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Das neue Waldsterben

Film von Julia Schwenn und Denise Jacobs

Hunderttausende Bäume vertrocknen, gehen in Flammen auf oder fallen Borkenkäfern, Pilzen, Bakterien und Viren zum Opfer. Dabei ist gerade der intakte Wald einer der wichtigsten Gegenspieler des Klimawandels.

28 min
28 min
15.09.2019
15.09.2019
UT
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.08.2021

Das neue Waldsterben muss aufgehalten werden, darüber sind sich alle einig – nur wie? Vorschläge gibt es viele. Doch die Strategien von Politikern und Experten könnten unterschiedlicher kaum sein. Dabei wird es höchste Zeit, zu handeln. Denn Bäume wachsen langsam.

Problem Monokulturen

Archiv: Geschädigte Fichten am 11.07.2019 in Koblenz
Geschädigte Fichten in einer Monokultur
Quelle: dpa

Zwei Jahre mit großer Hitze und wenig Regen haben ausgereicht, um unsere Wälder in Gefahr zu bringen. Am härtesten trifft es die Nadelhölzer. Die wurden oft als Monokulturen angepflanzt. Schnell wachsende Kiefern, Tannen und Fichten versprachen schnellen Profit für die Forstwirtschaft. Doch der löst sich jetzt vielerorts in Rauch auf. Denn Nadelholz-Plantagen trocknen besonders leicht aus und brennen daher gut. Was nicht durch sommerliche Brände zerstört wurde, wird nun schnell gefällt und auf den Markt geworfen. Das drückt die Holzpreise und schmälert den Gewinn.

Ein Borkenkäfer kriecht über eine Fichte
Ein Borkenkäfer kriecht über eine Fichte
Quelle: Matthias Hiekel/zb/dpa

Zudem erleiden unsere Wälder vielerorts irreparable Schäden durch Borkenkäfer. Die Käfer, die unter der Baumrinde leben, profitieren vom Klimawandel: Je wärmer es ist, umso besser können sie sich vermehren – und in den Holz-Plantagen finden sie ausreichend Nahrung. Forstexperten hoffen daher nun auf einen kühlen, feuchten Herbst der die Vermehrung der Borkenkäfer stoppen würde. Was viele aber nicht wissen: Laub- und Nadelbäume werden durch Hitze und Trockenheit auch zunehmend anfälliger für Pilze, Bakterien und Viren.

Naturnahe Wälder im Vorteil

Naturnahe Wälder stehen heute noch am besten da. Ihr Unterholz schützt den Boden vor dem Austrocknen, und das dichte Blätterdach hält die Temperaturen ein wenig niedriger als in der Umgebung. Aber selbst gesunde Wälder sind nicht sicher. Sie stehen unter ständiger Bedrohung durch die Gier nach Holz, Bodenschätzen oder Baugrund.

Das Waldsterben aus den 1980er-Jahren konnte mit technischen Mitteln gestoppt werden. Diesmal gibt es keine Schadstoff-Filter, die man irgendwo einbauen könnte. Und der Klimawandel kommt schneller, als viele dachten. Eine Bestandsaufnahme von planet e.

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