Kochtöpfe bei Demo gegen Rentenreform in Frankreich verboten

    Anti-Rentenreform-Demo:Kochtöpfe bei Protest gegen Macron verboten

    |

    Bei Protesten gegen die Rentenreform in Frankreich machen Demonstranten lautstark ihrem Ärger Luft. In Ganges mussten sie bei einem Macron-Besuch dafür nun ohne Töpfe auskommen.

    Demonstranten in Paris schlagen auf Töpfe und Pfannen
    Auch nach Macrons Rede zur Rentenreform machten Demonstranten in Paris zuletzt mit Töpfen und Pfannen Lärm.
    Quelle: reuters

    Während den meisten Demonstranten bei den Protesten gegen die umstrittene Rentenreform in Frankreich kaum zu lachen zumute sein dürfte, erheitert viele im Land gerade ein kurioses Verbot: So waren Kochtöpfe vor einem Besuch von Präsident Emmanuel Macron im südfranzösischen Ganges nicht erlaubt.
    Polizisten wiesen Demonstranten mit Töpfen ab, wie Videos zeigten. Medien berichteten auch von beschlagnahmten Töpfen. Die Beamten begründeten dies mit einer Anordnung des Departements. Darin wurde für die Dauer des Präsidentenbesuchs das Mitführen von "tragbaren Tongeräten" verboten, was offenbar auch auf Töpfe abzielte.
    Die Rede des französischen Präsidenten zur Rentenreform sorgte gestern in Paris und anderen Orten Frankreichs für aufgebrachte Menschen und wütende Proteste. 18.04.2023 | 1:32 min

    Macron: "Töpfe" bringen Frankreich nicht voran

    Mit lautem Topfschlagen hatten Demonstranten in den letzten Tagen ihren Unmut über Macrons Reform kundgetan. "Eier und Töpfe, das ist bei mir zum Kochen da", sagte Macron zu Beginn seines Besuchs in Südfrankreich, wo Demonstranten weitab vom Staatschef mit Eiern und Kartoffeln warfen.
    Oppositionspolitiker machten sich über das staatliche Vorgehen gegen Kochtöpfe lustig. "Es sind nicht die Töpfe, die Frankreich voranbringen werden", hatte Macron am Mittwoch bei einem Trommelprotest im Elsass gesagt.

    Erneut Tausende bei Protesten gegen Rentenreform

    Ein traditionsreicher Topfhersteller meldete sich daraufhin augenzwinkernd zu Wort. Man stelle Kochtöpfe her, die Frankreich voranbrächten, schrieb das Unternehmen auf Twitter an Macron gerichtet.
    Unterdessen protestierten am Donnerstag in Frankreich erneut Tausende Menschen gegen die von Macron inzwischen in Kraft gesetzte Reform, mit der das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 Jahre steigt. Statt großer Demonstrationszüge wie bislang ging es dabei mehr um punktuelle Protestaktionen. Vorübergehend blockierten Demonstranten Bahngleise, wie etwa in Lille. In Paris zogen Gewerkschaftsmitglieder in das Geschäftsviertel La Défense, um dort zu protestieren.
    Frankeichs Präsident Macron nutzte eine Rede an die Nation, um seine umstrittene Renten-Reform zu verteidigen. Sie sei notwendig, um die Rente jedes Einzelnen zu garantieren.18.04.2023 | 1:38 min
    Quelle: dpa

    Mehr zur Rentenreform in Frankreich