In der Europa League gegen Rom: Leverkusens Traum vom Finale

    In der Europa League gegen Rom:Leverkusens Traum vom Finale

    von Andreas Morbach
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    Für das Final-Ticket in der Europa League muss Bayer 04 gegen Rom ein 0:1 aus dem Hinspiel wettmachen. Als Motivation dient dabei auch ein Gemeinschaftserlebnis vor dem Fernseher.

    Leverkusen: Trainer Xabi Alonso und Spieler
    Leverkusen-Trainer Xabi Alonso (Mitte) im Gespräch mit Kerem Demirbay.
    Quelle: dpa

    Vor einem Jahr um diese Zeit waren die Spieler von Bayer Leverkusen gerade auf einer knapp einwöchigen Werbetour in Mexiko unterwegs. Auf der anderen Seite des Atlantiks kam es neben einem Freundschaftsspiel auch am 18. Mai um die Mittagszeit zu einer Verabredung zum Fernsehgucken.

    Bayers Traum beginnt auf einer Hotel-Terrasse

    Auf der Hotel-Terrasse verfolgte das Team den Frankfurter Triumph in der Europa League gegen die Glasgow Rangers. Ein Gemeinschaftserlebnis, von dem Lukas Hradecky erzählt:

    Wir saßen da und dachten uns, wie geil das wäre, wenn wir das auch schaffen würden.

    Lukas Hradecky

    2018 gewann der heute 33-Jährige mit Eintracht den DFB-Pokal, wechselte anschließend nach Leverkusen. Und dort könnte der Traum, die Frankfurter zu beerben, für Bayers Kapitän und die Rheinländer nun wahr werden.

    Alonso will die Köpfe der Leverkusener frei bekommen

    Diesem großen Ziel im Weg stehen zunächst allerdings der extrem abgezockte Halbfinal-Gegner AS Rom - und das 0:1 aus dem Hinspiel. Zudem seufzte Xabi Alonso nach dem 1:1 am Sonntag beim Liga-Vorletzten Stuttgart wegen der Dauerbelastung in den zurückliegenden Wochen: "Ganz ehrlich, es sind natürlich zu viele Spiele."
    Den Montag gab Leverkusens Coach den Werkselfkickern deshalb frei. "Die Jungs brauchen das, um sich zu erholen, um den Kopf frei zu bekommen", erklärte der 41-jährige Spanier – dem vor dem entscheidenden Duell gegen den Sechsten der Serie A am Donnerstagabend aber prinzipiell klar ist: "Gegen Rom – das wird nicht einfach."

    Mourinho frohlockt über den Hinspielsieg gegen Bayer

    Die leise Skepsis des früheren Weltklassefußballers hat auch mit den jüngsten Problemen seiner Mannschaft gegen tiefstehende Gegner zu tun. Roms Trainer José Mourinho, dem überzeugten Defensivstrategen, kommt das Ergebnis aus dem ersten Halbfinale daher definitiv zupass.

    Halbfinal-Hinspiel Europa League
    :Bayer Leverkusen kämpft - und verliert knapp

    Noch ist alles möglich: Im Halbfinal-Hinspiel der Europa League bezwingt die AS Rom Bayer Leverkusen mit 1:0. Nun muss im Rückspiel ein Sieg für die Werkself her.
    Edoardo Bove (r) und Exequiel Palacios im Luftkampf um den Ball
    "Für uns", verbreitet sein Leverkusener Pendant Xabi Alonso immerhin dezente Zuversicht, "war die beste Vorbereitung das erste Spiel in Rom." Seine Mannschaft müsse "im letzten Drittel besser spielen", betont der leidenschaftliche Taktiker. Und Keeper Hradecky fordert nach zuletzt vier sieglosen Partien mit nur zwei eigenen Treffern: "Es muss mehr kommen. Wir müssen mehr investieren, wenn wir Rom knacken wollen."

    Sportchef Rolfes: Europa League "eine große Nummer"

    Auch Simon Rolfes drückt vor dem Showdown gegen die Mourinho-Elf gedanklich schon mal aufs Gaspedal. "Wir müssen sie mehr in Bewegung, sie aus ihrer Ordnung bringen, um unsere Schnelligkeit besser auszunutzen", nennt Leverkusens Sport-Geschäftsführer seine wichtigsten Erkenntnisse aus dem ersten Duell in der Ewigen Stadt. Denn es gilt:

    Wir müssen zu Hause gewinnen, also müssen wir sie auch vor größere Probleme stellen als im Hinspiel.

    Bayer-Sportchef Rolfes

    Wegen der internationalen Erfolge des Werksklubs in diesem Frühjahr hatte der 41-Jährige zuletzt besonders viele Gespräche mit Fans und mit den Verantwortlichen anderer Vereine, aus denen er weiß: "Die Europa League hat einen höheren Stellenwert als vor zehn Jahren. Oder als früher der Uefa-Cup, der viele nicht interessiert hat. National und international ist das eine große Nummer."

    Spanische Dominanz in den letzten zwei Dekaden

    Gerade deshalb hofft Bayers Sport-Boss, dass die Bundesliga die Dominanz der Spanier in der Europa League – elf Titel in den letzten 19 Jahren – übernehmen kann.
    "Denn viel gerissen", erinnert Rolfes, "haben wir in dem Wettbewerb zuletzt nicht. Abgesehen", so sein Zusatz, "von Frankfurt." Dem Klub, bei dessen europäischer Krönung in Sevilla die Leverkusener vor genau einem Jahr auf der Hotel-Terrasse in Mexico City gemeinsam zugeschaut haben.

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