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Marder, Gepard, Stinger : Ukraine: Welche Waffen Deutschland liefert

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Inzwischen bekommt die Ukraine auch Schützenpanzer. Und Deutschland liefert mehr: Eine Übersicht der Lieferungen von Artillerie bis Flugabwehr. Und was die Ukraine gern noch hätte.

Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr in der Übung "Iron Wolf" der NATO-Battlegroup in Rukla in Litauen
Deutschland hat der Ukraine bisher 14 Panzerhaubitzen 2000 geliefert, zusammen mit den Niederlanden.
Quelle: picture alliance / photothek

Deutschland hat der Ukraine eine große Bandbreite an Militärhilfe zugesagt - manches aus Bundeswehr-Beständen, anderes kommt von der Industrie. Ein Teil davon ist bereits im Kriegsgebiet angekommen, wie etwa der Flugabwehrpanzer Gepard. Andere, zum Beispiel das Allschutz-Transport-Fahrzeug Dingo, sind noch in der Vorbereitung. Darüber hinaus bekommt die Ukraine Waffen über einen Ringtausch - osteuropäische Staaten liefern ihr beispielsweise Panzer sowjetischer Bauart und bekommen dafür Ersatz aus Deutschland.

Laut Göran Swistek, Sicherheitsexperte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, ist der deutsche Beitrag "enorm". Die Liste der Waffenlieferungen sei sehr umfangreich. "Wir sind zwar nicht der größte Unterstützer, aber der Beitrag, den Deutschland leistet, ist signifikant, damit die Ukraine sich gegen die derzeitigen Aggressionen verteidigen kann", sagt Swistek.  

Eine Auswahl der wichtigsten Waffen, die Deutschland bisher direkt geliefert hat, und was die Ukraine darüber hinaus gerne hätte - ein Überblick über die verschiedenen Systeme.  

Was Deutschland geliefert oder zugesagt hat

Schützenpanzer Marder 

Ein Schützenpanzer der Bundeswehr vom Typ Marder.
Ein Schützenpanzer der Bundeswehr vom Typ Marder.
Quelle: Philipp Schulze/dpa/Archivbild

Der Marder ist für die Ukraine laut Swistek wichtig, um Gelände zurückzuerobern. Er helfe den Soldaten insbesondere, unter Feuer vorzudringen; und ihnen Schutz zu geben. 40 Marder will Deutschland nach anfänglichem Zögern liefern. 

Iris-T SLM

Das Flugabwehrsystem Iris-T SLM soll ukrainischen Städten Schutz vor russischen Angriffen durch Flugzeuge, Hubschrauber und Raketen bieten. Laut Swistek ist das Flugabwehrsystem wichtig, um größere regionale Bereiche abzudecken und gegen die Luftbedrohung zu verteidigen. Ein Luftverteidigungssystem hat Deutschland bereits an die Ukraine geliefert, drei weitere sollen folgen. 

Das Flugabwehrsystem Iris-T SLM kann auf Ziele bis 20 Kilometer Flughöhe und 40 Kilometer Entfernung feuern.

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Flakpanzer Gepard

Vor allem Waffen zur Verteidigung des Luftraumes seien momentan besonders wichtig, sagt Swistek. Dazu gehört unter anderem der Flakpanzer Gepard. Eine seiner Hauptaufgaben ist der Schutz von Fahrzeugkolonnen im Feld. Bisher hat Deutschland insgesamt 30 Gepard-Panzer geliefert, sieben weitere sollen folgen.

Der Flakpanzer Gepard hat eine Kampfreichweite von bis zu sechs Kilometern.

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Panzerhaubitze 2000

Das Artilleriesystem ist laut Swistek vor allem relevant, um Raumgewinne zu erzielen. "Wirkung erziele ich gerade in diesem Konflikt mit weitreichender Artillerie oder Flugkörpern." Mit der Panzerhaubitze 2000 können unter anderem militärisch wichtige Punkte ausgeschaltet werden. Bislang hat Deutschland zusammen mit den Niederlanden 14 Exemplare geliefert.

Mit Standardmunition kann die Panzerhaubitze 2000 etwa 30 Kilometer weit schießen, mit Spezialmunition bis zu 56 Kilometer weit.

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Flugabwehrraketen Stinger

Die Stinger-Raketen seien vor allem für die Verteidigung relevant, so Swistek. Mit ihnen können Luftangriffe aus dem näheren Bereich, zwischen einem und 20 Kilometern, abgewehrt werden. Insgesamt hat Deutschland bisher 500 Flugabwehrraketen Stinger an die Ukraine geliefert.

Waffen für die Ukraine: Flugabwehrraketen Stinger
Die Flugabwehrraketen Stinger werden gegen Flugziele im Tiefstflug und in mittleren Flughöhen in einer Entfernung von bis zu sechs Kilometern eingesetzt.
Quelle: Bundeswehr/Christian Timmig

Brückenlegepanzer Biber

Zur Wiederherstellung zerstörter Infrastruktur ist laut Swistek vor allem der Brückenlegepanzer Biber von Relevanz. Er dient vor allem dazu, Fahrzeuge etwa über Gewässer zu verlegen und so Offensiven zu ermöglichen. "Er ist aber auch wichtig, um das zivile Leben wieder zu ermöglichen sowie für die Nahversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medizin", sagt Swistek. Die Bundesregierung hat bisher drei Brückenlegepanzer Biber an die Ukraine geliefert, 13 weitere sollen noch folgen.  

