Champions League: Guardiola - Tuchel bei ManCity - Bayern

    Manchester City gegen FC Bayern:Guardiola - Tuchel, ein leicht unfaires Duell

    von Maik Rosner
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    Manchester Citys Pep Guardiola trifft Bayern Münchens Thomas Tuchel: Die Geschichte der beiden Trainer gibt dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League einen besonderen Reiz.

    Premier League, England, Manchester City - FC Chelsea: Pep Guardiola (rechts) hebt den Daumen neben Thomas Tuchel
    Gute, alte Bekannte: Thomas Tuchel und Pep Guardiola (rechts) - hier beim Spiel Manchester City - FC Chelsea im Januar 2022.
    Quelle: Martin Rickett/PA Wire/dpa

    Vor dem Hinspiel im Viertelfinale der Champions League zwischen Manchester City und dem FC Bayern am Dienstag (21 Uhr/Zusammenfassung Mittwoch ab 23 Uhr im ZDF) kommt man nicht umhin, an die Abende von Pep Guardiola und Thomas Tuchel in Münchner Bars zu erinnern.
    Vor allem ihr erstes Treffen wurde zur Legende. Dieses hatte vor rund acht Jahren Michael Reschke, der ehemalige Technische Direktor des FC Bayern, zwischen dem damaligen Bayern-Trainer Guardiola und dem aufstrebenden BVB-Coach Tuchel arrangiert.

    Guardiola empfahl den Bayern Tuchel

    Dort sollen sie sehr angeregt mit Salz- und Pfefferstreuern Taktiken nachgestellt haben und je nach Erzählung auch mit Tassen und Gläsern. Dass sich die Trainer sehr schätzen lernten, hatte sicher auch mit ihrer Detailverliebtheit zu tun.
    Als Guardiola den FC Bayern 2016 nach drei Jahren gen Manchester verließ, soll er den Münchnern Tuchel als Nachfolger empfohlen haben. "Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich ihn 2016 nach den besten Trainern der Zukunft fragte. Er sagte sofort: 'Tuchel'", erzählte Guardiolas Biograf Martí Perarnau gerade dem "Münchner Merkur".
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    Tuchel eiferte Guardiola nach

    Tuchel hatte nach seiner ersten Profi-Trainerstation Mainz ein Sabbatical eingelegt (wie sein langjähriges Vorbild Guardiola) und einige Monate in New York verbracht (ebenfalls wie Guardiola). Über Dortmund, Paris Saint-Germain und Chelsea ist Tuchel nun beim FC Bayern angekommen.
    Schon jetzt, nach nur drei Spielen mit ihm, kann man sich schon an Guardiolas Zeit in München erinnert fühlen. Anders als zuvor bei Julian Nagelsmann ist das Spiel der Bayern wieder mehr auf Ballbesitz, Ordnung und Kontrolle ausgelegt.

    Bayerns Mix aus Nagelsmann, Tuchel und Guardiola

    Noch ist Tuchels Mannschaft allerdings weit vom Ideal entfernt. Das hat viel damit zu tun, dass in den englischen Wochen kaum Zeit zum Trainieren bleibt. Auch deshalb steht nun ein fast schon unfaires Duell an.
    Guardiola lehrt seine Vorstellungen in Manchester im siebten Jahr, Tuchel ist gerade einmal seit zweieinhalb Wochen im Amt. Auch deshalb mischen sich beim FC Bayern derzeit drei Ideen: Die von Nagelsmann mit der von Tuchel, der stark beeinflusst ist von Guardiola.
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    Tuchels Champions-League-Titel

    Tuchel hat es zuletzt geschafft, den FC Chelsea nach seinem Dienstantritt innerhalb von vier Monaten zum Champions-League-Titel zu coachen. Gelungen ist ihm das mit einem Pragmatismus, durch den er sich von seinem einstigen Idol unterscheidet.
    Während der Idealist Guardiola dazu neigt, in großen Spielen seine Ideen zu überdrehen, orientiert sich Tuchel an den Fähigkeiten seiner Mannschaft. Für beides gilt das Finale der Champions League 2021 als bestes Beispiel, als Tuchel mit Chelsea 1:0 gegen Guardiolas Manchester gewann.

    44 Tore von Haaland

    Guardiola hatte seinerzeit eine Aufstellung gewählt, mit der er seine eigene Mannschaft überlistete. Der große Favorit hatte sich teils selbst gestürzt. Den Rest erledigten Tuchels pragmatische Kontertaktik und ironischerweise Torschütze Kai Havertz als falsche Neun. Diese hatte Guardiola im Weltfußball einst beim FC Barcelona etabliert.
    Nun, für sein erstes Spiel gegen den FC Bayern seit seinem Abschied, verfügt Guardiola in Erling Haaland über eine ausgesprochen echte Neun. Der Norweger erzielte schon 44 Pflichtspieltore in dieser Saison.
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    Bayern ohne Choupo-Moting

    Zudem zieht Guardiola wieder als Favorit in den Vergleich mit Tuchel. Das gilt erst recht, weil den Bayern ihr Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting (Kniebeschwerden) fehlt.
    Dem Münchner Trainer scheint die erneute Außenseiterrolle durchaus recht zu sein. "Es macht nichts, wenn wir als Underdog nach Manchester fahren", sagte Tuchel. Er lächelte listig.
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