Casanova - die Kunst der Verführung

Frauenheld und früher Feminist

Dokumentation | Terra X - Casanova - die Kunst der Verführung

Aus ärmsten Verhältnissen gelingt Casanova der Aufstieg in die höchsten Kreise der Gesellschaft. Berühmt wird der Venezianer durch den Ausbruch aus den Bleikammern– und die Liebe zu unzähligen Frauen.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.05.2017, 13:35
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2013
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Keiner war so bekannt für seine Verführungskünste und Frauengeschichten wie er: Giacomo Casanova. In seinen Memoiren schildert der Libertin des 18. Jahrhunderts seine zahlreichen Liebschaften. Doch der berühmte Venezianer war keineswegs ein Don Juan und eiskalter Frauenheld, sondern vielmehr ein origineller Denker, einfühlsamer Freund der Frauen, ein sexueller Revolutionär und früher Feminist.

Das Manuskript von Casanovas' Lebenserinnerungen "Geschichte meines Lebens" erwarb Frankreich vor kurzem für sieben Millionen Euro. Es ist das teuerste Manuskript der Welt. Seine über 3000 Seiten zeigen, dass der berühmte Venezianer viel facettenreicher war als das Klischee.

Im Clinch mit Kirche und Inquisition

Titel der Memoiren von Casanova
Giacomo Casanova - hier auf dem Titelbild seiner Memoiren

In Venedig kommt Giacomo Casanova 1725 in ärmlichen Verhältnissen zur Welt. Ursprünglich soll er Pfarrer werden. Doch er verweigert sich seinem vorbestimmten Lebenslauf. Die Liebe zu den Frauen bestimmt sein Schicksal. Dafür legt er sich mit den mächtigsten Institutionen seiner Zeit an: mit der Kirche und der venezianischen Inquisition. Für Casanova ist das Leben im dekadenten Venedig ein permanentes Fest der Sinnlichkeit, bis zu seiner Inhaftierung für eineinhalb Jahre in den berüchtigten Bleikammern.

Der Ausbruch aus dem sichersten Gefängnis seiner Zeit macht ihn zur Legende. Seinem Charme kann niemand widerstehen. Er philosophiert mit den Größen seiner Zeit und beeindruckt selbst Madame Pompadour und Friedrich den Großen. Er gewinnt und verspielt mehrere Vermögen. Sein Leben lang reist er von Königshof zu Königshof kreuz und quer durch Europa. In Rom parliert er mit dem Papst, in Paris gründet er die erste Lotterie Frankreichs und verdient damit ein Vermögen. Hochverschuldet muss er aus London und Madrid fliehen, weil ihm der Galgen droht. Er übersetzt Homers Ilias und liefert einen Beitrag zum Libretto von Mozarts Oper Don Giovanni. Er überlebt zahlreiche Duelle und spioniert im Dienste Venedigs. In Casanova spiegelt sich das ganze 18. Jahrhundert.

Unverstellte Sexualität und Sinnlichkeit

Im Zentrum seines Denkens und Handelns steht immer die Liebe zu den Frauen und das Streben nach Glück. Seine Memoiren sind der der wohl aufrichtigste und erotische freizügigste Lebensbericht der Weltliteratur. Das macht den Freigeist Casanova auch mehr als 200 Jahre nach seinem Tod noch so modern. Durch unverstellte Sexualität und Sinnlichkeit findet Casanova zu einem damals revolutionären Selbstverständnis der Beziehung zwischen Mann und Frau, jenseits von Religion und Konvention.



Ein Team von Casanova-Experten gibt anhand ausgewählter Szenen Einblicke in das facettenreiche Seelenleben Casanovas und hinterfragt die Erzählungen seiner Memoiren und deutet sie neu. Hatte Casanova einen Mutterkomplex, war er homoerotisch veranlagt, war er "der erste Feminist"? Das "Terra X"-Team des ZDF begibt sich auf die Suche nach dem Geheimnis des "größten Verführers aller Zeiten" und präsentiert überraschende Befunde aufgrund neuster Erkenntnisse der Casanova-Forschung. In aufwändigen Re-Enactments, größtenteils an Originalschauplätzen gedreht, erzählt der Film die "wahre Geschichte" des großen Verführers.

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