Angelegt und abgesoffen

Das dubiose Geschäft mit den Containerschiffen

"Da hinten ist es!". Pfarrer Christian Schmidt von der deutschen Seemannsmission deutet auf ein Containerschiff mit rostigem Bug. Das Schiff dümpelt schon monatelang vor der glitzernden Skyline Singapurs. Es ist ein trauriges Symbol der deutschen Schifffahrtskrise. Denn es verdiente offenbar zu wenig Geld. Der Fonds, mit dem das Schiff finanziert wurde, ging pleite. Damit haben auch gut 860 deutsche Kleinanleger ihr gesamtes Investmentkapital verloren.

ZDFzm-Kameramann Felix Korfmann im Hafen von Singapur
ZDFzoom-Kameramann Felix Korfmann bei den Dreharbeiten in Singapur

Containerschiffe sind zum Milliardengrab für deutsche Kleinanleger geworden. "ZDFzoom" fragt, wie das passieren konnte.

Wahrer Goldrausch

Ursprünglich ging es darum, mit steuerlichen Erleichterungen die Schifffahrtsbranche in Deutschland zu subventionieren. Daraus hat sich im Lauf der vergangenen zwei Jahrzehnte ein lukratives Geschäftsfeld entwickelt. Hunderttausende Kleinanleger in Deutschland hofften, am Boom der Schifffahrtsbranche teilhaben zu können. Sie investierten - im Glauben an eine sichere Geldanlage - geschätzte 30 Milliarden Euro in Schiffsfonds. Ein wahrer Goldrausch, von dem vor allem Banken, Emissionshäuser und Reeder profitierten. Doch die Party ist längst vorbei. Der Ausbruch der Finanzkrise 2008 ließ den internationalen Handel einbrechen. Mittlerweile gibt es zu viele Schiffe für zu wenig Fracht auf dem Markt, die Charterraten - die Mieten für die Schiffe - sind im Keller. Viele Schiffe bringen nichts mehr ein. Sie machen sogar Verlust. Fast wöchentlich melden weitere Fonds Insolvenz an.

Die Autoren Michael Cordero und Beate Höbermann blicken hinter die Kulissen des Geschäfts mit den Schiffen. Sie zeigen: Vor allem Fondshäuser und Banken haben gut an den so genannten "weichen Kosten" verdient, während die Kleinanleger oft nur noch die Dummen sind. Eine staatliche Aufsicht, die Opfern falscher Anlageberatung hilft, gibt es nicht.

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