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Was Ihr über die Endlagersuche wissen müsst

Deutschland sucht ein Endlager für Atommüll - und das ist ganz schön kompliziert. Alle wichtigen Fragen und Antworten gibt es hier:

Die Endlagersuche läuft (Archiv)
Die Endlagersuche läuft. Archivbild
Quelle: Lucas Bäuml/dpa

Was ist Atommüll?

Wenn in einem Atomkraftwerk Strom erzeugt wird, entsteht Müll - so genannter Atommüll. Dieser Müll ist sehr gefährlich, denn er gibt unsichtbare Strahlung ab, die Menschen und Tiere sehr krank machen, sogar töten, kann. Das Problem dabei: Die Strahlung hält tausende von Jahren an, der Müll bleibt also sehr lange gefährlich. Deshalb kann man den Atommüll nicht einfach auf einer Müllkippe lagern.

Warum brauchen wir ein Endlager?

Castorbehälter in einem Zwischenlager
Castorbehälter in einem Zwischenlager
Quelle: dpa

2022, also in zwei Jahren schon, soll das letzte Atomkraftwerk in Deutschland abgeschaltet werden. 60 Jahre lang aber wurde dann in Deutschland Strom in den Atomkraftwerken hergestellt. In dieser Zeit ist sehr viel Atommüll entstanden und der muss jetzt irgendwo hin. Momentan wird ein großer Teil davon in solchen Behältern gelagert, sie nennt man Castoren. Die stehen zum Beispiel in der Nähe mancher Kraftwerke, in so genannten Zwischenlagern.
Weil der Müll aber so lange gefährlich ist, kann er dort nicht bleiben. Er soll stattdessen in einem sicheren Lager, einem Endlager, aufbewahrt werden.

Welche Bedingungen muss so ein Lager erfüllen?

  • Das Lager muss den Atommüll für mindestens eine Million Jahre sicher verwahren können. Ein stillgelegtes Bergwerk tief unter der Erde könnte ein solcher Ort sein.
  • Die Wände solch eines Stollens müssten aus Steinsalz, Granit oder Ton sein, damit die Strahlung nicht hindurch kann.
  • Und es darf kein Grundwasser hindurchfließen, denn mit dem Wasser könnte die gefährliche Strahlung nach außen gelangen.

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Wohin mit dem Atommüll?
 

Warum es darum Streit gibt, erklären wir euch.

Videolänge:
1 min

Wer sucht dieses Endlager?

Wo ein solches Endlager sein könnte, darüber wird schon viele Jahre nachgedacht und gestritten. Vor drei Jahren hat sich eine Gruppe von Experten, Politikern und Politikerinnnen und Bürgern zusammengesetzt und nochmal neu überlegt. Sie haben sich den Boden in Deutschland ganz genau angeschaut und nach Orten gesucht, wo ein Endlager entstehen könnte.

Und wo könnte so ein Lager jetzt stehen?

Insgesamt haben die Expertinnen und Experten 90 Gebiete gefunden, die - was den Boden anbelangt - gut geeignet wären für ein Endlager. Diese Gebiete sind insgesamt so groß wie halb Deutschland und liegen in fast allen Bundesländern - die meisten in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen.

Warum ist die Suche eigentlich so kompliziert?

Protest gegen ein Atom-Endlager in Gorleben
Viele Jahre lang gab es Proteste gegen ein Endlager in Gorleben.
Quelle: dpa

Das Problem mit dem Atommüll ist: Eigentlich will ihn keiner bei sich in der Nähe haben, leider muss er aber irgendwo hin. Politiker aus Bayern zum Beispiel sind mit der Auswahl der Experten und Expertinnen nicht einverstanden. Sie sagen, dass das Gestein in Bayern nicht richtig gut geeignet sei für ein Endlager und der Müll dort vielleicht doch nicht sicher genug wäre.

Die Menschen in der Nähe des Ortes Gorleben, im Bundesland Niedersachsen, aber freuen sich: Lange wollte die Regierung in Gorleben nämlich ein Endlager bauen. Dagegen gab es viele Jahre lang große Proteste. Jetzt aber kam heraus: Das Gestein in Gorleben ist nach den neuen Regeln nicht gut genug geeignet. Dort wird es also kein Endlager geben.

Und wie geht es jetzt weiter?

Die Expertinnen und Experten schauen sich jetzt die Gebiete, die geeignet sind, noch genauer an. Dabei achten sie dann nicht mehr nur auf das Gestein und den Boden, sondern auch auf andere Sachen: zum Beispiel darauf, wie viele Menschen in der Nähe eines möglichen Endlagers leben, ob ein Naturschutzgebiet betroffen wäre und wie gut man das Lager erreichen könnte.
Fertig mit der Suche sollen sie erst in elf Jahren, im Jahr 2031 sein.
Solange wird der Atommüll weiter so gelagert wie momentan auch.

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Diesen Text hat Katrin R. geschrieben.

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