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Recherchen zum Film

Fair und flauschig - die Wolle von morgen

Wolle hält warm, ist pflegeleicht und bei richtiger Lagerung und Pflege extrem langlebig. Sie hat ein nachhaltiges Image und steht für einen umweltbewussten Lebensstil. Doch was viele nicht wissen: An den meisten unserer vermeintlich nachhaltigen Kleidungsstücke klebt Blut.

Auch uns waren die genauen Umstände der Wollproduktion nicht bewusst – und wurden somit zum Ausgangspunkt unserer Recherchen und dieses Films. 

Dass lange klimaschädliche Lieferketten sowie ausbeuterische und umweltbelastende Produktionsweisen in der Fast Fashion-Industrie ein Problem sind, wussten wir. Dass aber auch die vermeintlich nachhaltige Wolle davon nicht ausgenommen ist, war uns so wie vielen anderen Konsument*innen nicht bewusst. Auch in der Wollindustrie arbeiten Menschen zu Niedriglöhnen. Der Großteil der Wolle auf dem Weltmarkt wird in Australien oder Neuseeland produziert und in China verarbeitet. Das bedeutet lange und klimaschädliche Transportwege – und oft viel Leid für die Schafe.

Denn auch die meisten teureren und vermeintlich hochwertigen Merino-Produkte kommen nicht automatisch von glücklichen Schafen, die unbeschwert auf grünen Wiesen grasen, sondern meist von großen Merino-Farmen in Australien und Neuseeland. Damit sie mehr Wolle tragen, wurde Merinoschafen eine besonders faltige Haut gezüchtet. Gut für die Wollindustrie, schlecht für die Schafe. Denn die Hautfalten sorgen nicht nur für eine größere Oberfläche und damit mehr Wollwachstum, sondern auch für einen perfekten Lebensraum für Parasiten. Fliegen nisten sich in den Hautfalten ein, Larven fressen sich ins Fleisch, was zu schmerzhaften Entzündungen führen kann.

Um die Schafe vor Larvenbefall zu schützen, wenden viele Schäfereien immer noch das so genannte Mulesing an. Dabei werden den Schafen große Hautstücke im Schenkel- und Schwanzbereich herausgeschnitten. Das glatte, vernarbte Gewebe soll vor Parasiten schützen. Der Eingriff geschieht meist ohne Betäubung bei vollem Bewusstsein. In Deutschland ist Mulesing verboten. Doch welchen Nutzen hat ein Verbot, wenn die Wolle in den Pullovern, die wir tragen, trotzdem von Mulesingfarmen kommt? In Australien ist das betäubungslose Mulesing weit verbreitet. Laut der Tierschutzorganisation 4 Pfoten kann nur bei vier von 28 Merinostrickwollemarken in Deutschland davon ausgegangen werden, dass die Wolle zu großen Teilen mulesingfrei ist.

Dabei gibt es in Deutschland sechs Millionen Schafe, deren Wolle man nutzen könnte. Doch wie wir während unserer Recherchen gelernt haben, lohnt sich für die Schäfereien das Geschäft mit der Wolle nicht mehr: Die Preise sind wegen der großen Konkurrenz auf dem Weltmarkt zu niedrig um die Kosten für Schur, Sortieren und Transport zu decken. Und so landet die Wolle von Millionen heimischen Tieren meist auf Müll. Was für eine gigantische Ressourcenverschwendung! Dabei könnten die Fasern einen großen Teil unseres Bedarfs hierzulande decken.

Und so haben wir uns auf die Suche nach Alternativen gemacht und engagierte Kreative gefunden, die uns mit ihren Ideen überrascht haben. Von regional produzierter Schafwolle über recycelte Pullover, Wolle aus Hunde- und Pferdehaaren bis hin zu Wolle aus Ananasfasern und Bakterien aus dem Labor: Herausgekommen ist ein Film über engagierte Kreative und ihre Ideen für eine nachhaltige Wollwirtschaft mit Zukunft. 

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