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Superfood - Der Hype ums gesunde Essen

Ein Film von Anne Kauth

"planet e.:  Superfood - Der Hype ums gesunde Essen": Eine bolivianische Bäuerin befindet sich auf einem Anbaugebiet und hält eine Quinoa-Pflanze im Arm.

Chia-Samen, Goji-Beeren und Quinoa als Ersatzgetreide: gesünder, schlanker, leistungsstärker durch diese "Superfoods". Der Hype ist längst global. Doch wie groß ist der Nutzen wirklich?

07.07.2019
07.07.2019
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"planet e." erkundet den weltweiten Trend rund um Superfood und fragt Verbraucher, Mediziner und Erzeuger nach dem Nutzen der vermeintlichen Alleskönner. Ein Ergebnis: Was für den Menschen vermeintlich gut ist, macht aus fruchtbaren Feldern eine Wüste.

In deutschen Großstädten sprießen sie wie Pilze aus dem Boden: "Superfood-Restaurants". Florian Klar aus Bochum hat sein "Nährstoff-Reich", das erste Superfood-Bistro des Ruhrgebiets, vor einem Jahr eröffnet. Er ist Sportler, hat den positiven Effekt gesunder Ernährung selbst erfahren und freut sich, wenn sich die Kundschaft dafür interessiert, was sie isst. Den Superfood-Boom sieht er positiv: "Ist doch besser, als wenn alle sich gedankenlos irgendeinen Fast Food reinziehen." Florian setzt auf ein Mischkonzept: Er kauft seine Zutaten bei regionalen Händlern, verarbeitet aber exotische Superfoods in seinen Gerichten. "Mit Leinsamen kann man niemanden hinterm Ofen vorlocken. Da müssen wir schon ein Stück weit auf den Trend aufspringen."

Neuer Trend im Supermarkt

Schüssel mit Quinoa, Tomaten, Avocado, Feta und Karotten-Spaghetti
Buddha Bowl mit buntem Inhalt
Quelle: imago/westend61

Der Trend um Quinoa, Goji und Chia findet sich auch im Supermarkt wieder. In den vergangenen Jahren sind die Regalflächen für die sogenannten "Superfoods" extrem erweitert worden. Die Lebensmittelindustrie hat gemerkt: Hier lässt sich Geld verdienen. Seitdem gibt es Müsli mit Chia-Samen, Quinoa im Kochbeutel oder Goji-Beeren im Müsliriegel. Doch Superfood ist kein geschützter Begriff. Ernährungswissenschaftler Dr. Matthias Riedl vom "medicum" in Hamburg untersucht den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit des Menschen: "Superfood heißt zunächst erst mal, dass diese Lebensmittel einen hohen Anteil an Nährstoffen enthalten". Für ihn müssen "Superfoods" jedoch nicht exotisch sein und von weit herkommen. "Jedes Land hat sein eigenes Superfood", erklärt der Mediziner. Und zeigt Alternativen: Heidelbeeren, Leinsamen, schwarze Johannisbeeren, Grünkohl – das sind die heimischen Superfoods in Deutschland.

Boom mit Schattenseiten

Was der weltweite Boom um Superfood anrichten kann, weiß Agraringenieur Dr. Joachim Milz. In der bolivianischen Hauptstadt La Paz leitet er eine kleine Beratungsfirma für nachhaltige Landwirtschaft. Bolivien ist einer der Hauptexporteure von Quinoa. Mit dem Hype ums sogenannte Inka-Korn haben sich die Exporte von 2007 bis 2013 vervierfacht. Der steigende Preis auf dem Weltmarkt hat dazu geführt, dass die Andenbauern ihre Anbauflächen ausgeweitet haben. Nach zwei Jahren Quinoa-Anbau in Folge sind die Felder meist nicht mehr zu gebrauchen. Sie gleichen einer Wüste. Joachim Milz ist vom Zustand der Landschaft erschüttert: "Wenn hier keine Umsteuerung stattfindet, wird hier in zehn, 15 Jahren keiner mehr leben können" – so seine finstere Prognose. Und Quinoa aus Bolivien wird es dann auch nicht mehr geben.

Was verbirgt sich hinter Superfood?

Exotisches Superfood

Heimisches Superfood

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