Nordamerika: ein Kontinent, erobert und gezähmt durch den Menschen. Doch stimmt das wirklich? Dirk Steffens begibt sich auf die Spur der Kräfte, die das Land schon seit Urzeiten prägen.
Zum Asteroideneinschlag, der die Dinosaurier auslöschte, gibt es neue Erkenntnisse. Dank einer Tiefbohrung im …
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Fast magisch zieht dieses mächtige Land die Menschen an: die Vereinigten Staaten von Amerika. Aber die Anziehungskraft hat ihren Preis. Denn die Naturgewalten des Kontinents fordern die Bewohner heraus. Der Mensch hat Amerika nur scheinbar gezähmt.
An der Westküste, in Kalifornien, geht ein gewaltiger Riss durch den Untergrund. Hier finden 80 Prozent aller weltweiten Erdbeben statt. Die Mitte des weiten Landes wird regelmäßig von Tornados heimgesucht. An der Ostküste prallen Hurrikans, die zu den gefährlichsten Stürmen der Welt zählen, auf den Kontinent. Und im Nordosten, aber auch bis hin in den Mittleren Westen führt arktische Polarluft im Winter immer wieder zu gefährlicher Blitzkälte und Schneestürmen. Ganze Großstädte werden dadurch lahmgelegt. Sind die USA das Land der unbegrenzten Katastrophen?
Fünf Fragen zu Natur und Geschichte Amerikas
Lange bevor der Mensch den Kontinent eroberte, herrschten die Bisons über die weiten Prärien. Viele Hundert Kilometer zogen die Herden einst im Rhythmus der Jahreszeiten. Bisons haben Überlebensstrategien für Hitze wie für Kälte und sie bestehen gegen fast alle Gegner im Tierreich. Doch gegen den Menschen, besser gesagt die weißen Siedler, hatten die mächtigen Grasfresser keine Chance. Einst gab es in den USA auf über zwei Millionen Quadratkilometern mehr als 30 Millionen Tiere.
Heute leben nur noch ein paar Hundert in wenigen geschützten Refugien, zum Beispiel in Utah auf Antilope Island, einer Insel im Großen Salzsee. Weil alle großen Raubtiere hier ausgerottet wurden, muss die Population der Bisons von Menschen kontrolliert werden. Einmal im Jahr versammeln sich Hunderte Reiter mit ihren Pferden auf Antilope Island und treiben alle Bisons in ein großes Gatter. Anschließend wird ein Teil der Tiere – ungefähr 200 von 500 – aussortiert und geschlachtet. Würden sich die Bisons auf der nur 115 Quadratkilometer großen Insel uneingeschränkt vermehren, hätte dies Futtermangel, Hunger, Stress und die rasche Ausbreitung von Krankheiten zur Folge.
Bildquelle: ZDF
Im Chaco Canyon, mitten in einer trockenen, kargen Landschaft im heutigen New Mexico, baute das Volk der Anasazi vor mehr als 1000 Jahren eine Stadt mit Hochhäusern, Lagerhallen und Tempelanlagen. Die Anasazi konnten sich in dieser extrem regenarmen Gegend ansiedeln, weil sie die natürlichen Gegebenheiten geschickt nutzten: Auf den Hochebenen zu beiden Seiten des Canyons sammelt sich Regenwasser, das über die Felswände hinunter in den Canyon rinnt. Daher lag der Grundwasserspiegel hier deutlich höher als im gesamten Umland und ermöglichte Landwirtschaft. Die Anasazi bewässerten ihre Felder mit einem ausgeklügelten System aus Dämmen und Kanälen.
In der Blütezeit der Kultur lebten im Chaco-Canyon um die 2.000 Menschen, schätzen Forscher. Neben Steinen nutzten sie Holz als wichtigstes Baumaterial. Die wenigen Bäume in der kargen Umgebung waren jedoch schnell verbraucht. Um ihren Bedarf zu decken, transportierten die Anasazi die Stämme teilweise 70 Kilometer weit – Untersuchungen der Jahresringe in den verbauten Stämmen verrieten Forschern die Herkunftsregion der Bäume. Als Mitte des 12. Jahrhunderts eine mehrjährige extreme Dürre über das Land hereinbrach, konnten die vielen Menschen nicht mehr versorgt werden. Es kam zu Hungersnöten und Kriegen. Die Überlebenden mussten den Canyon verlassen. Manche Regionen boten den Anasazi länger Zuflucht. In Mesa Verde, 200 Kilometer nördlich vom Chaco Canyon, bauten sie ihre Häuser direkt in den weichen Fels, was die Verteidigung in Kriegszeiten erleichterte. Doch auch hier mussten die Ureinwohner New Mexicos schließlich vor der Dürre weichen.
