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Mainzer Stadtschreiber

Mit dem "Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis", der mit 12.500 Euro versehen ist, wird das Gesamtwerk eines bereits arrivierten deutschsprachigen Schriftstellers geehrt. Die Preisgeber ZDF, 3sat und Stadt Mainz haben so seit 1985 bekannte Autorinnen und Autoren wie Gabriele Wohmann, Günter Kunert, Sten Nadolny oder Monika Maron ausgezeichnet.

Eugen Ruge

Eugen Ruge wird der Mainzer Stadtschreiber des Jahres 2020. Der prominente Autor, 1954 in Soswa (Ural) geboren und in der DDR aufgewachsen, ist der 36. Träger des von ZDF, 3sat und der Stadt Mainz vergebenen renommierten Literaturpreises. Die Verleihung ist für Anfang März 2020 geplant.

Eugen Ruge
Eugen Ruge wird Mainzer Stadtschreiber 2020. Gemeinsam mit dem ZDF wird der Schriftsteller, wie seine Vorgängerin Eva Menasse, eine Dokumentation nach freier Themenwahl produzieren und zeitweilig die Stadtschreiberwohnung im Mainzer Gutenberg-Museum beziehen.
Quelle: ZDF/Asja Caspari

Eugen Ruge wurde in der Sowjetunion geboren und wuchs in Ost-Berlin als Sohn des bekannten DDR-Historikers Wolfgang Ruge auf. Der diplomierte Mathematiker, der zunächst als Wissenschaftler in der Erdbebenforschung arbeitete und 1988 in die Bundesrepublik ausreiste, begann seine schriftstellerische Laufbahn mit Theaterstücken und Hörspielen. Für seinen Debütroman "In Zeiten des abnehmenden Lichts", den die Kritikerin Iris Radisch als "DDR-Buddenbrook-Roman" lobte, wurde er 2011 mit dem aspekte-Literaturpreis und dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. 2017 ist der Roman, der zum Bestsellererfolg wurde, mit Bruno Ganz in seiner letzten Rolle verfilmt worden. Zuletzt erschienen die Bände "Theaterstücke" und "Annäherung" sowie die Romane "Cabo de Gata" und "Follower". 2019 veröffentlichte Ruge seinen Roman "Metropol", mit dem er erneut die Geschichte seiner Familie aufgreift, dieses Mal im kommunistischen Moskauer Exil der 1930er-Jahre.

Ruge, der sich auch mit Bühnenstücken, Hörspielen und als Übersetzer von Anton Tschechows Dramen einen Namen machte, lebt in Berlin und auf Rügen. Neben dem aspekte-Literaturpreis und dem Deutschen Buchpreis (beide 2011) erhielt er unter anderem  2009 den Alfred-Döblin-Preis.

Das Literarische Quartett

Das Literarische Quartett: Thea Dorn wird neben Volker Weidermann und Christine Westermann feste Mitstreiterin in der Sendung.
Die Schriftstellerin und Moderatorin Thea Dorn ist seit 2017 neben Volker Weidermann und Christine Westermann feste Mitstreiterin der Sendung.

Im Oktober 2015 erlebte die Sendung "Das Literarische Quartett" ihr Revival im ZDF-Programm: Vier engagierte Literaturexperten sprechen und debattieren über vier Bücher, von denen jeder eines vorgeschlagen hat. Leidenschaftlich und unterhaltsam diskutieren der Gastgeber und Literaturkritiker Volker Weidermann und seine Mitstreiterinnen die Moderatorin und Autorin Christine Westermann, die Schriftstellerin Thea Dorn und ein wechselnder Gast sechs Mal im Jahr über aktuelle Bücher. Ziel ist beste literarische Unterhaltung, Kritik und Leidenschaft ganz in der Tradition des legendären Literarischen Quartetts mit Marcel Reich-Ranicki, das zwischen 1988 und 2001 im ZDF zu sehen war.

Seit 1999 hat sich das "Blaue Sofa", eine Kooperation von Bertelsmann, ZDF, "Deutschlandfunk Kultur" und 3sat, als Autorentreffpunkt auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt etabliert. Knapp 60 Autoren nehmen auf dem "Blauen Sofa" zur Leipziger und Frankfurter Buchmesse Platz und stellen in halbstündigen Gesprächen ihre neuen Bücher vor. Nachmittags findet auf dem "Blauen Sofa" täglich "Die blaue Stunde" statt, ein Gespräch mit mehreren Autorinnen und Autoren, die über verschiedene Themen diskutieren. Das Beste vom "Blauen Sofa" sendet 3sat in einer 90-minütigen Zusammenfassungen, das ZDF zeigt eine dreistündige Zusammenfassung der Gespräche in "Die lange Nacht des Blauen Sofas". Auch die ZDF-Kultursendung "aspekte" widmet sich anlässlich der Buchmessen intensiv der Literatur. Alle Gespräche werden per Livestream im Internet übertragen und sind als Video in der ZDFmediathek und auf 3sat online abrufbar.

aspekte-Literaturpreis

Das ZDF betätigt sich auch aktiv als Förderer in der Buchszene: Der "aspekte-Literaturpreis" ist die wohl anerkannteste Würdigung für literarische Debüts in unserem Land. 2019 geht der Preis an Miku Sophie Kühmel für ihren Roman „Kintsugi“. Der ZDF-"aspekte"-Literaturpreis wird in diesem Jahr zum 40. Mal vergeben. Er ist mit 10 000 Euro dotiert und die bedeutendste Auszeichnung für deutschsprachige Erstlingswerke, die seit 1979 anlässlich der Frankfurter Buchmesse alljährlich verliehen wird. Zur Jury gehörten: Julia Encke (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung), Daniel Fiedler (Leitung Kultur Berlin), Jana Hensel (Autorin), Ursula März (Die Zeit) und Volker Weidermann (Das Literarische Quartett, Der Spiegel).

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Aleida Assmann und ihr Mann Jan während der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels
Aleida Assmann und ihr Mann Jan während der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels
Quelle: dpa

Die Verleihung des wohl bedeutendsten Kulturpreises der Bundesrepublik, des "Friedenspreises des Deutschen Buchhandels", überträgt das ZDF seit dem Jahr 2005 zum Ende der Frankfurter Buchmesse alternierend mit der ARD aus der Paulskirche und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur kulturellen und politischen Aufklärung. 2018 wurden die deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und der deutsche Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann geehrt.

Mit dem Preisgeber des Friedenspreises, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, unterhält das ZDF ebenso enge Beziehungen wie mit der Stiftung Lesen in Mainz. An ihrer Seite engagiert es sich für den Welttag des Buches und macht mit Spots und Aktionen Lust auf die bunte Welt der Bücher.

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