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Deutscher Gründerpreis für Lebenswerk

Alfred Theodor Ritter von Ritterschokolade erhält Preis

Seine bunten Schokoladenquadrate mit dem Knick machen Naschkatzen seit über 100 Jahren glücklich. Alfred Theodor Ritter führte Ritter Sport aus der Krise und engagiert sich seit Jahrzehnten intensiv für die Umwelt.

Alfred Theodor Ritter erhält den Deutschen Gründerpreis für sein Lebenswerk
Alfred Theodor Ritter erhält den Deutschen Gründerpreis für sein Lebenswerk
Quelle: Dirk Bruniecki

In der Kategorie Lebenswerk werden Unternehmer gewürdigt, die mindestens eine nachhaltig erfolgreiche Firma in Deutschland aufgebaut haben, in der eine beispielhafte Unternehmenskultur herrscht. Als vorbildliche Unternehmerpersönlichkeit übernimmt der Preisträger über seine unternehmerische Tätigkeit hinaus soziale Verantwortung.

"In Generationen denken"

„Als Familienunternehmer denke ich nicht in Quartalsbilanzen, sondern in Generationen“, sagt Alfred Theodor Ritter. Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Ökologie, das sind für den 66-Jährigen keine Sonntagsreden, sondern eine „Herzensangelegenheit“, die den unternehmerischen Alltag prägt.

Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Ökologie

  • Seit über 30 Jahren produziert Ritter mit Ökostrom, die Verpackungen sind seit 1991 aus recyclingfähigem Polypropylen.
  • Seit 2002 ist das hauseigene Blockheizkraftwerk in Betrieb.
  • Und seit 2013 erfüllt das ZNU-zertifizierte Unternehmen äußerst anspruchsvolle Nachhaltigkeitsstandards.

Auch sonst ist Ritter seit Jahrzehnten ökologisch engagiert: Er gründete mehrere Firmen im Bereich der Umwelttechnik und produzierte eines der ersten Elektroautos Deutschlands, den „Hotzenblitz“. Augenöffner für ihn war, wie für viele seiner Generation, die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986. „Als es auf dem Markt nur noch verstrahlte Haselnüsse gab, wurde mir die Bedeutung des Umweltschutzes klar.“ 

Viele Menschen sollen besser leben

Das andere große Thema im Leben des Alfred Theodor Ritter ist der Mensch. „Wirtschaft ist dazu da, dass möglichst viele Leute besser leben.“ Schon seit 1990 unterstützt er Kakaobauern in Nicaragua, baut dort seit 2013 eine eigene Kakaoplantage mit inzwischen rund 400 Mitarbeitern auf. „Wir wollen nur allerhöchste Qualität.“ Inzwischen bezieht er für seine Produkte ausschließlich zertifiziert nachhaltigen Kakao. „Unser Ziel sind gute Arbeitsbedingungen und partnerschaftliche, langfristige Geschäftsbeziehungen.“

Radikaler Umbau im Betrieb

Im Jahr 2004 geriet die Firma ins Trudeln und Ritter selbst übernahm die Leitung. „So ein Unternehmen ist wie ein Familienmitglied, das kann man nicht hängenlassen, wenn es ihm schlecht geht.“ Er startete einen radikalen Umbau, stärkte den Beirat und belebte die Marke Ritter Sport als hochwertige deutsche Traditionsmarke wieder neu.

Heute haben die bunten Schokoladenquadrate in Deutschland einen Marktanteil von rund 20 Prozent, werden in über 100 Ländern verkauft und bringen einen Umsatz von 489 Millionen Euro.

Auszeichnung Top-Arbeitgeber

Außerdem legte der Vater von drei Kindern viel Wert darauf, dass sich seine inzwischen 1.550 Mitarbeiter im Unternehmen „zu Hause“ fühlen. „Ich wusste, dass ich verloren bin, wenn ich die Leute verliere.“ Seitdem wurde das Familienunternehmen mehrfach als Top-Arbeitgeber ausgezeichnet. Was als vorübergehende Lösung gedacht war, dauerte am Ende über zehn Jahre.

Erst im Jahr 2015 zog sich der damals 62-Jährige aus der Geschäftsführung zurück, steuert aber weiterhin im Beirat die Geschicke des Unternehmens mit. Auch die nachfolgende Generation ist bereits eingebunden. „Ritter ist und bleibt zu 100 Prozent in Familienbesitz.“

Urteil der Auswahljury

„Alfred Theodor Ritter ist ein in jeder Hinsicht vorbildlicher Unternehmer, dem es schon sehr früh gelungen ist, verantwortliches Handeln, Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Erfolg miteinander zu verknüpfen“, so das Urteil der namhaft besetzten Auswahljury. Für diese überragende Leistung wird Alfred Theodor Ritter der Deutsche Gründerpreis 2019 in der Kategorie Lebenswerk verliehen.

„Gründer sind zentral für jede Gesellschaft, doch in Deutschland trauen sich das viel zu wenige“, findet der Geehrte. „Der Deutsche Gründerpreis fördert die Start-up-Kultur und ist deshalb sehr wichtig für unser Land.“

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