Heizungs-Check: Richtig heizen in der kommenden Heizperiode
Vorbereitung für die Heizperiode:Heizung richtig einstellen und entlüften
von Friederike Streib
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Bevor es im Herbst kalt wird, lohnt sich ein Heizungs-Check, um gut gerüstet für die kommende Heizperiode zu sein. Was man selbst erledigen kann und wann ein Profi gefragt ist.
Was muss man beachten, wenn man die Heizung effizient benutzen möchte? Und was bedeuten die Symbole auf dem Thermostat?
Quelle: dpa/ Thomas Banneyer
Die Heizperiode beginnt im Spätsommer. Der ideale Zeitpunkt, um die Heizung durchzuchecken, erklärt Energieberater Stephan Herpertz von der Verbraucherzentrale NRW. Potenzielle Probleme lassen sich dann frühzeitig beheben und durch die optimale Einstellung der Heizung spart man Energie.
Heizung entlüften und Druck anpassen
Wenn Heizkörper gluckern oder Strömungsgeräusche auftreten, deutet das auf zu viel Luft im System hin. Am Entlüftungsventil an der Seite des Heizkörpers kann die überschüssige Luft abgelassen werden.
Zum Öffnen des Entlüftungsventils braucht man in der Regel spezielle Entlüftungsschlüssel oder Entlüftungsboxen, die bereits einen kleinen Auffangbehälter für austretendes Wasser haben. Beides ist für wenig Geld im Baumarkt erhältlich. Unter das Ventil stellt man zudem einen Behälter, um auslaufendes Wasser aufzufangen. Dann wird das Ventil so weit geöffnet, bis wahrnehmbar Luft herauskommt. Läuft nur noch Wasser aus dem Ventil, kann es wieder geschlossen werden.
Nach dem Entlüften lohnt es sich, den Heizungsdruck zu prüfen, da dieser beim Entlüften sinken kann.
Generell lohnt sich die Prüfung des Heizungsdruckes zum Anfang jeder Heizperiode.
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Stephan Herpertz, Energieberater Verbraucherzentrale NRW
Denn ist der Druck zu niedrig, kommt die erzeugte Wärme nicht im Heizkörper an. Hinweise dazu, wie der Druck eingestellt wird, finden sich in der Betriebsanleitung. Das könne man sich von einem Fachhandwerker zeigen lassen und dann in der Regel selbst machen, so Herpertz.
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Heizkurve richtig einstellen
Die optimale Vorlauftemperatur einer Heizung, also die Temperatur des Wassers beim Verlassen des Heizkessels, kann über die Heizkurve eingestellt werden. Es wird festgelegt, wie sich diese in Abhängigkeit von den Außentemperaturen verändern soll.
Viele Heizungen sind noch in ihren Werkseinstellungen und haben deshalb eine zu hohe Vorlauftemperatur, die unnötig Energie verbraucht.
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Stephan Herpertz, Energieberater Verbraucherzentrale NRW
Die Heizkurve sollte bei kaltem Wetter eingestellt werden, erklärt Stephan Herpertz. Im besten Fall nimmt man sich hier einen Profi an die Seite. Wenn man sich dann auskennt, könne man die Vorlauftemperatur nach Bedarf künftig selbst anpassen. Bei Wärmepumpen gehört die Einstellung der Heizkurve zur Installation.
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Thermostat effizient nutzen
Während der Heizperiode spielt das Thermostat eine zentrale Rolle bei der Temperaturregelung. Das Thermostatventil regelt die Menge an heißem Wasser, die für die gewünschte Temperatur in den Heizkörper fließt. Senkt man die Temperatur um ein Grad, reduziert sich der Energieverbrauch um rund sechs Prozent.
In vielen Haushalten sind Thermostate an den Heizkörpern montiert, die sich über eine Drehbewegung steuern lassen. Auf diesen finden sich die Stufen eins bis fünf und Symbole.
Das Schneeflocken-Symbol steht für den Frostschutz. Diese Einstellung regelt, dass die Raumtemperatur nicht unter sechs Grad sinkt, sodass Rohre und Heizung vor dem Einfrieren geschützt sind.
Die Stufen eins bis fünf stehen dann für verschiedene Raumtemperaturen. Stufe eins steht für circa zwölf Grad, Stufe zwei für circa 16 Grad. Für Wohnräume wird Stufe drei empfohlen. Auf dieser Einstellung werden es circa 20 Grad. Stufe vier heizt den Raum auf circa 24 Grad auf, Stufe fünf auf um die 28 Grad.
Programmierbare Thermostate können für eine Nachtabsenkung genutzt werden, sodass in der Nacht weniger geheizt wird als tagsüber. In der Regel kann das für alle Heizkörper auch über die Zentralheizung eingerichtet werden.
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Stephan Herpertz, Energieberater Verbraucherzentrale NRW
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Der hydraulische Abgleich
Unterschiedlich warme Heizkörper oder Strömungsgeräusche können auf ein Heizungssystem hinweisen, das nicht hydraulisch reguliert ist. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dann dafür, dass jeder Heizkörper die benötigte Wassermenge erhält und die Wärme so gleichmäßig verteilt wird. Der Abgleich sollte allerdings von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, da hier spezifische Berechnungen notwendig sind.
Verbrauch regelmäßig checken
Um Energie zu sparen, kann man zudem prüfen, ob die Heizungspumpe im Sommer abgeschaltet und Rohre im Keller nachgedämmt werden können. Denn ungedämmte Rohrleitungen im unbeheizten Bereich verursachen pro Zentimeter zwei Kilowattstunden Verlust pro Jahr, so Stephan Herpertz. Zudem empfiehlt er, den Zählerstand während der Heizperiode monatlich zu kontrollieren, um einen ungewöhnlich hohen Verbrauch rechtzeitig zu erkennen.
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Quelle: dpa
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