Waffen für die Ukraine: Brückenlegepanzer Biber
Der Brückenlegepanzer Biber kann im Gefecht Geländeeinschnitte wie Gewässer und Schluchten bis 20 Meter Breite überwinden.
Quelle: Bundeswehr/Marco Dorow

Panzerfaust 3

Die Panzerfaust 3 sei besonders in den ersten Monaten des Krieges in der Ukraine im hohen Maße genutzt worden, um die russischen Kräfte nach der Invasion zu bekämpfen und ein weiteres Vordringen zu verhindern, so Swistek. Mittlerweile werden die Kampfhandlungen oft auf größere Entfernungen durch Artillerie durchgeführt, daher findet die Panzerfaust derzeit geringere Verwendung. Sie kommt aber weiterhin im direkten Aufeinandertreffen von ukrainischen Streitkräften mit russischen Einheiten zum Einsatz. 900 Panzerfaust 3 mit insgesamt 3.000 Patronen hat Deutschland bisher ausgeliefert.

Waffen für die Ukraine: Panzerfaust 3
Die Panzerfaust 3 hat, je nach verwendeter Visierung, eine Reichweite von bis zu 600 Metern.
Quelle: Bundeswehr/Carl Schulze

Raketenwerfer Mars II

Raketenwerfer wie der Mars II spielten eine zentrale Rolle, um wichtige Knotenpunkte zu treffen, so Swistek. "Sie befähigen dazu, gewisse signifikante Schaltstellen, aber auch Führungseinrichtungen der russischen Streitkräfte zu zerstören." Bisher hat Deutschland fünf Raketenwerfer Mars II an die Ukraine geliefert. Zwei weitere sollen folgen. Mars II kann die gleichen Raketen verschießen wie das Himars-System der USA.

Waffen für die Ukraine: Raketenwerfer Mars II
Die Mars-II-Systeme können Raketen abschießen, die ihre Ziele mithilfe von GPS finden.
Quelle: Getty Images/Sean Gallup

Artillerieortungsradar Cobra

Das Artillerieortungsradar Cobra dient dem ukrainischen Militär vor allem dazu, russische Artillerieangriffe frühzeitig zu erkennen. "Das ist durchaus auch der Fall, man sieht es immer wieder täglich am Frontverlauf in der Ukraine, wo beide Seiten mit Artillerie agieren", sagt Swistek. Cobra helfe dabei, Artilleriebeschuss rechtzeitig zu registrieren. Dies ermögliche es den Soldaten, auszuweichen und den Angriff abzuwehren.

Waffen für die Ukraine: Artillerieortungsradar Cobra
Das Artillerieortungsradar Cobra kann Haubitzen und Mörser sowie Raketenartillerie orten.
Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz

Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) Dingo

Laut Swistek ist der ATF Dingo vor allem relevant, weil er die Soldaten vor Kugeln und Splittern schützt. "Gerade, wenn ukrainische Streitkräfte vorrücken, müssen sich die Soldaten in einen Raum bewegen, wo sie unter Bedrohung sind, unter Beschuss sind. Da dienen diese Fahrzeuge dazu, die Soldaten zu schützen."Die Bundesregierung hat 50 ATF Dingos an die Ukraine geliefert.

Waffen für die Ukraine: Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) Dingo
Durch seine relativ geringen Abmessungen können mit dem ATF Dingo auch enge und kurvenreiche Straßen in bebautem Gebiet gut befahren werden.
Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr

Was Deutschland bisher nicht liefert

Die Bundesregierung hat der Ukraine zwar schwere Artillerie und Flugabwehr geliefert und zuletzt auch den Schützenpanzer Marder zugesagt, erfüllt die Forderung Kiews nach der Abgabe von Panzern vom Typ Leopard 2 aber bisher nicht.

Der Schützenpanzer Marder kann 2,50 Meter breite Gräben und Hindernisse von einem Meter Höhe überwinden sowie Gewässer mit einer Tiefe von 1,50 Metern durchfahren.

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Kampfpanzer Leopard 2

Primär wünscht sich die Ukraine den Kampfpanzer Leopard 2. Wie der Marder wäre auch der Leopard 2 für die Ukraine wichtig, um Rückgewinne zu erzielen, so Swistek. Auch der Kampfpanzer hat eine besondere Schutzwirkung und wird eingesetzt, um in umkämpften Gebieten vorzudringen.

Kampfpanzer Leopard 2A7V
Der Leopard zeichnet sich durch seine hohe Feuerkraft, gute Beweglichkeit und starke Panzerung aus.
Quelle: Bundeswehr/Marco Dorow

Nach EU-Angaben befinden sich rund 2.000 Panzer vom Typ Leopard 2 in Deutschland, Österreich, Dänemark, Ungarn, Spanien und weiteren EU-Ländern sowie in den Nicht-EU-Ländern Norwegen, der Schweiz und in der Türkei. Spanien hatte im Sommer die Lieferung von rund 40 Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 A4 aus deutscher Produktion in die Ukraine zunächst erwogen. Im August hatte Verteidigungsministerin Margarita Robles aber erklärt, die Panzer seien in "einem absolut desolaten Zustand" und überhaupt nicht einsatzfähig.

Mit Material von AFP und dpa

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