Söldnerchef Prigoschin verliert an Einfluss

    Stern von "Putins Koch" sinkt:Söldnerchef Prigoschin verliert an Einfluss

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    Er wurde wegen Diebstahls veruteilt und als Protegé Putins umworben: Doch jetzt scheint der Stern Jewgeni Prigoschins, dem Chef der Söldnergruppe Wagner, zu sinken.

    Jewgeni Prigoschin
    Gefeiert und verurteilt: Jewgeni Prigoschin ist der Chef der gefürchteten Söldnergruppe Wagner.
    Quelle: dpa

    Im Brennpunkt der Kämpfe im Osten der Ukraine stehen Söldner der russischen Wagner-Gruppe an vorderster Front. Immer wieder rennen sie gegen die ukrainischen Stellungen in Bachmut im Donezk an. Nach Kiewer Angaben erleiden die Söldner dabei schwere Verluste. Ihr Chef Jewgeni Prigoschin wird nicht müde, die seiner Ansicht nach herausragende Rolle seiner Privatarmee in dem Krieg zu preisen.

    "Putins Koch" Prigoschin mit zunehmendem Einfluss

    Der wegen Diebstahls verurteilte Unternehmer galt lange Zeit als Protegé und Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Er richtete Anfang der 2000er Jahre Bankette und Feste für den Präsidenten aus und wurde als "Putins Koch" bekannt.
    In Russland ist der 61-Jährige zu einer führenden Stimme unter den Kommentatoren des Krieges geworden, der sich zudem Spitzen gegen Vertreter der regulären Armee erlaubt hat. Westliche Beobachter begannen bereits zu spekulieren, Prigoschin strebe eine politische Karriere an. Doch nun mehren sich die Anzeichen, das der Kreml das wachsende politische Gewicht des Söldnerführers einschränken will.
    Montage: Abzeichen der Wagner Gruppe, rechts ein Söldner mit Schirmmütze, Sonnenbrille und Maschinengewehr in der Hand
    02.06.2022 | 58:22 min
    Die Gruppe Wagner gilt als Putins Schattenarmee:
    Großes Aufsehen erregte Prigoschin vergangenes Jahr mit der Rekrutierung von Straftätern aus russischen Gefängnissen für seine Söldnertruppe. Damit sicherte er sich stetigen Ersatz für gefallene Kämpfer.

    Söldner-Chef werden Rechte entzogen

    Vergangene Woche räumte er nun ein, dass er nicht mehr Häftlinge anwerben darf. Die Chefin einer Initiative für die Rechte von Häftlingen, Olga Romanova, sagte, das Verteidigungsministerium habe die Rekrutierung von Sträflingen Anfang dieses Jahres übernommen. Das Ministerium nahm keine Stellung zu diesen Angaben.
    christian-moelling
    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Bündnisstaaten zu weiterer Militärhilfe für die Ukraine im Krieg gegen Russland aufgefordert. "Die materielle Hilfe ist nicht ausreichend", so Verteidigungsexperte Christian Mölling. 14.02.2023 | 3:50 min
    Der ehemalige Regierungsberater Sergej Markow, der sich guter Kontakte rühmt, sagte, der Kreml wolle Prigoschin nicht in der Politik sehen.

    Sie haben ein wenig Angst vor ihm [Prigoschin] und halten ihn für eine unbequeme Person.

    Sergej Markow, Ex-Regierungsberater im Kreml

    Diese Einschätzung teilt auch die Kreml-Spezialistin Tatiana Stanowaja. In einem Beitrag für die Carnegie Endowment for International Peace schrieb sie, zwar stehe ein Sturz Prigoschins nicht bevor. Aber seine Verbindungen zur Präsidialverwaltung begännen zu bröckeln.

    Kritik ist Moskau sauer aufgestoßen

    Demnach sind Prigoschins demagogische Auftritte führenden politischen Kreisen schlecht aufgestoßen. Die verbalen Angriffe des 61-Jährigen auf Behörden und Militärvertreter sowie auf Mitarbeiter von Putin kamen demnach schlecht an - besonders die Drohung, eine Partei zu gründen. "Er hat sich zusehends in einen Politiker mit eigenen Ansichten verwandelt", urteilt Stanowaja.
    Ein weiteres Indiz dafür, dass Prigoschin an die Kandare genommen wurde, findet sich in dem der Wagner-Gruppe nahestehenden Sozialen Netzwerk Grauzone. Dort wurde ein Dokument veröffentlicht, das den Anschein einer staatlichen Anweisung für die Presse macht. Den Empfängern des Schriftstücks wird geraten, Prigoschin oder Wagner nicht mehr namentlich zu erwähnen und stattdessen allgemeine Beschreibungen zu nutzen.

    Der, dessen Name nicht genannt werden darf

    Reuters konnte das Dokument nicht verifizieren. Staatliche Medien dürfen solche Leitlinien nicht weitergeben. Markow bestätigte die Anweisung, auf Werbung für den Söldnerführer zu verzichten. "Sie betonten: 'Wir verbieten sie nicht, aber es ist besser, wenn Sie es nicht tun'."
    Dass Prigoschin ein deutlicher Dämpfer versetzt wurde, glaubt auch der Chef der US-Denkfabrik Silverado Policy Accelerator, Dmitri Alperowitsch.
    Tweet Dmitri Alperowitschs
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    Er habe das Gefühl, dass Prigoschins Handlungsspielraum immer kleiner werde. "Prigoschins Stern verblasst. Er hat es mit seiner Kritik am Militär und anderen Eliten zu weit getrieben", twitterte Alperowitsch. "Jetzt werden ihm die Flügel gestutzt."
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    Quelle: Andrew Osborn, Reuters

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