Bildquelle: ZDF
Dinosaurier herrschten über viele Millionen Jahre über unseren Planeten. Brontosaurus, Tyrannosaurus, Velociraptor und Co. hatten ihre Heimat in Nordamerika. Dass vor etwa 65 Millionen Jahren ein Asteroideneinschlagden Dinosauriern ein jähes Ende bereitete, ist bekannt, aber nur die halbe Wahrheit. Der einschlagende Brocken hatte einen Durchmesser von zehn Kilometern. Durch Untersuchungen an Bohrkernen aus dem Meeresboden an der Einschlagsstelle nördlich von Mexikos Halbinsel Yukatan konnten Forscher Rückschlüsse auf den Hergang der Katastrophe ziehen: Der Asteroid schlug eine Grube von 30 Kilometer Tiefe. Der gewaltige Rückstoß hob den Boden 15 Kilometer in die Höhe. Binnen zehn Minuten fiel alles wieder zusammen und Kraterränder türmten sich auf. Die neu geformten Gesteinsschichten finden sich heute in den Bohrkernen
Vor der amerikanischen Pazifikküste wächst er unter Wasser. Er diente vermutlich nicht nur den allererstenMenschen in Amerika als Nahrung, sondern könnte auch zur Lösung heutiger Ernährungsengpässe beitragen: Kelp, auch als Seetang bekannt. Die Braunalgen-Gattung schmeckt delikat, gilt dank ihres hohen Gehalts an Jod und anderen Mineralstoffen als gesund und ist zum Beispiel in der japanischen Küche beliebt. Getrocknet gilt die Alge als „Superfood“.
Kaliforniens Kelpwälder sind Anziehungspunkt und Heimat zahlreicher Meerestiere. Aber sie haben auch Feinde: Seeigel tauchen in riesiger Zahl auf und können die Wälder komplett kahl fressen. Nur Seeotter können der Plage Herr werden, sie sind in der Lage, massenweise Seeigel zu fangen und zu verspeisen. Aber nur dort, wo es genügend Otter gibt, sind die Kelpwälder vor den Schädlingen geschützt. Dirk Steffens spricht mit Ann Bishop, Ross Clark und Kevin Corliss O‘Connor von den Moss Landing Marine Laboratories bei Monterey über die Besonderheiten des Seetangs, die Herausforderung, die Räuber-Beute-Beziehung stabil zu halten, und die Rolle, die Kelp in der Landwirtschaft der Zukunft spielen könnte.
Der größte Goldrausch der Geschichte setzte 1848 in Kalifornien ein und lockte Tausende von Abenteurern in den Westen. Die gleichen Kräfte, die das Gold aus dem Innersten der Erde an die Oberfläche gebracht haben, verursachen an der Westküste regelmäßig Erdbeben. Am 18. April 1906 wurde San Francisco, durch den Goldrausch groß und reich geworden, von einem Beben getroffen, das bis heute als eine der größten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA gilt. Mehr als 3.000 Menschen starben, rund 200.000 wurden verletzt und knapp 30.000 Gebäude stürzten ein.
Seitdem hat es in Kalifornien kein schweres Beben mehr gegeben. Aber die Gefahr ist noch gegenwärtig. Ganz San Francisco hat Angst vor „the big one“. Denn die lange Ruhepause ist ungewöhnlich, steht die Stadt doch auf einem gewaltigen Riss in der Erde, der San-Andreas-Verwerfung. Diese Spalte verläuft von Mexiko nach Norden, vorbei an Los Angeles und San Francisco bis hinaus auf den Pazifik. Genau unter dieser Verwerfung ist die Erde ständig in Bewegung und verursacht rund 80 Prozent aller Erdbeben des Planeten. Denn hier taucht die Pazifische unter die Nordamerikanische Platte, gleichzeitig bewegen sich diese Platten seitlich aneinander vorbei und verschieben sich dabei jährlich um drei bis sechs Zentimeter.
Bildquelle: ZDF
Faszination Erde: USA – Wer beherrscht Amerika? Erstausstrahlung ZDF: 2. Februar 2020, 19.30 Uhr
Buch und Realisation Elisabeth zu Eulenburg, Tobias Schultes Sprecher Tobias Kluckert
Redaktion TV Christiane Götz-Sobel Redaktion Online Katja Treu
Funkelnde Metropolen, strahlende Industriekulissen und atemberaubende Illuminationen - Nacht für Nacht …
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