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Wie kommt man in den Bundestag?

So kann man Abgeordnete oder Abgeordneter werden:

Datum:
Reichstagsgebäude in Berlin, Sitz des Bundestages.
Hier im Reichstagsgebäude in Berlin ist der Sitz des Bundestages.
Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Es ist der Ort, an dem deutsche Politik gemacht wird. Er befindet sich im sogenannten Reichstagsgebäude, in der deutschen Hauptstadt Berlin. Man nennt ihn auch Parlament. Bundeskanzlerin Angela Merkel geht darin ein und aus - und auch viele andere deutsche Politikerinnen und Politiker. Doch wie kommt man eigentlich hinein in den Bundestag?

Bundestag
Der Bundestag: Hier wird deutsche Politik gemacht.
Quelle: dpa

Wer ist momentan im Bundestag?

"Im Bundestag sitzen" nennt man es, wenn Politikerinnen und Politiker im deutschen Parlament Politik machen. Die Leute, die im Bundestag sitzen, heißen Abgeordnete. Die meisten davon vertreten die einzelnen Parteien. Gewählt werden sie alle vier Jahre von allen deutschen Bürgerinnen und Bürgern, die wählen dürfen und bei der Wahl ein Kreuzchen für sie setzen.

Wer wissen will, welche Aufgaben die Abgeordneten haben und wie genau ein Gesetz entsteht, erfährt das hier:

In den Bundestag dürfen mindestens 598 Abgeordnete. Diese Zahl klingt schon ganz schön hoch, tatsächlich ist das deutsche Parlament aber noch größer. Warum das so ist, könnt ihr hier sehen:

Wie kommt man in den Bundestag?

Um in den Bundestag zu dürfen, muss man erstmal zwei Dinge erfüllen:

  • Man muss volljährig sein, also mindestens 18 Jahre,
  • und einen deutschen Pass haben. Das sind übrigens auch die Voraussetzungen dafür, wählen zu dürfen.

Zu einer Partei gehören muss man dagegen nicht unbedingt. Wenn man es allerdings tut, sind die Chancen, in den Bundestag zu dürfen, etwas höher. Wer aber erstmal die zwei Regeln erfüllt, hat dann zwei Möglichkeiten, in den Bundestag einziehen zu dürfen:

1. Möglichkeit: Direktmandat
Die Hälfte von allen Sitzen wird direkt an eine Person vergeben. (Na, wer hat nachgezählt? Richtig: Es sind 299 Stück.)

Dafür muss man nicht unbedingt zu einer Partei gehören, sondern kann auch parteilos antreten. Wenn man das tut, muss man davor allerdings erstmal Unterschriften sammeln: Mindestens 200 Leute, die in Deutschland wählen dürfen, müssen auf einer Liste unterschreiben, damit man als Direktkandidat oder -kandidatin antreten darf.

Bei der Wahl ist das Prinzip dann ganz einfach: Die Person, für die die meisten Menschen ein Kreuzchen setzen, wird gewählt.

Stimmzettel für die Bundestagswahl 2017
So sahen die Stimmzettel für die vergangene Bundestagswahl 2017 aus
Quelle: dpa

2. Möglichkeit: Listenwahl
Die andere Hälfte der Sitze wird, wie der Name schon verrät, über Listen vergeben. Diese Listen machen die Parteien selbst - deshalb muss man bei dieser Möglichkeit auch einer Partei angehören. Je nachdem, wie viele Menschen die Partei gewählt haben, kommt dann eine bestimmte Anzahl an Personen von der Liste in den Bundestag.

Es ist auch möglich, sowohl auf der Liste einer Partei zu stehen als auch als direkter Bewerber oder direkte Bewerberin anzutreten. Dann ist die Chance natürlich höher, es in den Bundestag zu schaffen - so geht es oft den bekanntesten Politikern und Politikerinnen einer Partei.

Auf einem Stimmzettel wählen die Bürger die Partei, die regieren soll

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Erststimme und Zweitstimme
 

Wofür sind die beiden Stimmen da?

Wie schwierig ist es, in den Bundestag zu kommen?

Möchte man direkt gewählt werden (1. Möglichkeit), muss man vor allem eins: im Wahlkreis - also da, wo man gewählt werden möchte - so bekannt und beliebt wie möglich sein. Als sehr junger Mensch ist das oft schwierig: Denn weil die meisten Wählerinnen und Wähler schon älter sind, wählen sie meistens auch lieber ältere Bewerberinnen und Bewerber. Sie denken, dass die eher die gleichen Interessen haben wie sie selbst und sich deshalb im Parlament für die Gesetze einsetzen, die auch sie gut finden. Außerdem denken viele, dass man erst mit dem Alter genug Erfahrung hat, um so ein wichtiges Amt erfüllen zu können.

Möchte man über die Liste (2. Möglichkeit) in den Bundestag, geht es um den Erfolg und die Bekanntheit in der Partei. Die entscheidet nämlich nicht nur, wer auf die Liste darf, sondern auch in welcher Reihenfolge. Alle Bewerberinnen und Bewerber wollen so hoch wie möglich auf der Liste stehen, weil es dann wahrscheinlicher ist, in den Bundestag zu kommen.

Nach dem die Stimmzettel abgegeben wurden, beginnt die Auszählung der Stimmen
So sieht es aus, wenn die Stimmen nach der Wahl ausgezählt werden
Quelle: dpa

Die Regeln, nach denen die Listen erstellt werden, sind von Partei zu Partei unterschiedlich: Die meisten jüngeren Menschen sind zum Beispiel in den beiden Parteien "Bündnis 90/Die Grünen" und "Die Linke". Deshalb ist es in diesen beiden Parteien auch einfacher, als junger Mensch in den Bundestag zu dürfen, als in anderen.

Apropos "jung" und "Die Grünen": Für sie möchte jemand Neues in den Bundestag. Jakob Blasel ist 19 Jahre alt und organisierte zusammen mit anderen "Fridays for Future" in Deutschland. Warum er ins Parlament möchte, und wie seine Chancen aussehen, erfahrt ihr hier:

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Politik statt Fridays for Future
 

Wie kam Jakob Blasel in den Bundestag?

Videolänge:
2 min

Dieser Text wurde von Debbie geschrieben.

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