Gut vorbereitet auf die Piste

Von der Vorbereitung bis zur richtigen Versicherung

Verbraucher | Volle Kanne - Gut vorbereitet auf die Piste

Ski fahren macht Spaß, zählt aber auch zu den verletzungsträchtigsten Sportarten. „Ab auf die Bretter und los“ ist kein gutes Motto – ein paar Vorbereitungen sollte man treffen, bevor es auf die Piste geht.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.12.2017, 09:15

Die meisten Unfälle passieren durch mangelndes Training, Übermüdung und Selbstüberschätzung, so die Erfahrung der Bergwacht und der Notärzte vor Ort. Untrainierte Skifahrer sollten sich auf den Wintersport vorbereiten und Können und Kräfte realistisch einschätzen.

Rechtsgrundlage FIS-Regeln

Längst nicht jeder Wintersportler kennt die Pistenregeln des Internationalen Skiverbands (FIS). Sie gelten weltweit als allgemeine Verkehrsordnung der Piste und sind sowohl auf den Pisten als auch im Internet auf den Seiten des deutschen Skiverbandes zu finden. Wenn ein Unfall passiert, wird die Schuld anhand der FIS-Regeln geklärt. Wer auf der Piste umgefahren wurde, kann unter bestimmten Voraussetzungen Schadenersatz und Schmerzensgeld einklagen. Die Gerichte ziehen die FIS-Regeln als Maßstab heran. Hat der Verursacher eine der zehn FIS-Regeln verletzt, kann es teuer werden.

Die Höhe der Schmerzensgeldzahlung hängt von der Schwere der Verletzung ab. Hat der Geschädigte selbst nicht alle Skifahrer-Regeln beachtet, kann das seinen Anspruch mindern. Damit der Geschädigte sein Geld bekommt, sollte er die Personalien des Verursachers sowie eventueller Zeugen notieren und Fotos machen – ähnlich wie bei einem Autounfall. Die FIS-Regel Nummer zehn besagt, dass der Schädiger seine Personalien angeben muss. Am besten sollten diese auch polizeilich aufgenommen werden. Um die Anspruchshöhe abzuschätzen, sollte man einen Anwalt einschalten.

Zusätzlicher Krankenschutz

Grundsätzlich sinnvoll ist eine private Auslandskrankenversicherung, die beispielsweise die Kosten für den Rücktransport in die Heimat übernimmt. Informieren Sie sich vor Abschluss, welche Leistungen genau übernommen werden, etwa Helikopterflüge zum nächsten Krankenhaus. Eventuelle Risiken wie Vorerkrankungen oder hohes Alter sollten nicht ausgeschlossen sein.

Die Versicherung kann auch noch kurzfristig vor dem Urlaubsstart abgeschlossen werden. Familienmitglieder müssen einzeln im Vertrag aufgeführt sein, dann sind sie mitversichert. Die Dauer der Versicherung ist variabel, sie kann nur für den Urlaub oder für das ganze Jahr abgeschlossen werden. Viele haben bereits eine solche Versicherung abgeschlossen, ohne es zu wissen, zum Beispiel über die Kreditkarte oder eine ADAC-Mitgliedschaft. Prüfen Sie zunächst, ob nicht schon Versicherungsschutz besteht. Versicherungspakete sind in der Regel nicht zu empfehlen, da sie meist einige unnötige Versicherungen enthalten.

Behandlungskosten werden nicht immer voll ersetzt

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten nur, wenn es sich um Urlaube in EU-Staaten und Ländern handelt, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat (wie die Schweiz, Slowenien oder Ungarn). Und: Es wird nur der Betrag ersetzt, der auch in Deutschland für eine vergleichbare Behandlung anfallen würde. Häufig ist die Rechnung für medizinische Leistungen im Ausland aber höher. Die Differenz kann mit einer privaten Auslandskrankenversicherung ausgeglichen werden.

Ob für das Reiseland ein Sozialversicherungsabkommen besteht, kann man bei der Kasse selbst erfragen. Bei Reisen nach Kanada oder in die USA beispielsweise werden üblicherweise keine Behandlungskosten erstattet. Da braucht man auf jeden Fall eine private Auslandskrankenversicherung.

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