Sie sind hier:

Impfen - Wettlauf mit dem Virus

Ein Wettlauf auf Leben und Tod: Noch nie wurde ein Impfstoff in so kurzer Zeit entwickelt. Zugleich verändert sich das Virus, droht gefährlicher zu werden. Wie gewinnen wir den Wettlauf?

Videolänge:
34 min
Datum:
26.01.2021
:
UT - DGS
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.01.2026

Mehr zum Thema

Historisches Gemälde - Ein kleiner Junge wird von einem Arzt geimpft

Terra X - Warum gibt es Impfungen? 

Viren, Bakterien, Parasiten: Im Mittelalter waren die Menschen ihnen schutzlos ausgeliefert. Das ändert sich mit besserer Hygiene und der Einführung der Impfung. - Wie kam es dazu?

17.12.2020
Videolänge
15 min Doku
Grafik: Professor Harald Lesch

Leschs Kosmos - Schweinepest, Corona & Co 

  • Untertitel

Harald Lesch verfolgt die Wege der neuen Viren: wie sie sich ausbreiten, wie gefährlich sie sind für Mensch und Tier und wie man versucht, den Viren Herr zu werden.

24.11.2020
Videolänge
28 min Wissen

Forschende haben den Wettlauf gegen Covid-19 längst aufgenommen. Bedeutet das Licht am Ende des Tunnels? Oder verhindern neue Bedrohungen eine schnelle Rettung? Professor Harald Lesch prüft die Sicherheit der Impfungen und ordnet die Gefahr von neuen Mutationen ein. Und er holt sich Expertinnen und Experten ins Studio: Frau Professor Ulrike Protzer, Virologin an der Technischen Universität München und im Helmholtz Zentrum München, und Herrn Professor Dr. Malte Thießen, Medizinhistoriker und Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte.

Sind die neuen mRNA-Impfstoffe sicher?

Spritze mit Impfdosis gegen Covid-19
Inzwischen wurden bereits Millionen Menschen gegen Covid-19 geimpft.
Quelle: dpa

Die neuartigen Impfstoffe gegen Covid-19 wurden in nur zehn Monaten entwickelt. Für Manche ein Grund zur Sorge, denn normalerweise dauert die Entwicklung von Impfstoffen mehrere Jahre. Allein bis ein möglicher Impfstoffkandidat gefunden ist, vergeht meist viel Zeit. Es folgen präklinische Tests an Tieren und danach drei klinische Testphasen mit steigender Zahl an Probanden, um die Verträglichkeit, die beste Dosis und die Wirksamkeit zu ermitteln. Hier geht allerdings oft viel Zeit verloren - mit Warten auf Geld, die Auswertung der Daten und behördliche Genehmigungen. Erst wenn alle Tests erfolgreich waren beginnt der Zulassungsprozess, und danach die Produktion.

Wie konnte es diesmal so schnell gehen? Zunächst konnten die Forschenden auf Vorarbeiten zurückgreifen. Seit 2002 kennen sie das Virus Sars-CoV-1, das dem heutigen Sars-CoV-2 sehr ähnlich ist. Dank der Arbeiten am Vorgänger-Virus war ein Impfstoffkandidat schnell gefunden und man konnte direkt mit den präklinischen Tests beginnen. Zudem war jedem die Dringlichkeit bewusst, so dass niemand unnötig warten musste. Einzelne Schritte, wie Probandenrekrutierung für die verschiedenen Teststufen, wurden zusammengelegt, so dass die Phasen teils überlappten. Auch die Zulassungsbehörden haben mit ihrer Bewertung bereits im laufenden Prozess begonnen. Und: Dank der millionenschweren Unterstützung der Regierung konnte man nicht nur alle Kräfte mobilisieren und so noch schneller arbeiten, sondern auch ohne Risiko schon vor der Zulassung mit der Produktion beginnen.

Kann ein mRNA Impfstoff unser Erbgut verändern?

Um einen mRNA Impfstoff herzustellen, wird nur ein Abschnitt der Virus-RNA, d.h. seiner Erbinformation, kopiert. Dieser Abschnitt ist für die Spikes verantwortlich, die dem Virus Zugang in unsere Zellen ermöglichen. Mit dem Impfstoff gelangt dieser mRNA-Abschnitt in unsere Zellen. Für die Zelle ist er eine Art Plan, mit dem sie die Spikes des Virus nachbaut und an der Zellhülle präsentiert. Unser Immunsystem beginnt dann Antikörper dagegen zu bilden. So aufgerüstet sind wir auch gegen die echten Viren gewappnet.

Die mRNA aus dem Impfstoff wird bei diesem Prozess verbraucht: nachdem sie ihre Befehle übermittelt hat, wird sie abgebaut. Und: Unsere eigene Erbinformation - die DNA im Zellkern – hat eine andere Struktur und unterscheidet sich auch chemisch von der mRNA aus dem Impfstoff. Diese kann sich deshalb nicht mit unserer DNA verbinden und sie auch nicht verändern.

Die ersten Impfskeptiker

Historisch: Eduard Jenner
Die Pockenimpfung von Eduard Jenner wurde verteufelt, obwohl sie viele Leben rettete.

Die Impfskepsis ist so alt wie die Impfung selbst. Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt der englische Arzt Edward Jenner eine Impfmethode gegen die Pocken, damals die häufigste Todesursache. Jenner beobachtete Infektionen mit Kuhpocken bei Landfrauen. Die Krankheitsverläufe waren recht harmlos. Seine Idee: Mit dem Wundsekret der Landfrauen können Menschen geimpft und so vor den gefährlichen Pocken geschützt werden.

