Hepatitis: Erkrankung mit schweren Folgen

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Eine Hepatitiserkrankung bleibt oft lange unbemerkt und verläuft ohne Symptome verläuft. Dabei kann sie gefährliche Spätfolgen haben bis hin zum Tod.

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5 min
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Video verfügbar bis 27.07.2019, 09:05

Bei einer Hepatitis handelt es sich um einen Entzündung der Leber, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Neben Alkohol und einer ungesunden Ernährung, Vergiftungen oder auch durch Medikamente ausgelöste Leberentzündungen sind diese Ursachen vor allen Dingen Viren. Da eine Virus-Hepatitis oft lange ohne größere Beschwerden verläuft, bleibt sie in vielen Fällen lange unentdeckt. Experten schätzen, dass es auch in Deutschland eine hohe Dunkelziffer gibt und etwa zwischen zweihundert- und dreihunderttausend Menschen an Hepatitis erkrankt sind, obwohl davon nur bei etwa der Hälfte der Fälle eine bekannte Diagnose vorliegt.

Ursachen und Symptome

Der typische Übertragungsweg einer Virus-Hepatitis ist entweder eine orale Aufnahme (Hepatitis A) oder das Blut. Bis 1989 war der Nachweis des Virus im Blut noch nicht möglich und so gibt es einige Erkrankte, die sich vor dieser Zeit über Bluttransfusionen mit dem Virus infiziert haben. Heute kann eine Ansteckung bei den häufigeren Erkrankungen Hepatitis B und C vor allem über Spritzen oder Kokainröhrchen im Drogenmilieu erfolgen. Weitere Übertragungsmöglichkeiten sind Sex oder unsauberes Arbeiten beim Piercen oder Tätowieren. Sehr häufig tritt sie im Bereich des Drogenmilieus und unter Homosexuellen auf; eine frühzeitige Diagnose und Therapie ist oft schwierig.

Es handelt sich um eine Krankheit, die häufig verdrängt oder verschwiegen wird. Viele Betroffene begeben sich auch trotz erfolgter Diagnose nicht in Behandlung. Bei etwa siebzig bis achtzig Prozent der Erkrankten treten bei einer Virus-Hepatitis erstmal keine gravierenden Symptome auf, die auf eine Entzündung der Leber hindeuten. Die Betroffenen empfinden meist nur ein paar Tage Grippe-Symptome und fühlen sich schlapp. Nur etwa zwanzig bis dreißig Prozent der Erkrankten bekommen den klassischen Ikterus, also eine Gelbsucht, die sich durch eine typische Gelbfärbung der Bindehäute der Augen oder der Haut zeigt, was eindeutig auf eine Erkrankung der Leber hinweist. Symptome wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen treten nicht selten erst im späteren Verlauf der Erkrankung auf.

Diagnose

Der zuständige Arzt bei einer Virus-Hepatitis ist ein Gastroenterologe oder auch ein Facharzt für Infektiologie. Nach einer Blutentnahme lässt sich das jeweilige Virus im Blut nachweisen und eine genaue Diagnose stellen. Bei einer Hepatitis können zudem die Leberwerte im Blut erhöht sein. In vielen Fällen sind sie aber über einen längeren Zeitraum nur leicht erhöht und zu einem deutlichen Anstieg kommt es dann ebenfalls erst im späteren Krankheitsverlauf.

Ärztin mit Spritze
Quelle: imago/ITAR-TASS

Viele Fachärzte fordern ein flächendeckendes Screening für Risikopatienten, um die Erkrankung bei vielen Betroffenen schneller zu entdecken. Form, Beschaffenheit und Durchblutung der Leber können dabei im Ultraschall genau betrachtet werden. Um das wichtige Kriterium der Leberhärte zusätzlich zu überprüfen, musste früher eine für die Patienten oft unangenehme Punktion des Organs durchgeführt werden. Heute lässt sich diese Untersuchung ebenfalls mit Ultraschall bei einem so genannten Elastogramm durchführen.

Therapie

Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen, gegen Hepatitis C nicht. Zu Beginn erkannt, wird bei einer Hepatitis oft gewartet, ob es dem Immunsystem gelingt, das Virus eigenständig aus dem Körper zu entfernen. Gelingt dies nicht innerhalb eines halben Jahres, spricht man von einem chronischen Krankheitsverlauf. Bis in die jüngste Vergangenheit war auch die (häufig mit Nebenwirkungen verbundene) Therapie eine indirekte Behandlung (Interferontherapie), um das Immunsystem zu stimulieren. Seit kurzer Zeit steht für die Virus-Hepatitis allerdings eine zumeist gut verträgliche direkte antivirale Therapie mit Tabletten zur Verfügung, die in vielen Fällen dazu führt, dass das Virus im Körper nicht mehr nachweisbar ist.

Entscheidend bei einer Hepatitis sind die möglichen mit der Entzündung verbundenen Schädigungen der Leber. Sollte es zu umfangreichen Bindegewebsumbildungen (Fibrose) gekommen sein, spricht man von einer Leberzirrhose, die in der Konsequenz zum Versagen des Organs und zum Tod führt. Eine weitere Zusatzgefahr, die aus einer Hepatitis resultieren kann, ist die Entstehung von Leberkrebs. Eine gesunde und fettarme Ernährung und der Verzicht auf Alkohol können zumindest bedingen, dass Patienten mit einer Virus-Hepatitis keine weitere Zusatzbelastung für die Leber haben und so ein geringeres Risiko für Schädigungen des Organs.

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