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Der antisowjetische Denkmalsturz

Ein Angebot von 3sat

Vergangenheitsbewältigung mit dem Presslufthammer: Überall in Osteuropa fallen die Denkmale, die an den Sieg der Roten Armee über den Faschismus erinnern. Aber sollte man die sowjetischen Soldaten, die Hitler besiegt haben, nicht in Ehren halten, trotz ...

Videolänge:
37 min
Datum:
17.12.2022
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.12.2027

Kulturdokus

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Das 80 Meter hohe Siegesdenkmal im lettischen Riga: spektakulär gefällt. Der historische T34-Panzer, der im estnischen Narva an die Befreiung der Stadt von der Wehrmacht erinnerte: abtransportiert. Es ist der zweite Bildersturm nach Auflösung der Sowjetunion. Während die meisten Leninstatuen schon nach 1991 abgebaut wurden, geht es jetzt überall in Osteuropa den bisher verschonten Siegesdenkmälern aus dem Zweiten Weltkrieg an den steinernen Kragen. Denn viele Länder, die unter der Sowjetherrschaft gelitten haben, sehen in den Denkmälern der Roten Armee keine Monumente des Sieges über den Nationalsozialismus, sondern vor allem koloniale Gesten Russlands. Nur in Deutschland werden die sowjetischen Denkmäler weiter säuberlich restauriert.

Putin, Den Haag wartet auf Dich

Im litauischen Vilnius, wo auf dem Rathaus in riesigen Lettern der Schriftzug "Putin, Den Haag wartet auf Dich“ prangt, will der Vizebürgermeister die "Symbole des Militarismus und des aggressiven Verhaltens der Besatzungsmacht“ so schnell wie möglich weghaben. Sechs riesige Granitsoldaten auf dem Friedhof Antakalnis in Vilnius sind als nächstes dran. Doch der UN-Menschrechtsausschuss intervenierte, der Abbau wurde vorerst gestoppt. Der Grund: Beschwerden aus den russischen Communities. Für sie haben die Denkmäler eine ganz andere Bedeutung. Die russischsprachige Minderheit im lettischen Daugavpils zum Beispiel, ist geschockt und empört über den Abbau: "Ich bin angewidert. Mein Onkel war in Krieg und starb kurz vor Berlin“ hört man hier, und: "Die Denkmäler bedeuten für uns Erinnerung. Die Oma meiner Frau war in Auschwitz im KZ. Es ist nicht schön, wenn sie abgerissen werden und unsere Geschichte vergessen wird.“  Der Abriss spielt Putins Propaganda in die Hände, welche die baltischen Regierungen schon immer als "Nazis“ bezeichnete und die eigene Regierung zum Beschützer der Russen in allen Ländern erklärte - notfalls mit Gewalt, wie im Donbass. Die Angst geht um, dass der baltische Denkmalstreit eskaliert, wie im Jahr 2007, als sich in der estnischen Hauptstadt Tallinn russische Bürger Straßenschlachten mit der Polizei lieferten. Der Grund damals: Ein Rote-Armee-Denkmal, das abgebaut und versetzt wurde.

Selbst in der Ukraine, wo neben alten Sowjetdenkmälern auch Büsten russischer Dichter wie Alexander Puschkin vom Abbau betroffen sind, gibt es Stimmen, die sich für den Erhalt der Denkmäler einsetzen: Die Instagramerin Elmira Ettinger sagt angesichts einer von den Russen zerschossenen Statue eines Rotarmisten im Kiewer Vorort Horenka: "Schauen Sie sich die Namen der Toten auf diesem Denkmal an. Das sind ukrainische Namen.“ In der Roten Armee haben auch Millionen von Ukrainern gekämpft – und ihr Andenken wird in diesen Denkmälern genauso geehrt wie das der russischen Soldaten. 

Diktator in goldenen Buchstaben verewigt, mitten in Berlin

Nur in einem Land stehen die Sowjetdenkmäler fest auf dem Sockel wie eh und je: In Deutschland. Auf der zentralen Straße des 17. Juni im Berliner Tiergarten stehen zwei T34-Panzer und am monumentalen sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park prangen sogar Stalin-Zitate. Für die ukrainischen Aktivistinnen von "Vitsche“ in Berlin unbegreifbar: "Wir können uns nicht vorstellen, dass wir in der Ukraine Denkmäler mit Hitler-Zitaten akzeptieren würden. Aber hier sehen wir einen der größten Diktatoren des 20. Jahrhunderts in goldenen Buchstaben verewigt, mitten in Berlin“.

100 Jahre nach der Gründung der Sowjetunion am 30. Dezember 1922 zeigt die Kulturdokumentation „Der antisowjetische Denkmalsturz“ wie schwierig der richtige Umgang mit Denkmälern der Vergangenheit ist. Denn immer geht es in dem Streit um die Zeugnisse der Vergangenheit auch um die eigene Identität von heute.

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