update, Passwörter sind viel zu einfach gestaltet und werden zu selten geändert. In einem "Cybergym" in der Nähe von Prag lernen Angestellte von Europas großen Stromanbietern, wie man sich vor Hackerangriffen schützen kann. Doch Sicherheit muss man sich leisten können. Vor allem kleineren Energieversorgern fehlt es oft an Geld, um in die IT-Sicherheit zu investieren und ihre Mitarbeiter ausreichend zu schulen.

Eberhard Oehler, Geschäftsführer der Stadtwerke Ettlingen, ist einer der wenigen, die offen über den Nachholbedarf von Energieversorgern in Sachen Cybersecurity sprechen. Lebhaft erinnert er sich an den Moment, in dem ein Hacker ihn anrief: Es war ihm gelungen, in das Netz der Stadtwerke Ettlingen einzudringen. "Ein Klick hätte genügt, um den Strom in der gesamten Stadt auszuschalten", erinnert sich Oehler an die Extremsituation. Er weiß, dass viele Stadtwerke ähnliche Software und Technik verwenden. Dadurch steigt die Gefahr, dass Hacker nicht nur ein Stadtwerk lahmlegen – sondern gleich mehrere auf einmal. "Wenn hier in Nord-Baden zehn Stadtwerke abgeschaltet würden, dann hätten wir ein massives Problem", gibt er zu.

Auf dem Schwarzmarkt werden Sicherheitslücken in Höhe bis zu einer Million Euro angeboten. Grundsätzlich gibt es auch die Möglichkeit, für 20.000, 30.000 Euro gewisse Industrieanlagen anzugreifen.
Benjamin Kunz Mejri, White Hat-Hacker

Kein System ist zu 100 Prozent sicher, sagt Benjamin Kunz Mejri. Er muss es wissen: Von der NASA über Microsoft bis zu deutschen Stromkonzernen hat er schon unzählige Unternehmen gehackt. Doch Benjamin Kunz Mejri knackt die Datenbanken nicht mit kriminellen Absichten. Er ist ein "guter" Hacker, ein sogenannter "White Hat". Alle Sicherheitslücken, die er findet, meldet er den betroffenen Firmen – damit diese sie stopfen können. Benjamin Kunz Mejris neuestes Opfer: die Stadtwerke Bad Kreuznach. Der Hacker bläst zum Angriff auf den regionalen Energieversorger. Schafft er es, ins Netz der Stadtwerke einzudringen?

Smart Home: Einfallstor für Hacker

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