"Ich habe noch so viel vor"

Nina Gnädig über Schauspielerei, Stuttgart und Selbstzweifel

Nina Gnädig wuchs "quasi ohne Fernseher" auf und hat erst nach der Schule ihr Interesse für die Schauspielerei entdeckt. Die Aufnahme an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig fiel ihr dann ganz leicht.

Seitdem ist sie Schauspielerin aus Leidenschaft. Bis 2012 war sie als Anna Badosi Teil des Teams der "SOKO Stuttgart" und beschrieb im folgenden Interview ihre Erfahrungen.

Soko-Kommissare Martina Seiffert (Astrid M. Fuenderich, m.), Anna Badosi (Nina Gnaedig, r.) und Jo Stoll (Peter Ketnath, l.)
Soko-Kommissare Martina Seiffert (Astrid M. Fuenderich, m.), Anna Badosi (Nina Gnaedig, r.) und Jo Stoll (Peter Ketnath, l.) Quelle: ZDF/Markus Fenchel


ZDF: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ihrer Rolle, der Anna Badosi, und Ihnen?

Nina Gnädig: Schön wär's. Die Rolle ist so, wie man sich eine weibliche Heldin vorstellt: schneller Geist, trainierter Körper, ausgeglichener Charakter, ausgeprägter Gerechtigkeitssinn. Es kommt also ganz viel zusammen - wer würde sich da nicht gerne eine Scheibe davon abschneiden?


ZDF: War Schauspielerei schon immer Ihr Traum?

Gnädig: Nein. Ich wusste nicht, dass man Schauspiel studieren kann. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, auf der schwäbischen Alb und in Franken, quasi ohne Fernseher.


ZDF: Wie sind Sie dennoch zum Schauspielen gekommen?

Gnädig: Ich war immer eher eine Generalistin. Ich habe ein sehr gutes Abitur gemacht und wusste dann aber nicht, was ich damit machen sollte. Deshalb ging ich nach der Schule zunächst für ein Jahr nach Paris und habe dort viel Theater und Oper nachgeholt. Danach bin ich in Berlin weiterhin viel ins Theater gegangen. Berührt hat es mich also schon immer. Schließlich habe ich mitbekommen, dass man Schauspiel auch studieren kann. Ich hatte keine Ahnung, wie man vorspricht, aber erstaunlicherweise ging alles recht leichtfüßig.


ZDF: Sie haben dann an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig studiert.

Gnädig: Ja, und dort setzten dann auch meine Selbstzweifel ein. Robert Walser sagt: "Man lebt nicht, wenn man nicht für etwas lebt". Wenn ich auf der Bühne stehe, denke ich: DAFÜR! Du hast dein Leben lang geschlafen, und plötzlich bist du wach!


ZDF: Wie gefällt es Ihnen in Stuttgart?

Gnädig: Stuttgart ist eine Insel. Ich wohne in Berlin-Mitte, da ist es sehr laut, sehr schnell. Hier schaue ich über die Weinberge hinweg, mit dem Sternenhimmel über mir und dem Lichtermeer von Bad Cannstatt unter mir. Mit solch einem friedlichen Fensterblick kann man kraftvoll an die Anna-Badosi-Arbeit gehen.


ZDF: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit in Stuttgart?

Gnädig: Als ich hierher kam, hatte ich so viel vor - und ich habe alles noch nicht geschafft! Aber das liegt daran, dass wir ein relativ intensives Pensum haben. Ein Arbeitstag geht normalerweise von acht bis acht, meist auch länger. Danach bereitet man den nächsten Tag vor. Noch lerne ich, meine Kraft und Zeit einzuteilen. Deshalb nochmals: Ich habe noch so viel vor.

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