Deutscher Zukunftspreis 2010

Bundespräsident verleiht Preis für Vorbild Elefantenrüssel – Hightech-Helfer für Industrie und Haushalt

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Das bionische Handhabungssystem, das an einen Elefantenrüssel erinnert, besteht aus einem mechatronischen Rüssel, einem Greifer und drei Fingern. Seine Besonderheit ist eine enorme Anpassungsfähigkeit.

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.12.2020, 23:59

Der Deutsche Zukunftspreis 2010 geht an Dr. Peter Post, Dipl.-Ing. (FH) Markus Fischer und Dipl.-Ing. Andrzej Grzesiak für ihr Projekt „Vorbild Elefantenrüssel – ein Hightech-Helfer für Industrie und Haushalt“.

Bundespräsident Christian Wulff hat heute Abend in Berlin die Entwickler des Projektes „Vorbild Elefantenrüssel – ein Hightech-Helfer für Industrie und Haushalt“ mit dem Deutschen Zukunftspreis 2010 ausgezeichnet. Der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ist mit 250.000 Euro dotiert und würdigt sowohl die Entwicklung des Verfahrens als auch dessen erfolgreiche Umsetzung in den Markt. Mit ihrer Innovation setzte sich das Team gegen zwei weitere herausragende Projekte durch, die die Jury für die Endrunde nominiert hatte.

Vorbild in der Natur

Dr. Peter Post und Markus Fischer von der Festo AG & Co. KG, Esslingen, und Andrzej Grzesiak vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart, und ihre Teams schufen nach dem Muster von Konstruktionsprinzipien aus der Natur einen einzigartig flexiblen Handling-Assistenten für eine neue Generation vielseitig einsetzbarer Assistenzsysteme.

Das bionische Handhabungssystem, das an einen Elefantenrüssel erinnert, besteht aus einem mechatronischen Rüssel, einem Greifer und drei Fingern. Seine Besonderheit ist eine enorme Anpassungs-fähigkeit: Greifer und Finger können sehr behutsam selbst rohe Eier, Tomaten oder ein Glas Wasser anfassen und ebenso sachte mit Tieren und Menschen umgehen.

Viel gelenkiger und mehr Sensibilität

Voraussetzung für die ausgeprägte Feinfühligkeit des „Bionischen Handling-Assistenten“ ist seine Leichtbauweise, die auf einem 3D-Druckverfahren basiert. Dabei werden schrittweise dünne Pulverschichten eines biegsamen Kunststoffs übereinander aufgetragen und per Laser verschmolzen. Auf diese Weise fertigten die Forscher den kompletten künstlichen Rüssel samt seinen beweglichen Teilen.

Das Problem von Robotern, die heute in der industriellen Produktion schwere, eintönige oder gefährliche Tätigkeiten verrichten, ist ihre Ungelenkigkeit und fehlende Sensibilität. Der neuartige Handling-Assistent, der bislang als Prototyp existiert, ermöglicht den Bau von Assistenzsystemen, die Menschen ohne Verletzungsgefahr zur Hand gehen können. Und sie sollen über mögliche Anwendungen in der Industrie hinaus künftig zur Unterstützung von kranken oder gebrechlichen Menschen dienen – etwa, indem sie ihnen Speisen, Getränke oder Medikamente holen und reichen. Das würde mehr Lebensqualität für diese Menschen bedeuten.

Der Bundespräsident würdigte die nominierten Projekte: „Die in diesem Jahr nominierten Projekte geben Antworten auf wichtige Fragen wie Energieeffizienz, den schonenden Umgang mit Ressourcen und die demographische Entwicklung.“ Der Bundespräsident rief dazu auf, in Deutschland noch mehr Interesse für Technik und Innovation zu wecken. „Auch wenn Deutschland gegenwärtig im internationalen Wettbewerb gut dasteht, ist Wohlstand durch Innovation kein Selbstläufer“, so Christian Wulff.

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