Morbus Cushing

Die sehr seltene Stoffwechselerkrankung, die oftmals erst spät erkannt wird, verursacht nicht nur starke Schmerzen. Sie kann lebensbedrohlich werden.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.08.2020

Bei Morbus Cushing handelt es sich um eine sehr seltene Stoffwechselerkrankung. In Deutschland sind aktuell etwa dreitausend Fälle bekannt. Das Krankheitsbild wird von einem gutartigen Tumor an der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) verursacht. Er löst eine Überproduktion des Hormons ACTH aus, die wiederum die Nebennierenproduktion stimuliert, was einen Anstieg des Stresshormons Cortisol im Blut zur Folge hat. Diese Überproduktion kann eine ganze Reihe zum Teil schmerzhafter und sogar lebensbedrohlicher unspezifischer Symptome und Begleiterscheinungen zur Folge haben. Die Vielzahl dieser Beschwerden und die Seltenheit der Krankheit erschweren und verzögern häufig die Diagnose von Morbus Cushing.

Symptome und Ursachen

Oft führt der Anstieg von Cortisol im Blut zunächst zu einer starken Gewichtszunahme. Das ist oft von Dehnungsstreifen an Hüfte oder Bauch begleitet, die meist kleinere Einblutungen haben. Morbus Cushing kann zudem von Akne, Wundheilungsstörungen, einem Verlust von Muskelkraft und Gemütsschwankungen begleitet sein. Die Überproduktion führt zudem zu gefährlichen Veränderungen der Blutwerte. Typisch ist das Auftreten von Diabetes mellitus in Folge eines erhöhten Blutzuckers. Gefährlich für den Kreislauf und die Herzfunktion ist ein oft auftretender zu niedriger Kaliumwert. Der Blutdruck ist im Zusammenhang mit Morbus Cushing bei vielen Betroffenen erhöht.

Sehr gravierend ist als Begleiterscheinung der Krankheit eine oft schnell fortschreitende Osteoporose. Erkrankte klagen über starke Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule. Der Verlust an Knochenmasse kann zu zahlreichen Wirbelbrüchen (vor allem im Bereich von Brust- und Lendenwirbelsäule) führen. Sogenannte zusammengesackte Fischwirbel entstehen. Betroffene müssen häufig erstmal ein Korsett tragen und mit Gehhilfen gehen. Durch die zum Teil sehr starken Schmerzen und die umfangreichen Einschränkungen der Beweglichkeit werden viele Erkrankte zumindest vorübergehend zu einem Pflegefall.

Diagnose

Selbst verschiedene Fachärzte, die mit den Beschwerden von Patienten konfrontiert sind, können meist nur den Verdacht auf die Erkrankung Morbus Cushing äußern. Die Diagnose wird meist erst spät nach der Auswertung unterschiedlicher Blutuntersuchungen von einem Endokrinologen gestellt. Der Experte kann die Blutwerte in der Regel mit Blick auf die körperliche Verfassung des Patienten und seine Symptome und Beschwerden deuten. Aktuell gibt es drei unterschiedliche Bluttests zum Nachweis der Erkrankung.

Außerdem ist eine genaue Differentialdiagnostik wichtig. Der (oft sehr kleine) Tumor in der Hirnanhangsdrüse kann mit bildgebenden Verfahren wie CT oder MRT dargestellt werden. Oft haben Betroffene bereits einen längeren Leidensweg mit vielen Arztterminen und Aufenthalten in Krankenhäusern hinter sich, bis eine exakte Diagnose gestellt wird.

Therapie

In ersten Schritten ist die Akutbehandlung der vielen, zum Teil lebensbedrohlichen, Beschwerden wichtig. So muss meist der Zucker reguliert (Insulinspritzen) und der Mangel an Kalium ausgeglichen werden. Außerdem sind unterschiedliche Schmerzmittel als Akutmaßnahme wichtig.

Im Anschluss regulieren sich die Blutwerte in der Regel nach und nach. Je nachdem wie schnell die Erkrankung Morbus Cushing erkannt wurde, müssen im Anschluss die unterschiedlichen Konsequenzen der Überproduktion von Cortisol weiter behandelt werden. Gerade mit Blick auf die Osteoporose benötigen Erkrankte oft eine intensive orthopädische Behandlung. Halbjährliche Spritzen mit dem Wirkstoff Alendronsäure und die Gabe von Vitamin D dienen der Erhaltung und dem Aufbau von Knochensubstanz. Bei der Gabe von Alendronsäure müssen mögliche Nebenwirkungen (zum Beispiel Nekrosen im Kiefer) mit bedacht werden.

Nachsorge ist wichtig

Mit regelmäßiger Physiotherapie sollen Fehlhaltungen korrigiert, Schmerzen genommen, die Wirbelsäule stabilisiert und Muskeln wieder aufgebaut werden. Oft sind Erkrankte in der Folge in ihrer Beweglichkeit und Arbeitsfähigkeit eingeschränkt und längerfristig auf die Gabe von Schmerzmittel angewiesen. Regelmäßige endokrinologische Kontrollen sind in jedem Fall wichtig, weil es zu einem Rezidiv des Tumors kommen kann.

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