Lebensmittelampel jetzt auch in Frankreich

Undurchsichtige Kennzeichnung in Deutschland

Politik | Frontal 21 - Lebensmittelampel jetzt auch in Frankreich

In Deutschland lässt sie weiter auf sich warten, Frankreich dagegen setzt Maßstäbe und führt eine Lebensmittelampel ein. Unter dem Titel "Nutri-Score" werden in fünf Stufen - von einem grünen "A" bis zu einem roten "E" - verschiedene Produkte bewertet.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.11.2018, 21:00

Nach England hat jetzt auch Frankreich Ende Oktober eine Lebensmittelampel eingeführt, den sogenannten Nutri-Score. Er bewertet ein Lebensmittelprodukt mit einer Gesamtnote. Ein grünes "A" steht für ein ausgewogenes und gesundes Produkt. Die Skala reicht bis zu einem roten "E" für weniger gesunde Lebensmittel. Die Einteilung erfolgt nach wissenschaftlichen Kriterien. „Der Nutri-Score bietet einen nützlichen und wertvollen Beitrag zur Prävention", erklärte Agnes Buzyn, französische Gesundheitsministerin, gegenüber dem ZDF-Magazin Frontal 21. "Sowohl eine unausgewogene Ernährung als auch Übergewicht sind häufige Risikofaktoren für Krebs- und Gefäßerkrankungen.”

Lebensmittelampel in Deutschland

Auch wenn das Bewertungssystem freiwillig ist, machen große französische Handelsketten mit – wie etwa Intermarché. Dessen Geschäftsführer beschreibt im Interview mit Frontal 21, wie die neue Kennzeichnung schon vor Einführung für Veränderungen sorgte: "Ein solches Farbkennzeichnungssystem wird nicht nur uns, sondern alle Hersteller zwingen, Rezepte und Zusammensetzungen zu verändern", glaubt Thierry Cotillard. "Aktuell hat Intermarché innerhalb der vergangenen zwei Jahre bereits 900 seiner Produkte verbessert. Diese Lebensmittel enthalten jetzt rund zehn Prozent weniger Salz und 13 Prozent weniger Fette. Damit folgen wir der Forderung der Verbraucher nach gesünderen, besseren Nahrungsmitteln.“

Eine Lebensmittelampel in Deutschland fordern nicht nur Verbraucherschutzorganisationen wie foodwatch, sondern auch die Krankenkassen. Gegenüber Frontal 21 erklärte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch: "Wir wissen, dass Lebensmittel mit zu viel Fett, aber vor allem mit zu viel Zucker krank machen, dass sie Diabetes fördern, Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deswegen müssen wir die Verbraucher hier aufklären. Die Ampel wäre der richtige Weg.“

BLL lehnt Lebensmittelampel ab

Der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft BLL bleibt dagegen bei seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer Lebensmittelampel. "Ich glaube, dass man generell vorsichtig sein muss, wenn man Lebensmittel aufgrund bestimmter Inhaltsstoffe bewertet in Richtung gesund oder ungesund", so Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff in Frontal 21. "Wir wissen allgemein, dass sehr viele Faktoren eine Rolle spielen, wenn wir das Thema Übergewicht betrachten. Und da ist die Reduktion auf einzelne Inhaltsstoffe sicherlich nicht zielführend.“

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