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Vegetarisch essen

Rund zehn Prozent der Deutschen ernähren sich vegetarisch. Vor etwa 30 Jahren waren es nur circa 0,6 Prozent. Was bewegt Vegetarier? Geht es ihnen um das Tierwohl oder auch um ihre Gesundheit?

27 min
27 min
24.01.2021
24.01.2021
UT
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Video verfügbar bis 24.01.2026

Abschreckende Massentierhalung

Krankheiten wie Darmkrebs, Diabetes und Arthrose werden durch hohen Fleischkonsum mit verursacht. Die Umwelt leidet unter dem großen Ressourcenbedarf für die Produktion von Fleisch. Für die Überlegung, Vegetarier zu werden, ist meist aber das Tierwohl entscheidend.

Denn die Massentierhaltung schreckt die Meisten ab. Fast eine Million Menschen in Deutschland nehmen keine tierischen Produkte, also auch keine Milchprodukte und Eier, mehr zu sich. Sie leben vegan. Die Deutschen essen insgesamt immer weniger Fleisch, und die Nachfrage nach vegetarischen und veganen Produkten wächst rasant. "sonntags" stellt die verschiedenen Formen des Vegetarismus vor und besucht vegetarisch lebende Menschen.

Zutaten für einen Bulgursalat: Bulgur, Paprika, Zucchini, Tomaten, Avocado, Granatapfel, Frühlingszwiebeln, Zitrone, Kräuter

Keine Qual unserer Mitgeschöpfe

Pastor Holger Janke ist evangelischer Pfarrer der Evangelischen-Lutherischen Kirchengemeinde Hamburg-Langenfelde. Alljährlich initiiert er vegetarisch-vegane Weihnachtsfeste. In seiner Kirche „Zum Guten Hirten“ treffen sich die Menschen, die das Weihnachtsfest auch zum Wohl der Tiere feiern möchten. In fast allen Religionen sind die Feste auch mit üppigen Fleischspeisen verbunden. Doch muss das überhaupt sein? Für Pastor Janke ist es eindeutig: „Ethisch oder biblisch gibt es kein Argument, Mitgeschöpfe zu quälen und zu schlachten.“ Einmal im Monat veranstaltet Janke Tiergottesdienste. Hier feiern die Gläubigen zusammen mit ihren Haustieren den Gottesdienst.

Die Gastronomen Michael Dester und Jonathan Sternberg haben die "Kombüse Mannheim" gegründet. Das Restaurant bietet vegane und vegetarische Speisen zu leistbaren Preisen an. Die beiden Besitzer möchten mit ihrem Lokal aber auch etwas gesellschaftlich Relevantes erreichen. Deshalb geben sie Menschen mit Behinderungen und mit Fluchtgeschichten sowie straffälligen Jugendlichen eine Chance, sich gesellschaftlich zu integrieren.

Pflanzliche Köstlichkeiten

Professor Hans Hauner, Direktor am Zentrum für Ernährungsmedizin der TU München, erfährt immer häufiger, wie schwer es für Veganer und Vegetarier ist, auch auf eine gute Versorgung mit B-Vitaminen zu achten. Dies gilt nach seiner Erfahrung vor allem für Schwangere. Oft erinnert er an Studien, in denen Föten unter Vitaminmangel zu klein wurden. Als Vegetarier zusätzlich Vitamin B12 einzunehmen, um Mangelernährung zu vermeiden, sei ein Vorschlag, der meistens nicht angenommen werde. "Dann sind die Kinder eben klein, mir geht es ums Prinzip", bekommt er häufig zu hören. "Hier steht oft eine Ideologie im Vordergrund, die man nicht mit rationalen Argumenten beseitigen kann", sagt Professor Hauner.

Muko Altankhuyag ist Gründer und Ideengeber des kulinarischen Konzepts "Muko", bei dem genussvolle pflanzliche Köstlichkeiten im Mittelpunkt stehen. "Muko" ist ein Treffpunkt für Menschen, die frische, vegetarische und vegane Lebensmittel unbeschwert genießen, die eine ganzheitliche und nachhaltige Philosophie leben und die ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur lieben, unterstützen und fördern. Muko Altankhuyags Philosophie ist nicht der Verzicht, sondern der Gewinn. Ein Gewinn neuer Ideen und kulinarischer Kreationen, ein Gewinn an köstlichen Aromen und intensiven Geschmäckern.


In einer ehemaligen Fleischfabrik in Mösingen hat Klaus Gaiser vor über 25 Jahren sein Unternehmen gegründet. Wo früher noch das Fleisch der Tiere verarbeitet wurde, wird heute fast ausschließlich Bioweizen als Basis für die Fleischersatzprodukte verwendet. Mittlerweile gehören zum Portfolio von "Wheaty" 30 unterschiedliche vegane Würste, Aufschnitte und Bratstücke. Geschmacklich und in ihrer Konsistenz sind sie ihren tierischen Vorbildern täuschend ähnlich. Die Reduktion des Fleischkonsums ist mittlerweile eine gesellschaftliche Aufgabe, denn „die Produktion von tierischen Erzeugnissen belastet die Umwelt um ein vielfaches stärker als pflanzliche Lebensmittel,“ so Klaus Gaiser.

  • Moderation - Andrea Ballschuh
Erntedank
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