Guten Morgen,
dass es für die Findung von Kanzlerkandidaten kein Verfahren und keine Schablone gibt, hat die
SPD in den letzten Tagen eindrucksvoll vorgeführt. Wie schon 2021 die Union mit Markus Söder und Armin Laschet. K-Fragen sind Machtfragen, die SPD hat ihre nun geklärt.
Jetzt steht sie vor der Herausforderung zu erklären, warum der Mann antritt, dem weder die Deutschen, noch die SPD-Anhänger viel bei der Bundestagswahl zutrauen. 78 Prozent der Deutschen und 72 Prozent der SPD-Anhänger glauben, die SPD würde mit
Boris Pistorius ein besseres Ergebnis erzielen als mit
Olaf Scholz. Unser neues Politbarometer war fast im gleichen Moment fertig wie die Entscheidung der SPD.
"In diesen Zeiten wäre es ein schlechtes Signal, außenpolitisch wie innenpolitisch, dem amtierenden Kanzler die Kandidatur zu nehmen, ihn damit zur lame duck zu machen und irgendjemanden danebenzustellen, der kandidiert, sagte Boris Pistorius gestern bei uns im heute journal. "Das ist total schädlich und falsch und mit mir nicht zu machen nach meinem Verständnis von staatspolitischer Verantwortung."
Dass sie im Konrad-Adenauer-Haus nervös wurden angesichts des wackelnden Kanzlerkandidaten Scholz, hat einen Grund. Auch ihn kann man dem Politbarometer entnehmen: Wenn sie sich direkt entscheiden müssten, würden bei einem Duell
Friedrich Merz gegen Scholz knapp mehr für den CDU-Kandidaten stimmen. Wäre hingegen Boris Pistorius der Gegenkandidat von Merz, würde sich eine Mehrheit für ihn entscheiden.
So wild die letzten Berliner Tage waren, so gering ist die Bewegung in unserer Sonntagsfrage. Die Union verliert leicht, die
FDP verharrt unter der Fünf-Prozenthürde, und der
BSW-Hype scheint gestoppt - das sind die wesentlichen Ergebnisse. In Koalitionsmöglichkeiten ausgedrückt: Sowohl für eine Große Koalition als auch für Schwarz-Grün gäbe es momentan eine Mehrheit.
Und noch eine Zahl hält das Politbarometer bereit, die nicht gerade Wasser auf die Scholz-Mühle spült, sondern eher auf die von Pistorius. Gefragt, ob der Westen die Ukraine militärisch stärker unterstützen sollte, antworten 43 Prozent der Befragten mit ja.
Nicht nur Umfragen, auch die Entscheidung des scheidenden US-Präsidenten Biden, der Ukraine den Einsatz weitreichender Waffen zu erlauben, erhöht den Druck auf den Kanzler. Willkommen im Bundestagswahlkampf.
Ihnen einen schönen Freitag!
Stefan Leifert, Leiter des heute journal
Lage im Nahost-Konflikt
Alle Entwicklungen finden Sie jederzeit auf unserer Themenseite zum Nahost-Konflikt und jederzeit hier im Liveblog. Was im Ukraine-Krieg passiert ist
Putin schießt mit neuer Waffe gegen Ukraine: Russland hat die Ukraine nach Angaben von Präsident Wladimir Putin mit einer neu entwickelten Mittelstreckenrakete angegriffen - und mit weiteren Schlägen gedroht. In einer Videoansprache nannte er das System "Oreschnik".
Was heute noch wichtig ist
Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen geht zu Ende: Die Weltklimakonferenz in Aserbaidschan soll an diesem Freitag laut offiziellem Zeitplan enden - eine Verlängerung gilt jedoch als sehr wahrscheinlich. In den vergangenen Jahren dauerten die Klimagipfel der Vereinten Nationen fast immer deutlich länger als geplant.
CDU, BSW und SPD in Thüringen präsentieren Koalitionsvertrag: Thüringens angehende Brombeer-Koalitionäre CDU, BSW und SPD präsentieren ihr Regierungsprogramm.
Bundesrat entscheidet über Krankenhausreform: Der Bundesrat entscheidet über die Umsetzung der umstrittenen Krankenhausreform. Das noch von der Ampel-Koalition im Bundestag beschlossene Gesetz ist zwar nicht zustimmungsbedürftig, die Länderkammer könnte es aber in den gemeinsamen Vermittlungsausschuss mit dem Parlament schicken.
Wirecard-Aktionär fordert Schadenersatz: Viereinhalb Jahre nach der Pleite des Finanzdienstleistungskonzerns Wirecard verhandelt das Bayerische Oberste Landesgericht an diesem Freitag stellvertretend für eine Lawine von Schadenersatzforderungen die Musterklage eines hessischen Aktionärs.
Ausführlich informiert
Der internationale Strafgerichtshof hat Haftbefehl gegen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erlassen. Wie er sich auswirken könnte, erklärt Völkerstrafrechtlerin Prof. Stefanie Bock.
Herzlichen Glückwunsch
Sandmännchen. Es wird heute 65 Jahre alt. Seit dem ersten Auftritt des Sandmännchens am 22.11.1959 liefen ca. 22.000 Sendungen im Fernsehen.
Weitere Schlagzeilen
Die Nachrichten im Video
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Am Freitag gibt es im Nordwesten, später auch in der Mitte Schnee- und Regenschauer, teils mit Gewittern. Auch im Südwesten gibt es Schneeschauer, die an den Alpen rasch nachlassen. Sonst ist es meist trocken, zeitweise zeigt sich die Sonne. Der Wind weht frisch, in Böen stark, meist aus Südwest. Die Temperatur erreicht minus 2 bis plus 6 Grad.
Zusammengestellt von der ZDFheute-Redaktion.
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