Seine Methode erweist sich als erfolgreich, weckt aber auch Skepsis – Vertreter der Kirche halten sie für gottlos, und manche Zeitschrift druckt Spottbilder. Nach heutigen Maßstäben ist Jenners Impfung tatsächlich riskant: Mindestens einer von 30.000 Geimpften stirbt daran. Doch als Arzt weiß Jenner: Eine Pockeninfektion ist ungleich tödlicher. Bald ist klar, dass der Nutzen der Impfung die Risiken bei Weitem übersteigt. In vielen Ländern wird die Pockenimpfung deshalb bald Pflicht und von der Bevölkerung auch gut angenommen. Lange sind die Pocken die einzige Seuche, gegen die es überhaupt eine Impfung gibt. Erst im 20. Jahrhundert gelingt es, auch gegen andere Krankheiten Impfungen zu entwickeln. Heute werden Kinder in Deutschland im Allgemeinen gegen mehr als ein Dutzend Krankheiten geimpft. Die Pocken sind nicht mehr darunter, denn dank vergangener Impfkampagnen gelten sie als ausgerottet. Gefährliche Infektionskrankheiten sind heute dank Impfungen selten. Doch ohne das Leid vor Augen scheint manchen eine Impfung unnötig riskant – selbst mitten in der zweiten Coronawelle.

Keine Immunität nach Infektion?

Manaus: Männer tragen Sarg in Haus
Die Situation in Manaus lässt die Forschenden noch rätseln.
Quelle: ap

Die Millionenstadt Manaus in Brasilien wurde vom Coronavirus schwer getroffen. In der ersten Welle gab es hier Tausende Tote. 75 Prozent der Bevölkerung sollen sich damals infiziert haben. Doch jetzt schießen die Zahlen erneut in die Höhe. Wie kommt es zu diesem neuerlichen Anstieg? Der Großteil von Manaus ist doch bereits durchseucht.

Der Verdacht: Viele Menschen infizieren sich ein zweites Mal mit dem Virus. Sicher belegt ist bisher nur eine erneute Infektion. Ein 37-jähriger Krankenpfleger hat sich 116 Tage nach seiner Erstinfektion wieder angesteckt. Doch diesmal mit einem mutierten Virus. Die entscheidende Mutation heißt E484K. Das Besondere: Das mutierte Virus schafft es wohl, den bei der ersten Infektion gebildeten Antikörpern zu entkommen. Eine sogenannte Escape-Mutation. Die Sorge, die Pandemie könne jetzt von vorne beginnen, wächst. Die Hoffnungen ruhen nun auf den Impfungen. Denn die körpereigene Abwehr nach einer Infektion ist meist schwächer als die Abwehr, die ein Impfstoff erzeugt.

Leschs Kosmos - Übrigens ... zur Corona-Impfung 

Wie können wir die Pandemie in den Griff bekommen? Professor Harald Lesch über den Stoff, der uns stark machen kann im Kampf gegen Covid-19.

Videolänge
1 min · Wissen

Mehr Leschs Kosmos

Leschs Kosmos

Leschs Kosmos

Dokus zu aktuellen und relevanten Forschungen von Klima und Energie bis Gesellschaft und Gesundheit: Wissenschaft hintergründig, verständlich und unterhaltsam präsentiert von Professor Harald Lesch.

Wissen
Grafik: Harald Lesch inmitten von Magic Mushrooms

Leschs Kosmos - Pilze als Retter und Killer 

  • Untertitel

Immer häufiger nehmen Pilzerkrankungen einen tödlichen Verlauf. Die Hoffnung von Forschenden ruht auf neuen Wirkstoffen aus der Natur - ausgerechnet aus dem Reich der Pilze.

02.11.2021
Videolänge
29 min Wissen
Grafik: Professor Harald Lesch hält ein Y und ein

Leschs Kosmos - Gendern - Wahn oder Wissenschaft? 

  • Untertitel

Um die genderneutrale Sprache toben Grabenkämpfe. Welche Rolle spielt – wissenschaftlich gesehen – das Gendern tatsächlich? Ist es vielleicht doch mehr als Ideologie?

05.10.2021
Videolänge
29 min Wissen
Grafik: Professor Harald Lesch vor Wetterkatastrophen

Leschs Kosmos - Wetterextreme: das neue Normal? 

  • Untertitel

Bei der Hochwasserkatastrophe im Westen und Süden Deutschlands haben mehr als 150 Menschen ihr Leben verloren. Werden solche Wetterextreme angesichts der Klimakrise zum Normalfall?

20.07.2021
Videolänge
31 min Wissen

Lesch & Co

Lesch & Co Typical ohne Schrift

Terra X - Terra X Lesch & Co  

Wissenswertes aus Naturwissenschaft und Technik: kompetent, verständlich und unterhaltsam präsentiert von Professor Harald Lesch und seinen „Co-Protagonist*innen“.

Doku
Harald Lesch und Jasmina Neudecker vor einer Weltkugel

Terra X - LIVE: Klimagipfel in Glasgow  

Wie sinnvoll sind solche Konferenzen überhaupt? Können die UN-Staaten das Ruder beim Klimaschutz noch herumreißen? Und wie ist die Stimmung in Glasgow?

10.11.2021
Videolänge
73 min Doku
Grafik: Suzanna Randall hält Satelliten in der Hand

Terra X - Rettung aus dem All?! 

Mehr als 700 Klima-Satelliten messen Ozonwerte oder schmelzende Gletscher aus dem Orbit. Sie helfen uns, besser zu verstehen, was auf der Erde passiert und liefern präzise Daten.

20.10.2021
Videolänge
9 min Doku
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.