Gedenken in Auschwitz: Scholz bedrückt über Wissenslücken
Gedenken in Auschwitz :Holocaust: Scholz bedrückt über Wissenslücken
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Am 27.01.1945 wurde das KZ Auschwitz befreit. 80 Jahre später gedenken Politiker und Überlebende der Opfer des Holocaust. Kanzler Scholz richtet eine Mahnung an die Deutschen.
Die Befreiung von Auschwitz jährt sich heute zum 80. Mal. In der Gedenkstätte Auschwitz erinnerten internationale Politiker und Überlebende an die dort verübten Gräueltaten.27.01.2025 | 2:14 min
Bundeskanzler Olaf Scholz ruft angesichts des 80. Jahrestages der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz zu mehr Erinnerungskultur auf. Der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft sowie "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" sagte der SPD-Politiker:
Es muss uns bedrücken, wie viele junge Menschen in Deutschland kaum noch etwas über den Holocaust wissen.
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Olaf Scholz, Bundeskanzler
Das sei eine Mahnung und ein Auftrag an alle, daran etwas zu ändern.
Die Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen jährt sich heute zum 80. Mal. "Die Gedenkveranstaltung steht im Zeichen der Überlebenden", so ZDF-Korrespondentin Natalie Steger.27.01.2025 | 2:59 min
Scholz: Möglichst viele Zeitzeugen-Gespräche
Scholz reist am heutigen Montag genau wie Bundespräsident Frank Walter Steinmeier zur Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers in der Nähe von Krakau.
Angesichts der abnehmenden Zahl der Zeitzeugen, sagte Scholz, es sei "wichtig, dass wir möglichst vielen jungen Menschen ermöglichen, mit den noch lebenden Zeitzeugen zu sprechen. Und wir müssen die Erinnerung hochhalten, wenn die letzten Zeugen einmal nicht mehr leben."
Laut einer Studie schwindet das Wissen über den Holocaust. Gerade deshalb gehen Überlebende wie Eva Szepesi in Schulen und erzählen von den Gräueltaten.27.01.2025 | 1:39 min
Özdemir besorgt wegen Wissenslücken
Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz im von der Wehrmacht besetzten Polen. Die Nationalsozialisten hatten rund 1,3 Millionen Menschen in das Lager verschleppt. Etwa 1,1 Millionen wurden getötet, darunter etwa eine Million europäische Juden. Seit 1996 ist der Tag nationaler Gedenktag.
Auch Bundesbildungsminister Cem Özdemir beklagte Wissenslücken über den Holocaust. Der Grünen-Politiker sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland:
80 Jahre nach diesem Zivilisationsbruch besorgen mich Umfragen zu massiven Wissenslücken, insbesondere bei der jüngeren Generation.
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Cem Özdemir, Bundesbildungsminister
Seit dem 7. Oktober 2023, dem Angriff der Hamas auf Israel, hat sich die Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland verdoppelt. Wie gehen Holocaust-Überlebende damit um?23.01.2025 | 43:30 min
Umfrage: Viele wissen kaum noch etwas über Holocaust
Es dürfe nicht sein, dass mehr als jeder zehnte Deutsche im Alter zwischen 18 und 29 Jahren den Begriff Holocaust noch nie gehört habe, und dass 40 Prozent nicht wüssten, dass sechs Millionen Jüdinnen und Juden während des Holocausts getötet wurden, sagte Özdemir. Der Umfrage zufolge kennt jeder zehnte Erwachsene die Begriffe Holocaust oder Schoah nicht.
Wir dürfen niemals zulassen, dass die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands in Vergessen geraten. Allen Relativierungsversuchen haben sich Demokratinnen und Demokraten entgegenzustellen.
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Cem Özdemir, Bundesbildungsminister
Viele junge Erwachsene wissen wenig oder nichts über die Schoah bzw. den Holocaust. Viele der 18- bis 29-Jährigen gaben an nie davon gehört zu haben:
Frankreich: 46 Prozent
Rumänien: 15 Prozent
Österreich: 14 Prozent
Deutschland: 12 Prozent
UK: 5 Prozent
USA: 3 Prozent
Polen: 2 Prozent
Ungarn: 1 Prozent
In vielen Ländern wissen große Teile der Bevölkerung nicht, dass 6 Millionen Juden getötet wurden. Eine bemerkenswerte Anzahl glaubt, dass weniger als 2 Millionen Juden ermordet wurden.
Rumänien: 28 Prozent
Ungarn: 27 Prozent
Polen: 24 Prozent
Frankreich, Österreich und USA: 21 Prozent
UK: 20 Prozent
Deutschland: 18 Prozent
In vielen Ländern zweifeln große Teile der Bevölkerung an der genauen Zahl der während des Holocausts getöteten Juden. Eine hohe Anzahl glaubt, dass die Zahl übertrieben wurde.
Frankreich und Österreich: 25 Prozent
Deutschland: 24 Prozent
Polen und Rumänien: 23 Prozent
Ungarn: 19 Prozent
UK: 17 Prozent
USA: 16 Prozent
48 Prozent der Amerikaner sowie ein Viertel der Erwachsenen im Vereinigten Königreich, in Frankreich und Rumänien konnten kein einziges der mehr als 40.000 Lager nennen, die während des Zweiten Weltkriegs errichtet wurden. (Deutschland und Ungarn: 18 Prozent, Österreich: 10 Prozent, Polen: 7 Prozent).
Mehr als 50 Prozent der Befragten glauben, dass der Holocaust sich wiederholen könnte.
USA: 76 Prozent
UK: 69 Prozent
Frankreich: 63 Prozent
Österreich: 62 Prozent
Deutschland: 61 Prozent
Polen: 54 Prozent
Ungarn: 52 Prozent
Rumänien: 44 Prozent
In allen befragten Ländern glauben die überwältigende Mehrheit der Erwachsenen (neun von zehn oder mehr), dass es wichtig ist, weiterhin über den Holocaust zu unterrichten.
USA und Polen: 96 Prozent
Deutschland und UK: 94 Prozent
Frankreich und Rumänien: 93 Prozent
Ungarn: 91 Prozent
Österreich: 90 Prozent
1,1 Millionen Menschen in Auschwitz ermordet
Der internationale Holocaust-Gedenktag wird am Montag begangen. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das NS-Vernichtungslager Auschwitz. In diesem Jahr jährt sich die Befreiung zum 80. Mal.
Im Konzentrationslager Auschwitz wurden zwischen 1940 und 1945 rund 1,1 Millionen Menschen ermordet. Das Lager wurde zum Symbol der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Am 27. Januar 1945 wurden die letzten Gefangenen, die nicht auf die Todesmärsche getrieben wurden, von der sowjetischen Roten Armee befreit.
In den Konzentrationslagern von Auschwitz werden über eine Million Menschen ermordet. Eine Kurz-Chronologie zu den Ereignissen. 22.01.2025 | 1:28 min
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