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Dubiose Geldgeber

Die Drahtzieher des Brexits

Boris Johnson vor einem Wahlkampfbus der "Vote Leave"-Kampagne

Die britische Wahlkommission ist überzeugt: Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass große Teile der Gelder für eine Kampagne vor dem Brexit-Referendum 2016 aus dubiosen Quellen stammen.

Datum:
19.03.2019
Verfügbarkeit:
Video leider nicht mehr verfügbar

Im Fokus steht der britische Geschäftsmann Arron Banks, Strippenzieher und enger Freund von Nigel Farage, dem ehemaligen Chef der europafeindlichen Partei Ukip (United Kingdom Independence Party). Rund zehn Millionen Euro an Spenden sollen über Offshore-Konten des Industriellen Banks geflossen sein. Doch woher stammt das Geld?

Verschleierte Kampagnen-Finanzierung

Konkret geht es um millionenschwere Kredite, die die Pro-Brexit-Kampagne von Banks erhalten haben soll. Möglicherweise kam das Geld nicht von ihm selbst, sondern von Firmen mit Sitz im Steuerparadies Isle of Man und in Gibraltar, die sich damit in den Wahlkampf eingemischt hätten. Mittlerweile ermittelt die National Crime Agency, eine Behörde zur Ermittlung schwerer Straftaten. Sie soll die bislang verschleierte Kampagnen-Finanzierung offenlegen.

Nigel Farage kämpft weiter für den Brexit. Archivbild
Nigel Farage (Archivbild)
Quelle: Jean-Francois Badias/AP/dpa

Im ZDF-Interview spricht Nigel Farage ganz offen darüber, wie eng die Lager zusammengearbeitet haben und wie wichtig auch der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon für die Kampagne in Großbritannien gewesen ist: "Zuvor hatte ich keinerlei Verbündete in den Medien, keine Stimme. Dann half uns Steve. Wenn Du plötzlich mehrere Stimmen auf Deiner Seite hast, ändert das alles." Farage berichtet, er und Steve Bannon hätten verstanden, dass "die Menschen sich manchmal 'eine Abrissbirne' wünschen, die das alte System der 'pompösen Politiker' zerstört."

Whistleblower: Brexit-Kampagnen brachen die Gesetze

Ein Whistleblower, der für die EU-Austrittskampagne gearbeitet hat, ist überzeugt: "Die verschiedenen Brexit-Kampagnen brachen die Gesetze, griffen dabei auf ein ganzes Netzwerk von Firmen zurück, um mehr Geld ausgeben zu können. Ohne diese Betrügereien wäre das EU-Referendum anders ausgegangen."

War das Brexit-Referendum ein Komplott mit dem Ziel, auch die Grenzen der Demokratie auszutesten? Die Recherchen von Frontal21 und ZDFzoom legen nahe, dass Wähler so effektiv wie möglich beeinflusst werden sollten.

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