Fahndung nach Staub und Garweg:Ex-RAF-Terroristen in Berlin?

    Staub und Garweg gesucht:Weitere Ex-RAF-Terroristen in Berlin?

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    Nach der Festnahme von Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette wird intensiv nach Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg gefahndet. Auch sie könnten sich wohl in Berlin aufhalten.

    Ein Spezialanhänger mit einer speziellen Sicherheitstruhe (blauer, runder Deckel), steht in der Sebastianstraße.
    Es ist laut dem LKA Niedersachsen aber nicht auszuschließen, dass von den noch gesuchten anderen Ex-RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg eine Gefahr ausgehen könnte.
    Quelle: dpa

    Nach der Festnahme von Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette wird nun auch intensiv nach Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg gefahndet. Die beiden könnten sich auch in Berlin aufhalten, vermutet das Landeskriminalamt Niedersachsen.
    Es sei nicht auszuschließen, dass Gefahr von den noch gesuchten anderen Ex-RAF-Terroristen Staub und Garweg ausgehen könnte, teilte das LKA mit. Den Ermittlern zufolge liege die Vermutung nahe, dass auch Staub und Garweg Waffen und Sprengstoff gebunkert haben könnten.

    BKA bittet um Hinweise aus der Bevölkerung

    Das Bundeskriminalamt bat die Bevölkerung, die Polizei bei der Fahndung zu unterstützen. Hinweise könnten vertraulich über ein geschütztes Internetsystem abgegeben werden, erklärte das BKA. Man wende sich gezielt auch an die Familien der Beschuldigten, deren Freundeskreis und an ehemalige RAF-Unterstützer.
    ZDF-Korrespondent Oliver Deuker.
    Die früheren RAF-Mitglieder Staub und Garweg werden nun auch in Berlin vermutet. ZDF-Korrespondent Oliver Deuker berichtet.29.02.2024 | 1:04 min
    Die Behörde warnte zugleich, man solle nicht an die gesuchten Personen herantreten, da sie bewaffnet sein könnten.

    Schwere Waffen bei Klette entdeckt

    Zuvor entdeckten die Ermittler im Wohnhaus von Klette unter anderem Sprengmittel, eine Panzerfaustgranate und mehrere Waffen. Darunter seien eine Kalaschnikow, eine Maschinenpistole und eine Kurzwaffe samt Munition.
















    Angehörige der Opfer kritisieren Behörden

    Die linksextremistische Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF) war über Jahrzehnte der Inbegriff von Terror und Mord im Westen des noch geteilten Deutschlands. Angehörige der Opfer kritisierten nach der Festnahme Klettes die Behörden.
    "Die Tatsache, dass eine RAF-Terroristin 20 Jahre vom Verfassungsschutz unentdeckt und unbehelligt mitten in Berlin leben kann, ist mir unheimlich", sagte Jörg Schleyer der "Bild". Diesen Umstand müsse die Politik untersuchen und über Konsequenzen "nachdenken".
    Der 70-Jährige ist der jüngste Sohn des 1977 von der RAF ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer.
    nils-schneider
    Die Polizei hat die Evakuierung des von der mutmaßlichen RAF-Terroristin Daniela Klette zuletzt bewohnten Hauses in Berlin-Kreuzberg abgeschlossen. "In der Wohnung wurden volle Magazine für Pistolen, Patronen und eine Granate gefunden", so ZDF-Reporter Nils Schneider.29.02.2024 | 2:17 min

    Buback: Zu viel liegt noch im Dunkeln

    Für die Aufklärung der Morde der linksterroristischen Vereinigung ist die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe zuständig. Michael Buback, Sohn des 1977 getöteten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, kritisierte im Berliner "Tagesspiegel", dass die Erinnerung an die RAF keine besondere Rolle im kollektiven Gedächtnis spiele.

    Da nur einer der 34 RAF-Morde vollständig aufgeklärt ist, dürfte noch eine größere Zahl terroristischer Mörder in Freiheit leben.

    Michael Buback, Angehöriger eines Opfers

    "Eine Zahl kann ich nicht nennen, da noch viel zu viel im Dunkeln liegt", sagte der 79-Jährige dem "Tagesspiegel".
    Quelle: dpa
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