Handyverbot beim Konzert: Fragen und Antworten im Überblick
FAQ
Neuer Trend bei Konzerten?:Warum Künstler auf ein Handyverbot setzen
von Sven Class und Anna Katharina Hemer
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Bob Dylan hat es getan, auch Rapper Rin zieht es durch: Keine Handys bei Konzerten. Und auch einige Clubs sagen inzwischen: Filmen und Fotografieren verboten. Nische oder Trend?
Beim Kontert mit dem Smartphone Fotos und Videos für Social Media machen - das ist für viele mittlerweile Standard. Warum sich einige Künstler nun dagegen aussprechen und Handys verbieten.
Quelle: ClipDealer
Warum setzen Künstler wie Bob Dylan oder Rin auf ein Handyverbot?
Die Gründe für ein Verbot sind vielfältig: Einige Künstlerinnen und Künstler empfinden es als störend, wenn sie ins Publikum schauen und nur Smartphones sehen. Zum einen gehe so der Kontakt zu den Fans verloren, zum anderen, beklagen manche, würden Handybildschirme und Blitzlichter die Intimität von Konzerten kaputtmachen.
Auch Rin sieht das so, er nennt seine aktuelle gemeinsame Tour mit Schmyt unmissverständlich "No Phones Allowed Tour". Alle Fans müssen ihre Handykameras bei den Konzerten abkleben.
In einem Instagram-Video begründet er seine Entscheidung so: Die Zuschauenden sollten nicht unter dem Druck stehen, alles auf Social Media posten zu müssen. Er selbst wolle gerne auch neue Songs spielen, ohne dass sie anschließend komplett im Netz zu finden seien. Die Kommentare unter seinem Post: überwiegend positiv.
Rapper Rin erklärt Hintergründe der "No Phones Allowed Tour"
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Auch Bob Dylan, Madonna oder Alicia Keys haben Aufnahmen bei ihren Konzerten schon verboten. "Andererseits gibt es auch Künstler*innen, die mit diesem Umstand - also quasi mit der Kamera der Konzertbesucher*innen - spielen", beobachtet Alexander Endreß, der an der Popakademie Baden-Württemberg den Studiengang Musikbusiness leitet. "Dua Lipa ist beispielsweise dafür bekannt."
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Handyverbot bei Konzerten: Wie wird es durchgesetzt?
Während auf der Tour von Rin und Schmyt lediglich die Kameras mit Stickern abgeklebt werden, mussten Besucher bei Bob Dylans aktueller Tour ihr Smartphone in einer magnetischen Hülle verschließen. Diese konnte nur in bestimmten Arealen geöffnet werden. "Über das Handyverbot wurden die Käufer beim Kauf der Tickets informiert", sagt der Veranstalter Live Nation auf ZDFheute-Anfrage - es habe keine Beschwerden von Besuchern gegeben, viele hätten die Regelung sogar begrüßt.
Wer bei der Metalband Tool nicht aufs Handy verzichtet, wird vom Sicherheitspersonal rausgeschmissen. Doch es geht auch sanfter: Bands wie Coldplay oder AnnenMayKantereit wünschen sich von ihren Fans, dass sie zumindest für ein Lied das Handy wegpacken. In den allermeisten Fällen, sagt der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, respektiere das Publikum den Wunsch der Künstler.
Was sind die Gründe für ein Handyverbot im Club?
Der Schutz der Privatsphäre und die Wahrung von Persönlichkeitsrechten sind unter anderem Gründe, weshalb auch Clubs gegenüber ihren Gästen ein Handyverbot aussprechen. Vielen Leuten sei es unangenehm, am nächsten Tag Bilder oder Videos von sich betrunken im Club im Internet zu finden, heißt es auf der Webseite eines Clubs in Stuttgart. In Hamburg gibt es gar eine eigene handylose Eventreihe: "nofomo" heißt sie und steht unter dem Motto "gemeinsam offline feiern". In Berlin sind Foto-Verbote vor allem in Technoclubs verbreitet.
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Wie häufig sind Handyverbote in Clubs und bei Konzerten?
Das Clubkombinat Hamburg spricht derzeit von einer leicht zunehmenden Zahl von Club-Events ohne Smartphone. Doch sowohl in Hamburg als auch im Rest von Deutschland sind es bisher nur vereinzelte Locations, die ein Foto- und Videoverbot aussprechen, was auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga ZDFheute bestätigt. Ähnlich ist es aktuell bei Konzerten.
Und in Zukunft?
Derek von Krogh von der Popakademie Baden-Württemberg bezweifelt, "dass sich eine bestimmte Variante jemals flächendeckend durchsetzen wird." Zu unterschiedlich seien die Bedürfnisse der Künstlerinnen und Künstler. Sein Kollege Alexander Endreß ergänzt, dass insbesondere Newcomer von Fotos und Videos der eigenen Fans in den sozialen Medien profitieren würden, ja sogar darauf angewiesen seien.
Ob Handys bei Konzerten irgendwann verschwinden, hänge wohl davon ab, ob sich eine soziale Dynamik entwickle - das Mitfilmen irgendwann einmal sozial sanktioniert werde, sagt von Krogh. Abzusehen sei das derzeit noch nicht.
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von Karen Grass
Quelle: dpa
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