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Rotmilan gegen Windkraft

Das Märchen vom bedrohten Greifvogel

von Hans Koberstein und Jörg Moll

Deutschland muss die Windkraft massiv ausbauen, um die Klimaziele zu erreichen. Doch ein Großteil neuer Projekte scheitert am Rotmilan. Denn Windräder gelten bislang als ärgster Feind des Greifvogels.

Videolänge:
9 min
Datum:
22.02.2022
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.02.2024

Jetzt zeigt ein aktuelles EU-Forschungsprojekt überraschende Ergebnisse zu den Todesursachen des Rotmilans. Demnach sind Rotmilane nicht durch den Ausbau der Windkraft gefährdet. „An einem Windrad zu sterben, ist ein äußerst seltenes Ereignis, wirklich extrem selten“, fasst Rainer Raab die ersten Ergebnisse von "LIFE EUROKITE" zusammen. Seit zwei Jahren sammelt er für die EU-Kommission Daten über den Rotmilan. Sein Team stattet die Vögel mit GPS-Sendern aus, um dann im Todesfall die Ursache festzustellen. Rund 700 tote Rotmilane haben die Forscher aufgespürt und untersucht. „Die häufigste menschengemachte Todesursache ist Gift“, erklärt Raab, wenn Rotmilane tote Ratten oder Mäuse fressen, die an Giftködern verendet sind.

Rotmilane werden „extrem selten“ von Windrädern erschlagen

Giftköder sind in der Landwirtschaft üblich und werden illegal bei der Jagd eingesetzt. „Dann kommt der Straßenverkehr“, so Raab, „dass sie zu Tode kommen auf irgendeiner Autobahn oder Schnellstraße. Der nächste Grund ist dann Abschuss.“ Auch der Abschuss ist illegal. Als nächst häufige Todesursache führt Raab Stromschlag durch Stromleitungen an. „Als nächstes kommt was wirklich Skurriles: dass sie von Zügen erfasst werden.“ Und seltener noch als an der Eisenbahn sterben Rotmilane durch Windräder - „unter ferner liefen“, so Raab.

Dennoch scheitert der Neu- oder Ausbau von Windkraftanlagen in Deutschland regelmäßig vor Gericht. Naturschützer klagen, weil der Rotmilan durch Windräder einem deutlich erhöhten Todesrisiko ausgesetzt sei, vor allem wenn er in der Nähe brütet. Rotorblätter würden den Greifvogel erschlagen. Das bedeutet in der Regel das Aus für neue Windräder. Die neuen Forschungsergebnisse könnten dem nun ein Ende setzen. Raab hat dank GPS die Flugbewegungen derjenigen Rotmilane verfolgt, die in der Nähe von Windparks brüten. Sein Fazit: „Die Regel ist, dass sich die Rotmilane tausend Stunden im Windpark bewegen können, ohne dagegenzufliegen“.

Rotmilan entwickelt sich hervorragend in Europa

Tatsächlich hat sich der Rotmilan in Europa hervorragend entwickelt. Die Vogelschützer von "BirdLife Europe" nennen das eine „bemerkenswerte Erfolgsstory“. So steht es auch in deren aktueller Roten Liste der Brutvögel. Dort wurde der Rotmilan in die beste Kategorie hochgestuft: „least concern“ - das heißt so viel wie „geringste Sorge“. Auch in Deutschland hat sich die Zahl der Rotmilan-Brutpaare positiv entwickelt - ausgerechnet in der Zeit, in der fast 30.000 Windräder aufgestellt wurden.

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