Berliner Polizei: Mai-Demos "erstaunlich friedlich"

    Proteste in Berlin:Polizei: Mai-Demos "erstaunlich friedlich"

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    Die Demonstration zum Tag der Arbeit in Berlin war laut Polizei "erstaunlich friedlich". Größere Ausschreitungen seien bis zum späten Montagabend weitestgehend ausgeblieben.

    1.Mai: Demos weitgehend friedlich
    Während die Kundgebungen der Gewerkschaften am 1.Mai von einer wiedergewonnenen Stärke kündeten, blieben befürchtete Krawalle am Abend in Berlin fast völlig aus.02.05.2023 | 2:33 min
    Die Berliner Polizei hat nach dem Großeinsatz zum Tag der Arbeit von einem "erstaunlich friedlichen" Verlauf der traditionell krawallträchtigen Demonstrationen gesprochen. Um kurz vor Mitternacht sagte ein Polizeisprecher:

    Es deutet sich an, dass es seit 1987 der friedlichste Mai war.

    Sprecher der Berliner Polizei

    Bis zum frühen Morgen kamen nach Angaben der Leitstelle keine nennenswerten Zwischenfälle dazu. Die Polizei meldete neun Festnahmen bei der traditionellen Demonstration linker und linksextremistischer Gruppen am 1. Mai. Ein Polizist sei nach bisheriger Kenntnis verletzt worden, sagte der Sprecher.
    Im Gegensatz zu früheren Demonstrationen blieben gezielte Flaschen- oder Steinwürfe auf Polizisten laut Polizei und dpa-Reportern aus, auch brennende Barrikaden oder Angriffe mit Pyrotechnik auf Einsatzkräfte wurden nicht beobachtet. Die Organisatoren der Demonstration widersprachen in ihrer Pressemitteilung den Darstellungen der Polizei.

    1. Mai in Berlin: Weitere Bilanz ausstehend

    Am Dienstag soll der Einsatz zum 1. Mai auch Thema im neuen Berliner Senat sein. Der neue Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) wollen in der Senats-Pressekonferenz eine Auswertung vorstellen.
    In Paris demonstrieren Menschen gegen die geplante Rentenreform von Emmanuel Macron.
    In Frankreich kam es bei Protesten gegen die geplante Rentenreform erneut zu Ausschreitungen. 01.05.2023 | 1:32 min
    Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte am Montagabend nach dem Ende der Mai-Demonstration eine positive Bilanz gezogen. Der Protestzug sei "weitgehend friedlich verlaufen", sagte sie dem RBB.
    Zu Beginn der Versammlung seien einige antisemitisch motivierte Straftaten registriert worden, berichtete die Polizeipräsidentin. Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz beim Landeskriminalamt (LKA) habe die Ermittlungen übernommen.

    Krawalle in der Nacht zu Montag

    Am Sonntagabend hatte es in Kreuzberg bei einer links-feministischen Demo kleinere Krawalle gegeben, die Polizei meldete danach elf verletzte Beamte. Teilnehmende hätten Flaschen und Feuerwerkskörper auf Beamte geworfen, wie ein dpa-Fotograf und die Polizei berichteten. Die Stimmung sei teilweise aggressiv gewesen.
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    Nach dem vorzeitigen Ende der traditionellen Demonstration linker und linksextremistischer Gruppen am 1. Mai versammelten sich Hunderte Menschen auf der Oranienstraße.
    Am Tag der Arbeit findet eine Demonstration des DGB statt. Berlin, 01.05.2023
    Inflation und Fachkräftemangel sind die zentralen Themen auf den bundesweiten Kundgebungen zum 1. Mai. Gewerkschaften fordern höhere Löhne, Scholz wirbt für mehr Ausbildungsplätze.01.05.2023 | 2:33 min
    Reporter der Deutschen Presse-Agentur beschrieben die Stimmung dort als aggressiv, vereinzelt kam es zu verbalen Auseinandersetzungen und Rangeleien.
    Die Polizei sprach von etwa 12.000 Menschen, die sich an der sogenannten revolutionären 1. Mai-Demonstration beteiligt hatten. Die Veranstalter nannten die Zahl von rund 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
    Wie sehr waren die Mai-Demonstrationen in den letzten Jahren eskaliert? Ein Überblick:

    Chronologie der Gewalt
    :Berlin und die Geschichte der Mai-Krawalle

    Seit Jahrzehnten kommt es in Berlin am 1. Mai regelmäßig zu Krawallen - heute soll es wieder heftiger werden. Wann war es zuletzt besonders schlimm? ZDFheute mit einer Chronologie.
    Mehrere Polizisten versuchen ein umgekipptes Polizeiauto aufzurichten.

    Ausschreitungen bei Kundgebung in Stuttgart

    In Stuttgart gab es gewaltsame Ausschreitungen bei einer Kundgebung: Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Pfefferspray und Schlagstöcke gegen Angreifer ein, die sie dem linken Spektrum zuordnete. Die Rede war von Pyrotechnik und Handgreiflichkeiten.
    Zudem beanstandeten die Beamten Vermummungen, Schutzbrillen, Handschuhe und "sonstige Werkzeuge" bei Teilnehmern. Der Aufzug durfte sich zwar später vom Schlossplatz zunächst in Bewegung setzen. Er wurde nach Polizeiangaben aber bald am Karlsplatz von der Versammlungsleitung beendet.
    Nordrhein-Westfalen, Köln: Yasmin Fahimi, DGB-Vorsitzende, spricht während der Kundgebung auf dem Heumarkt.
    Laut den Gewerkschaften nahmen rund 290.000 Menschen an den Kundgebungen zum Tag der Arbeit teil. 01.05.2023 | 1:32 min

    Hamburg: Polizei kesselt Vermummte ein

    Bei einer Demonstration in Hamburg kesselten die Beamten eine Gruppe von mehreren Dutzend Vermummten ein. Zuvor hatte ein aus etwa 150 Menschen bestehender schwarzer Block den Abmarsch des Demonstrationszuges durch seine Weigerung verzögert, die Vermummung abzulegen.
    Nach Angaben der Polizei nahmen an der Demonstration des Bündnisses "Schwarz-Roter 1. Mai" insgesamt etwa 1.000 Menschen teil. Nach dem Eingreifen der Polizei löste der Versammlungsleiter die Kundgebung auf. Zusammen mit ähnlichen Demos lag die Teilnehmerzahl in der Hansestadt bei rund 5.000.
    Die hohen Preise und der Krieg in der Ukraine waren vergangenes Jahr zwei der zentralen Themen bei Demonstrationen und Reden zum 1. Mai.
    Quelle: dpa, AFP

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